Auch meine frau und ich waren auf dieser Reise unterwegs und einige Dinge sind uns doch sehr unangenehm aufgefallen. Zum ersten war das einchecken in Santos ein Riesendurcheinander. Erst einmal musste man lange Schleifen drehen um endlich zum Einscheckschalter zu kommen (hat deutlich über eine Stunde gedauert, lief aber ziemlich zivilisiert ab), doch dann mussten wir zu einer zweiten Schlange, die uns dan Bordkarten gaben. Hier lief alles kreuz und quer durcheinander, ankommende und wegghende Leute kreuzten immer wieder, so dass es ein ziemliches Gedränge gab.
Aus unserer Idee, noch mal nach Santos rauszugehen, wurd nach diesem Chaos nichts.
Auch bei Auschecken gab es eine riesige Warteschlange und zwar bei den Barzahlern. Das lag aber nicht daran, dass es so viele Barzahler gab, sondern daran, dass alle, die ein Problem mit der Rechnungslegung hatten (beei uns waren die Rabatte für MSC-Clubmitglieder nicht abgezogen) ebenfalls in diese Schlange mussten. Da haben einige dann 2 Stunden gewartet.
Zum Thema Meuterei der Brasilianer: Ich habe eine Information erhalten, dass aus Gesprächen zwischen Crew und brasilienischen Gästen herausgekommen ist, dass die brasilianischen Crewmitglieder deutlich weniger verdienten als andere. Zudem soll wohl die Service Charge nicht bei den Crewmitgliedern angekommen sein. Deshalb haben die Brasilianer nach der Meuterei alle nur einen USD/Tag bezahlt. Auch ein Teil der Europäer hat sich aus diesem pflichtbeitrag, der jetzt bei allen MSC Schiffen obligatorisch ist, bis auf einen USD pro Tag herausgenommen.
In den letzten Jahren reichte hierzu immer einen einfache Erklärung und man konnte dann das Trinkgeld an die Leute, mit denen man den meisten Kontakt hatte, verteilen.Dies wollte MSC nicht mehr und so gab es die verpflichtende Servicepauschale von 9 USD/TAG/Person.
Hat dann aber doch nicht geklappt.
Wenn jemand von MSC das liest: Schlagt doch die 9 USD auf den Reisepreis drauf und jeder weiß, was ihn erwartet. Dieses häppchenweise Nachkassieren verärgert nur die Leute.
Übrigens waren die Gäste gut drauf, denn schon mitten auf dem Transatlantikteil war dass Fassbier alle. Auch andere Getränke wurden knapp - ein bischen peinlich.
Doch jetzt zum Positiven: -Wir hatten tolle Kelnner am Tisch, unser Kabinenservice war spitze. Die Shows waren sehr gut, wenn auch mit 30 Minuten zu kurz. Die brasilianische Sängerin war einfach top.
Der Kapitän verwöhnte uns immer wieder mit kleinen (ich nannte es Stadtrundfahrten). Denn sowohl an Teneriffa als auch an Funchal fuhr er lange entlang (tolle Fotomotive). Ebenfalls die Kapverdichen Inseln mit Ansage.
Tollstes Erlebnis: Bei Peter und Paul (einer Miniinsel) wurde auf offenem Meer zwei Fische von einem Fischerboot übernommen. hab ich noch nie erlebt, dass dafür ein Schiff gestoppt wurde (aber auch wieder tolle Fotomotive).
Bei allen Kapitänsempfängen gab es Getränke satt (bei anderen Gesellschaften muss man schon mal länger warten).
Alles in allem hat es uns sehr gut gefallen. Sicher gibt es Schiffe, auf denen das Essen besser ist - ab wer nörgelt sollte auch mal in Betracht ziehen, was er eigentlich für die Reise bezahlt hat. Was erwarten die Leute eigentlich für 60 Euro/Tag/Person in einer Balkonkabine?
Und jeder Reisende ist auch selbst dafür verantwortlich, was er daraus macht.
Wenn jemand Interesse hat mehr über die Reise zu erfahren - gerne.