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THEMA: Reisebericht: MS Nieuw Amsterdam, Östliche Karibik und Florida, Dezember 2012

Reisebericht: MS Nieuw Amsterdam, Östliche Karibik und Florida, Dezember 2012 24 Dez 2012 20:49 #32862

Reiseroute:

2 Nächte Fort Lauderdale

Einschiffung

Seetag

Grand Turk (Caicos Islands)

San Juan (Puerto Rico)

St. Maarten

Seetag

Half Moon Cay (Bahamas)

Fort Lauderdale

2 Nächte Miami South Beach



Reisezeit : Dezember 2012

Als Paar, Alter 35 J. - 45 J.



Da ich diesen Bericht wähend der Reise geschrieben habe und man ja bekanntlich im Urlaub viel Zeit hat, ist der Bericht recht lang und ausführlich geworden - das nur vorweg als Warnung :-)
Und bitte entschuldigt die Teils merkwürdigen und langen Absätze. Beim Übertragen vom Ipad in dieses Forum wollte diese Maschine nicht so wie ich!



Anreise
MIt Luftansa hatten wir eine tolle Flugverbindung von Hamburg nach Miami.

Pünktlich um 07:00 h gings von HAM aus nach FRA und von dort aus mit dem A380 weiter nach Miami.

Das der Flug schlussendlich dann doch 10 Stunden dauert und einfach nervt ist halt so - egal in welchem Flugzeug und welcher Klasse.

Pünktlich um 14:15 h Ortszeit landeten wir in Miami. Die Einreise wurde schnell und freundlich erledigt, welcome to America´s Sunshine State!



Über Sixt hatten wir ein Auto für die ersten 3 Tage in Florida gemietet. Nach unseren letzten Reise nach Florida hatten wir dieses mal extra ein Cabrio gemietet: Einen Camaro Convertible (sehr prollig, aber auch richtig geil!). Lediglich der Kofferraum erwies sich als recht klein, so dass unsere Koffer auf der Rückbank mitreisen mussten. Sixt ist in den USA nicht wirklich bekannt. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass man beim Car Rental Center im Miami Airport nicht in der Schlange stehen muss. Bei Alamo etc. standen die Leute in langen Reihen an.

Die Autos sind wie in Deutschland fest reserviert, es gibt keine Choiceline.

Vom Miami Airport gings dann ganz entspannt den A1A runter Richtung Miami South Beach und dann die Küste hoch in Richtung Fort Lauderdale. Gerade zum nächtlichen cruisen durch FLL war der Camaro perfekt.



Hotel
In Fort Lauderdale hatten wir das "Hilton Marina Ft Lauderdale" gebucht. Die Kritiken für dieses Hotel sind bei Tripadvisor sehr gemischt. Schlussendlich haben wir uns aber aufgrund der Lage am Hafen, der hoteleigenen Marina und der schönen Zimmer für dieses Hotel entschieden. Als Hilton Hhonors Gold Member wurden wir von Lukas, teilweise sogar auf deutsch, sehr nett willkommen geheissen: Mit kostenlosem Internet, Frühstück im tollen China Grill, Welcomecocktail und einem Upgrade auf ein Clubfloor Zimmer im Tower mit Superaussicht war der Aufenthalt sehr angenehm. Durch diese Goodies auch recht günstig.

Allgemein ist zu sagen, dass das Hotel recht belebt ist. In der Lobby ist stets viel Betrieb und der schöne Poolbereich ist ebenfalls recht lebhaft.

Wie bei jedem Amerika Aufenthalt fanden wir, dass Valet-Parking eine wunderbare Erfindung ist. Einfach vorfahren, aussteigen und das Auto in die Obhut der freundlichen Bellboys geben. Wie überall in Amerika sollte man natürlich das Trinkgeld nicht vergessen. Dies sichert dann aber auch einen richtig guten Service.

Unser Zimmer verfügte über eine sehr gute Ausstattung und einen tollen Balkon. Was sich mir in diesem Leben allerdings nicht mehr erschließen wird, ist die teils unglaublich schlechte Qualität der verwendeten Materialien in den USA. Ob Türen die nicht richtig schließen, Armaturen mit einer Haptik als ob sie bei der nächsten Benutzung von der Wand fallen und Lichtschalter in fiesem beigem Plastik, aus denen in Deutschland noch nicht einmal mehr Butterbrotdosen hergestellt werden. Positiv zu erwähnen sind unbedingt noch die Nespressomaschine im Zimmer und die Regenwalddusche im großen Badezimmer. Ebenfalls angenehm am Abreisetag ist der Zip Check Out für Goldmembers. Man bekommt nachts die Rechnung durch die Zimmertür geschoben und kann morgens einfach abreisen, ohne sich in die Rezi-Schlange stellen zu müssen.


