Ein Traum wurde wahr - einmal um Kap Hoorn. Am 06.12.08 starteten wir von Frankfurt nach Buenos Aires. Die Route war Buenos Aires - Montevideo - Puerto Madryn/Peninsula Valdez - Punta Arenas - Ushuaia - Punta del Este - Portobelo - Santos und dann von Sao Paulo zurück nach Frankfurt.
Wir informieren uns immer über das Auswärtige Amt, was es an Reisewarnungen so gibt, wo man sich allein ohne Gefahr aufhalten kann usw. Buenos Aires ist ein bißchen unsicher, man muß aufpassen! sonst hat man evtl. fürchterliche Scherereien. Wir kauften uns einen Reiseführer über Patagonien, und das Geld war gut angelegt. Hier standen wirklich tolle Tips drin.
Der Flug mit LH ging über die Sahara, noch nie haben wir Afrika so toll von oben gesehen. Unvergeßlich. In Buenos Aires wurden wir abgeholt, ins Hotel gebracht, am nächsten Morgen nach dem Frühstück Stadtbesichtigung auf eigene Faust. Wir waren sehr früh dran, es war noch nicht viel los. Um 11.30 h kam der Bus zum Schiff, das kannten wir ja schon, schnelles problemloses einchecken, auf die Kabine und dann los. Bloß unsere Koffer, wo blieben die?
Na ja, um 20 Uhr nichts von den Koffern zu sehen, hat sich herausgestellt, daß RCCL diese im Hotel nicht abgeholt hat, werden nachgeliefert, versprochen! Pustekuchen, am nächsten Morgen, Montevideo in Uruguai, keine Spur. Also Reiseversicherung und -büro informiert, Gepäckverspätungsschutz in Anspruch genommen, konnten einkaufen gehen. Bloß wo kriegst jetzt Unterwäsche uns so weiter her? Wir wurden fündig, kauften ein, für Stadtbesichtigung blieb nicht viel Zeit. Nach zwei Seetagen kamen wir in Puerto Madryn auf Pensinsula Valdez an, auf dem Pier lagen schon die ersten Seelöwen, hatten kein bißchen Angst. Wir hatten einen Ausflug zur Punta Norte und der Estancia San Lorenco gebucht, 170 €/Person , und haben dafür eine Menge bekommen. Durch die sprichwörtliche Pampa ging es, Guanacos, Adler, Schafe, Pferde, seltene unbekannte Vögel, alles gesehen.
Auf der Estancia erfolgte der Umstieg in Kleinbusse, dann ging es zu einer riesigen Pinguinkolonie, hunderttausende Magellan-Pinguine bevölkerten den Strand und den Küstenabschnitt. Man lief mitten durch die Kolonie, die Tiere hatten keine Angst. Dann zur Seelöwen-Kolonie, riesige Tiere, alle lagen faul am Strand und ließen sich die Sonne auf den Pelz brennen.
Nach einem hervorragenden Essen ging es dann wieder zurück zum Schiff. Dann ging die Fahrt durch die Magellanstraße . Nächste Station war Punta Arenas in Chile. Ein hübsches Städtchen, das wir zu Fuß und per Taxi erkundeten. In der Marina erstanden wir handgestrickte Alpakapullover für 20 US-Dollar und Mützen für 5 Dollar. abends ging die Fahrt dann rein in den Beagle-Canal, unbeschreiblich. Wir waren backbord, die riesigen Gletscher direkt vor dem Fenster. Unbeschreiblich. Nächster Höhepunkt Ushuaia/Tierra del Fuego. Hier ging es mit dem Katamaran über den Beagle-Canal, Leuchtturm am Ende der Welt, Seelöwen ohne Ende, Lummen und Pinguine. Dann Umstieg auf den Bus zur Fahrt durch Feuerland. Die obligatorischen Fotos mit dem großen Hinweis, Fin del Mundo, Bahia Lapatia, Ende Carretera Austral, Ende der Panamericana, und dann zum kleinsten Postamt am Ende der Welt, Isla Rodonda Canal Beagle. Die Eindrücke werden für immer bleiben.
Jetzt der absolute Höhepunkt, Sonntag morgen 8 Uhr Kap Hoorn in Sicht. Wetter klar, sehr ruhige See, Wellenhöhe 3 - 4 m, unser Kapitän war total glücklich. Überall Felsen, an die das Wasser klatschte, Kap Hoorn ein riesiger "Felsen" im Meer, unbeschreiblich. Und dann kamen auf einmal aus allen Winkeln kleine Segelboote, wo die nur so schnell herkamen ist ein Rätsel geblieben.


Nach zwei Stunden abdrehen, Kurs Nord. Um 13 Uhr Durchsage von der Brücke: an Kap Hoorn stürmt und schneit es.
Dann Besuch von Punta del Este, nobler Badeort, alles sauber, wunderschön. Stromerten durch die Stadt, kaufen ein paar Kleinigkeiten, dann ging es nachmittas Richtung Brasilien. In Portobelo machten wir einen faulen Strandtag, an der Smaragdküste, in einem Hotel nur für Kreuzfahrtgäste. Unser brasilianischer Fremdenführer war sehr nett, informativ, hilfsbereit.
Nächste Station war dann schon Santos, ausschiffen und Fahrt nach Sao Paulo. Durch Sao Paulo ging die Fahrt zum Flughafen, wir haben unbeschreibliches Elend gesehen.
Nach einem "Horrorflug" kamen wir dann in Frankfurt an, so unruhig war noch nie ein Flug. Viele Passagiere hatten Angst, das Flugzeug wurde durchgeschüttelt, auf die Seite gezogen, dann ging es wie im Fahrstuhl abwärts. Drei Monate später ist auf dieser Route die Air-France-Maschine heruntergefallen. Wir haben uns dann sagen lassen, daß auf der Strecke immer Turbulenzen zu erwarten sind.