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THEMA: MS ARTANIA - Rheinische Party & Schnuppertour 30.05. - 01.06.2014

MS ARTANIA - Rheinische Party & Schnuppertour 30.05. - 01.06.2014 07 Jun 2014 14:08 #39518

11. Kreuzfahrt - MS ARTANIA
"Rheinische Party & Schnupperreise"
Bremerhaven - Kiel
30.05. - 01.06.2014




Anreise nach Bremerhaven 29.05.2014


Endlich war es wieder soweit: Kreuzfahrtzeit! Fast 5 Monate nach meiner letzten Cruise mit der „Mein Schiff 2“ ging es nun auf die „Artania“ – allerdings nur für 2 Tage. Ein kleiner Törn, der die Zeit bis zur großen TA 2015 überbrücken sollte. Das verlängerte Wochenende auf dem Kreuzfahrtschiff konnte ich in aller Ruhe angehen. Ich hatte die ganze Woche Urlaub. Donnerstagnachmittag war dann mein kleiner Trolley gepackt.Los ging es dann abends um 18.47 Uhr von Bous aus Richtung Bremerhaven. Ich beschloss, zwei Züge früher zu fahren. Und das sollte auch gut sein. Irgendwie sagte mir wieder mal mein „Bauchgefühl“, dass es besser ist, 3 Stunden in Koblenz absitzen, als zu knapp zu fahren. Zunächst mal bis nach Saarlouis, dort musste ich umsteigen. Dort hatte ich 20 Minuten Aufenthalt. Dann ging es weiter mit dem RE nach Koblenz. Der Zug war pünktlich, nur hatte die Bahn wieder mal ein Problem mit der Klimaanlage.

Bis Trier war alles im grünen Bereich, danach ging es los. Es wurde auf einmal eisig im Wagen. Zuerst kramte ich meinen Pulli aus dem Koffer, doch das nutzte nichts. Dann zog ich die Jacke an. Da war es dann wieder halbwegs erträglich, nur hatte ich inzwischen „eiskalte“ Füße, da es von unten herzog. Da ist wieder eine Erkältung vorprogrammiert. Der RE nach Koblenz ist ein Doppelstockwagen. Ich saß Oben, und musste zur Toilette nach unten gehen. Dort, in der 2. Klasse, war es richtig angenehm, während ich Oben, 1. Klasse, fror. Gegen 21:37 Uhr erreichten wir dann planmäßig Koblenz. Nun hieß es knapp über 3 Stunden absitzen. Das tat ich dann bei McDonalds. Mit Cola und Kaffee hielt ich mich über Wasser. Um 00:57 Uhr ging es dann mit dem IC 2020 von Koblenz weiter Richtung Norden. Auch hier: Zug pünktlich, nur die Klimaanlage war wieder mal zu kalt eingestellt. Die Zugbegleiterin aber merkte dies, und kümmerte sich sofort um das Problem, so dass es dann nach Köln wieder angenehm im Wagen war. Leider führte der IC nur einen 1. Klasse-Wagen, und das war dann ausgerechnet auch noch ein Großraumwaggon. Abteil wäre mir heute wesentlich lieber gewesen, da hätte man das Licht ausmachen können. So ging es aber leider nicht. War aber auch egal, da ich weder im Auto, Zug, Bus und Flugzeug schlafen kann. Ich döste lediglich vor mich hin. Aber irgendwann muss ich doch eingeschlafen sein, denn als ich erwachte, hielten wir gerade in Osnabrück. Noch eine Stunde bis Bremen.


Tag 1: FR 30.05.2014 – Ankunft in Bremerhaven, Einschiffung, Auslaufen


In Bremen kam der IC pünktlich um 05:52 Uhr. Zuerst hatte ich ja geplant, den Vormittag in Bremen zu verbringen, doch ich entschied mich dann anders. Um 06:51 Uhr fuhr ich dann mit dem RE gleich weiter nach Bremerhaven, Ankunft dort war um 07:25 Uhr. Mit dem Bus Nr. 506 fuhr ich ins Zentrum. Dort stieg ich aus. Ich suchte mir nun erst einmal eine Sitzgelegenheit. Die fand ich dann schließlich in einer Bäckerei gegenüber der Kirche. Die Sonne schien, aber es war frisch. Doch sollte es ein schöner Tag werden.