Fort Lauderdale
Fort Lauderdale muss man mögen. Die Kanäle sind ganz schön und der Strand breit und weiss.

Der Hauptgrund für unseren Aufenthalt in FLL war hauptsächlich der Besuch der Sawgrass Mills Mall.

Nur 10 Tage vor Weihnachten war dort recht viel los - aber die Auswahl an Geschäften und die schier unendliche Möglichkeit Geld für Klamotten aller Art auszugeben ist toll! Leider erwies sich hier die Wahl unseres Mietwagens als Fehler :-)

So ein Camaro ist einem ausgewachsenen Sawgrass Besuch nur teilweise gewachsen :-)



Welcome aboard the MS Nieuw Amsterdam

Am Sonntag gaben wir den Mietwagen ab und liessen uns von Sixt zum Schiff fahren. Die MS Nieuw Amsterdam hatten wir bereits morgens vom Hotel aus gesehen. Ausserdem lagen noch die MS Westerdam, die Celebrity Eclipse, die Freedom of the Seas und die Allure of the Seas in Port Everglades.

Der Check-in verlief zügig und schnell. Interessanterweise waren fast alle Check-in Agents deutlich jenseits der 60 Jahre. Die freundliche Marylin die uns eincheckte (optisch eine Zwillingsschwester von Rose aus den Golden Girls) war wirklich reizend und sicherlich schon Anfang 70.

HAL steht ja in dem Ruf hauptsächlich älteres Publikum auf den Schiffen zu beherbergen - dies konnten wir nicht wirklich feststellen. Das Publikum unterschied sich nicht deutlich von unseren anderen Kreuzfahrten mit Celebrity und RCCL.

Generell bedient HAL eher den klassischen Kreuzfahrtmarkt. Ohne Wasserrutschen und Gruppentänzen am Pool findet man Ruhe und Zeit um ... ja... alles das zu tun was man sonst nicht kann, darf oder möchte! Das alles wird begleitet durch dezente Musik im Hintergrund, kühle Getränke und ruhige Mitreisende.

Apropos: Unter den 1100 Passagieren waren nur 23 Deutsche (was für uns auch ein Grund für HAL war). Typischerweise war der erste deutsche Reisende den wir sahen gleich jemand der rumkrakehlte unbedingt den Restaurantmanager sprechen zu müssen ("...Germans not on Table with other Guests")... äh... ja.... (Auf diesen Gast gehe ich am Ende aber nochmal ein)

Schiffsarchitektur:

Die MS Nieuw Amsterdam ist das neueste Schiff von HAL. Die 11 Decks sind farblich geschmackvoll und zurückhaltend gestaltet. Es gibt zahlreiche Kunstwerke und Statuen an Bord, ebenso üppige Blumenarrangements aus frischen Blumen in allen Bereichen - toll!
Es gibt einen klassischen Aft Pool am Heck des Schiffes (Adults only) und einen zu überdachenden "Lido Pool" in der Mitte des Schiffes. Um diesen gruppieren sich auch schöne Loungemöbel zum Essen und hochwertige Liegen mit Auflagen. Leider ist dieser Pool zu jeder Zeit auch für Kinder geöffnet, was an Seetagen zuweilen nervig ist.

Leider ist das Schiff selbst recht verbaut. Es gibt keine Möglichkeit eines durchgängigen Umlaufs. Man muss ständig das Deck wechseln und kann das Schiff nicht umrunden. Ein Zugang zum Bug ist von keinem Deck aus gegeben. Nicht alle Bereiche des Schiffes sind mit dem Fahrstuhl zu erreichen.

