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THEMA: Reisebericht Celebrity Infinity - Südamerika - März 2015

Reisebericht Celebrity Infinity - Südamerika - März 2015 27 Mai 2015 13:04 #42461

Abwechslungsreich, ausgeglichen, bereichernd…

So würde ich unsere Südamerika-Kreuzfahrt in kurzen Worten beschreiben. Selbstverständlich käme mir auch „toll, klasse und wundervoll“ über die Lippen, aber abwechslungsreich, ausgeglichen und bereichernd wären die Ausdrücke, die die Reise in vielerlei Punkten treffend beschreiben.

Abwechslungsreich war die Kreuzfahrt in jeder Hinsicht. Landschaftlich haben wir von Großstadt über raue See bis hin zu herrlich weiter Natur alles gesehen und erlebt. Auch die angezeigten Temperaturen standen dem Abwechslungsreichtum der Landschaften in nichts nach: 28°C in Buenos Aires, 6°C am Kap Horn und 26°C in Valparaiso. Ebenso unterschiedlich wie die Temperaturen und die Landschaften waren zudem die Menschen, die wir an Bord kennen gelernt haben - was wieder einmal viel zum Gelingen der Reise beitrug.

Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, empfand ich die Reise als sehr ausgeglichen. Die oben beschriebenen unterschiedlichen Landschaften, die Vielfalt der Mitreisenden, die Anzahl der Land- und Seetage sowie deren Abfolge – alles war sehr ausgeglichen, Birgit würde es fast als ganzheitlich bezeichnen. Nichts hat überwogen, nichts machte es einseitig. Es war einfach eine runde Sache.

Nach unseren Reisen in unterschiedlichste Ecken dieser Erde, u. a. in den Norden nach Norwegen und Alaska, nun einmal den südlichen Teil zu erkunden und bis an das „Ende der Welt“ zu reisen, empfand ich zudem als Bereicherung.

Zu diesem Gefühl trugen auch der umfangreich freundliche Service und das Angebot an Bord der Celebrity Infinity bei. Designtechnisch steht auf meiner persönlichen Rangfolge die Solstice-Klasse zwar immer noch über der Millennium-Klasse, unheimlich liebenswürdige Besatzungsmitglieder und makelloser Service in allen Bereichen ließen einen direkten Vergleich an Bord jedoch gar nicht erst aufkommen. Hilfreiche Geister in Kabine, Restaurants und Bars ließen uns den Urlaub einfach nur genießen und erleben… und waren dadurch großer Teil der Bereicherung. Am Ende der Reise hatten wir wieder das Gefühl, lieb gewonnene Freunde verlassen zu müssen.

Vielleicht gelingt es mir, den Lesern meines Reiseberichtes etwas von dem Erlebten nahe zu bringen und sie dadurch nach Südamerika und auf die Celebrity Infinity zu entführen. Es kann und soll jedoch nur ein Appetitanreger sein, der Anreiz dazu geben soll, die Reize dieser Reise einmal selbst zu erleben.





Anreise

Nach langen Monaten der Vorfreude und Planung war es am 27. Februar endlich so weit. Eine Boing 747-8 der Lufthansa sollte uns nach Buenos Aires bringen. Wieder einmal hatten wir Glück und erwischten eine Atempause in der nicht enden wollenden Streiklaune unserer großen Verkehrsunternehmen. Heute konnten wir lachen, denn auf den Anzeigen stand „On time“.




Der Flug startete erst am späten Abend gegen 22.00 Uhr, wir hatten also nach der Arbeit noch einige Zeit am Flughafen zu verbringen. Wegen eines Werbeangebotes, und aufgrund der langen Flugzeit von 14 Stunden, hatten wir die neue Premium Economy der Lufthansa gebucht. Dies kam uns nun am Airport zu Gute. Gegen eine Gebühr von 25 Euro konnten wir auch als Premium Eco-Gäste die Business-Lounge nutzen, in der Getränke und Snacks kostenlos zur Verfügung standen. Gut verpflegt und mit Wifi versorgt verging die Zeit bis zum Fluge schnell und komfortabel.




Die etwas breiteren Sitze der Premium Eco und der größere Sitzabstand machten die 14 Stunden im Flugzeug erträglich. Nach einem Abendessen und einem Film aus dem umfangreichen Entertainment-Angebot verabschiedeten wir uns ins Reich der Träume und freuten uns darauf, am nächsten Morgen auf der anderen Seite der Erdkugel aufzuwachen.