Ich genehmigte mir zunächst mal einen Cappuccino und ein Croissant. Gut eine Stunde blieb ich da sitzen. In der Fußgängerzone herrschte bereits zu dieser frühen Zeit reges Treiben. Diese war festlich mit bunten Fähnchen geschmückt, und es wurden Stände aufgebaut. Irgendein Fest fand hier statt. Weiter ging es. Dank dem Stadtplan, den Phoenix mir zu den Reiseunterlagen dazu gefügt hatte, konnte ich mich gut orientieren. Ich marschierte nun Richtung Deichpromenade, vorbei am Klimahaus und den Deutschen Auswandererhaus. Unterwegs wurden die ersten Fotos gemacht. Und auch das Cruise-Terminal war schon gut ausgeschildert. Ich beschloss, nicht den Bus zu nehmen, sondern zu laufen. Damit überbrückte ich auch gleichzeitig die Zeit.

An einem Anlegersteg füllte sich ein Ausflugsdampfer nach Helgoland. Das Wetter für diese Überfahrt war ja heute ideal. Weiter auf der Deichpromenade Richtung Überseehäfen. Vorbei am Auswandererdenkmal über die Seebäderkaje dem „Minarett“ und dem Zoo am Meer über die Schleuse, die den Neuen Hafen von der Weser trennte. Vorbei an einem alten Leuchtturm und der Schlepperpier weiter Richtung Cruise –Terminal. Es gab ausreichend Sitzgelegenheiten, und zwischendurch musste ich mich mal setzen, denn die Müdigkeit kroch mir jetzt richtig in die Knochen. Noch früh am Tag, freute ich mich trotzdem schon auf das Bett in meiner Kabine.
Von der Deichpromenade hatte man einen tollen Blick auf die Weser. Es war gerade Ebbe. Von Weitem sah man schon den Schornstein der „ARTANIA“. Am Pingelturm musste ich nun runter vom Deich und durch den Zoll. Jetzt musste ich nur noch der Straße folgen. Und dann war auch das geschafft.

Gegen 11:30 Uhr traf ich dann am Cruise Terminal ein. Einmal links rum ums Hafengesundheitsamt und der Besuchergalerie, dann war ich auch schon am Ziel.
Es war noch nicht viel los. Vor dem Eingang spielte ein Mann Seemannslieder mit dem Akkordeon. Passagiere, die mit dem eigenen Auto anreisten, trafen so langsam ein. Ich betrat das Terminal. Es erinnerte mich doch ein wenig an einen Flughafen. Es war bereits ein Schalter offen, so dass ich gleich mal meinen Trolley los werden konnte. Zumindest dies war jetzt geschafft.

Wieder draußen vor dem Terminal suchte ich mir eine Sitzgelegenheit. Dort kramte ich dann meine letzte Flasche Wasser und mein Brötchen auf. Ich hatte nun wirklich „Kohldampf“. Nach dieser Stärkung ging es nun wieder ans Fotografieren. Kurz nach 12:00 Uhr begann das Check-In. Da ich eine der ersten war, musste ich nicht lange warten. Der nette, junge Mann bat mich freundlich um meinen Voucher und meinen Pass. Dann fragte er mich freundlich,
ob ich eine gute Anreise gehabt hätte. „Na ja, es ging!“ „Wieso?“ „Ich komme aus Saarbrücken – Provinz – und bin schon seit gestern Abend mit dem Zug unterwegs!“ „Ich kenne das auch, ich komme aus Rostock!“ „Wieso? Rostock ist wesentlich besser als Saarbrücken, Rostock hat ja schließlich auch einen Kreuzfahrthafen!“ Er schmunzelte. „Ja, eigentlich haben Sie Recht“ Nette Unterhaltung. Foto noch für die Bordkarte – dann hatte ich diese schon in der Hand. Zum 1. Mal mit sichtbaren Bild! Und zum 1. Mal machte darauf wirklich kein doofes Gesicht…
Ich war so fasziniert, dass ich nicht gleich merkte, dass dem netten, jungen Mann ein Fehler beim Eintippen meines Nachnamens unterlaufen ist. Er „unterschlug“ einfach das S, und so hieß nun für kurze Zeit Chaefer.

