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THEMA: Reisebericht Westliches Mittelmeer 30.04.2013 – 12.05.2013 Serenade of the Seas, Royal Caribbean

Reisebericht Westliches Mittelmeer 30.04.2013 – 12.05.2013 Serenade of the Seas, Royal Caribbean 17 Mai 2013 19:21 #34752

Hallo liebes Forum,

nach längerer Zeit des Nur-Lesens gibt es ab heute einen neuen Reisebericht von unserer letzten Kreuzfahrt.
Viel Spaß beim Lesen, nicht alles immer ganz ernst nehmen, vieles ist spontan nieder geschrieben.

Westliches Mittelmeer
30.04.2013 – 12.05.2013
Serenade of the Seas, Royal Caribbean
Dienstag, 30.04.2013 Dresden-Barcelona

Um 3.15 Uhr klingelt der Wecker, der Limousinenservice 8 x 8 holt uns pünktlich 4.15 Uhr ab und bringt uns zum Hauptbahnhof, wo schon unser Linienbus nach Berlin Schönefeld erwartet. Die Fahrt verläuft normal, gegen 7.00 Uhr erreichen wir den Flughafen Schönefeld. Baggage Drop Down und Luftsicherheit dauern ca. 20 Minuten. Der „alte“ Flughafen sollte ja nun eigentlich schon seit 2 Jahren geschlossen sein, das merkt man der Infrastruktur mehr als deutlich an. Man ist aktuell dabei, die Kontrollschleusen zu erweitern und zu modernisieren, hat wohl also wenig Vertrauen, dass Herr Mehdorn eine baldige Inbetriebnahme von BER hinbekommt. Wir nehmen noch ein zweites kleines Frühstück und dann geht’s ab zum Gate. Ich hatte bei der Buchung die Option „Speedy Bording“ gebucht, keine schlechte Entscheidung. Wir haben im Warteraum einen separaten Sitzbereich und kommen vor allen anderen in Ruhe ins Flugzeug. Dadurch kann man ohne Drängelei sein Handgepäck stauen.
Der Flug geht glatt, für 2,5 Stunden kann man sich den Sitzabstand des Billigfliegers EasyJet antun, dafür stimmt halt der Preis. LH wäre deutlich teurer gewesen und bei denen ist der Sitzabstand keinesfalls größer. Wir landen sehr pünktlich in BCN, Koffer holen und dann laufen wir dem Agenten für unseren bei RC gebuchten Transfer direkt in die Arme. Die Koffer werden uns direkt abgenommen und er meint, der Busse komme ine 5 Minuten. Nach 15 Minuten schickt er uns in die Cafeteria, nach 45 Minuten kommt der Bus. Mediterrane Zeitrechnung eben. Wahrscheinlich haben sie am anderen Terminal auf Leute warten müssen, uns ist es egal, wir haben Zeit. Der Transfer zum Schiff dauert ca. 40 Minuten. Sicherheitskontrolle, Frage nach Schweinepest, Einchecken, Fotografen umschiffen und noch mal Sicherheitskontrolle und schon sind wir gegen 13.30 an Bord. Erster Eindruck: man sieht ihm sein Alter von nunmehr 10 Jahren hier und da an. Nix schlimmes, aber man sieht es. Neben uns liegen noch die Celebrity Equinox, RC Liberty oft he Seas und die Costa Favolosa.
Wir gehen hoch ins Windjammer Cafè, das ist das Buffetrestaurant und essen erstmal gemütlich zu Mittag. Essen reichlich und schmackhaft. Das Restaurant ist merklich kleiner als das Ocean View auf der Celebrety Silhouette. Wir drehen einige Erkundungsrunden, aber die Struktur ist fast identisch wie auf der Silhouette, wir finden uns auf Anhieb zurecht. Wir beziehen unsere Kabine, soweit alles fein. Die obligatorische Seenot-Rettungsübung, danach versuchen wir unseren Tisch im Hauptrestaurant (10 Personen) zu tauschen, mit mäßigem Erfolg. Ich hätte gern einen Zweier-Tisch gehabt, da ich mich wegen meiner gebrochenen und bandagierten rechten Hand mit dem Besteck etwas schwer tue.
Wir laufen pünktlich 17.00 Uhr aus Barcelona aus. Inzwischen sind unsere Koffer angekommen, ich laufe unserem Kabinenstewart James direkt in die Arme. Ein winziger Farbiger, aber sehr nett und zuvorkommend. Zum Abendessen bekommen wir einen runden Sechsertisch mit 4 anderen Deutschen. Das ist okay, wir werden klar kommen. Das Personal wie erwartet nett und freundlich, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Das Essen ist für unsere Begriffe fein. An unserem Tisch sitzen Ruth und Ulla aus Hannover, und Martina und Frank aus Magdeburg.
Nach dem Essen drehen wir noch ein paar Runden und trinken in der Schooner Bar noch was Kleines. Man merkt irgendwie überall subtil, dass es gefühlt ein halber Stern weniger als auf der Silhouette ist: keine Erdnüsse an der Bar, keine schönen weichen Frotteehandtücher auf den öffentlichen Toiletten sondern Papiertücher, an manchen Ecken wünschte man sich etwas mehr Sauberkeit. Nicht, dass es auffällig schmutzig wäre, und klar, für jedes Händewaschen ein frisches Handtuch ist ökologischer Wahnsinn. Aber es sind feine Unterschiede. Wir sind wohl bei der ersten Fahrt zu weit oben eingestiegen.
Danach ab in die Kiste. Der Seegang ist nicht nennenswert, wir schlafen gut bis auf den Lärm der Klimaanlage, die man nicht abstellen kann. So etwas ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Auch unsere Nasszelle wirkt viel kleiner bzw. ist unglücklich aufgeteilt, man fühlt sich beengt. Das kennen wir anders. Dabei ist die Kabine gleich groß, aber nicht so geschickt ausgenutzt. Um unser Sofa hat jedenfalls die Renovierung des Schiffes 2012 einen großen Bogen gemacht.


