Unsere Anmerkungen, Meinungen und Erkenntnisse zur gesamten Reise (Teil 3):
Hinflug und Rückflug:
Wir sind mit einer Boing 747-400 mit "In-Seat-Entertainment" geflogen. Jeder hatte einen kleinen Bildschirm im Vordersitz, mit Filmen, Serien und Spielen in verschiedenen Sprachen. Das machte die Flüge recht kurzweilig.
Wir hatten bereits letztes Jahr gebucht, als Singapore Airlines eine Sonderaktion Frankfurt - New York aufgelegt hatte. Wir haben für Economy 295,- Euro p. P. hin und zurück bezahlt. Da kann man nicht meckern.
In Frankfurt wollte niemand mehr die APIS-Formulare sehen und am JFK fiel uns auf, dass keiner mehr ESTA-Anträge sehen wollte oder eine Reiseroute des Schiffs verlangt hätte.
Die Einreiseformulare im Flieger gibt es aber noch, eine Zollerklärung und den grünen Ein- und Ausreisezettel.
Airtrain und Metro:
Der Airtrain verbindet die einzelnen Flughafenterminals untereinander und bindet auch die Metro an. Unserer Meinung nach ist das auch mit Reisegepäck kein Problem, die meisten Metrostationen haben entweder einen Aufzug oder zumindest Rolltreppen.
Hotel:
Wie oben geschrieben gut und günstig, wir hatten hier eine Sonderaktion erwischt, 3 Nächte ohne Frühstück kosteten etwa 108,- Euro p. P.
Das Hotel liegt Ecke 53rd Strasse/3rd Avenue, also sehr zentral. Eine Metrostation war wenige Meter entfernt, Grand Central oder Times Square waren in ca. 10 Minuten zu Fuß erreichbar.
Aus unserer Sicht kann man das Hotel klar weiterempfehlen.
New York:
Muss man nicht viel zu sagen, oder?
Wenn ich alles aufzähle, was wir unternommen und gesehen haben, würde der Bericht viel zu lang.
Cape Liberty:
Es gibt sicher schönere Häfen, um eine KF zu beginnen. Außerdem ist Cape Liberty überhaupt nicht an öffentliche Verkehrsmittel angebunden, so dass man immer auf Taxis, Limousinen oder Transfers von RCCL angewiesen ist.
Ein Taxi von Manhattan nach Cape Liberty kostet bei 4 Personen bis zu 130 USD. Für das Geld sollte man sich lieber eine komfortable Limousine ordern. Dies ist sicherlich in jedem Hotel möglich. Je nach Bargeldreserven sollte man unbedingt fragen, ob man die Limo auch mit Kreditkarte zahlen kann. Am besten bestellt man sich auch sofort die Limo für die Rückfahrt und plant das Bargeld mit ein. Es gibt zwar auf den Inseln einige Geldautomaten (heißen wie an Bord „ATM“), aber die kosten halt Gebühren.
An der Sicherheitsschleuse in Cape Liberty sollte RCCL noch arbeiten, das ist ein echter Flaschenhals. Hat man die Halle für den Check-In dann erreicht, geht es aber schnell weiter.
Zu den Inseln allgemein:
Taxis oder Kleinbusse gibt es an allen Häfen reichlich. Auch wenn man gar keinen Transport benötigt, wird man von vielen Menschen darauf angesprochen.
Die Fahrpreise zu den Sehenswürdigkeiten scheinen weitgehend festgelegt zu sein. Um Preise gehandelt haben wir nicht, vielleicht geht da noch etwas. Auf der anderen Seite hat uns auch keiner übers Ohr gehauen. Bezahlt wurde immer erst am Ende der Fahrt.
Je nachdem, was man alles sehen und erleben möchte, könnten die Ausflüge von RCCL interessant sein. Vor allem zu den angebotenen Ganztagsausflügen scheinen die Taxis keine Alternative zu sein.
Wir haben uns vorher aber auch nicht im Internet nach alternativen Touranbietern umgeschaut. Für uns stand in diesem Urlaub eine gute Mischung aus sehen, schwimmen und Schnorcheln auf dem Programm.
Obwohl einige Inseln eigene Währungen haben, wird der USD überall akzeptiert.