„Was ist mit der Registrierung meiner EC-Karte?“ fragte ich ein wenig irritiert. "Die lassen Sie dann bitte im Laufe des morgigen Tages an der Rezeption registrieren!“. „Oh, dass bin ich jetzt aber anders gewohnt. AIDA will die Karte sofort beim Check-In!“ meine Antwort. Seine: „Wir sind ja nicht so gierig wie die!“ Da kann sich nun jeder seinen Teil selber denken…
Nun die Treppen hoch. Das Geländer war mit Luftballons in den Farben von Phoenix dekodiert. Nette Idee. Oben fanden sich ausreichend Sitzgelegenheiten und ein kleines Café, wo man seinen Hunger und seinen Durst stillen konnte.Dort gab es dann gleich mal den nächsten Cappuccino. Meine Nahrung heute bestand nur aus Kaffee. Hier merkte ich dann auch den Fehler beim Namen. Also Sachen zusammenkramen, wieder runter zu den Schaltern. Dort sprach ich dann einen Mitarbeiter von Phoenix an. „Das ist nicht so schlimm. Das können Sie auch nachher noch auf dem Schiff machen. Gehen Sie einfach an die Rezeption, die stellen Ihnen dann eine neue Bordkarte aus. Sie können Sie aber auch hier anstellen und warten!“ Nee danke, dazu hatte ich nun wirklich keine Lust, denn hier hatte sich inzwischen eine Riesenschlange gebildet. Ich bedankte mich, und trat wieder den Weg nach Oben nach. Dort hatte nun die Einschiffung begonnen. Für die „Gold- und Silber“ Fahrer war Gate 4 reserviert, für den Rest Gate 3 und 5.

Nach dem Sicherheitscheck wurden wir dann mit einem Glas Sekt empfangen. Danach wie bei jeder Cruise das obligatorische Einschiffungsfoto und Ausgabe des Kabinenschlüssels. Der erinnerte mich an meine Tour mit der alten AIDAblu 2004. Es war eine antiquierte Lochkarte! Im Eingangsbereich der „ARTANIA“ wurden wir nun vom Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka und seinem Team empfangen. Dort stellte sich dann auch gleich mein Kabinensteward Romeo vor. Er geleitete mich zur meiner Kabine (4247) auf Deck 4 Steuerbordseite. Die Kabine lag äußerst günstig direkt am Treppenaufgang und am Promenadendeck.

Endlich war ich auf dem Schiff. Die Kabine war schlicht und praktisch eingerichtet. Links der Kleiderschrank mit den Schwimmwesten, der guten Stauraum bot. Rechts stand der Schreibtisch mit großem Spiegel. Seitlich waren der Flachbildschirm und der Safe angebracht, daneben der Fön. Am Fenster stand links das Sofa, rechts das Klappbett. Die Nasszelle bot zur meiner Überraschung eine Badewanne. Das soll sich aber jetzt bald ändern, wenn die „ARTANIA“ im Herbst in die Werft geht. Diese wird dann durch eine Dusche ersetzt. Großer Spiegel, Waschbecken und genug Stauraum für das Nötigste.Nachdem ich den Koffer ausgepackt hatte – gelohnt hat es sich ja eigentlich nicht, marschierte ich nun zur Rezeption. Nicht nur wegen der Bordkarte, sondern auch wegen dem Safe. Mein/e Vorgänger/in hatte diesen verschlossen zurückgelassen. Doch das war nun kein wirklich großer Akt. Innerhalb von einer Viertelstunde war auch das erledigt!

Die 2-Tages-Tour mit der „ARTANIA“ stand unter dem Motto „Rheinische Party & Schnupperreise“. Dazu wurde die Band „BRINGS“ arrangiert. Ehrlich – noch nie was von dieser Rockgruppe gehört. Die sollten dann morgen Abend samt Fans das Schiff rocken.Ich schnappte mir nun meinen AIDA-Rucksack (Konkurrenz fährt immer mit!) und machte mich auf dem Weg zum ersten Rundgang. Gleich mal hoch auf Deck 9, wo an der „Kopernikus“ –Bar die Pool-Grillparty schon im vollem Gange war. Die Pazifik-Band, das „Artania“ Showensemble taten schon das übrige. Dazu gab es dann noch Bratwurst und Kölsch für 1,30 €. Motto:

„Mer moss sisch och jet jünne künne!“

Überall lief unter dem Kölner Motto irgendwas. In der „Bodega“-Bar auf Deck 3 (Salon-Deck) öffnete um 14:30 Uhr die erste Kölsch-Kneipe auf See ihre Pforten. Auch hier gab es ein frisch gezapftes Kölsch für 1,30 € und dazu rustikale Spezialitäten. Nur leider konnte ich mich hier nicht lange aufhalten, denn die Bar ist eine Raucher-Bar. Oben im Buffet-Restaurant „Lido“ auf Deck 9 (Sonnen-Deck) gab es Kaffee und Kuchen. Um 16:00 und 16:30 Uhr konnte man an einer Schiffsführung teilnehmen, wenn man wollte. Ich machte mir selber ein Bild vom Schiff. Die Einschiffung war um 17:00 Uhr beendet, die SNRÜ für 17:30 Uhr angesetzt, das Auslaufen aus Bremerhaven für 18:00 Uhr angesagt. Das Wetter spielte auch mit. Und deshalb gab es dann wieder mal eine ganze Menge schöner Fotos. Am Pool bei der „Kopernikus“-Bar gab keine Möglichkeit, Liegestühle aufzustellen, doch die „ARTANIA“ bot ausreichend Flächen dafür. Eine davon war ganz vorne im Bug. Ein länglicher Pool mit ausreichendem Platz für Liegen. Und: keiner trat sich hier auf die Füße, Liegen waren in ausreichender Zahl vorhanden, keiner brauchte hier irgendwas zu reservieren! Obwohl 30 Jahre alt, hatte ich das Gefühl, die „ARTANIA“ ist größer als alle AIDA-Schiffe! Bug und Heck der „ARTANIA“ - ein Traum! So stellt man sich Kreuzfahrtschiffe vor.

Weiter zum Heck, an die „Phoenix“-Bar. Der schönste Platz auf dem ganzen Schiff! Ein Traum! Zwar auch eine Raucher-Bar, aber durchaus auszuhalten. Inzwischen war es nun auch schon Zeit, die Rettungsweste zu holen. Ich hatte die „Musterstation A“ , Rettungsboot Nr. 4. Treffpunkt war die „Atlantik“ Show Lounge auf Deck 3. Dort wurde gezeigt, wie man die Weste anlegt. Anschließend wurden wir dann zu unserem Rettungsboot auf Deck 4 geführt. Es erinnerte mich an die Übung auf der „Mein Schiff 2“ im Januar. Dort lief das ähnlich ab, allerdings ohne Weste. Mit der zeitlichen Ansetzung der Übung lag Phoenix etwas unglücklich. Sie dauerte insgesamt rund 40 Minuten. Doch das Auslaufen wurde zum Glück auf 18:15 Uhr verschoben. Es reichte dann gerade mal, die Weste in die Kabine zu bringen. Ich entschied mich, auf Deck 4 zu bleiben. Backbordseite wurden wir dann von einem Schlepper mit Wasser-Fontainen verabschiedet. Auf dem Pool-Deck lief jetzt die Auslauf-Party „Tschö Bremerhaven, mach et joot!“ mit DJ Andi.

Abendessen war im „Lido“-Buffet Restaurant auf Deck 9 und Bedien-Restaurant „Vier Jahreszeiten“ auf Deck 2 (Neptun-Deck) für 18:30 Uhr angesetzt. Ich entschloss mich daher, ins Restaurant „Artania“ auf Deck 4 (Saturn-Deck) zu gehen. Startzeit dort: 18:45 Uhr. So konnte ich dann noch ein wenig das Auslaufen aus Bremerhaven genießen. An einem Zweier-Tisch machte ich es mir bequem. Das Essen war hervorragend. Nach dem Essen nun erneuter Rundgang über das Schiff. In der „Bodega“-Bar ging es wieder „heiß“ her. Keine Chance, dort einen Platz zu bekommen. Die Fans der Band hatten sich dort niedergelassen. Das Motto jetzt: „Drinks de eine met?“. Dazu Rheinische Hits und Schlager von DJ van West. Dazu natürlich ein frisch gezapftes Kölsch und rustikale Spezialitäten. Ich suchte mir einen Platz an der „Harrys Bar“ im Atrium auf Deck. Dort genoss ich dann in aller Ruhe einen Pina Colada. Mit 4,70 € war der Cocktail erheblich billiger als bei AIDA. Überhaupt, die Getränkepreise waren doch sehr moderat. Habe das auch schon anders erlebt.

Nach dem Umtrunk wieder hoch aufs Sonnendeck. Die See war ruhig, aber der Wind war doch recht frisch. Die Sonne begann zu sinken. Auf einmal erschien am Horizont schemenhaft ein Schiff. Man sah direkt, dass es nur ein Kreuzfahrtschiff sein konnte. Ich rätselte, was es für ein Schiff sein könnte. Costa – nein, die erkennt man an den gelben „Bierdosen“-Schornstein. MSC – auch nein, dafür war das Heck zu schräg. Auf einmal fiel mir ein, es könnte ja eine AIDA sein. Von der Form her würde es passen. Und tatsächlich, das Schiff kam näher und es war eine AIDA – genauer gesagt die AIDAsol auf ihrer Reise nach Hamburg. In Null Komma nix war ich von Deck 9 auf Deck 4 gehechtet. Ausgerechnet jetzt hatte ich mein Tele nicht dabei. Schrank auf, Rucksack raus, alles stehen und liegen gelassen, Tür zu, ab auf Deck 4. Die AIDAsol fuhr Steuerbordseite. Im Licht der untergehenden Sonne spiegelte sich das Heck der AIDAsol. Das gab herrliche Fotomotive! ARTANIA und AIDAsol – Treffen auf hoher See am 30.05.2014.