Mittwoch, 01.05.2012 Barcelona – Cannes

Wir schlafen, bis uns 7.30 Uhr der Wecker rausschmeißt. Wir sind pünktlich 8.00 Uhr auf Deck 6 und nehmen unsere Tender-Tickets für das erste Boot in Empfang. Danach Frühstück im Windjammer. Es ist mächtig voll, wir finden nur einen suboptimalen Platz. Das Frühstück entspricht nicht so ganz meinen Erwartungen, es gibt keinen Aufschnitt (später stellt sich heraus, dass wir ihn nur nicht gefunden haben, weil er gut getarnt ist). Es ist eben ein amerikanisches Schiff, und die meisten Passagiere sind auch aus den Staaten. Unsere verwöhnten mitteleuropäischen Mägen mögen aber morgens keine fettigen heißen Bratwürste, keine Bohnen und auch keine Bratkartoffeln. Das haben wir aber vorher gewusst und es ist auch kein Grund zur Klage. Wir werden trotzdem satt und sind pünktlich 9.30 zum Tendern bereit. Das dauert aber noch etwas, die Wellen sind zu hoch und kommen von der falschen Seite, es muss erst das Mutterschiff gedreht werden. Dann setzen wir nach Cannes über. Es ist eine sehr schöne, irgendwie typisch französisch-mediterrane Stadt. Auffällig ist, dass alles sehr gepflegt ist. Wir bummeln durch die Stadt und finden die Markthalle. Der Markt ist ein Traum. Wir holen etwas Wurst und Käse, total lecker. Wir trödeln weiter durch einige Läden, es gibt halt alles, was Touristen potenziell kaufen könnten, aber auch Lebensmittelläden, die von Einheimischen gut besucht sind.
Wir machen eine kleine Pause, schauen Franzosen beim Einparken zu und verspeisen dabei unseren Käse nebst Wurst und einem Baguette. Danach erklimmen wir noch den kleinen Hügel mit dem Castle, von hier hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt und die Bucht. Die Jachten im Hafen sind schon sehenswert.
Anschließend setzen wir wieder zum Schiff über und trinken noch einen Kaffee mit etwas Obst und Kuchen im Windjammer. Wir liegen noch etwas am Pool im Schatten, dann anputzen, heute ist Gala. Wir treffen unsere Tischmannschaft von gestern wieder. Allerdings haben wir einen neuen Kellner oder besser eine Kellnerin. Gut, sie spricht langsamer. Martina, Ruth, Frank und ich nehmen Adlerfisch mit Safrangemüse, es war die Empfehlung des Abends. Dorit Tranchen vom Rinderfilet. Der Fisch ist nicht der Renner, aber nun auch nicht ungenießbar. Einige am Tisch ziehen die Zähne etwas hoch... Ich esse auf, mir schmeckt es, doch plötzlich taucht die Kellnerin als Entschädigung mit zwei zusätzlichen Portionen Rinderfilet auf. Wir teilen es gemeinsam auf. Allerdings habe ich Mühe, das Dessert zu schaffen, die Treppe hoch bin ich etwas kurzatmig. Wir nehmen noch einen Drink in Ritas Kantina und schlendern dann in die Show, es singen 4 Tenöre viele Schnulzen. Singen können sie, aber die Musikrichtung bleibt Geschmacksfrage. Wir verlassen die Show vorzeitig, Dorit möchte die Tenöre gegen Nachrichten bei Euronews tauschen, wir haben immerhin 3 Sender in deutscher Sprache. Zurück auf der Kabine erwartet uns ein liebevoll gefalteter Hund aus Handtüchern mit meiner Sonnenbrille auf der Nase. Eine nette Überraschung.
Die Gardinen auf unserer Kabine sind dort, wo man sie beiseite schiebt, geradezu unglaublich dreckig.


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Donnerstag, 02.05.2013 Cannes-Livorno