In Buenos Aires dauerte es eine ganze Weile, bis wir die Passkontrolle durchlaufen hatten. Die Schlangen erinnerten uns an schlechte Tage bei der Einreise in die USA. Tatsächlich wirkten die verglasten Schalterkästen der Beamten ähnlich, die Fingerabdrücke werden auch hier gescannt und ein Foto gespeichert, die Fragen waren aber weniger umfangreich.

Nach der Gepäckausgabe fanden wir schnell den blau/weißen Schalter mit der Aufschrift „Taxi Ezeisa“ an dem man eine „Remise“ in die Stadt buchen kann. Hier bezahlt man einen fixen Betrag im Voraus direkt am Schalter (ca. 50 USD), wird zu einem Wagen begleitet und dann von einem Fahrer der weißen Fahrzeuge sicher und ohne weitere Preisdiskussionen an sein Hotel gebracht. Der Betrag liegt nur geringfügig über den Kosten eines regulären Taxis und stellte für uns nach dem langen Flug eine entspannte Art des Transfers sowie ein bequemes Ankommen dar.

Die Fahrt in die Stadt dauerte etwa 45 Minuten, die der Fahrer anfänglich auf freundliche Art mit einigen Fragen und Erklärungen zu füllen versuchte. Mit unseren wenigen Spanischkenntnissen und viel Fantasie gelang es uns auch einigermaßen, uns gegenseitig zu verstehen. Englisch sprach der Fahrer nicht. Der Weg führte uns vorüber an Pferdegestüten, Industrievierteln und Wohntürmen und neue Eindrücke prasselten auf uns herein.

Gegen 11 Uhr morgens trafen wir schließlich am Hotel Sheraton Libertador ein. Zeitgleich mit uns wohl auch zahlreiche andere Gäste und Passagiere früh ankommender Flüge, denn der Early Check in war begehrt und wurde nur gegen 40 $ angeboten. Wir hatten keine Ambitionen bis 14 Uhr zu warten und nahmen deshalb das Angebot mit ein paar Scherzen an, die den Mitarbeiter der Rezeption dazu veranlassten, uns auch für diesen Tag noch einen kostenlosen Besuch des Frühstücksbuffets anzubieten. Zunächst gingen wir jedoch erst einmal auf unser Zimmer, welches modern eingerichtet und geräumig war.




Nach einer erfrischenden Dusche stärkten wir uns am gut sortierten Frühstücksbuffet mit frischen Säften, heißem Kaffee sowie nationalen und internationalen Leckereien. Die Versuchung, uns danach einfach in das große Bett fallen zu lassen, war sehr groß. Die Kissen schrien förmlich danach, ausprobiert zu werden und die Bettdecke versprach ihr Bestes zu tun, uns wohlig einzukuscheln. Wir widerstanden jedoch tapfer. Diesen jungen Tag wollten wir nicht ungenutzt verstreichen lassen… und uns natürlich gleich in die neue Zeitzone einleben. Von daher ging es sofort los zur ersten Erkundung dieser neuen, uns noch unbekannten Welt.

Das Hotel lag keine 50 Meter von der Calle Florida entfernt, einer belebten Fußgängerzone mit vielen Geschäften in reich verzierten Gebäuden. Bei dieser bogen wir links ab und schlenderten an den Shops vorüber.




Aus allen Geschäften, Seitenstraßen und Zeitungskiosken schallten uns unmittelbar die Rufe der Geldwechsler entgegen. Wie Steine im Flussbett, die dem vorüberfließenden Wasser Widerstand bieten, standen sie im Strom der vorbeilaufenden Menschen und versuchten sie mit ihren Rufen anzulocken. „Cambio, Cambio, Cambio“ - teils monoton heruntergeleiert, teils melodisch gesungen waren diese Worte allgegenwärtige Begleitmusik auf der Calle Florida. Alle paar Meter wurden wir aufgefordert, Dollar oder Euro gegen Pesos zu tauschen. Nicht unfreundlich oder penetrant aber konstant und andauernd… wie der stete Tropfen, der den Stein aushöhlen soll.

Tatsächlich stellt diese Art des Tausches die günstigste Art für den Touristen dar, an die einheimische Währung zu kommen. Die offiziellen Wechselstuben, Banken und Automaten (von deren Nutzung generell abgeraten wird) wechseln zum offiziellen, staatlich festgelegten Kurs. Fast alle Restaurants und Cafes akzeptieren auch US-Dollar und Euro, rechnen aber ebenfalls mit Kursen, die an den ungünstigen, offiziellen Kurs angelehnt sind.