Nachdem diese Fotos im „Kasten“ waren, wechselte ich zur Backbordseite, denn hier konnte man nun gut den Sonnenuntergang beobachten. Es war einfach traumhaft. So einen „gemalten“ Untergang hatte ich selbst vor 5 Monaten in der Karibik nicht! Danach war dann aber endgültig Schluss. Wollte einfach nur noch ins Bett! Auf die Show habe ich bewusst verzichtet, denn dann hätte ich diesen tollen Sonnenuntergang nicht erlebt. Kurze Zeit später lag ich dann auch in der Koje und bin relativ schnell eingeschlafen. Mitten in der Nacht wurde ich dann auf einmal wach. Ich merkte sofort, dass das Schiff heftige Bewegungen hatte. Wir waren in ein Sturmtief geraten. War mir eigentlich egal. Ich drehte mich um und schlief weiter


Tag 2: SA 30.05.2014 – Seetag


Trotz der totalen Übermüdung von der Anreise, war ich wie immer gegen 7:00 Uhr wach. Ich sah aus dem Fenster. Wolkenbehangener Himmel, das Promenadendeck war nass – also Regen. Es ging ganz schön rauf und runter. Zum ersten Mal verspürte ich ein leichtes Unwohlsein. Raus aus dem Bett, ab zum Koffer, Tablette raus. Es war Premiere, nun hatte es also auch mich mal erwischt. Windstärke 8 und Seestärke 7.

Raus aus der Koje. Ich zog mich an und ging frühstücken. Normalerweise „zelebriere“ ich das auf einem Schiff. Doch heute schmeckte mir rein gar nichts. Kein Kaffee, kein frisch gepresster Orangensaft, und auch auf meinem Brötchen biss nur lustlos rum. Normalerweise esse ich auf Kreuzfahrten immer noch ein Spiegel- bzw. Rührei, doch heute konnte ich den Geruch nicht ertragen. Ich sah zu, dass ich mich ganz schnell aus dem „Lido“-Restaurant raus machte. Selbst zum Fotografieren kam ich nicht, obwohl es bei diesem Seegang herrliche Fotos vom Bug gegeben hätte. Doch dafür stand mir heute nicht der Sinn danach. Ab runter in die Kajüte und wieder rein ins Bett. Dank der Tabletten, die ich mir reinzog, ging es mir dann gegen 10:00 Uhr wieder besser. Das Grummeln im Magen ließ nach. Für 11:00 Uhr war an der „Kopernikus“-Bar nun der Frühschoppen angesagt. Bei diesen Wetterbedingungen hätte es durchaus sein können, dass dieser ausfällt. Doch wir hatten Glück. Das Wetter wurde besser, und langsam setzte sich die Sonne gegen die Wolken durch. Es konnte also über die Bühne gehen.

Oben am Sonnendeck war für diesen Event schon alles hergerichtet. Es gab Spanferkel, Weißwürste, Bratwürste, Häppchen, Austern, heiße Bouillon und natürlich frisch gezapftes Kölsch – umsonst! Das Pool-Deck war nun brechend voll. Zusammen mit Kapitän Jens Thorn zapfte die Band „Brings“ dann um 11:00 Uhr das Fass an. Eine musikalische Einlage gab es dann vom „ARTANIA“- Show-Ensemble. Nun hieß es „ran an die Buletten“. Immer mehr setzte sich die Sonne durch, und auf einmal hatten wir wieder strahlend blauer Himmel jetzt über uns. Ich zog mir gleich ein Kölsch und ein paar Weißwürste rein – lecker.

Das Mittagessen fand in den Restaurants in der Zeit zwischen 13:00 und 14:00 Uhr statt. Im „Vierjahreszeiten“ suchte ich mir einen schönen Platz am Fenster.
Das Essen wie immer exzellent! Nach dem Essen suchte ich mir dann auf dem Sonnendeck eine Liege. Ich war immer noch „down“ von der Anreise. Liegen gab es ausreichend, und es lag auch keiner beengt wie z. B. auf den AIDA-Schiffen. Ich „aalte“ mich in der Sonne. Nur der Wind blies heftig. Aber die Seeluft tat richtig gut. Am Nachmittag gab es dann in der Pazifik-Lounge auf Deck 9 Tanztee. In der „Phoenix-Bar“ Chill Out Lounge mit DJ Ronaldo und Ester am Saxofon. Einfach geil! Zwischen 16:00 und 17:00 Uhr gab es dann auf dem Pool-Deck frischer Eiskaffee und frische Crépes.Natürlich „Bingo“ nicht zu vergessen – gehört doch zur jeder Kreuzfahrt dazu, genauso wie Dart und Shuffleboard.