Zu San Juan:
Das scheint mir eine sehr schöne Stadt zu sein, hier hätten wir uns einen vollen Tag gewünscht. Wenn man die Reihenfolge der Insel ändern würde, dürfte es auch kein Problem sein, einen ganzen Tag zu bleiben.
Zum Schiff allgemein:
Wie schon erwähnt, kannten wir die Schiffsklasse bereits von unserer letzten Kreuzfahrt mit der Navigator otS. Trotzdem ließen sich an vielen Ecken Änderungen gegenüber der Navigator feststellen. Am auffälligsten ist sicher die Seitenansicht des Schiffs. Bei der Navigator wurde schon mehr mit Glas gearbeitet. Bei der Explorer lockern dagegen einige blaue Streifen die Seitenansicht auf.
Die Explorer otS wurde 2000 in Dienst gestellt und ist somit 1 Jahr älter wie die Navigator. Ich kenne den Werftrhythmus der Schiffe nicht, vielleicht hat die Explorer die nächste Überholung direkt vor sich. An vielen Stellen sah man ihr das Alter an. Besonders in den öffentlichen Sanitärbereichen war das der Fall. Und an vielen Stellen an Deck wirkten Böden, Liegen oder auch die Aufbauten nicht mehr so gut gepflegt.
Die ewigen Rostflecken zu überstreichen ist ein immerwährender Kampf, aber machen sollte man es trotzdem.
Auch der Einrichtung sieht man das Alter etwas natürlich an.
Die Sauberkeit im Buffetrestaurant ist teilweise ein Fall für sich, aber das Problem haben wir bisher auf allen Schiffen erlebt. Wenn ich die Tische immer mit dem gleichen Lappen abwische, wird spätestens ab dem 5. Tisch der Dreck nur noch verteilt, sauberer werden die Tische nicht mehr. Das hat unseren Appetit aber nicht gestört.
Essen und Trinken
Das Essen war eigentlich immer gut. Morgens und mittags waren wir nur im Windjammer, abends dagegen immer im Hauptrestaurant.
Mittags konnte es einem im Windjammer schon mal passieren, das einige Speisen nicht mehr richtig heiß waren. Ansonsten gab es keinen Grund zur Klage.
Eine Veränderung zu unseren früheren RCCL-Kreuzfahrten haben wir festgestellt, an den Getränkeausgaben (den "Thirst Quenchers") im Windjammer standen andere Kaffeemaschinen und man musste sich den Kaffee jetzt selber abzapfen.
Wir kannten es so, dass man zur Ausgabe geht und dem Kellner dahinter sagt, was man möchte. Dieses Mal durfte man als Gast selber hinter die Ausgabe schlüpfen und sich den Kaffee selber zapfen. Ob man so Personal einsparen will, weiß ich nicht. So richtig gelungen finde ich diese Lösung aber nicht.
Alle Kellner waren aber freundlich und hilfsbereit und haben die gewünschten Getränke gerne auch zum Tisch gebracht.
Im Hauptrestaurant war alles wie gewohnt gut und lecker. Der Service wurde in der gewohnten Art und Weise erbracht.
Zum Thema „Headwaiter“ sage ich mal nix weiter. Die machen auch nur ihren Job, aber irgendwie haben viele von ihnen die Gabe, einen zu nerven. Unser Headwaiter hat sich erfreulich selten am Tisch gezeigt.
Eine für mich persönlich sehr wichtige Änderung gegenüber der Navigator bezieht sich auf das Thema Softeis. Seit unserer ersten RCCL-Kreuzfahrt bin ich Fan von „Low Fat frozen Joghurt“, vorzugsweise mit Vanilegeschmack.
Gab es auf der Navigator an 3 verschiedenen Stellen gleich mehrere Eismaschinen, hatte die Explorer nur eine einzige zu bieten. Grade in der warmen Karibik entstand da gerne mal ein lange Schlange. Aber davon geht die Welt natürlich nicht unter, ich habe mir dann halt öfter mal direkt 2 Eistüten abgefüllt.
