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THEMA: Reisebericht: Phoenix Reisen - MS Artania 31.05.-03.06.2011

Reisebericht: Phoenix Reisen - MS Artania 31.05.-03.06.2011 26 Aug 2012 18:16 #31417

31.05.-03.06.2011 Schnupperreise MS Artania – Verrückt nach mehr? Nö! :phoenix:

Da wir eine längere Reise in Planung haben, kam ich auf die Idee doch einmal die „neue“ MS Artania von Phoenix Reisen zu testen. Wunderschöne Routen fährt dieses Schiff. Wir buchten vor einem halben Jahr eine Superior Balkonkabine auf Deck 6. Unsere erste Erfahrung mit Phoenix und der Maxim Gorkiy liegen 7 Jahre zurück. Ich dachte, auch im Hause Phoenix muss sich ja etwas verändert haben mit den Jahren. Die Artania wurde für Millionen EURO umgebaut und wir haben die 2. Reise nach dem Umbau mitgemacht.

Vorab sei gesagt, dass die komplette Crew in allen Bereichen einfach spitze ist. Sie arbeiten hilfsbereit, zu vorkommend, freundlich und lesen einem jeden Wunsch beinahe von den Augen ab. Warum muss so eine tolle Mannschaft verdammt sein nun ihre Zeit auf diesem Schiff abzufahren? Sie tun mir leid. :hmmm:

Unsere Route ging am 31.05.11 in Hamburg los und führte uns über Amsterdam, Rotterdam am 03.06.11 nach Hamburg zurück. Dies wurde auch planmäßig so gefahren. Bereits beim Check-in vernahmen wir von Mitreisenden, dass die erste Tour wohl Rotterdam nicht angelaufen hatte, da von den 4 Maschinen (3!!!) defekt waren. Da man ja nach Hamburg pünktlich zurück musste, entfiel der Stopp. Beunruhigender weise klopfte es die ganze Zeit beim Check-in aus Richtung Maschinenraum. Der Check-in ging los und trotz „Silver Class“ standen wir erst mal 20 Minuten da, da ja mehrere Reisende diese Klasse gebucht hatten. An Bord gab es dann einen Einschiffungssnack, dieser bestand aus Blumenkohlsuppe und Bratwurst. Wir waren doch sehr erstaunt darüber. Auf dem ganzen Schiff wurde noch gearbeitet, Schraubenzieher lagen auf den Decks herum und es war an vielen Stellen auf Deck einfach nur dreckig. :sad:

Um 15 Uhr durften wir die Kabine beziehen. Unsere Balkonkabine glich einer Abstellkammer, ein langer Schlauch mit einem Bad, welches vermutlich 30 Jahre alt war. Statt einem schicken Doppelbett, standen die Betten rechts und links an der Wand, dazwischen ein schmaler Gang zum Balkon. Auf der Kabine stand eine Flasche Sekt, warm. Der Kühlschrank funktionierte leider nicht. Ebenso gab es nur 2 Fernsehprogramme, in der Fernbedienung waren keine Batterien. Über einem Bett war ein Metallbord in ca. 30 cm Höhe, ich schätze ca. 10 blaue Flecken hat es mir eingebracht. Nachdem ich unsere Sachen für die 3 Tage verstaut hatte, waren die Schränke und Schubladen voll. Ich hätte nicht gewusst wo ich hier Sachen für z.B. auch nur eine Woche unterbringen sollte. In den Schränken war es nicht gerade sauber und es hingen alte Drahtbügel darin auf die man nun seine Galaklamotten aufhängen sollte. Peinlich.

