Das kann diesmal etwas kürzer ausfallen.
Gastronomie: Bitte meinen letzten Bericht von der Orchestra zur Hand nehmen. Die Speisekarte ist exakt die gleiche. Das erklärt auch, weshalb es bei der Nordland-Route keinerlei regionale Spezialitäten gab. Offensichtlich gibts bei MSC eine pauschale Menükarte für die ganzen Schiffe für die ganze Saison. Kleiner Vorteil, ich wußte schon welche Gerichte mir besonders schmecken und welche ich sicher kein zweites Mal bestellen würde. Im Büffet-Restaurant sah es ähnlich aus, nur ist da der "Ethnic Corner" deutlich kleiner als auf der Orchestra. Und noch ein kleiner Unterschied, es gibt keinen Döner auf Hawaii, äh, auf der Armonia natürlich...
Der unverzichtbare Weinschmuggel an Bord klappte bei uns mit jeweils einer Flasche im aufgegebenen Gepäck tadellos. Bei den Landgängen von der Tagesform der Security abgängig.
Also das Fazit: Zweimal pro Saison mit MSC ist wegen der gleichen Speisekarte langweilig. Selbst die Reihenfolge ist gleich, die Reise beginnt immer mit "Bologna", egal welcher Wochentag das ist...
Kabine: Hier hat die Armonia eine Besonderheit zu bieten. Suiten zu einem wirklich kompetitiven Preis. Wenn man es nicht so dicke hat und trotzdem mal ne Suite haben möchte, dann liegt man hier richtig. Ansonsten sind auf diesem Schiff nur Innenkabinen eine Alternative, die Außenkabinen sind preislich völlig uninteressant. Und ihr wisst, ich bin alles andere als der Meckerdeutsche: Aber es ist wirklich eine unglaubliche Frechheit, dass MSC bei jeder Reise die Leute am letzten Tag um 7 Uhr morgens aus der Kabine wirft, ganz egal ob das Schiff erst mittags anlegt.
Mitreisende: Gefühlt sind fast nur Österreicher an Bord. Fällt schon mehrfach auf, MSC muss in Austria eine unglaubliche Vertriebskraft haben. Und skrupellose Reisebüros, denn wer seine Kunden in die besagten überteuerten Außenkabinen auf der Armonia einbucht, der handelt etwas fragwürdig
Ziele:
Ancona: Sehr nett zum Einkaufen italienischer Delikatessen. Auch ansonsten ein netter kleiner Stadtrundgang, das Schiff liegt optimal im Zentrum.
Korfu: Geht auch noch gut zum in die Stadt spazieren. Die ist aber langweilig, dafür gibt es - nun ja, keinen Strand, aber eine durchaus angenehme Bademöglichkeit. 2o Minuten vom Hafen, die Touristeninfo im Hafengebäude stattet mit Plan aus.
Santorin: Sehr, sehr, sehr schön. Aber tendern ist angesagt, gottseidank das einzige Mal auf dieser Reise. Möglichst um 9 Uhr auf der Matte stehen und ein Tenderticket für eines der ersten Boote sichern. Nach Fira hoch gibts drei Möglichkeiten, die Seilbahn, die Tierquälerei mit den Eseln und den Fußmarsch die Treppen hoch. Für nicht gehbehinderte ist letzteres trotz der Hitze kein Problem. Von Fira fährt ständig ein Bus für wohlfeile 1,60 Euro nach Oia, die Tour ist "the thing to do". Und in Fira sollte man sich die Souvlaki Pite vom "Obelix" nicht entgehen lassen, die sind sooooooooo lecker.
Piräus: Da sind wir an Bord geblieben. Die "Mein Schiff 1" war auch da und wir überlegten kurz, ob wir drüben zwei Passagieren eines über den Kopf ziehen sollen und dann die Bordkarten "tauschen". MSC ist zwar schon OK, aber TUI Cruises schon ne andere Liga. Wir haben eh absichtlich (fast) nie Vergleiche gezogen, aber was will man machen, wenn der Kutter gleich nebenan steht

Argostoli: Die Holde wollte keine Höhle, also ging mein geplanter Ausflug zum Myrtos Beach nicht. Ärgerlich, der soll wirklich extrem super sein. Aber nicht so dramatisch, der Strand von Lassi ist nur 30 Minuten vom Hafen entfernt. Einfach der Beschilderung "Makris Gialos" folgen. Gut 30 Minuten, wer schlecht zu Fuß ist, kann den Bus nehmen oder ein Taxi, Preis natürlich Verhandlungssache, der Kutscher beginnt mit einer Forderung von 10 Euro...
Kotor: Sehr schön die Fahrt durch den Fjord. Die Stadt selber ist auch ganz nett, aber winzig und somit nach 30 Minuten abgefrühstückt. Der Duty Free am Hafen ist der Ort, um Zigaretten für die lieben Süchtlinge daheim einzukaufen. Also das Schippern durchn Fjord, wirklich 1a. Ambitionierte nutzen den Landgang für einen Aufstieg zu den Festungen über der Stadtmauer. Strand gibts auch in Hafennähe.
Venedig: Ist und bleibt natürlich top, trotz aller Bosheiten gegen die Touristen. Die sollen aber eh nicht über den 17,50 Euro-Cappucino am Markusplatz jammern, wie x-mal schon zu lesen war, es gibt 20.000 Möglichkeiten, für ganz normale Preise zu speisen und zu trinken. Den Versuch, ein Vaporetto zum normalem Fahrpreis zu nutzen, haben wir nicht gewagt.
Und noch ein Fazit zum Abschluss: Insgesamt hat MSC sicherlich nicht das Preis-Leistungs-Verhältnis, das im heutigen Kreuzfahrtmarkt eine Buchung interessant macht. Mit zwei Ausnahmen, die Suiten auf der Armonia für einen Preis bis max. 1.100 Euro pro Person und Woche. Und natürlich günstige Innenkabinen max. bis 400 Euro pro Person und Woche, wenn die Route entsprechend passt. Vor allem für Leute, die keinen Alkohol trinken.