Als wir gegen 7 Uhr aufstehen, machen wir soeben in Livorno fest. Ein grundhässlicher Industriehafen. Wir fassen kurzfristig den Entschluss, doch nach Florenz zu fahren, leider ist der Bus aber schon ausverkauft. So buchen wir nur das Shuttle zum Bahnhof für 18 $ pro Person. Wir frühstücken, auch heute kann das Buffet nicht wirklich überzeugen. Klar, keiner bleibt hungrig, aber wir wissen, dass es auch anders geht. Hier gibt es z.B. nur Plastikgeschirr, was seinen Zenit auch schon deutlich überschritten hat. Die Kaffeetassen sind alle innen braun, nicht so sehr lecker.
Nach dem Frühstück um 8.25 Uhr mit dem Shuttle zum Bahnhof, problemlos Fahrkarten am Automaten gezogen, hin und zurück für zwei 36 €. Mit dem Zug geht alles klar, wir sind pünktlich kurz vor 11 Uhr in Florenz. Es regnet, die fliegenden Sonnenbrillenhändler vor dem Bahnhof sind sehr flexibel und bieten Schirme an, wir schlagen für 10 € zu und bummeln in die Stadt, es ist nicht weit. Man stolpert gleich über die ersten Sehenswürdigkeiten. Wir trinken einen Cappuccino, Dorit lässt sich wegen ihrer Migräne das Frühstück durch den Kopf gehen. Anschließend in den Dom, der doch schon sehr beeindruckend ist. Als wir rauskommen, regnet es nicht mehr. Wir laufen die wichtigsten Hotspots ab, wir sind eben nur kurz hier und bedienen jegliches Touristen-Klischee. Wenn man mehr und ein paar Sachen abseits sehen will, braucht man mehr Zeit, die haben wir aber nicht. Wir haben uns ja bewusst zu dieser Art Urlaub entschieden. Wir finden in einer Seitengasse eine ausgezeichnete Pizzeria, für 21 € sind wir satt und froh. Dann noch ein spektakulär gutes Eis auf die Waffel, das ist uns 10 € wert, ist ja Urlaub. Im Schaufenster eines Fotoladens stehen eine analoge Hasselblad für 3000 € und noch einige andere Leckerchen, sehr nett. Wir sind pünktlich zurück am Bahnhof und treten planmäßig unsere Heimreise an. In Livorno angekommen, scheint die Sonne wieder.
Abends entscheiden wir uns für das Windjammer, wir hätten es nicht pünktlich bis 18 Uhr zur ersten Sitzung ins Restaurant geschafft. Aber auch abends kann das Angebot mich nicht vollends überzeugen, bei denen mit dem „X“ um Klassen besser. Es geht damit los, dass ich mit meinen 1,87m nur sehr schlecht am Buffet an die Speisen in der zweiten Reihe heran komme, die Glasscheiben darüber sind zu tief angebracht oder meine Schulter zu weit oben. Auch vermisst man die von Celebrity täglich angebotene Sparte mexikanisch, ordentliche Pasta und Sushi. Wenn man hier bei RC so etwas essen möchte, ist es gleich aufpreisig. Wir sitzen aber ganz gut auf dem Achterdeck und lassen es uns trotzdem schmecken. Gegen 19 Uhr laufen wir aus und passieren die Celebrety Equinox, sie lag neben uns in Livorno. Sie läuft kurz nach uns aus und fährt eine Zeitlang in unserem Kielwasser, um später in der Dämmerung abzudrehen. Wo wird sie wohl hinfahren? Ein wenig sehnsuchtsvoll schaue ich schon hinterher durchs Fernglas, man kennt schließlich jeden Handlauf, es ist ja das baugleiche Schwesterschiff der Silhouette, auf der wir unsere erste Kreuzfahrt gemacht haben.
Meine liebe Frau holt mir noch ein Bierchen und wir lassen den Abend gemütlich auf dem Balkon ausklingen.
Was uns auffiel: der Service ist auch etwas nachlässig. Draußen auf dem Deck hinter dem Windjammer sitzen wir eine Stunde vor unserem benutzten Geschirr, ohne dass überhaupt jemand zu sehen ist. Auch den auf der Silhouette omnipräsenten staubsaugenden Mitarbeiter im Treppenhaus gibt es hier nicht. Man sieht auch wenig bis gar keine Offiziersdienstgrade bei den Mahlzeiten, und wenn, dann ganz förmlich in vollem Wichs. Auf der Silhouette waren die Jungs immer präsent und hemdsärmelig, es gab sogar z.B. Tischtennisturniere, Passagiere gegen die Offiziere. Selbst der „Master oft he Vessel“ war häufig zu sehen und immer für irgendeine Blödelei mit den Gästen zu haben. Er hatte auch jeden Tag den Spruch des Tages parat. Offenbar gibt es hier ein anderes Arbeitsklima. Kapitän ist eine Dame aus Schweden.
Wetter morgens trübe und bewölkt, vormittags leichter Regen, nachmittags reißt es auf und die Sonne scheint.


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Fortsetzung folgt.
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Reisebericht Westliches Mittelmeer 30.04.2013 – 12.05.2013 Serenade of the Seas, Royal Caribbean 17 Mai 2013 20:07 #34753

Seht ihr, nun war mein Mann doch schneller als ich. :sensation: Und wenn ich das so lese und die tollen Bilder sehe, könnte ich glatt schon wieder die Koffer packen. :yiepiehh:

VG, Happy
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Reisebericht Westliches Mittelmeer 30.04.2013 – 12.05.2013 Serenade of the Seas, Royal Caribbean 18 Mai 2013 16:17 #34763

Hallo Gummibaum,

ein spannender erster Teil :cool:

Ich finde, du kannst dich wunderbar ausdrücken und der bisherige Reisebericht ist exzellent geschrieben. :good:

Nun werden viele User schon ungeduldig auf deine Fortsetzung warten. :watchtv:

Bitte lasse uns nicht so lange darauf warten :)


Gruß Welle
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Reisebericht Westliches Mittelmeer 30.04.2013 – 12.05.2013 Serenade of the Seas, Royal Caribbean 18 Mai 2013 17:34 #34766

Schön, wieder ein Reisebericht von der Serenade! Freu mich schon auf die Fortsetzung, auch wenn ihr das Schiff um einiges anders erlebt habt, als wir. Schmutzige Ecken oder lahme Crew kennen wir gar nicht - und wir haben mittlerweile schon insgesamt 4 Wochen auf der Serenade verbracht. Was das Essen angeht - Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden, schön, dass ihr trotzdem nicht hungern musstet.... ;)
Bin schon gespannt wie es weiter geht und freu mich auch noch auf weitere Bilder
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Reisebericht Westliches Mittelmeer 30.04.2013 – 12.05.2013 Serenade of the Seas, Royal Caribbean 18 Mai 2013 18:58 #34768