Pünktlich zur Ausfahrt begann es zu regnen, wir schauten diese also von unserem Balkon aus mit einem warmen Sekt. Auf unserem Balkon war ein Lautsprecher installiert aus dem der Kreuzfahrtdirektor die Ausfahrt kommentierte, es war einfach nur laut. Wir zogen uns dann zum Abendessen um, leichte Eleganz forderte das Programm. Doch irgendwie waren wir in der Minderheit, die Mehrheit trug Jeans, T-Shirt, Karohemden usw.! Wir besuchten zunächst das Lido Buffet, beschlossen dann aber doch in einem Restaurant mit Bedienung am Platz zu essen. Das Artania Restaurant war bereits brechend voll, also gingen wir hinunter in das Restaurant 4 Jahreszeiten. Leider bekamen wir keinen Zweiertisch, sondern wurden von an einen noch leeren Sechsertisch gesetzt. Es war unglaublich laut dort von den Maschinen her. Die MS Artania stampfte die Elbe runter, als wenn sie eine Transatlantikroute fährt, ab und zu lag das Schiff zudem komplett schief. Beim Blick in die Menükarte stellten wir fest, dass es hier haargenau die gleichen Sachen zu essen gab wie im Buffetrestaurant. Allerdings gab es keine Vorspeisenauswahl. Also verließen wir schließlich das Restaurant und aßen im Lido. Das war die richtige Entscheidung wie wir später hörten, denn die Wartezeiten dort haben wohl mehrere Gäste veranlasst das Restaurant noch vor dem Hauptgang zu verlassen. Die Essensauswahl war gering. Es gab ein paar kalte Vorspeisen, eine Suppe, Fisch und Fleisch, Kartoffeln, Gemüse und ein paar süße Sachen zum Nachtisch. Die Speisen die es gab, schmeckten immer, jedoch herrscht hier eindeutig Hausmannskost vor.

Die weiteren Tage blieb das Essenkonzept gleich, für drei Tage in Ordnung, doch für eine längere Fahrt nicht unser Geschmack. Ziemlich früh sind wir an diesem Tag Richtung Kabine gegangen, wir waren einfach nur enttäuscht.

Da wir am folgenden Tag erst nachmittags in Amsterdam anlegen sollten, wollten wir ein wenig ausschlafen. Doch der Kreuzfahrtdirektor war da anderer Meinung und beschallte bereits gegen halb 8 die Kabinen mit etlichen Durchsagen. Die Seenotrettungsübung, die laut Programm für 9 Uhr angesetzt war, wurde warum auch immer um 9 Uhr auf 9 Uhr 30 verschoben. Wir saßen mit uralten Rettungswesten im Restaurant und der ganze Zauber dauerte fast 45 Minuten. Uns kam es nicht sehr gut organisiert vor. Nach dem Frühstück, was okay war, besichtigten wir bei bestem Wetter ein wenig das Schiff.

Viele Bars wurden neu gemacht und auch neu möbliert, das war wirklich klasse. Speziell die Heckbar auf Deck 4(Phoenixbar) ist prima. Um 11 Uhr 30 gab es dann einen bayrischen Frühshoppen mit Weißwurst, Brezeln und Freibier. So richtig konnten wir den nicht genießen, denn als ich morgens versucht hatte den Safe zu öffnen (der im Übrigen minimal klein war), sperrte dieser. Wir sollten zur Rezeption kommen und mit einem Handwerker dann auf die Kabine gehen. An der Rezeption wusste man leider nicht so recht wie man uns helfen kann, aber nach ca. 20 Minuten bekamen wir die Info, dass die Security wohl schon auf unserer Kabine war und den Safe vermutlich geöffnet hat. Dies war dann auch so. Wir entnahmen die Wertsachen und ich versuchte erneut den Safe zu schließen, er klemmte wieder. Leider wurde der Safe nicht wie versprochen repariert, so dass wir den Rest der Tage unsere Wertsachen mehr oder weniger mit uns herumschleppen mussten.

Die Einfahrt nach Amsterdam war sehr schön und der Aufenthalt dort auch. Am Abend aßen wir wieder im Lido und trafen dann später zur Ausfahrt liebe Bekannte und verbrachten einen schönen Abend an der Heckbar. Dort hörten wir dann auch weitere Geschichten von Gästen, was so alles defekt war und speziell die Toiletten auf der Kabine wären wohl sehr anfällig. Da wusste ich dann auch, warum bei unseren Kabinennachbarn ständig die Tür auf war und allerhand Mechaniker tief in Wänden herumwerkelten. Unsere Kabinentoilette hat brav bis Hamburg durchgehalten wofür ich ihr absolut dankbar bin! Das Deck 8 stand wohl gleich am Ankunftstag total unter Wasser und unsere Bekannte konnte ihren Friseurbesuch auch nicht loben, im Gegenteil.