Unsere Kabine, innen auf Deck 8, Nr. 8383:
Nach zwei Kreuzfahrten in Außenkabinen haben wir uns jetzt wieder im Inneren niedergelassen. Die Kabine liegt fast ganz hinten, ist aber sehr ruhig. Der Einrichtung sieht man ihr Dienstalter hier und da an. Aber für die den Gästemassen, die da jährlich durchgeschleust werden, war es völlig in Ordnung. Unser Kabinensteward war top und alles war immer sauber und ordentlich.
Für alle Vielesser liegt die Kabine strategisch günstig. Zum hinteren Lobby mit den Aufzügen ist es nicht weit zu gehen, der Speisesaal liegt wenige Decks tiefer und das Windjammer 3 Decks höher. Man ist also mittendrin.
Das Fernsehgerät war noch ein klassischer Röhrenfernseher, was aber nicht weiter störte.
An Bord wurde auch ein deutscher Kanal angeboten, der auch deutsche Spielfilme zeigte. Leider wurden während der ganzen Kreuzfahrt immer die 3 gleichen Filme wiederholt. Soweit wir uns erinnern, war da auf früheren Kreuzfahrten mehr Abwechselung.
Am ersten Abend stand als kleine Aufmerksamkeit der internationalen Hostess ein kleiner Obstteller auf der Kabine, das fanden wir sehr nett.
Deutsch(e) an Bord:
Hier gibt es durchaus Grund zur Kritik. Der tägliche Cruisekompass wird in einigen Fremdsprachen angeboten, aber nur noch die zweite Seite mit dem "Daily-Planner". Alle Infos auf den ersten beiden Seiten gab es nur auf Englisch.
Auf einem englischsprachigen Schiff ist das aus meiner Sicht auch kein Problem. Spannend wird es aber, wenn im deutschen Cruisecompass andere Zeiten oder andere Aktivitäten stehen wie im englischen Original.
Ähnliches gilt auch für die deutschen Speisekarten. Auch hier wurden einige Gerichte oder Zutaten falsch übersetzt.
Auf dieser Kreuzfahrt waren etwas über 250 deutschsprachige Gäste an Bord. Für diese gab es am zweiten Tag direkt eine Einführungsveranstaltung mit der internationalen Hostess. Da diese leider kein Deutsch sprach, hatte sie einen Sous-Chef, einen Österreicher, als Übersetzer mitgebracht. Der gute Mann war als Moderator und Dolmetscher leider etwas überfordert.
Da die Hostess wie erwähnt kein Deutsch sprach, musste sie irgendwann auch erklären, wo den die ganzen deutschen Unterlagen herkommen. Es scheint an Bord wohl eine multifunktionale Übersetzungssoftware zu geben, die die Unterlagen, Karten usw. automatisch übersetzt. Wenn aber keiner an Bord die Qualität der Software kontrollieren kann, entstehen schnell persönlich adressierte Briefe, die vor Fehlern strotzten. Wir wurden schriftlich zu einigen Events an Bord eingeladen, so dass wir einige Beispiele zu hause in den Unterlagen haben.
Das ist eigentlich alles keine große Sache. Ich denke aber, wenn man als Reederei deutschsprachigen Service anbieten will, sollte man ihn richtig machen. Ansonsten geht der gutgemeinte Ansatz nach hinten los.
Bei einem hart umkämpften Kreuzfahrtmarkt können auch solche kleinen Details den Ausschlag geben, wo man in Zukunft bucht (Nein, ist keine Drohung meinerseits an RCCL).
Musik und Unterhaltung:
Es wurden zwei Eisshows gezeigt, die beide sehr gut ankamen. Für die Eisshow benötigt man Eintrittskarten, die aber nichts kosten. Man will damit nur sicherstellen, dass alle Gäste einen Platz bekommen können. Die Ausgabe der Tickets wurde rechtzeitig im CruiseCompass angekündigt, allerdings nur im englischen Original.
Die „Singers and Dancers“ hatten 4 Shows anzubieten. Die Auswahl an Liedern ist immer Geschmackssache, deshalb bewerte ich die Shows dahingehend nicht. Singen und tanzen konnten aber alle Akteure richtig gut.
Das übliche „Bordorchester“ ist eigentlich immer mit exzellenten Musikern besetzt, so auch diesmal.
