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THEMA: Reisebericht von der KF vom 21.04.-08.05.2013 New York-Los Angeles mit der Norwegian Jewel

Reisebericht von der KF vom 21.04.-08.05.2013 New York-Los Angeles mit der Norwegian Jewel 18 Mai 2013 14:39 #34760

Um es gleich vorweg zu nehmen: dieses Mal war die Reiseroute das Highlight, das Schiff (leider) nur Transportmittel. Meine Ausführungen zur Jewel mit allem drumherum könnt ihr bei den Schiffsbewertungen (NCL, Norwegian Jewel) nachlesen, vielleicht sogar nachvollziehen. Begonnen hat alles am 20.04. mit dem Direktflug von Tegel nach NY, der aber keiner war, da wir wegen Treibstoffknappheit Philadelphia anfliegen mussten. Der ohnehin straffe Zeitplan für ein Manhattan-Sightseeing war damit (fast) Geschichte. Sind dennoch los (ÜN im Hotel Holiday Inn, Midtown, 57.Street, Ecke 9.Av, top Lage)und sind dank Metro (Station Columbus Circle ganz nah)schnell noch nach South Ferry (Linie 1) gedüst und die gratis Fähre nach Staten Island genommem, um der Freiheitsstatue einmal sehr nah zu sein. Dann zurück zum Essen und Staunen nach Chinatown (Linie R). Nach kurzem Ausruhen im Hotel gleich morgens zeitig zum Frühstücken (Rest. The Flame und Bäcker gleich links Ecke 9.Av) und einen ausgiebigen Streifzug durch die Hochhausschluchten und den Central Park gemacht. Gegen 13 Uhr dann Abholung zum Schiff.

Wir wussten, dass die Jewel ausgebucht ist (davon 90% Amis, 5% Asiaten), das Passagier- Durchschnittsalter schätzungsweise um die 65 Jahre. Check In für uns problemlos und zügig, die Kabine stand bereit und dann schon mal das Speisenangebot und deren Qualität im Buffetrestaurant getestet. Natürlich war alles zur vielgepriesenen Ausfahrt an Deck und auch wir genossen diese bei Sonnenschein. Die Koffer waren schnell an der Kabinentür und ausgepackt (Stauraum für die Sachen von uns Drei war gut vorhanden). Fürs Abendessen hatten wir folgendes geplant (und auch so immer gemacht) einen Abend Tsars, anderntags ins Azuro, dann mal Buffet. NCL wirbt mit der FREESTYLE CRUISING- Philosophie, wir mussten feststellen, dass wir diese nicht teilen. Nur eine Begründung: Wartezeiten meist von 30 min auf Plätze (egal, wann du am Einlass warst), keine Koordination im Buffetbereich, schlichtweg überfordertes Bedienpersonal und mangelnder Service- das war schon ein deutlicher Abfall zur Konkurrenz (wir kennen AIDA, Costa, Celebrity und Carnival bestens).

Den nächsten Tag konnten wir bequem zum Kennenlernen des Schiffes (schön, das man die Aktivitäten auf der Brücke durch ein großes Fenster beobachten kann), Romméspielen und den Infos zu Ausflügen nutzen- es war nämlich so stürmisch mit viel Regen, dass die Ausgänge ins Freie gesperrt waren. Der Tag darauf bescherte uns prima Sonnenschein und man vergnügte sich auf Deck mit Anbräunen, die Pools hatten 30°C warmes Meerwasser.