Und schon war wieder Zeit fürs Abendessen. Runter in die Kajüte, fertig machen, Cocktail-Kleid raus. Heute stand ein Gourmet-Dinner im „Artania“- und „Vierjahreszeiten“-Restaurant sowie ein Gourmet-Buffet im „Lido“ Restaurant auf dem Programm. Die Essensitzungen waren von 18:00 – 21:00 Uhr. Danach wieder in die Kabine, erneut umziehen und dann zum Live-Rockkonzert der „BRINGS“ in die Atlantik-Show-Lounge. Dort angekommen, fand man kaum noch einen Platz. An der Bar bestellte ich mir erst einmal einen Pina Colada. War heute „Cocktail des Tages“ für unschlagbare 2,50 €!!!!!

Irgendwo hinten „quetschte“ ich mich dann noch dazwischen. Und dann ging es auch schon los. Live in Concert, und das auf einem Kreuzfahrtschiff! Krass.
Ich muss gestehen, dass Rock nicht gerade meine bevorzugte Musikrichtung ist, aber die Jungs waren echt cool und toll. Auch wenn ich nur ein Bruchteil verstanden habe. Es ging wirklich ab. Morgens „rockte“ das Meer die „ARTANIA“, abends dann die Band. Geile Stimmung! Und das Kölsch floss in Strömen.

Nach dem Konzert ging es dann auf Deck 4 in der Phoenix-Bar munter weiter. Heck-Party mit Blick aufs Meer war jetzt angesagt. Die DJ’s Jan und Andi „heizten“ mächtig ein. Für alle gab es an diesem Seetag was auf dem Schiff. In der Casablanca-Bar auf Deck 3 gab es ein Late-Night-Special „Musicals of Broadway“ und in der Pazifik-Lounge die Ultimative After-Show-Party mit Verlosung der Seekarte dieser Reise samt Unterschriften der Band. Wer beim Gala-Dinner nicht satt geworden ist, konnte sich dann ab 22.30 Uhr in der Pazifik-Lounge, Phoenix-Bar und Harry’s Bar noch einen „Nachschlag“ holen: es gab hausgemachte Frikadellen und Wienerle mit Kartoffelsalat – nicht zu vergessen, das Kölsch!

Lt. Hinweis der Crew sollte die „ARTANIA“ dann in der Nacht zum Sonntag zwischen 00:30 und 01:30 Uhr unter dem „Storebaeltsbroen“ durchfahren. Das Warten „überbrückte“ ich dann an der „Phoenix-Bar“, wo ich mir dann noch ein paar Wiener und Kartoffelsalat „reinzog“. Um 01:15 Uhr war es dann soweit. Die „ARTANIA“ passierte die Brücke. Ich hatte mich nun mit ein paar anderen Mitreisenden vorne am Bug platziert.
Leider wurden meine Bilder nix. Im Abstand fuhren dann ein MSC- und Costa-Schiff an uns vorbei. Überhaupt, es war jeder Menge Verkehr auf der Ostsee. Mit einer Länge von 2694 m und einer Hauptspannweite von 1624 m ist diese Hängebrück die längste Europas, und in der Welt die drittlängste. Die Stahlbetonpylone haben eine Höhe von 254 m, der Überbau beträgt 31 m und liegt ca. 70 m über dem Meeresspiegel. Nach dem Passieren machte ich mich sofort auf dem Weg in die Kabine. Den Koffer hatte ich bereits soweit fertig gepackt. Jetzt ins Bett und noch eine kurze Nacht an Bord.


3. Tag: S0 01.06.2014 – Ankunft in Kiel, Ausschiffung und Heimfahrt


Gegen 06:30 Uhr wurde ich wach. Kurzer Blick nach Draußen. Dunkle Wolken hingen am Himmel. Raus aus dem Bett, duschen, anziehen und dann zum letzten Frühstück an Bord hoch ins „Lido“. Heute schmeckte das wieder. Die Ankunft in Kiel sollte so gegen 08:00 Uhr erfolgen. Nach dem Frühstück wieder raus aufs Deck, das Einlaufen in Kiel beobachten, Fotos machen. Schade, dass das Wetter nicht mitspielte, denn das wären mit Sicherheit gute Fotos geworden. Steuerbordseite konnte man nun die Einfahrt mit den Schleusen zum Nord-Ostsee-Kanal sehen. Kiel war in Sichtweite. Und dann tauchte sie auf: die „MEIN SCHIFF 2“ von TUI Cruises, dem Schiff, mit dem ich im Januar 8 Tage in der Karibik unterwegs war. Sie lag bereits am Ostseekai.