Im direkten Vergleich mit den Schiffen unserer deutschen Meyer-Werft und den finnischen Werften (Celebrity und Royal Caribbean) sei mit einem kleinen patriotischen Anflug festgestellt:
Italiener können schöne kleine Autos bauen, grandiose Pasta kochen, aber schöne Kreuzfahrtschiffe bauen nur eingeschränkt. Was uns besonders aufgefallen ist, ist die geringe Deckenhöhe auf der Nieuw Amsterdam. Insbesondere in den Bars und im Gym ist dies nicht sehr angenehm. Ausserdem nervt bei den Fincanteri Schiffen immer diese laute Lüftung auf den oberen Aussendecks. Als im direkten Vergleich störend empfanden wir ebenfalls das stetige Zittern des Schiffes in vielen Bereichen.

Sehr schön sind die gläsernen Fahrstühle an den Aussenseiten des Schiffes. Diese ermöglichen bunte Ausblicke an Hafentagen.

Ausserdem gibt es den "Cabana Club". Einen privaten Bereich mit Cabanas und einem besonderen Butlerservice.

Dieser Cabana Club bietet auch die sonst wenig vorhandenen Schattenplätze. Für ein Schiff dieser Größenordnung sind diese leider absolute Mangelware. Wir waren teils recht froh wenn sich der karibische Himmel bedeckt zeigte.



Kabine:

Wir hatten eine VE Veranda Kabine auf Deck 5 gebucht. Bei dieser Kabinenkategorie ist der Balkon geringfügig kleiner als bei den übrigen Balkonkabinen und nicht mit Liegestühlen, sondern nur mit 2 normalen Stühlen und einem Tisch ausgestattet. Für eine Woche in der Karibik hat uns das ausgereicht, bei einer längeren Tour würde ich ehr die größeren Balkone empfehlen. Generell sind alle Schiffe des Carnivalkonzerns, zu denen HAL gehört, mit Balkontüren ausgestattet. Schiebetüren gibt es nicht für Geld und gute Worte.

Die Kabinen bei HAL sind allgemein etwas kleiner als bei anderen Reedereien, aber schön eingerichtet und wir wurden durch unseren Cabinattendant Paul sehr gut umsorgt. Als er bei Anreise erkannte das wir als Paar reisen, baute er während der Abendessenszeit freundlicherweise die beiden Einzelbetten in ein Doppelbett um.

Alle Bäder verfügen über eine Badewanne und sind recht groß. Fürs Wohlbefinden sorgen hochwertige Handtücher, Bademäntel und Elemis Pflegeprodukte. 3 Royal-Caribbean-Handtücher sind quasi ein HAL-Handtuch :-)

Ausserdem in der Kabine vorhanden sind ein Schreibtisch mit Schminkspiegel, eine Minibar, ein ausziehbares Sofa und ein Spiegel über dem Bett.

Sehr praktisch fanden wir den Hocker vor dem Schreibtisch. Dieser war innen hohl und konnte für getragene Wäsche benutzt werden.

Für uns deutsche Gäste sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig ist die Klimaanlage im Dauerbetrieb. Diese lässt sich nicht abstellen und sorgt für stetige Kühlung der Kabine- ob man will oder nicht. Die Schallisolierung zu den Nachbarkabinen ist perfekt.

Schrankfläche (inkl. eines Ganzkörperspiegels) gibt es reichlich, schöne Holzbügel und zahlreiche Hosenbügel runden das Kabinenangebot ab.

Die Beleuchtungstechnik in der Kabine ermöglicht ggf. auch Operationen am offenen Herzen. Hier wäre eine gemütliche Lichtstimmung manchmal schön gewesen.



Sauberkeit an Bord

Kurz beschrieben: Perfekt! Ob Kabine oder public areas, alles wurde stetig gereinigt. Lediglich der Decksboden (Kunststoff) klebte sehr schnell und sah schnell unansehnlich aus. Auch hier wurde aber stetig gewischt.



Gastronomie:

Die Gastronomie war für uns einer der Hauptgründe HAL zu buchen. Das Essen ist wirklich durchgängig hochklassig und die Nieuw Amsterdam bietet verschiedenste kulinarische Möglichkeiten. Auf diese möchte ich im Folgenden genauer eingehen:



Lido Restaurant (Buffet):

Das Lido ist ein sehr schön eingerichtetes Buffetrestaurant auf Deck 11 des Schiffes. Mit einer enormen Zahl an Plätzen, mit verschiedensten Tischgrößen und zahlreichen Ausgabetresen. Ebenfalls gibt eine grosse Zahl an Tischen in 2 Außenbereichen, nahe den Pools.