Erste Station nach 2 Seetagen war dann Miami. Wir kennen den Ort schon recht gut und entschlossen uns zum Ausflug in die Everglades (kannte der Sohn noch nicht). Es sollte in südwestliche Richtung, einige Meilen den Tamiami-Trail zu einer relativ neuen Station gehen (sollte, weil der Bus nicht mehr startete und wir nach 90min unfreiwilligem Sonnenbad vorm Port endlich los konnten). Der Ausflug dann vor Ort war aber jeden Cent wert, da wir sowohl durch Mangroven- Dickicht wie auch Schilfgras fuhren/rasten und jede Menge Getier unterwegs zu sehen war. Alligatoren sind da immer ein MUSS, so konnten wir etliche bestaunen und in der Station von den Rangern vieles am lebenden Exemplar erklärt bekommen. Hut ab vor der Reiseleitung- nach der Rückkehr hat man sich sofort für die Unannehmlichkeiten mit einem Preisnachlass entschuldigt

Zweite Station nach weiteren 2 Seetagen war dann Cartagena/Kolumbien. Wir hatten das große Glück und konnten mit Remy (ein Schweizer, in vielen Berichten benannt und von uns per Mail engagiert)einen sehr informativen Ausflug machen, den Stopp im Hard Rock Café (dort gibts für Kreuzfahrer ein Freigetränk) inklusive. Wir empfehlen hiermit Remy Bula als Guide allen zukünftigen Cartagena- Besuchern.

Dann gings zum bzw. durch das Highlight dieser Tour (zumindest für uns): Durchfahren des Panama-Kanals! Und das ab 8 Uhr morgens bei Traumwetter. Man muss es erlebt haben, beschreiben/Fotos zeigen bringt es nicht. Wir hatten unsere Panamahüte auf, kauften noch das passende Shirt dazu (Riesen- Werbeverkauf an Deck:"Kauf 3, zahl 2") und sangen Hits wie "Der Mann mit dem Panama- Hut" und "Wir ham den Kanal noch lange nicht voll". Ich habe viel gefilmt. Auf der Kabine lagen derweil unsere Beurkundungen der Durchquerung.

Dann gabs den Seetag. Nächster Halt war Puntarenas in Costa Rica. Wir hatten uns belesen und hielten Ausschau nach einen Fahrer/Guide, der uns genau das zeigen sollte, was wir erleben wollten: nämlich Tucane, Papageien, Affen, Nasenbären, Regenwald mit tropischen Früchten, den Krokodilfluss samt Bewohnern und zum Abschluss einen einsamen Strand zum Baden. Und genau das hat er hinbekommen. Ein perfekter Ausflug.

Nach einem weiteren Seetag unser erster Stopp in Mexiko. Der Hafen hieß Chiapas und die Stadt Tapachula, per Stadtshuttle zu erreichen. Dieser Ort wird sicher lange in unserem Gedächtnis bleiben. Zum einen, weil er sehr landestypisch ist (keine Touri-Falle) und es dort soooo leckere Mangos zu futtern gibt.

Huatulco durften wir dann kennenlernen, denn unser Taxifahrer kennt dort jeden Leguan mit Vornamen. Mezcal ist dort an jeder Ecke zu verkosten. Ein paar Shots davon, dazu ein Teigblättchen mit Tabasco und getrockneten Grashüpfern- ein einmaliges Geschmackserlebnis! Ein wunderschönes, fast schon mondänes Seebad, mit schönen Badebuchten. Schnorcheln hat sich dort nicht wirklich gelohnt. Doch bunte Fische waren schon zu sehen.

Weiterer Seetag. Ich will nun mal etwas auf die Aktivitäten an Bord eingehen. Entschuldigung dafür- aber Amis und Asiaten scheinen diese Tage besonders zu mögen, weil die anscheinend nur mit Nahrungsmittelsuche- und -aufnahme (ich wollte nicht Fressen schreiben) beschäftigt sind. Die Sangeskünstler und die beiden Bands sind viel zu hören und verdienen Respekt und Bestnoten. Wir hatten uns für das Sodapaket entschieden (allerdings nur für eine Person). War aber eine sehr gute Wahl- ein Schelm der böses dabei denkt! Die Shows sind es nicht wert, erwähnt zu werden und auch ganze Abende mit Witzeerzählern und Sinatra-Nachsängern nicht von großem Unterhaltungswert. An Bord waren auch Tänzer und Akrobaten, die haben sich ganze 2x auf der Bühne präsentiert!