So haben wir die Serenade im März (Dubai) auch nicht erlebt. Wir empfanden sie ausnahmslos sauber und den Service hervorragend. Hmmmhhh...
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Reisebericht Westliches Mittelmeer 30.04.2013 – 12.05.2013 Serenade of the Seas, Royal Caribbean 18 Mai 2013 20:48 #34769

@Welle: Danke für das Kompliment! :danke:
@alle: Vielleicht muss ich meine Aussagen etwas präzisieren.
Grundsätzlich sind die von mir aufgezählten "Mängel" Jammern auf hohen bzw. höchstem Niveau. Da war nichts dabei, was uns die Freude am gelungenen Urlaub hätte vermiesen können. Unsere Referenz ist bei allen Betrachtungen die Celebrity Silhouette von unserer Reise in 2012. Darauf beziehen sich alle Betrachtungen. Natürlich empfindet und wichtet es jeder auch anders.
Die Wahrnehmung von Schmutz z. B. ist mit Sicherheit subjektiv. Aber wenn die Gardine an unserer Balkontür aussieht, als hätte hier vorher 14 Tage ein Maschinenschlosser gewohnt, dann finde ich das als dreckig. Unter den Tischen im Freien im Windjammer blieb man teilweise mit den Schuhen am Fußboden kleben, weil es dort so klebrig war. Fällt bei mir in die Kategorie unsauber. Ebenso die innen braun gefärbten Kaffeetassen, das kann man vielleicht in der Betriebskantine bei "Firma Maschinenbau Schraube" tolerieren, aber auf einem Kreuzfahrtschiff dieser Kategorie hat es mich unangenehm überrascht.
Was die Verpflegung angeht: Für mich sind über 12 Tage immer die gleichen zwei Sorten Käse zum Frühstück nichts, was mich vom Hocker reißt. Natürlich darf auf einem Schiff von RC nicht das gleiche Frühstücksbuffet wie in Berlin im Adlon erwarten, das ist klar. Ich habe es auch nicht als störend empfunden, mit solchen Sachen kann ich mich gut arrangieren. Ich wollte es nur im Reisebericht erwähnt haben, damit Käseliebhaber keine unangenehme Überraschung erleben. Auch war das Fleisch (Geflügel, Fisch) im Windjammer häufig regelrecht f***trocken. Natürlich ist das schwer, saftiges Fleisch dort 20 Minuten auf der Warmhalteplatte anzubieten, aber wie gesagt, auf der Silhouette haben sie es hinbekommen. Und nochmal: nichts war ungenießbar, wir sind nie hungrig vom Tisch aufgestanden und Geschmackssache ist es sowieso.
Beim Service ist es ähnlich. Unser Kabinenstewart bekommt eine glatte 1+. Auch im Hauptrestaurant gab es nichts zu beanstanden. Lediglich im Windjammer lief es öfters mal etwas schleppend. War auch nicht jeden Tag so. Wie schon gesagt, wir haben es besser erlebt, das war unser Aufsetzpunkt.

Doch nun weiter im Text:




Freitag, 03.05.2013 Livorno-Civitavecchia

Wir sind schon kurz vor sieben auf den Beinen und laufen pünktlich in Civitavecchia ein. Die Equinox ist schon da. Es laufen noch ein die MSC Splendida, Seaburne Pride, eine Costa, Island Escape und ein Franzose.
Das Frühstücksbuffet wieder nur durchschnittlich, die Brötchen liegen heute wo anders und ich suche ewig. Was soll das? Gehirnjogging? Wirklich lecker ist aber das frische Obst, besonders die Ananas.
Wir sind kurz nach 8 Uhr von Bord und nehmen den kostenlosen Shuttlebus aus dem Hafen heraus. Dort angekommen laufen wir einigen Guides in die Arme, sie bieten Transfer nach Rom für 15 € pro Person an. Da lassen wir spontan unseren ursprünglichen Plan mit dem Zug zu fahren, fallen. Der Bus fährt zwar erst gegen 9.30 Uhr los, aber das passt schon. Dafür lädt uns der Bus in unmittelbarer Nähe des Petersplatzes ab. Einige im Bus haben wie wir nur den Transfer gebucht, andere eine geführte City-Tour. Gut, dass wir ersteres haben, allein bis alle aus dem Bus raus sind und sich gesammelt haben, sind wir schon fast auf dem Petersplatz. Auf dem Weg dorthin werden wir von gefühlt 500 fliegenden Händlern belagert. Die sind wirklich fliegend, denn kaum erscheint irgendwo die Guarda Financa bekommen die Jungs aber sowas von flinke Füße. Aber die Typen sind wirklich lästig und nerven.
Der Petersplatz ist sehr beeindruckend. Beeindruckend ist auch die Menschenschlange, die sich wie ein Wurm mehrmals über den Platz schlängelt, um den Petersdom zu besichtigen. Wir lehnen dankend ab. Das müssen wir nun wirklich nicht haben. Wir sehen uns noch ein wenig um und bummeln dann gemütlich durch eine kleine Gasse zur Piazza Navona. Unterwegs werfen wir noch einen Blick in eine von außen unscheinbare, aber von innen wunderschöne Kirche. Die Piazza Navona ist ein sehr schöner Platz mit 3 Springbrunnen, eingerahmt von eindrücklichen Häusern oder besser Palästen. Und wieder sehr viele Menschen und Händler. Was mich jetzt schon nervt, sind die Motorroller, die fahren einem wirklich überall über die Füße. Total nervig und lästig. Wir essen prima zu Mittag in einer Seitenstraße und laufen dann zum Pantheon, einem gut erhaltenen Tempel aus der griechischen Zeit. Auch recht beeindruckendes Gebäude, wieder Menschenmassen.
Anmerkung am Rande: Was auffällt ist, dass inzwischen jeder, aber wirklich jeder irgendein Gerät zum fotografieren in der Hand hält und teilweise exstatisch bedient. Wenn man einige von denen fragt, wo sie tagsüber gewesen sind, einige wüssten es nicht. Es wird wild und vollkommen ziellos alles geknipst. Dabei hat man sich ja inzwischen an die Leute gewöhnt, die mit ihrem IPhone knipsen. Aber was mich wirklich aufregt, sind die Typen, die ihr Tablet selbst im Urlaub überall mit hinnehmen und das Ding dann unvermittelt in die Luft zu reißen und ein Foto damit zu machen. Das ist so albern und sieht vor allem dermaßen bescheuert aus, wenn die Typen so ein Brett vor dem Gesicht halten, es ist unglaublich.
Danach noch ein leckeres Eis, Postkarten. Es ist zum Haare raufen, überall bekommt man Ansichtskarten, aber nirgendwo Briefmarken. Sie verkaufen keine, die gibt es nur in Tabakläden. Der erste hat aber auch keine. Und die Tabakläden sind nicht so eng gestreut. So was Sinnloses. In Florenz sind wir wegen zwei Marken direkt in die Post gerannt, unglaublich umständlich.
Wir setzen uns noch ein wenig in den Park am Castel Sant Angelo, dann ist es auch schon an der Zeit, zum Bus zu gehen. Abfahrt war für 16 Uhr avisiert, aber 16.15 Uhr fehlen immer noch 4 Leute. Da wird Abfahrtbefehl gegeben, Pech gehabt. Ist auch richtig so, sollen die Schnarchnasen sehen, wie sie zum Schiff kommen. Die Busfahrt geht glatt, wir sind kurz vor 6 an Bord und essen im Restaurant ganz gut zu Abend. Anschließend noch ein Bierchen am Heck und dann ab in die Kabine.
Wir hatten uns eigentlich mehr vorgenommen für Rom: Spanische Treppe, Kolosseum. War aber nicht zu schaffen bzw. wäre nur mit der Brechstange zu machen gewesen. Das will aber auch keiner. War auch so anstrengend genug.
Mein persönliches Fazit von Rom: Laut, staubig und sehr anstrengend. Besonders die Rollerfahrer. Die Stadt mit ihren Bauten ist sehr beeindruckend. Und wir haben auf dem Petersplatz gestanden. Die Sachen, die wir nicht gesehen haben, stehen dort nun schon z.T. seit mehr als 1000 Jahren rum, sie werden, auch ohne dass wir sie gesehen haben, noch ein paar Jahre dort stehen. Mann muss/kann nicht alles schaffen und das ist auch nicht schlimm bzw. habe ich nicht das Gefühl, was verpasst zu haben.
Wetter ganztägig sonnig und angenehm warm.



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Samstag, 04.05.2013 Civitavecchia-Salerno

Wir sind gegen 7 UHr auf den Beinen, Frühstück im Windjammer, wir sitzen schön draußen in der Sonne. Wir nehmen uns Zeit, gehen so gegen 9 von Bord und nehmen den kostenlosen Busshuttle in die Stadt. Dort bummeln wir durch die City und die Einkaufsmeile. Die ist nun noch hässlicher als unsere Prager Straße in Dresden. Dabei ist es extrem schmutzig. Wir gehen einmal hoch und wieder runter und nehmen dann das Bootsshuttle nach Amalfi. Das ist wunderschön, eine kleine Stadt in eine enge Schlucht gezwängt und bis sehr weit nach oben direkt in den Berg hinein gebaut. Zwar gibt es viele Touris, aber es ist trotzdem schön. Wir besuchen den Dom, speisen in einer Seitengasse gut und preiswert, schlendern über die Mole und nehmen noch ein wirklich spektakuläres Eis. Dann warten wir am Hafen auf unser Boot. Dabei können wir einem Dutzend Männern zusehen, die im Hafenbecken mit ihren Kajaks eine Art Wasserball spielen. War sehr lustig anzuschauen. Gegen halb sechs sind wir zurück auf dem Schiff und essen heute auf dem Achterdeck im Windjammer zu Abend, wir wollen uns das anspruchsvolle Auslaufmanöver nicht entgehen lassen. Leider verzieht sich die Sonne während wir essen. Das Angebot weiß wieder nicht zu überzeugen, weder von der Auswahl noch von der Qualität. Wir flanieren noch durchs Schiff, mopsen am Buffet ein paar Käsecracker und lassen den Tag auf der Kabine ausklingen.
Laut Durchsage werden wir nach Mitternacht die Straße von Messina und den Stromboli passieren. Schade, schlechte Zeit.
Wetter ganztägig sonnig, gegen Abend bewölkt. Gegen 21 Uhr auf steuerbord entfernt Gewitter.