Die Auswahl und Qualität der angebotenen Speisen ist phantastisch. Zahlreiche Köche und Servicekräfte machen den Besuch im, sonst von uns nicht sehr geschätzten, Buffetrestaurant ausgesprochen angenehm. Täglich wechselt das Angebot zum Frühstück und Abendessen. Es gibt die obligatorischen Omelett-Stationen, Stationen mit wechselnden Ländermotti, Früchte und Salate in allen Variationen, Brot ... schlichtweg alles was man auch nur annähernd zum Frühstück essen könnte! In den ersten 48 Stunden der Kreuzfahrt stehen an allen Stationen Bedienungen und füllen auf. Ein sehr guter Service, insbesondere für Gäste die sich nicht benehmen können oder Speisen nicht kennen.

Besonders gut gefallen haben uns die wunderschönen echten Orchideen auf jedem Tisch. Da wir kurz vor Weihnachten unterwegs waren, gab es ebenfalls eine Weihnachtsstern-Explosion an Bord. An allen Ecken gabs diese schönen roten Pflanzen, zahlreiche Knusperhäuschen und sonstige Weihnachtsdekoration.



Terrace Grill / Pizzastation:

Zu unserer großen Verwunderung gibt es trotz des kulinarischen Überangebots immer noch Menschen die Hamburger, Pommes und Pizza auf einer Kreuzfahrt nicht missen möchten. Die Pizza ist ehr lala, die Burger haben wir nicht probiert.



Main Dining Room (Hauptrestaurant)

Im Hauptrestaurant hatten haben wir, aufgrund der tollen Spezialitätenrestaurants, nur 3x gegessen. Das Essen war auch hier wunderbar.

Der Service von Kellner Bayu und Assistent Dodi sehr freundlich und aufmerksam. Uns störte nur die unvorteilhafte Beleuchtung in diesem Restaurant. Es ist sehr hell und teils durch Neonröhren recht kühl beleuchtet. Zu den Formalnights war das Licht gedimmt und schaffte eine sehr schöne Atmosphäre, es standen sogar echte Kerzen auf den Tischen.

In allen Restaurants wird das Essen auf Rosenthal-Geschirr und mit Silberbesteck serviert. Plastikgeschirr gibt es erfreulicherwiese nirgendwo. Servietten sind grundsätzlich aus Stoff. Da unser 4er Tisch leider nur mit uns belegt war, wurden freundlicherweise die weiteren 2 Stühle entfernt und wir hatten einen großen Zweiertisch an dem wir stets zuviel gegessen haben!



Spezialitätenrestaurants:



Pinacle Grill (2x besucht)

Das Pinacle Grill ist ein highly sophisticated american Restaurant. Glitzerig eingerichtet, geschmackvoll beleuchtet, der Gast sitzt auf schweren Lederstühlen oder kleinen Couches mit passender Tischhöhe.

Die Karte hält hochklassige Gerichte von Hummer bis Filet Mignon und eine Auswahl kreativer Vorspeisen bereit. Die Covercharge von 25 Dollar pro Person zzgl. Getränken ist absolut angemessen.



Dieses Restaurant bietet ausserdem an einem Abend der Kreuzfahrt den s. g. "Le Cirque" -Abend an. An diesem Abend gibt es eine Speisekarte die sich am "Le Cirque" Restaurant in NYC orientiert. Ausserdem spezielles Geschrirr, Deko etc. Für diesen Abend wird eine Covercharge von 39,00 Dollar pro Person aufgerufen. Der besonderen Empfehlung "Kabeljau" von Kim wollten wir an diesem Abend nicht folgen und haben uns, wie viele andere Gäste auch, für das Chateaubriand entschieden. Der Aufpreis zum regulären Pinacle Abend ist allerdings nur teilweise gerechtfertigt. Das Essen ist den regulären Pinacle Gerichten nicht wirklich überlegen. Ausserdem gibt es keine Hintergrundmusik und man sitzt in kompletter Stille. Das hat uns nicht so gut gefallen, schließlich hätte sich ja bei einem New York Abend verschiedenste musikalische Untermalung angeboten.



Das Personal ist sehr aufmerksam und gibt Tipps und Hinweise auf eine sehr persönliche Art. Unser Kellner Kim aus aus den Niederlanden hat uns einen wunderbaren Abend im regulären Pinacle bereitet.