Puerto Vallarta hieß der nächste Ort. Wieder ein herrliches Seebad mit einer ewig langen Flaniermeile vom Feinsten und regionaler Kunst, vornehmlich aus Metall. In der Altstadtkirche konnten wir einige Kindstaufen miterleben. Nach dem nächsten Aufwachen gab es in Cabo San Lucas eine Besonderheit: Tendern ward angesagt und viele Barkassen bewegten die Passagiere munter hin und her. Unser Ziel hieß: einsame Strände, endlich Schnorcheln und dorthin fahren wo die Südspitze der Baja California den offenen Pazifik und die riesige Wasserfläche zwischen Festland und Halbinsel teilt bzw. vereinigt. Das ist uns gelungen, allerdings ist die Wassertemperatur nur noch bei 16°C und man teilt sich das Schnorchel-/Schwimmrevier mit (ich schwöre, es ist wahr), einer kleinen Kolonie Seelöwen. Jede Menge Fische wie im Aquarium und ein voller Film der Unterwasserkamera sind Lohn für die Überwindung (ich habe 4 Anläufe gebraucht). Pelican Beach hieß unsere Schnorchelstelle, vorher umrundeten wir das Kap und liefen auch am Lovers Beach zur Pazifikseite mit seiner atemberaubenden Brandung. Es war sogar noch Zeit für einen Rundgang durch den Yachthafen. Interessant wenn die Hochseeangler reinkommen und ihre gefangenen Schwertfische, Merlins, Thunas oder Haie zeigen.

Letzter Seetag und es macht sich schon etwas Abschiedsstimmung breit. Vieles wird schon verstaut, alle Infos zum Verlassen des Schiffes liegen auf der Kabine und das Wetter meint es auch nicht mehr so gut. Wind und Kühle sind aber schon mal eine gute Gewöhnung an heimische Gefilde. Der heimlichen Wunsch vieler, Wale auf dieser Route zu sehen, wurde nur bedingt wahr. In einiger Entfernung sahen wir das Ausblasen aber doch mehrfach. Delfine sprangen doch aber öfter ums Schiff.

Zielort Los Angeles. Wir haben Ausflug LAX 07 gebucht, um in einigen Stunden das wichtigste von LA zu sehen. Das hat den Vorteil, deine Koffer reisen mit dir und Endstation ist der Aiport. Das Auschecken war das Schlimmste, was uns jemals passierte, obwohl wir bevorzugte Abfertigung (wegen des Ausflugs) haben sollten, wir hatten auch spezielle Banderolen dafür bekommen. Schweisnass und ziemlich genervt konnten wir dann von Bord (die amerikanischen Behörden haben die Deembarkation gleich auf dem Schiff gemacht, von uns so noch nie erlebt) und es wurden die nach Farben eingeteilten Gruppen viel zu schnell aufgerufen. Unser Bus wartet Gott sei Dank noch. Allerdings hatten Reiseleiterin und Busfahrer nicht immer die gleichen Ansichten vom Weg. Wir fuhren mal in die falsche Richtung, sahen, stiegen aus, bekamen erläutert- das alles im Schweinsgalopp und somit auch in keinem ordentlichen Preis-/Leistungsverhältnis. Der Zeitplan war relativ im Eimer und alle eigentlich nur noch froh, am Airport zu sein. Dann gings auf die lange Reise nach London, einem sehr verspäteten Weiterflug nach Tegel und einer glücklichen Heimkehr mit vollständigem, unbeschadetem Gepäck.

