Am Freitag, den 04.November machte ich mich mit meinem Freund auf nach Malaga. Am Montag sollte unsere Kreuzfahrt mit der Adventure of the seas ab Malaga starten.
Nach einem problemlosen Flug landeten wir erstmal im Regen. Da es aber ohnehin wärmer war als in Hamburg nutzten wir den Abend gleich für einen Stadtbummel durch diese wunderschöne spanische Metropole und hatten ein tolles Wochenende mit Tapas, süßem Wein und dann doch noch viel Sonne.
Da ich am Montag bereits morgens um 5 Uhr aufgeregt aufgewacht war, liefen wir gleich um halb sieben zum Hafen um nachzusehen, ob die Adventure tatsächlich angelegt hatte. Im Morgengrauen ein wunderschönes Bild eines Schiffes.
Nachdem wir im Hotel die Koffer gepackt hatten (inkl. Ladekabel vergessen!) machten wir uns freudig erregt mit dem Taxi auf den Weg zum Hafen. Um 11 Uhr konnten wir ohne Schlange und Warten an den Check-in Schalter. Bis dahin also alles perfekt. Bis dahin.
Der freundliche Mann fragte uns nach dem Ausdruck den Boardingpasses, der Pässe, der Kreditkarte und dem AUSDRUCK des ESTA Visums. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass wir ein Esta Visum haben und ein Ausdruck nicht nötig sei. Den Ausdruck hätten wir nicht dabei. Er entgegnete, dass wir ohne ESTA-AUSDRUCK nicht auf das Schiff könnten. Ich bat ihn, doch bitte seinen Vorgesetzten zu fragen. Auch dieser beharrte auf dem Ausdruck. Mir wurde ganz heiss und kalt.
Auf die Frage, wo wir denn diesen Ausdruck jetzt herbekommen sollten, hatten die beiden leider keine Antwort.
Zwischenzeitlich hatten auch schon andere Passagiere dieses Problem. Nach einigem hin- und her haben wir dann einen Freund in Hamburg angerufen, ihm unsere Esta-Nummern, Passnummern, Geburtsdaten etc. durchgesagt. Er gab diese erneut in den Computer ein und faxte den Ausdruck an einen Callshop im Terminal. Die wurden an diesem Tag sicherlich reich, da sie sich alle eingehenden Faxe bezahlen ließen.
Wir beschwerten uns nochmals beim Check-in über dieses nicht angekündigte (und gem. den Einreisebestimmungen überflüssige) Procedere und konnten dann endlich aufs Schiff.
Nach dem ersten Gin-Tonic sah die Welt dann gleich gelassener aus. Wir hatten eine Balkonkabine fast direkt unter der Brücke des Schiffes. Auch wenn diese teils arge Gebrauchsspuren aufwies, war dies ein schönes Heim für die kommenden zwei Wochen.
Die Publikumsstruktur war, wie bei TAs üblich, etwas älter. Das Schiff war mit nur 2300 Passagieren nicht ausgebucht. Es waren ca. 300 deutsche Gäste an Bord.
Da der erste Tag gleich ein Seetag war, hatten wir reichlich Zeit das Schiff zu erkunden. Besonders gut gefallen hat uns das Deck 4. Man hat einen kompletten Umlauf um das Schiff und ist dem Wasser recht nahe. Auch Pooldeck und Royal Promenade haben und gut gefallen. Insbesondere Abends nach dem Essen bot sich Deck 4 für eine schöne Zigarette an.
Apropos Essen: Wir hatten einen 8er Tisch im Strauss zugewiesen bekommen, der allerdings nur zu sechst belegt war. Wir hatten viel spass mit unseren charmanten und lustigen Tischnachbarn. Ebenso mit dem Service, der zügig, freundlich und ausgesprochen professionell agierte. Leider waren die Speisen nicht auf diesem hohen Level.
Dem stets schön angerichteten Essen fehlte es deutlich an Kreativität und Würze. Neben dem stets angepriesenen frischen Pfeffer, hätten wir uns auch Geschmackspulver gewünscht. Das Fleisch war stets excellent, ebenso der Fisch. Nur eben ohne Gewürze.
Die auf der täglich wechselnden Karte angegebenen Gerichte wichen in der Realität leider vom Angebot ab. Das Surf-and-Turf gabs ohne Hummer oder Garnelen. Dafür eine Hummerfarce in einem Hummerschwänzchen. Sehr unzureichend.
Als ich mir einen Abend Tofu bestellte, machte mich unser freundlicher Kellner dankenswerterweise darauf aufmerksam, dass es sich um einen Tofu-Ersatz handele (was immer das ist). Also bestellte ich etwas anderes.
Diese kleinen Unzulänglichkeiten zogen sich leider durch alle 13 Abendessen.
Katastrophal empfanden wir die Zustände im Windjammer - dem Buffetrestaurant. Völlig einfallslose Speisen, viel zu wenige Tische und kaum Einweisungen der gierigen Drängler durch das Personal. Alles absolut chaotisch.
Nach 3 Anläufen im Windjammer (Frühstück oder Lunch) zogen wir das wunderbare gesetzte Lunch im Speisesaal vor.
Hier wurde wieder perfekter Service geboten, die Speisen waren gut.
Nach dieser Erfahrung waren wir sehr skeptisch, was unseren Schiffswechsel in San Juan auf die Carnival Victory anging...
Die Adventure of the seas selbst ist ein überzeugendes Schiff. Viele Liegen, großzügige Flächen und ein tolles Unterhaltungsangebot. Das Interieur ist halt glitzeriger 2000er Ami-Charme.