Tamarind (2 x besucht)

Dieses Restaurand bietet ausschließlich asiatische Küche an. Für eine Covercharge von nur 15,00 Dollar pro Person wird einem neben ausgezeichneten asiatischen Dim-Sum und verschiedensten Hauptgerichten ein besonderes angenehmer Service zu teil. Die Einrichtung des Restaurants ist sehr geschmackvoll und lädt zum stilvollen Essen ein. Besonders zu empfehlen sind die Suppengerichte mit Fisch.

Wir hatten den Eindruck, dass das Restaurant bei vielen Reisenden auch besonders aufgrund der ausgesprochen attraktiven weiblichen Servicekräfte sehr beliebt ist.



Canaletto

Ein itatienisches Restaurant, abgeteilt vom Buffetrestaurant. Haben wir nicht besucht, die Speisekarte gleicht dem guten Italiener um die Ecke.



Dessert Extravaganza

Auf dieses einmalige Ereignis während der Kreuzfahrt möchte ich hier noch kurz eingehen:

Am vorletzten Abend verwandeln sich die Flächen um den Lidopool in ein riesiges Dessertbuffet. Neben den tollsten Dekorationen und verschiedensten Eisskulpturen wurde wirklich alles aufgefahren, was irgendwie dick macht und schmeckt. Wir haben auf Kreuzfahrten schon einige Dessertbuffets gesehen, aber dieses hat alles getoppt - unbedingt zu empfehlen, auch wenn wir unmittelbar nach unserem Abendessen nicht wirklich viel probiert haben bzw. probieren konnten :-)



Bars

Das Schiff verfügt über zahlreiche Bars. Uns hat das "Crows Nest" besonders gut gefallen. Diese befindet sich hoch auf Deck 11 und bietet eine sehr schöne Aussicht. Barmann Ronald und Kellner Ram (der uns auch tagsüber am Aft Pool ganz wunderbar umsorgte) erfreuten uns mit Gin Tonic, kleinen Snacks und den üblichen "Bartender-Spielchen". Alleine für diese Barspielchen lohnen sich Kreuzfahrten. Die Getränkepreise an Bord waren ausgesprochen günstig. Softdrinks werden dem Bordkonto mit 1,90 Dollar belastet, ein Gin-Tonic kostet ca. 7 Dollar. Täglich wird ein "Drink of the Day" für nur 5,95 Dollar angeboten. Sprich: zu Hause ausgehen ist teurer als an Bord. Ausserdem hatten wir bereits von zu Hause aus ein Weinpaket gekauft. Den Preis weiss ich leider nicht mehr. Die Weinauswahl war reichhaltig.



Service:

Nahezu alle Bereiche auf dem Schiff werden von asiatischen Mitarbeitern besetzt. Dies gibt der Reise einen ganz besonderen Charme und ist ausgesprochen angenehm. Die Ansprache erfolgte stets freundlich, fröhlich und persönlich. Die Bordsprache ist English.



Essenszeiten

Kurz zusammengefasst eigentlich immer! Regelmässige HAL Fahrer würden auf der AIDA wohl verhungern. Generell ist es ja auf amerikanischen Schiffen so, dass sich den Bedürfnissen der Gäste angepasst wird und sich der Gast nicht nach irgendwelchen "Geniesserzeiten" (alleine dieses Wort...) richten muss. Es gab wirklich ständig, überall und rund um die Uhr etwas zu Essen. Zwischendurch wurden noch BBQs am Lido Pool veranstaltet und Dessertexplosionen am Aftpool gezündet.



Dresscode

Der Dresscode ist tagsüber wie auf jedem anderen Kreuzfahrtschiff auch. Wenn man nicht gerade in BadeSHORTS am Pool liegt, ist man mit Bermuda und Polo perfekt angezogen. In unseren Speedo-Briefs waren wir eine echte Ausnahme.

In Amerika werden diese Badehosen ja als etwas frivol empfunden.

In den Gastronomiezonen (und im Lido Restaurant) wurde erfreulicherweise darauf geachtet, dass keine Gäste in Badezeugs oder oben ohne unterwegs waren.

Der abendliche Dresscode war an 5 Tagen "smart casual". Das konnte alles bedeuten. Völlige Ausreisser haben wir nicht gesehen.