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Sonntag, 05.05.2013 Seetag

Wir sind wie immer früh auf den Beinen, Frühstück auf dem Achterdeck im Windjammer. Den Tag verbringen wir im Wesentlichen mit faulenzen, lesen, schreiben, schlafen und essen. Es gibt hier leider nicht so interessante Vorträge über das Schiff und die Technik wie auf der Silhouette, das bietet sich ja gerade an Seetagen an. Es gibt nur eine kleine Kochshow mit einem Küchenbullen und dem Cruise Director, aber die ist eher auf Klamauk angelegt. Nachmittags ist ein „Bauchplatsch“-Wettbewerb am Pool, es finden sich tatsächlich 7 Männer, die mitmachen. Seichte Unterhaltung eben, das mögen die Leute und das passt auch.
Abends gibt es einen Sektempfang mit Kapitän Karin. Nicht im Theater mit großer Vorstellungsrunde, nur im Centrum und eher seicht und sparsam. Auch das haben wir schon wesentlich besser arrangiert erlebt.
Die deutschen Übersetzungen im täglichen Newsletter sind teilweise haarsträubend bis tatsächlich sinnentstellend. Unverständlich, unter dem Personal sind Deutsche, warum man die das nicht Korrektur lesen oder gleich ordentlich übersetzen lässt. Teilweise sind auch ganze Abschnitte in englisch oder französisch. Auch die in den Text eingefügten Fotos der Mannschaft sind grausig, die hat man in der Größe angepasst, ohne das Seitenverhältnis bei zu behalten. Folge: alles Eierköpfe, entweder hochkant oder im Breitformat.
Abends flanieren wir noch etwas über die Decks und lassen uns im Centrum einen Drink bringen. Es dauert sehr lange und dann bekomme ich auch noch eine falsche Rechnung mit einer fremden Seapass-Card. Diese Korrektur dauert dann nochmal eine halbe Ewigkeit…
Heute gab‘s einen Handtuch-Elefanten.


Fortsetzung folgt
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Reisebericht Westliches Mittelmeer 30.04.2013 – 12.05.2013 Serenade of the Seas, Royal Caribbean 19 Mai 2013 07:23 #34771

Bis jetzt ein toller Reisebericht und sehr schöne Bilder.Wir waren vorher auf der fahrt von Dubai nach Barcelona dabei.Mit dem Newsletter kann ich nur zustimmen das ist teilweise echt n die Hose gegangen mit der Übersetzung und das man gegenüber X einen Stern abziehen muss kann ich auch nachvollziehen.An manchen Ecken klappt es halt nicht so wie man es sich wünschen würde. Noch eine Frage zu dem Bild mit dem Gewitter? Ist das auf See aus freier Hand entstanden? Es sieht spitze aus!! ;)
Ich freue mich auf den nächsten Teil des Berichtes ...
Bis denne
Gruß Frank :ureif:
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Reisebericht Westliches Mittelmeer 30.04.2013 – 12.05.2013 Serenade of the Seas, Royal Caribbean 19 Mai 2013 11:44 #34774

Moin lieber Gummibaum, :laugh:
schöner Reisebericht und das Gewitterfoto ist ja wohl der Knaller!

Jetzt aber zu deinen Kritikpunkten der Serenade, die wir leider bestätigen können.

Auch wir sind die Transsuez direkt vor euch gefahren und es war einfach eine schöne Cruise, Dubai, die Seetage, Ägypten, der Kanal, rundum gelungen. Wir hatten einen guten Room Attendant, ein sehr gutes Team im Hauptrestaurant (my Time Dining bei Nelvis and Miss Fink) und tolle Mitreisende.
Aber . . . es gab auch Schatten und ich habe mich echt gefragt, ob du Zugriff auf meinen PC hast. Denn was die Sauberkeit oder die deutschen Übersetzungsversuche betrifft, steht so fast wortwörtlich in meinem RB. Ich begreife es bis heute nicht, diesen wunderschönen Außenbereich so stiefmütterlich zu behandeln. Dieser klebrige Cola-See ist wohl immer noch da und ähnlich "sticky" waren auch Bereiche des Pooldecks im Solarium. Ich habe auch noch nie eine so ungepflegte Damentoilette im Bereich des Hauptrestaurants auf Deck 5 gesehen und nicht nur an einem Tag.
Wir hatten uns gefragt, ob das Reinigungspersonal auf dieser Repositionierung eventuell reduziert wurde. So ziemlich alle Scheiben incl. unser Balkon wurden nicht geputzt und trugen in Barcelona immer noch den Wüstenstaub von 3 Monaten VAE.
Bei deiner Gardinenbeschreibung mußte ich doch lachen, hattet ihr unsere Kabine auf Deck 9? Und unsere Balkonmöbel gehörten auf den Müll und nicht auf ein renoviertes Schiff.

Die deutschen Übersetzungen des Cruise Compasses waren täglich ohne Außnahme dilettantisch, ständige Fehlinformationen, sinnlose Sätze, Worte die es im Deutschen nicht gibt und eine dümmliche fadenscheinige Ausrede von der Brasilianerin Rosie, International Ambassador.

Frau Kapitänin war zwar sehr freundlich, aber auch sehr distanziert. Sie hat bei den Begrüßungsveranstaltungen sehr deutlich betont, dass ihr Platz auf der Brücke ist und sie das Schiff von A nach B zu navigieren hätte. Das sie dann aber gleich 5 Tag am Stück "verschwunden" war und niemand die mittäglichen Durchsagen übernahm, war auch so eine Merkwürdigkeit.

Das Personal war teilweise sehr freundlich, aber sehr viele waren ungewohnt distanziert, desinteressiert, sehr sehr langsam, lächelten nicht, übersahen uns auch mitunter gerne mal. Die junge Frau im Cafe Latte tudes beschäftigte sich immer wieder lieber mit ihren Utensilien, aber nicht mit mir. Warum? es war doch sonst kein Gast da! Wenn sie wenigstens die Tischchen gesäubert hätte, ich habe zum ersten Mal solche Mängel fotografiert.

Und zum ersten Mal habe ich einen Bewertungsbogen abgegeben, der viel Lob, aber auch deutliche Kritikpunkte enthielt.

So, ich freue mich jetzt auf deine Fortsetzung.