Die endlos erscheinende Armee der Geldwechsler hingegen tauscht zur sogenannten „Blue Rate“, die weitaus besser ist als der offizielle Kurs. Die Blue Rate wird, wie ein regulärer Wechselkurs, ständig neu bestimmt und kann sogar im Internet abgerufen werden. Die Geldwechsler unterscheiden sich untereinander lediglich darin, ob sie einem nun beispielsweise 12,40 Pesos oder 12.45 Pesos pro Dollar geben, und so ein paar Cent mehr verdienen, das Ganze läuft aber generell problemlos ab.

Aktuell hatten wir noch keinen Bedarf zum Wechseln und waren selbstverständlich auch erst einmal ein wenig misstrauisch. Daher ignorierten wir alle Rufe und Gesänge der Geldhändler und erreichten bald an die Plaza General San Martin.




Fast wie an einer unsichtbaren Mauer wurden hier die Cambio-Rufe durch das Zwitschern von Vögeln abgelöst. Blühende Bäume, die den ganzen Platz mit ihren Kronen überdeckten, spendeten willkommenen und kühlenden Schatten. Auf einem umzäunten Hundespielplatz in der Mitte des parkähnlichen Platzes gönnten sich Hunde und Dog-Walker eine verdiente Pause.






Dieser wunderschöne Park wirkte wie eine Oase der Ruhe. Ein Ort, an dem sich der rasende Puls der Großstadt urplötzlich verlangsamt und dem Besucher unter dem schützenden Blätterdach der Bäume Zuflucht und Entspannung bietet. Gerne verweilten wir hier eine Weile und genossen den Schatten, die Ruhe und den Duft der Bäume.






Der Park, der fast den gesamten Platz umfasste, grenzte auf der einen Seite an ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Falkland-Krieges. Diese Denkmäler sind in unterschiedlicher Form an vielen verschiedenen Stellen der Stadt zu finden. Später lernten wir, dass die uns geläufige Bezeichnung Falkland hier ein verbotenes F-Wort ist und man, politisch korrekt, besser von den Malvinas spricht.




An einer anderen Stelle des Platzes thronte hoch zu Ross der Namensgeber des Platzes, General San Martin, über einem kleinen Trödelmarkt, der wohl gerade zu Ende war, aber immer noch ein schönes Motiv bot.




Der Platz bildet den Anfang des Viertels Retiro, einem der nobleren Stadtteile von Buenos Aires. Neben geschichtsträchtigen Gebäuden mit reich verzierten Fassaden befinden sich hier auch das alte und das neue Gebäude des Außen- und Kultusministeriums. Beim Neubau des Gebäudes ist es dem Architekten gelungen, dass sich die klassische Fassade des alten Gebäudes in der kühlen Glasfront des neuen Ministeriums widerspiegelt. Trotz des architektonischen Unterschiedes wirkt das Ganze dadurch wie eine Einheit und erstaunlich harmonisch.




Entlang kleiner Restaurants, Obstläden und Shops führte unser Weg zur Avenida 9 de Julio, die mit einer Breite von 140 Metern zu den breitesten Straßen der Welt gehört. 7 Fahrstreifen pro Richtung bilden eine der Hauptverkehrsadern der Stadt.




Die mittleren Fahrstreifen sind für die öffentlichen Busse reserviert, die an einer endlos erscheinenden Reihe von Haltestellen entlang fahren. Die Busse an sich erschienen größtenteils modern und nicht alt, versprühten jedoch durch ihr Retrodesign und eine teils bunte Bemalung südamerikanischen Flair.

Das Bild der Straße wird durch einen Obelisken und durch das Gebäude des Gesundheitsministeriums dominiert.




1936 hat man für den Bau der Straße ganze Häuserblocks dem Erdboden gleich gemacht. Nur wenige klassische und historische Gebäude konnten durch Tricks, z.B. durch Umwandlung in Botschaften und somit in exterritoriales Gebiet, vor dem Abriss bewahrt werden. Der von weitem sichtbare Obelisk markiert den ehemaligen Standort einer Kirche auf der Plaza de la Republica, die ebenfalls den Bulldozern beim Bau der Prachtstraße zum Opfer gefallen ist.




Der mächtige Betonturm des Gesundheitsministeriums wird auf zwei Seiten durch ein 10 Stockwerke hohes Abbild aus Stahl von „Evita“ Eva Peron verziert. Es scheint, als ob sie noch heute ihre Worte durch das Mikrophon an die Menschen von Buenos Aires richten würde.