Die Comedyshows haben wir uns geschenkt, dafür reicht unser Englisch einfach nicht. Zwischen dem reinen Verstehen der Sprache und dem Verstehen vieler Gags liegen Welten.
Dem Reiseziel angemessen wurden auch viel karibische Klänge gespielt. Zusätzlich traten die den Bars und Salons immer wieder viele Gruppen und Einzelmusiker auf.
Was uns so richtig nervte, war die Musik, die teilweise an Deck, in Aufzügen und auf der Außenpromende auf Deck 4 aus den Lautsprechern dudelte. Das ist die gleiche Musik, die auch im Fernsehen den Kanal mit den Reiseinfos und der Bugkamera begleitet.
Die Musik war meist zu laut und auch nicht besonders schön, es ging eher in Richtung „akustische Folter“. Den Kommentaren vieler Mitreisender nach, ist das vielen negativ aufgefallen.
Crown&Anchor Society:
Nach 3 Kreuzfahrten mit/über 12 Tagen Länge hatten wir diesmal Platin-Status erreicht. Das äußerte sich zu Beginn schon beim Check-In (wie beschrieben). Auf der Kabine lag ein neues Gutscheinheftchen mit anderen Gutscheinen als zur „goldenen“ Zeit. Irgendwie haben uns die „Goldmember“-Gutscheine aber mehr zugesagt.
Es gab auch wieder einige Veranstaltungen für die Wiederholungstäter, wir wurden zweimal eingeladen. Das erste war die Welcome-Back-Party am ersten Seetag, dort war alles ab Goldmember aufwärts eingeladen. Die Veranstaltung fand in der Lounge vorne auf Deck 5 statt. Bereits nach kurzer Zeit musste das Personal weitere Sitzgelegenheiten herbeischaffen und es wurde etwas eng in der Lounge.
Man könnte sagen, dass RCCL hier Opfer des eigenen Erfolgs wird. Über die Hälfte aller Gäste an Bord waren mindestens zum zweiten Mal mit der Reederei unterwegs.
Am vorletzten Seetag wurden wir zu einer weiteren Veranstaltung eingeladen, diesmal ab Platin aufwärts. Da wir für die gleiche Zeit schon Tickets für die Eisshow hatten, haben wir den Empfang ausgelassen. Ich denke aber nicht, dass dieser sich großartig anders abgespielt hätte.
Auf den letzten beiden Kreuzfahrten wurden wir als C&A-Member jeweils mit einer Kleinigkeit auf der Kabine überrascht, einmal eine Basecap und einmal eine Tasche. Diesmal gab es leider nichts dergleichen. Sparmaßnahme??
Was für ein Fazit ziehen wir jetzt nach der Kreuzfahrt?
- Cape Liberty als Start und Ziel ist nicht so toll. NCL mit der Pier direkt in Manhattan ist da aus unserer Sicht besser postiert.
- Die Explorer ist ein schönes Schiff, aber in naher Zukunft könnte eine Grundüberholung sinnvoll sein. Fazit zum Schiff in 3 Worten: älter aber sauber
- Die östliche Karibik ist sehr schön, die Inseln haben was, da kann man noch öfter hinfahren
- Nach dem 4. Mal RCCL fehlte mir ein bisschen das Spannende, was das Betreten eines neuen Schiffes mit sich bringt. Man erkennt vieles wieder und weiß meist was kommt.
Das ist überhaupt keine Kritik an RCCL, wir haben ja in vollem Bewusstsein dort gebucht. RCCL bringt sein Produkt mit gleichbleibender Qualität an den Markt.
Aber für die nächste KF könnte ich mir mal wieder eine andere Reederei vorstellen, auch um andere Schiffe kennenzulernen.
- Wer suchen will, findet immer wieder kleine Dinge, die man kritisieren kann.
Bis auf die im Bericht genannten Dinge wollten wir aber gar nicht suchen, sondern Urlaub und Schiff genießen. Und das ist uns auch gelungen.
- Ohne Englischkenntnisse wird es auf amerikanischen Schiffen schwierig. Und wenn man sich auf den Inseln nicht den Reedereiausflügen hingeben möchte, geht es ohne Englisch nicht
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