Im Hauptrestaurant sind Jeans allerdings nicht so gerne gesehen. Auch in der bei uns beliebten Kombi mit Hemd und Sakko waren wir da ehr die Ausnahme. Zu den beiden "Formal Nights" darf es dann gerne schwarz sein und bei den Damen glitzern. Smoking ist nicht unüblich und gibt dem Abend einen gewissen Glamour-Faktor. Wir fanden an es an diesem Abend im Pinacle Grill besonders festlich.



Rauchen

Wie auf allen Kreuzfahrtschiffen wird das Rauchen zunehmend zum Problem. Auf dem eigenen Balkon darf man rauchen.

Ansonsten nur noch an wenigen Tischen des Aftpools. Ebenso auf der Steuerbordseite ganz am Heck des Schiffes. Man ist allerdings stets den missbilligenden Blicken der Nichtraucher ausgesetzt. Lediglich im Kasino durfte noch innen geraucht werden.



Kasino

Das Kasino war überraschend klein und recht ruhig. Wir hatten uns eigentlich auf eines dieser typischen amerikanischen glitzer-ring-ring-bing-es-kligelt-ständig-irgendwo-casinos gefreut. Aber trotzdem ist alles da - von Crap bis Roulette.



Gym / Sauna

Einziger wirklicher Schwachpunkt der Nieuw Amsterdam. Das Gym ist recht klein, wird aber auch nur wenig genutzt. Die nach Geschlechtern getrennte Sauna hat die Größe einer durchschnittlichen Gästetoilette. Keine Aussicht und dunkel. Schade eigentlich. Da denke ich gerne an die tolle Sauna mit Aussicht bei Carnival, oder ja... auch bei AIDA, zurück.

An Bord gibt es allerdings gegen Zuzahlung noch das "Greenhouse Spa" mit einem kleinen Thermalpool und einer eigenen Ruhezone. Dieses Angebot haben wir nicht genutzt.



Sonstiges

Holland America erfreut seine Gäste mit stilvollen kleine Aufmerksamkeiten. Da wären z. B. die geschmackvollen Geschenkboxen mit Trüffeln die man nach dem Besuch eines Spezialitätenrestaurants auf der Kabine vorfindet. Selbst als HAL-Erstpassagier erhält man eine Einladung zur Cocktailstunde mit dem Kapitän und dem Hoteldirektor. Wäsche die man in die Bordreinigung gegeben hat wird nicht einfach auf die Kabine gelegt, sondern eingeschlagen und in kleinen Körben mit Klebesiegel auf dem Bett präsentiert. Diese Kleinigkeiten ziehen sich durch die komplette Reise und entsprechen dem Slogan der Reederei "a signature of excellence".

Woran HAL arbeiten sollte ist eine passende musikalische Untermalung in den einzelnen Bereichen. Während bei anderen Reedereien ganze Klangmuster für die verschiedenen Bereiche (Pool, Restaurant, Bars) entworfen werden, die dann mehr-oder-minder laut die Ohren der Reisenden erfreuen, hat man bei HAL den Eindruck das jemand wahllos eine Kassette einlegt.



Shows

Wir haben uns nur eine Show angesehen: "New York". Diese Show konnte zugegebenermaßen nicht mit den Shows von Carnival und Royal Caribbean mithalten. Aber unterhalten hat sie uns trotzdem.



Die Nieuw Amsterdam verfügt darüberhinaus über ein "Culinary Arts Centre"- eine Showküche auf einer Bühne. Dort werden Kochworkshops, Tastings und Frontcooking durchgeführt. Sehr schön gemacht!



Check-out

Das war der entspannteste Check-out den wir bisher überhaupt erlebt haben. Es war alles so perfekt organisiert, dass man dachte man macht einen Landausflug.

Los geht es bei HAL mit einer Disembarkation-Show am Vortag. Das ist wirklich klasse gemacht - Der Cruisedirektor erklärt ein paar nützliche Dinge wie Gepäckabholung auf der Kabine, die Farben der Luggagetags usw. Anschliessend tritt ein Großteil der Crew auf, es wird gesungen und eine kleine "Dankeschön-Show" zelebriert - ganz großes Kino!