Während ich so am Bug stand, und das ein Einlaufen beobachtete, hatte ich das Gefühl, dass was war. Und dann schoss es mir durch den Kopf. Ja, richtig! Heute auf den Tag genau 5 Jahre lief ich zur selben Zeit mit der MSC OPERA hier in Kiel ein. Ich hatte da gerade meine Nordkapp-Kreuzfahrt hinter mir. Oh, diese dummen Zufälle. Damals war es Pfingstmontag, heute ein Sonntag. Unglaublich. Das war mir bei der Buchung gar nicht aufgefallen. Behutsam steuerte Kapitän Thorn die „Grand Lady“ an die Kaimauer. Um 09:20 Uhr begann die Ausschiffung. Ich hatte ein graues Einsteckschild erhalten. Gegen 10:00 Uhr war ich dann wieder an Land. Die Cruise war zu Ende. Jetzt musste ich bis 14:49 Uhr warten, dann erst ging der ICE.

Leider spielte heute in Kiel das Wetter nicht mit. Einmal nieselte es sogar kurz. Ich hatte jetzt auch wirklich keine große Lust, da irgendwo rumzulaufen, zumal ich ja den Koffer dabei hatte. Noch ein paar Fotos, dann marschierte ich Richtung Bahnhof. Unterwegs kamen mir die Leute entgegen, die auf die „Mein SCHIFF 2“ und „ARTANIA“ wollten. An den kleinen See mitten in der Stadt stoppte ich. „Nee, das kann jetzt nicht sein!“ dachte ich mir. Und wieder ein dummer Zufall. Das „Fest der Biere“ stand heute in Kiel auf dem Programm. Wie 2009, als ich mit der MSC OPERA von dort zum Nordkapp auslief.

Bei McDonalds zog ich mir dann ein Mittagessen rein. Danach ging es zum Hauptbahnhof. Dort saß ich dann die Zeit bis zur Abfahrt ab. Da ich – wie bereits erwähnt – mich beim Verspätungsalarm der Bahn angemeldet hatte, wusste ich jetzt natürlich, dass der ICE nach Saarbrücken heute „gecancelt“ worden war, und ich deshalb jetzt einmal mehr umsteigen musste. Die Fahrkarte hatte ich bereits in Saarbrücken umschreiben lassen. Planmäßig ging es dann mit dem ICE 1184 von Kiel Richtung Hamburg ab. Dort musste ich nun zum 1. Mal umsteigen. Übergangszeit: 24 Minuten. Und ich brauchte nicht mal das Gleis zu wechseln. Zum Glück hatte mir die Bahn eine neue, kostenlose Sitzplatzreservierung ausgestellt, und die war heute auch notwendig, denn der ICE war bis zum Anschlag voll. Leute standen teilweise bis nach Mannheim in den Gängen. Auch im Bordbistro gab es keinen freien Platz mehr. Komisch, alle schimpfen über die DB und trotzdem sind Sonntagnachmittag alle mit der Bahn unterwegs.

Zum Glück war der ICE 1171 nach Basel pünktlich. Nur es war richtig unangenehm. Wollte man auf die Toilette, musste man über Gepäck steigen. Die Zugbegleiter kamen kaum durch. Wehe, wenn da was passiert wäre…
Ich hatte einen Gangplatz in Wagen 6 an einem Vierer. Da ich gegen die Fahrtrichtung saß, konnte ich im Hamburger Hafen die „MEIN SCHIFF 3“ sehen, die gerade am Terminal festgemacht hatte. Mit am Vierer saß eine Mutter mit ihren beiden Söhnen. Die mussten in Hannover umsteigen. Irgendwie schien die mit der Zeit etwas Probleme gehabt zu haben. Im Irrglauben, noch eine Weile zu fahren, tippte sie fleißig in die Tasten ihres Laptops. Als der Zugbegleiter die Ankunft des ICE’s in Hannover bekannt gab, war schnelles Handeln angesagt. Den ganzen Kram schnell in die Taschen geworfen und ab. Die Plätze wurden dann auch gleich neu vergeben. Keine Chance auf irgendwelche freien Plätze im Zug.