Schon früh legten wir am nächsten Tag in Rotterdam an und es ertönte wieder gegen 7 Uhr die Stimme des fröhlichen Kreuzfahrtdirektors in unserer Kabine. Das Wetter war wieder traumhaft, also raus aus den Federn. Leider war die Dusche bereits den 2. Tag eiskalt. Nachdem ich am ersten Morgen nämlich geduscht hatte, war sie danach nur lauwarm und nun so kalt, dass ich mich da nicht drunter stellen wollte. Ein Anruf bei der Rezi ergab, dass dieses Problem bekannt sei und ich könnte aber dorthin kommen und ich würde dann einen Schlüssel zu einer Duschkabine (?) erhalten. Später erfuhr ich, dass es wohl mehrere Gäste gab, die Duschkabinen nutzen und auch einige Gäste, die zum Haare föhnen in eine Kabine geschickt wurden, da der Föhn auf ihrer Kabine defekt war. Unser Föhn auf der Kabine war zwar 30 Jahre alt, hielt aber ebenfalls bis zuletzt durch. :winken:

Im Hafen von Rotterdam unternahmen wir einen schönen Spaziergang und bestaunten die vielen modernen Gebäude und die Sauberkeit dort. Bereits gegen 13 Uhr fuhren wir wieder ab. Nachdem ich erfahren hatte, dass die Sauna im Wellnessbereich über eine heiße Dusche verfügte, machten wir einen Saunagang. Der ganze Bereich ist ebenfalls ganz neu und wirklich schön gestaltet. Wir lagen dann noch ein wenig in der Sonne und stellten fest, dass es kein Problem war, einen Liegestuhl zu bekommen. Dann endlich die Dusche! Ich duschte ausgiebig als es plötzlich an der Duschkabine klopfte und mich eine Dame aufmerksam machte, dass mein Duschwasser bereits den Umkleideraum unter Wasser gesetzt hatte. Das Schiff lag mal wieder merkwürdig schräg. Beim Verlassen der Kabine stellte ich dann fest, dass das Wasser sogar bis in den Flur gelaufen war. Ehrlich gesagt war mir dies aber ziemlich egal. Nachmittags besuchten wir noch die Boutique an Bord, es gab Klamotten, Schmuck, Parfüm, aber nichts so richtig, was uns nun vom Hocker haute. Dann galt es auch schon wieder sich umzuziehen, denn am Abend sollte es ein festliches Abendessen geben. Also rein in den Anzug und das Kleid. Ca. die Hälfte der Gäste ignorierte aber auch diesen Dress Code und saßen also wieder mit blauen Jeans und Polohemden da. Sie wurden allerdings auch nicht von der Crew darauf hingewiesen. Nach dem Abendessen schauten wir uns in der Atlantik Showlounge den Auftritt der Gruppe Wind an, der wirklich klasse war. Danach zogen auch wir die förmliche Kleidung aus und trafen uns wieder mit unseren Bekannten an der Heckbar und ließen so gemeinsam die Kurzreise ausklingen. In schöner Schieflage fuhr die Artania gen Hamburg. Bevor wir am Abend losgehen wollten war das Wasser auf der Kabine übrigens so kochend heiß, dass man sich nicht einmal die Hände waschen konnten, nur kaltes Wasser kam nicht mehr hinaus.

Die Ankunft in Hamburg bei schönstem Wetter erfolgt überpünktlich und die Wartezeit bis wir das Schiff verlassen konnten, war erfreulich kurz. Schnell fanden wir unser Gepäck und weg waren wir.

Unser Fazit: Das Phoenix Konzept wird nie Unseres sein. Das die Artania älter ist, wussten wir und waren auch darauf eingestellt. Viele Räumlichkeiten sind schön renoviert worden, besser wäre doch gewesen, man hätte sich mehr Zeit in der Werft genommen und auch die älteren Decks mal gereinigt. Für uns ist das kein Schiff für eine große Reise, schon eine Woche wäre uns zu viel. Das Preis-Leistungsverhältnis alleine der Kabinen ist nicht tragbar. Die Nebenkosten an Bord sind in Ordnung. Der versprochene Kapitänempfang für die Gäste der Silver Class fand nicht statt. Trotz allem sind wir froh, das Schiff so getestet zu haben, denn nun können wir uns nach Alternativen umschauen. :drehen:

Und eins noch: Wir dachten immer die Fernsehserie „Verrückt nach Me(h)er“ auf der MS Albatros von Phoenix wäre eine Farce. Nein, nun wissen wir es: Das ist absolute Realität bei Phoenix! :verdacht:
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