VG aus Kiel
Nane
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Reisebericht Westliches Mittelmeer 30.04.2013 – 12.05.2013 Serenade of the Seas, Royal Caribbean 19 Mai 2013 20:55 #34775

@Maxum: danke für das Kompliment. Das Foto vom Gewitter ist nicht ganz freihand: Kamera aufs Balkongeländer, ISO 100, Blende 5.6 und dann so lange belichtet, bis ein ordentlicher Blitz kommt, in diesem Fall nach 22 Sekunden. Es gibt fast nichts, was man leichter fotografieren kann als ein Gewitter. :P
@Nane: nein, ich hab' Deinen Computer nicht gehacked :laugh: Und ja, wir waren auf Deck 9, genau in der 9608. Ansonsten kann ich Deinen Einschätzungen zu 100% zustimmnen. Was mir noch eingefallen ist: Die Poolhandtücher wären bei mir durch die Bank weg alle in die Putzlappenkiste gewandert. :S

Teil 3

Montag, 06.05.2013 Ankunft Venedig

Früh Standardprogramm, Windjammer zum Frühstück, dann lungern wir auf der Kabine herum, das Wetter ist nicht die Wucht. Wir gehen zeitig zum Mittag, weil wir das Einlaufen nach Venedig auf dem Oberdeck genießen wollen. Das Windjammer macht 12 Uhr auf, bis 12.20 Uhr sind nur 50% der möglichen Buffets bestückt. Dabei ist die Bude rammelvoll. Jeder weiß, dass die Leute zeitig an Deck wollen, und die bekommen das Futter nicht beizeiten auf die Back.
Als wir auf Venedig zuhalten, fährt die Brücke völlig unvermittelt ein hartes Manöver: kurzzeitig Hartruderlage erst backbord und sofort darauf wieder steuerbord. Das Schiff holt entsprechend nach beiden Seiten ordentlich über, die Schranktüren haut es zu. Auf Deck 4 im Centrum versteigern sie Gemälde, die Dinger kippen dabei locker von der Staffelei. Im Achterwasser ist wie gemalt ein schönes „S“ zu sehen. Nach 20 Minuten meldet sich „Master of the Vessel“ und teilt lapidar mit, dass es keinen Grund zu Beunruhigung gäbe.
Pünktlich erreichen wir Venedig, das Einlaufen ist wirklich beeindruckend. Entgegen unserer Erwartungen durchfahren wir den Canale di San Marco und den Canale della Giudecca (in den Medien kursierte 2012 eine Geschichte, diese Route wäre nicht mehr erlaubt), direkt vorbei am Marcusplatz und Marcusdom. Wir erreichen unseren Liegeplatz im Westen und machen überpünktlich kurz vor 14 Uhr fest. Neben uns liegen insgesamt noch 8 Kreuzfahrer hier. Wir gehen von Bord, es gibt einen kostenlosen Bus zum Hafentor. Die Reederei bietet ein Bootsshuttle an für 40 $ pro Person für 2 Tage, das Boot fährt aber nur bis zum Marcusplatz. Nix für uns, wir ziehen auf eigene Faust los. Es gibt direkt am Hafentor einen „People Mover“, eine unbemannte Standseilbahn, die bringt uns für 1 € zum Piazza le Roma, dort steigen wir in ein Vaporetto, der Linienbus zu Wasser sozusagen. Eine 24-Stunden-Karte kostet hier 20 € pro Person und ist auf allen Linien gültig.
Es hat etwas zu regnen begonnen, gut, dass unser erst in Florenz angeschaffter Schirm auf der Kabine liegt. Wir fahren bis zur Haltestelle Zattere und gehen von dort nicht geradlinig in Richtung Piazza San Marco. Der Regen hat wieder aufgehört. Unterwegs an der Kirche San Stefano genehmigen wir uns einen Cappuccino und etwas Gebäck, sehr lecker. Wir trödeln weiter und erreichen den Marcusplatz. Auch hier beeindruckt die gewaltige Architektur und Weite, wobei der Marcusdom vergleichsweise klein erscheint und zur Hälfte eingerüstet ist. Es ist 17 Uhr und der Dom wird soeben geschlossen. Wir lassen uns weiter treiben, kaufen Postkarten, bummeln durch hübsche Ladenstraßen. Die Häuser sind beeindruckend, man ist immer dabei, nach oben zu schauen. Man kann sich an den Fassaden nicht satt sehen, so viele verschiedene Architekturstile, die Fensterläden, die Balkone mit den Blumenkästen. Obwohl durch die Feuchtigkeit bedingt die Bausubstanz teilweise besorgniserregend erscheint, verströmt alles eine merkwürdige Atmosphäre, die doch Besitz von uns ergreift. Wir erreichen schließlich die Rialto-Brücke, in der Nähe essen wir zu Abend, nur durchschnittlich. Inzwischen bricht die Dämmerung herein und wir schlendern weiter zurück zum San Stefano, dort genehmigen wir uns noch einen Cappuccino und ein fettes Eis (heute ist Welt-Anti-Diät-Tag, wie wir später im Fernsehen erfahren). Dann zurück mit dem Vaporetto und dem People Mover zum Schiff. Dort angekommen, treffen wir direkt auf unsere Tischnachbarn aus Magdeburg, die völlig aus den Wolken fallen, dass wir erst um diese Zeit wieder an Bord sind (es ist 22.30 Uhr). Martina schimpft nur, sie hätte sich immer verlaufen… Naja, offensichtlich haben sie das Schiff ja wieder gefunden.
Wetter trüb, nachmittags etwas Regen