Die gewünschte Abreisezeit konnte man bereits zu Beginn der Kreuzfahrt angeben. Da wir ja nur mit dem Taxi nach South Beach mussten, haben wir uns für die Abreisezeit zwischen 9:45 h und 10:00 h entschieden. Bei HAL wird morgens das komplette Frühstücksprogramm angeboten (auch auf der Kabine!) und man kann ganz in Ruhe in den Tag starten. Bei Royal Caribbean wird man ja förmlich herausgefegt und muss froh sein, wenn man zum Frühstück überhaupt noch einen Kaffee bekommt! Wir saßen hingegen ganz entspannt mit einer kleinen Handgepäcktasche an Deck und haben herrlich in der Sonne gefrühstückt. Als wir dann aufgerufen wurden, waren wir innerhalb von 15 Minuten vom Schiff, durch die U.S. Customs und saßen im Taxi. Sowas habe ich noch nie erlebt.



Mein Lowlight der Reise als deutscher Passagier

Ein anderer deutscher Passagier der sich am letzten Tag seine gesamten Trinkgelder (11,00 Dollar pro Tag und Person) zurückerstatten lies um anschließend bei seiner Frau herumzuprollen, dass sie jetzt einen schönen Gewinn gemacht hätten, schließlich sei das ja eine freiwillige Abgabe!

Bei sowas könnte ich echt kotzen!!!!



Häfen während der Reise:



Grand Turk

Ein sandiges Eiland in der Karibik. Ein schöner Strand unmittelbar neben der Pier. Wen die zahlreichen Felsen im Wasser stören, kann ins direkt benachbarte "Margaritaville" ausweichen. Eine Art Resort mit großem Pool, Unmengen von Rumpunch die an ammüsierwillige Cruiser ausgegeben werden und schönen Liegestühlen.

Wir waren nach 1,5 Stunden wieder auf dem Schiff und haben einen wunderbaren Tag an Deck verbracht.

Um es mit den Worten eines Passagiers aus Florida zu sagen: "Well... a beach is a beach is a beach. Like at home in Florida".

Auch wenn wir ja nun nicht aus Florida kommen und der Elbstrand in Hamburg nicht ganz so weiss ist - Grand Turk muss man jetzt nicht wirklich besuchen.



San Juan, Puerto Rico

Diese Stadt ist wirklich wunderschön. Zwischen historischen Forts und Stränden auf beiden Seiten, liegt die Altstadt mit ihren bunten Häuschen, zahlreichen schönen Shops und viel Sehenswertem. Das Schiff liegt quasi direkt in der Stadt. Sowohl die morgentliche Einfahrt, als auch die abendliche Ausfahrt, waren eines der Reisehighlights.



St. Maarten.

Die geteilte franz./holländische Karbikinsel ist eine der Topdestinationen für Kreuzfahrtschiffe. Selbst wenn man das Schiff nicht verlässt, gibt es viel zu sehen. Darüberhinaus gibt es auf dieser Insel einen der wenigen FKK Strände der Karibik. Ausserdam natürlich Uhren, Zigaretten und Rum. Da wir dieses Eiland schon kannten, machten wir uns wiederum einen schönen Bordtag.

An Landtagen gibt es an Bord zahlreiche Angebote im Greenhouse Spa und den verschiedenen Restaurants.



Half Moon Cay, Bahamas

Die Privatinsel von Holland-America und Carnival. Zu den Bahamas gehörig und wirklich traumhauft schön. Ein weisser langsam abfallender Sandstrand, azurblaues Wasser und eine tolle Infrastuktur. Halt alles perfekt für einen Resort-Tag am Strand. Diese Insel hat den durch den Privatstatus den entscheidenen Vorteil, dass es auch jenseits des Strandes schön ist und man herrlich durch die Natur spazieren kann.

Die sonst auf Karibikinseln obligatorischen ausgebrannten Autowracks, leeren Öltonnen und sonstigen angehäuften Müll findet man hier nicht.

Es gibt zahlreiche Angebote von Parasailing bis Reiten. Wir haben uns mit einer Clamshell am Strand zufrieden gegeben, haben im Wasser herumgeplanscht, den ein-oder-anderen Mojito getrunken. Gegen Mittag wurde ein BBQ von der Holland-America-Crew in verschiedenen Strandhütten veranstaltet.

Das Schiff liegt vor der Insel und es wird getendert. Half-Moon-Cay ist eine der Bahamas Inseln die zur Atlantikseite hin liegen, d. h. der Wind ist recht frisch und das Wasser nicht ganz so karibisch warm wie auf der anderen Seite.