Insbesondere die Champagnerbar mit dem wunderbaren Service von Herbert (Phillipinen) und Sophia (Portugal) war ein tägliches abendliches Highlight vor dem Essen (und anschließend...hicks).
Überhaupt waren alle Mitarbeiter ausgesprochen freundlich und engagiert.
Nach Madeira, Lanzarote, Gran Canaria und Teneriffa vergingen die 6 Seetage leider viel zu schnell und wir erreichen St.Thomas in der Karibik. Dort machten wir einen tollen Ausflug auf die Nachbarinsel St.John.
Ein schönes Eiland mit einem herrlichen Strand (Trunk Bay).
Am letzten Abend witzelten wir mit unseren Tischnachbarn über unseren bevorstehenden Schiffswechsel auf Puerto Rico. In Deutschland geniesst Carnival ja ein sehr "spezielles" Image. Da wir aber für eine Woche Karibik ein super Balkonkabinen-Angebot gefunden hatten, hatten wir alle Vorurteile über Bord geworfen und freuten uns auf Sonne, Spaß, kalte Drinks und die schrill bunte Victory. Ab Puerto Rico sollten beide Schiffe komplett ausgebucht sein. Wegen der Thanksgiving-Ferien drohte auf beiden Schiffen die Kinderinvasion. Die auf der Transatlantikreise anwesenden 30 Kinder nahm man erfreulicherweise gar nicht wahr. Ich vermute, diese waren die ganze Zeit im Kinderbereich eingesperrt oder wurden in einem Rettungsboot hinter dem Schiff hergezogen

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Nach 13 Nächten auf der Adventure machten wir uns nach einem späten Check-out mit dem Taxi auf den Weg zur Carnival Victory. Diese lag direkt in San Juan. Die Adventure lag am Pan-American-Pier etwas ausserhalb.
Bei brütender Hitze und heftiger Sonne konnten wir erfreulicherweise nach kurzer Wartezeit direkt aufs Schiff.
Wie schon erwartet wurde das Schiff offenbar von einem Designer auf Speed eingerichtet. Überall blinkt und funkelt es, alle Farben des Regenbogens treffen auf schwarze Lackfliesen mit Silbersprenkeln. Echt heftig aber auch sehr lustig und very american.
Unser Glücksbalkonkabinen-Special katapultierte uns in eine Rolli-Kabine!!!! Riesengroß, toller Balkon und großes Badezimmer. Die Kabine war sauber und perfekt in Schuss. Als erstes musste ich mir allerdings meinen Pullover aus dem Koffer suchen. Dieses Schiff war auf 16 (!) Grad herunter gekühlt. Nach einigen Tagen hatten wir uns daran gewöhnt. Aber wenn man von einem der Pools oder dem Außendeck kam war das stets ein heftiger Wechsel.
Nachdem wir uns das Schiff angesehen hatten, gingen wir zum Welcome Lunch ins Buffet Restaurant. Was wir dort sahen, hatten wir allerdings nicht erwartet: Perfekt ausgarniertes, leckeres, abwechslungsreiches und wohlschmeckendes Essen. Auch gab es keine Drängler und Chaos. Alle warteten "in-line" und suchten fröhlich aus. Es gab jede Menge Tische - drinnen und draußen. Auch das Hauptrestaurant am Abend erfüllte sämtliche Erwartungen. Lediglich der Service im Hauptrestaurant war nicht ganz so perfekt wie bei RCCL. Dafür bot die Karte von Froschschenkeln, über Hummer bis zu Austern, Steaks und Fisch alles was man sich wünschen konnte. Und - es war ein Koch mit Würzhand am Werke!
An Bord der Victory besuchten wir in der Woche St.Thomas, Barbados, St.Kitts, St.Lucia und St.Maarten. Auf St. Maarten trafen wir auch die Adventure wieder. Inklusive unserer damaligen Tischnachbarn. Diese waren allerdings über die zwischenzeitlich eingetretenen Umstände auf dem Schiff alles andere als erfreut. Die voll ausgebuchte Adventure und Gäste ohne Benimm machten die Karbikwoche wohl nicht sehr schön.
Merkwürdigerweise konnten wir dieses Verhalten auf der Victory in keinster Weise feststellen. Selbst die zahlreich an Bord weilenden Kinder waren überwiegend sehr freundlich, Eltern kümmerten sich und wir verbrachten eine interkulturell sehr interessante Woche.
Entgegen aller Vorurteile haben wir für uns festgestellt, dass Carnival mit bester Organisation und gutem Essen unsere Nummer eins war. Und den Gruppentänzen am Pool kann man ohne Probleme entgehen und zu einem ruhigen Poolbereich wechseln. Oder auch nicht - ganz wie man will.
Besonders loben möchte ich noch die gute Organisation des Check-outs bei Carnival. Wir hatten beim online check-in angekündigt, dass wir einen frühen Rückflug haben. Wir wurden automatisch in die erste Check-out Zone gebucht, bekamen alle Infos aufs Zimmer. Wir waren um 08:00 h morgens in der Wartezone und um 09:00 h auf dem Flughafen.
Folgendes haben wir in diesem Urlaub gelernt:
Die nächste Transatlantik nicht mit Royal Caribbean sondern wieder mit Celebrity oder Princess, die nächste Karibik-Spass-Fahrt hingegen sofort wieder mit Carnival.
In diesem Sinne - enjoy your comming cruises folks
Daniel