Dienstag, 07.05.2012 Venedig

Wir stehen gegen 7.30 Uhr auf, frühstücken zusammen mit Ruth und Ulla und machen uns wieder auf die Socken in die Stadt. Das Vaporetto ist wahnsinnig voll, wir erwischen die falsche Linie, die hält nicht überall. Also müssen wir mit einem anderen wieder die halbe Strecke zurück fahren. Wir trödeln durch das jüdische Viertel, setzen mit dem Vaporetto über nach San Michele, dem Friedhof. Er ist ganz nett, eben ganz anders als wir einen Friedhof kennen. In einem Bereich hat jede Grabstelle einen Stromanschluss. Fehlt nur noch Wasser und Kabelfernsehen. Ein Rätsel. Wir fahren wieder zurück und trödeln ohne festen Plan durch die Gassen. Wir kehren zum Mittag ein und es ist ein Reinfall. Die Pizza schmeckt fast noch bescheidener als unsere Tiefkühlware zu Hause. Wir verbummeln den Tag auf angenehme Weise, kehren wieder dort ein, wo wir gestern abend so leckeres Eis hatten und nehmen das Gleiche noch einmal, weil es sich bewährt hat. Schließlich nehmen wir am Marcusplatz den Vaporetto in Richtung Schiff. Wir kommen erst mit dem zweiten weg, das Ding ist wahnsinnig voll. Es ist kein Vergnügen, gehört aber irgendwie dazu. Schließlich erreichen wir gegen 17.30 Uhr unser Schiff, neben uns ist die Equinox eingelaufen. Wir essen im Restaurant zu Abend und genießen anschließend das Auslaufen auf Deck 12. Das ist wirklich schön, wir erwischen genau die blaue Stunde. Danach verschwinden wir in der Kabine, wir sind geschafft und hundemüde.
Um kurz die Systematik der Vaporetto-Linien anzureißen:
Linien 1 und 2 verkehren über den Canale Grande, Linien 4 und 5 umkreisen Venedig, die anderen Linien verbinden die Außenbezirke mit der Innenstadt. Die Fahrtrichtung wird durch eine zusätzliche Ziffer angezeigt, z. B. 4.2 oder 5.1.
Wetter ganztägig sehr schön, Sonne, angenehme Temperatur.


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Mittwoch, 08.05.2013 Venedig-Ravenna

Wir stehen zeitig auf wie immer und frühstücken im Windjammer. Wir sind bereits 7.00 Uhr in Ravenna eingelaufen. Wir gehen gegen 9.00 Uhr von Bord und fahren mit dem Shuttle (14 $ pro Person) in die Stadt, Fahrzeit ca. 25 Minuten. Abends erfahren wir von Marina und Frank den alternativen Weg in die Stadt: zu Fuß die Straße entlang bis links die Fähre über die Hafenzufahrt erreicht wird, Preis 1 €. Am anderen Ufer Linienbus in die Stadt, Fahrpreis auch 1 €.
Die Stadt ist nett anzuschauen, nichts Aufregendes. Die Mosaike in den verschiedenen Kirchen sind allerdings sehr beeindruckend. Wir schauen uns alle an, es gibt ein Kombiticket für alle Kirchen. Auf dem Markt noch ein Cappuccino, dann langsam zurück zum Shuttlebus. An der Haltestelle stehen schon ca. 70-90 Leute in der Schlange. Nach einiger Zeit, die Schlange hat sich verlängert, kommt ein Shuttlebus, Leute steigen aus, der Bus fährt weg. Wie sich herausstellt, hat der Fahrer Mittag. Nach 10 Minuten kommt der nächste Bus, die ersten Leute werden verladen, darunter eine Rollstuhlfahrerin. Sie wird auf eine Rampe an der hinteren Tür bugsiert, da sie aber doch außerordentlich bemerkenswert beleibt ist, geht die Rampe kaputt. Sie hängt irgendwie schräg und rattert nur noch, der Rollstuhl kommt nicht in den Bus. Dann kommt der nächste Bus, in den wir zum Glück rein kommen. Die Schlange, die zurück bleibt, ist erheblich. Außerordentlich schlecht organisiert.
Als wir den Bus verlassen, werden wir wieder, wie in Venedig, von den italienischen Behörden gründlichst gefilzt. Ist zwar alles Schengen, aber es ist ja ihr gutes Recht. Lustiger Weise werden die Busse mit den gebuchten Touren von der Reederei ohne Kontrolle einfach durch das Hafentor durch gewunken. Was das soll, bleibt für uns ein Rätsel.
Zurück an Bord essen wir im Windjammer Mittag, danach legen wir uns auf Deck 11 in die Sonne und entspannen. Abends im Restaurant, danach achtern auf Deck 11, den Sonnenuntergang fotografieren. Martina und Frank kommen dazu, wir plaudern entspannt. Noch ein Drink, dann in die Kabine.


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Reisebericht Westliches Mittelmeer 30.04.2013 – 12.05.2013 Serenade of the Seas, Royal Caribbean 20 Mai 2013 09:50 #34778

Guten Morgen Gummibaum, danke für diesen tollen Bericht. Wir saugen ihn regelrecht auf, da wir am 31.05.13 die gleiche Kreuzfahrt mit der Serenade OTS antreten. Vor allem für Deine Angaben zu Bootsverbindungen und Shuttle-Services etc. sind wir sehr dankbar. Wir haben diese schon ausgedruckt und zu unseren Reiseunterlagen gepackt. Wir sind Fans von RCCL und bisher nur mit der Voyager-Klasse unterwegs gewesen. Manche Beschreibungen in Deinem Bericht bringen jedoch bei meinem Mann Sorgenfalten auf die Stirn, na ja wir werden sehen (und vielleicht berichten). Noch schönen Feiertag.
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