Schlussbewertung Schiff

Für uns war die Reise mit der MS Nieuw Amsterdam eine schöne Erfahrung und ich empfehle HAL wärmstens alle Liebhabern der klassischen Kreuzfahrt! Das Preis-Leistungsverhältnis ist sehr stimmig, das Service- und Verpflegungsniveau sehr hoch und es werden viele schöne Routen angeboten. Wir haben uns an Bord, insbesondere durch die zauberhafte Crew, sehr wohlgefühlt. Für unsere kommenden Kreuzfahrten haben wir uns dennoch wieder für Celebrity entschieden, weil uns das Schiffslayout dort wesentlich besser gefällt und der Hip-Faktor einfach etwas höher ist. Ideal wäre die Solsticeklasse von Celebrity mit der Besatzung und der Küche von HAL!



Miami South Beach

Zu Miami SoBe ist ja schon alles geschrieben worden - aber Miami ist einfach eine der tollsten Städte dieser Welt!!

Als Hoteltipp möchte ich Euch noch das "Angler´s Boutique Resort" in der Washington Avenue, Ecke 6th, ans Herz legen. Ein tolles Hotel mit nettem Service, üppig ausgestatteten Zimmern und einer tollen Lage. Der Oceandrive ist nur 2 Minuten entfernt - aber man bekommt nachts herrlichen Schlaf, weil es ruhig ist. Das ist in SoBe ja immer nicht ganz so einfach. Einen Nachteils gibts natürlich - nicht ganz billig!


Ich hoffe Euch hat der Bericht gefallen,



morgen gehts zurück ins kalte deutsche Wetter...



Go on cruising...

Dan
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Reisebericht: MS Nieuw Amsterdam, Östliche Karibik und Florida, Dezember 2012 25 Dez 2012 08:45 #32863

:danke: Dan für den ausführlichen Reisebericht :applaus: ! Komisch, wir sind auch immer froh wenig Leute aus Deutschland auf dem Schiff zu finden :ichsagnix: .
VLG
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Reisebericht: MS Nieuw Amsterdam, Östliche Karibik und Florida, Dezember 2012 25 Dez 2012 10:09 #32864

:hahaha: auch wir sind froh, wenn wir wenig bis keine Deutschen an Bord haben. Wer deutsch will, fährt Aida oder TUI :blush: . Die Leute die kein Gejammer, etc haben wollen fahren anders ;-) Haben wir jetzt auch wieder festgestellt... Man hat beim Kaffee holen gemerkt- wer deutsch ist und wer nicht :sensation: . Dazu bestimmt bei uns im Reisebericht mehr. :sorry:

Reisebericht ist natürlich auch interessant und an einigen Stellen hat es genau meinen Ansichten und Erfahrungen entsprochen. Somit bin ich mit einem :laugh: im Gesicht ins Bett gegangen :danke:
aber kalt ist es nun wirklich nicht...
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Reisebericht: MS Nieuw Amsterdam, Östliche Karibik und Florida, Dezember 2012 25 Dez 2012 10:48 #32866

Lieber Dan,

ein Reisebericht der Spitzenklasse!!! Macht Lust auf HAL, obwohl mich deine Schiffsbeschreibung (niedrige Decken, kein Umlauf) doch etwas abschreckt. Aber hey, was ist schon perfekt? Dein Reisebericht!

viele Grüße und Danke, Happy
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Reisebericht: MS Nieuw Amsterdam, Östliche Karibik und Florida, Dezember 2012 19 Jan 2013 17:29 #33173

image_2013-01-19.jpg

Hallo liebe Kreuzfahrer,

vielen Dank für Eure netten Rückmeldungen! Nach einigen Wochen zurück im Alltag merkt man halt. eine Kreuzfahrt ist eine Kreuzfahrt. Man erholt sich perfekt und rettet die Erholung auch durch den dunklen Januar!

Viele Grüße
Dan
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Reisebericht: MS Nieuw Amsterdam, Östliche Karibik und Florida, Dezember 2012 20 Jan 2013 11:04 #33182

Vielen Dank für den tollen Reisebericht! War sehr interessant zu lesen!
HAL interessiert mich auch schon länger, hat sich aber bisher noch nie ergeben. Mal schaun wann wir das unterbringen können.
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Reisebericht: MS Nieuw Amsterdam, Östliche Karibik und Florida, Dezember 2012 09 Aug 2014 11:24 #40074

Auch wenn Dein Bericht schon etwas älter ist... Der macht Lust auf HAL!
Danke für diesen informativen und professionellen Bericht.

Grüße von Olrikhh
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