Nach Hannover packte ich dann mein Netbook aus und fing an, meinen Reisebericht zu schreiben. Dumm nur, dass es hier nur eine Steckdose für Strom gab. Die hatte ich kurz vor der Ankunft in Hannover in Beschlag genommen. Der junge Mann, der in Hannover zustieg und sich neben mir platzierte, gefiel das gar nicht. War mir aber egal. Ich kann ja wohl nix dafür, dass die Bahn nicht für ausreichend Stecker gesorgt hat. Deswegen hatte ich ja auch den Platz am Vierer reserviert. Durch das Schreiben verging die Fahrt wie im „Flug“. Erneutes Chaos in Frankfurt. Da der ICE heute nicht den Hauptbahnhof anfahren konnte, wurde ein außerplanmäßiger Halt in Frankfurt-Süd eingelegt. Das ist ein S-Bahnhof und nicht für Fernzüge ausgelegt. Auf dem Bahnsteig ging es drunter und drüber. Durchsage des Zugchefs: „Dieser ICE fährt nach Basel!“. Anscheinend waren Leute in den Zug eingestiegen, die Richtung Köln-Dortmund wollten. Dieser ICE stand am Bahnsteig gegenüber. Das Chaos war im Zug nicht kleiner geworden, und so beschloss ich, mein Gepäck jetzt schon aus der Ablage zu nehmen, damit es in Mannheim schneller ging. Einer jungen Frau bot ich dann meinen Platz an. Die 40 Minuten bis Mannheim konnte ich auch stehen, da ich heute schon genug gesessen habe.

Pünktlich kam der ICE 1171 in Mannheim an Gleis 5 an. Nun hieß es einmal Treppensteigen. Der EC 216 nach Saarbrücken fuhr von Gleis 2 ab und heute in umgekehrter Wagenreihe! Traumhaft! Ich hatte das Gefühl, dass heute die halbe Welt nach Saarbrücken wollte, was sonst nicht der Fall ist. 5 Minuten später als geplant kam der EC. Und auch der war randvoll! Im letzten Wagen fand ich dann einen Platz. Bis Saarbrücken war es zum Glück nicht mehr allzu lange.Um 22:21 Uhr war ich dann wieder in der Heimat. Ich wurde in Saarbrücken mit dem Auto abgeholt. Gegen 23:00 Uhr war ich dann wieder zu Hause. Ein schönes, verlängertes Wochenende war zu Ende. Und es hat sich gelohnt.

Fazit: die 449 €, die der Wochenend-Trip gekostet hat, haben sich absolut gelohnt. Bis auf die kleine Magenverstimmung war es ein megastarkes Erlebnis!!!
Die „ARTANIA“ ist wirklich ein tolles Schiff, die Begeisterung von Gerd kann ich ganz und gar nachvollziehen.An manchen Stellen sieht man dem Schiff die 30 Jahre an, aber ich denke mal, wenn sie im Herbst in die Werft geht und rundumerneuert wieder auf die Weltmeere zurückkehren wird, dann werden die Gäste ein wirklich schönes und schnuckeliges Schiff vorfinden. Service war top, mit „gefühlten 100 Kg“ mehr auf den Rippen bin ich runter. Im Gegensatz zu AIDA sind die Liegeflächen auf dem Sonnendeck Spitze! Es gibt ausreichend Liegen, keiner brauch welche zu reservieren und keiner tritt dem anderen auf die Füße. Das Heck ist die absolute „Krönung“, doch aber das Bug kann sich sehen lassen.

Ich empfehle grundsätzlich keine Kreuzfahrtschiffe weiter, erst recht keine deutschsprachigen, aber die „ARTANIA“ gerne. Wenn ich mal gefragt werde, sage ich offen meine Meinung. Aber ich kann nur für mich sprechen. Jeder hat andere Erwartungen und Vorstellungen. Alles hat mich auf dieser „Schnuppertour“ überzeugt. Meine Erwartungen sind übertroffen worden. Sollten Preis und Route mal stimmen, werde ich gerne wieder auf die „ARTANIA“ zurückgreifen. Seegang gehört zur einer Kreuzfahrt dazu – ok. Und ich bin froh, dass es mich jetzt auf dem Kurztrip erwischt hat, und nicht erst auf der TA 2015. Jetzt weiß ich, worauf ich mich unter Umständen einzustellen habe. Die Tabletten gehen in ausreichender Stückzahl mit auf diese Cruise. Fazit: jeder Zeit noch mal!
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LG Heidi


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