Was bleibt unterm Strich?
Wir sind eigentlich pflegeleicht und leicht zufrieden zu stellen. Doch auf dieser Reise wollte manches nicht so zusammenpassen. Nicht ordendlich gereinigte Bettwäsche, eine verschmutzte Matratze, verschlissene Laken, Hand- und Badetücher, verstaubte Ablagen (das Board am TV hat die ganze Reise keinen Staublappen gesehen- wir haben dieses Mal bewusst nichts gesagt und am letzten Tag dem Steward auch kein Danke Schön gegeben), das haben wir so noch nie erlebt. Auch die Unkoordination gerade im Buffetrestaurant (viel Personal, doch keiner weist ein/an, wo ein Tisch frei, zu reinigen und neu zu besetzen ist).
Danken möchte ich den vielen Forenschreibern, eure Tipps haben uns sehr bei der Tour/Ausflugsplanung geholfen. Mit unserem gesetzten Limit (es waren 20 Dollar p.P.)haben wir gemeinsam mit unseren Freunden immer eine gute Verhandlungsbasis bei den Ausflügen gefunden. Jetzt haben wir die Karibik inkl. Kanaldurchfahrt und Pazifikseite mit den 4 Touren (fast) komplett durch- auf zu neuen Zielen!
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Reisebericht von der KF vom 21.04.-08.05.2013 New York-Los Angeles mit der Norwegian Jewel 18 Mai 2013 15:53 #34762

Hallo elke 1962,

danke für deinen informativen und interessanten Reisebericht :reading:

Schade, dass nicht alles so geklappt hat, wie ihr euch manches vorgestellt habt. Dennoch habt ihr eine Menge gesehen und erlebt, wo euch mancher beneiden wird.

Also, wie du schon geschrieben hast - auf zu neuen Zielen.... :ship: :guckstdu: :ship: :yess:


Gruß Welle
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Reisebericht von der KF vom 21.04.-08.05.2013 New York-Los Angeles mit der Norwegian Jewel 18 Mai 2013 16:25 #34764

Hallo elke 1962,

auch von mir vielen Dank für den kurzen, knackigen und sehr informativen Reisebericht!

Schade, dass das Schiff so durchschnittlich war. Aber Ihr habt echt tolle Ausflüge gemacht! :sensation:

Viele Grüße

Ruth
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Reisebericht von der KF vom 21.04.-08.05.2013 New York-Los Angeles mit der Norwegian Jewel 18 Mai 2013 16:28 #34765

Hallo Elke,
schön das du berichtest, ich hatte mich schon gewundert wo du im Panamalkanal abgeblieben bist.

Schade das das mit dem Schiff nicht so doll war, wir machen die Tour ja im Dezember ähnlich auf der NCL Star.
Kennen das meiste auch schon von 2006 mit Celebrity, aber wir wollten den PK gerne nochmals im alten Zustand sehen.
Sollte das mit dem Schiff ähnlich sein, dann wars das für und mit NCL.
Aber auf der Mercury war auch nicht alles so wie es ein sollte, wir machen da auch gerne mal Kompromisse.
Aber Sauberkeit der Betten u.ä. ist ein MUSS, ich gehe ja auch nicht in ein dreckiges Hotel(bett).

Ich hoffe denoch das du dich gut erholt hast und oft überwiegen ja die guten Erinnerungen und das schlechtere verblasst auch schnell. Bei uns war es damals der N-Virus an Bord und Dieselgeruch in der Kabine, war auch nicht der Knaller.

Bin sehr gespannt auf Huatulco, das war damals ein kleines Dorf, sollte aber laut Aussage der Reiseleitung
groß ausgebaut werden wie S. Lucas.
Das mit dem Schweizer in Cartagena muss ich mal googlen, klingt gut für uns.
Auf dem Schiff buchen wir nicht und das mit dem auschecken hatten wir schon mal bis zu 4 Stunden bei RCL.
Da kann uns so schnell nix mehr schocken,
die Amis sparen ja i.M. heftig beim Personal, das mußten jetzt schon viele am Flughafen schmerzlich erfahren, warum
sollte es am Hafen besser klappen.
Wir waren übrigens im Dezember innerhalb von 20 min. durch, das hatten wir noch nie und total überrascht.
Aber bei der nächsten Reise ist es sicher wieder ganz anders und warum auch nicht, das wäre ja langweilig.

Werde sicher nochmals Fragen stellen und wünsche dir und Familie schöne Feiertage.

LG
Claudia
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