Mittlerweile war es ziemlich warm geworden. Der feine Sprühnebel eines Monumentes für die Iguazu-Wasserfälle bot uns daher eine willkommene Abkühlung.




Auf diesem Bild sieht man übrigens auch, dass wir mit ziemlich leichtem Gepäck unterwegs waren. Bei unseren Recherchen über Buenos Aires wurden wir immer wieder vor der Kriminalität und den allgegenwärtigen Taschen- und Trickdieben gewarnt. Unter unseren Kreuzfahrern haben einige leider die unliebsame Bekanntschaft damit machen müssen. Unsere Gegenmaßnahme war einfach und offenbar auch sehr effektiv – wir hatten einfach keine Wertgegenstände dabei. Ein paar Dollarnoten in der Hosentasche, meine alte kleine Kamera anstelle der großen teuren Spiegelreflex, kein Handy und auch sonst nichts, was einen besonderen Anreiz bot oder uns als lohnendes Ziel erscheinen ließ. So liefen wir unbeängstigt – und unbehelligt – durch die Straßen von Buenos Aires. Ganz nach dem Motto: Was man nicht hat, kann einem auch nicht geklaut werden.

Auf der Höhe des Obelisken bogen wir in die Avenida de Mayo ab, auf der sich uns das erste Beispiel an Street Art bot, die wir noch an vielen anderen Stellen der Stadt bewundern sollten.




Auf der Avenida de Mayo fühlten wir uns in ein Pariser Stadtviertel versetzt. Stuckverzierte Fassaden, Balkone mit schmiedeeisernen Brüstungen und Bäume, die die Straße säumten, versprühten eher klassischen alten europäischen Flair, als dass wir uns vorkamen wie in einer südamerikanischen Metropole.




Wir kamen auch am Cafe Tortoni vorüber. Als eines der ältesten Cafes von Buenos Aires hat es im Laufe seiner Geschichte viele Berühmtheiten und Intellektuelle beherbergt und einige Epochen der nicht immer schönen politischen Geschichte Argentiniens überstanden. Heute steht es als Sinnbild für das „Porteno Cafe“ schlechthin. „Porteno“ nennen sich die Menschen, die in der Stadt Buenos Aires leben.




Da das Cafe Tortoni auch ein Teil unserer noch folgenden geführten Tour sein sollte, verzichteten wir auf einen Besuch im Inneren des Cafes. Wir entschlossen uns, noch vor der Plaza de Mayo eine kleine Seitenstraße namens Peru in Richtung San Telmo zu nehmen. San Telmo wird als eines der ältesten und auch heute noch ursprünglichsten Viertel von Buenos Aires bezeichnet. Oft findet man in Beschreibungen auch Bezeichnungen wie „Wiege des Tangos“.

Die kleinere Seitenstraße bot uns einen ganz anderen Eindruck als die europäisch wirkende Avenida de Mayo. Alte Fassaden in unterschiedlichsten Zuständen der Pflege gemischt mit neueren Bauten, klapprige Lieferfahrzeuge und bunte Inschriften im Kopfsteinpflaster wirkten auf uns wie eine Straße in eine andere Welt – vielleicht eine Welt, die mehr unserer Vorstellung von Südamerika entsprach.








An einer Kreuzung, an der wir nach San Telmo abbiegen wollten, stießen wir auf eine einladend wirkende Bar. Nicht nur einige Touristen, sondern auch Einheimische und einer der vielen vierbeinigen Bewohner der Stadt genossen hier die Gastfreundschaft und machten Pause.






Dem taten wir es gleich und wurden auch schnell freundlich bedient. Ein kühles einheimisches Bier für Birgit und ein Cappuccino für mich sollten es sein. Leider konnten wir mit den unterschiedlichen lokalen Biersorten noch wenig anfangen und die Auswahl war daher etwas schwierig. Der Kellner meisterte die Situation mit einem herzlichen Lachen und brachte Birgit mit meinem Cappuccino, der traditionell mit einem Glas Wasser und einem Stück Kuchen serviert wurde, erst einmal drei kostenlose Probiergläser mit den unterschiedlichen Sorten. Spätestens jetzt war klar: Vierbeiner können nicht irren. Gastfreundschaft wurde hier groß geschrieben.






Nachdem Birgit noch ein richtiges Glas ihres Bierfavoriten genossen hatte und wir mit einem 10 Dollar-Schein bezahlt hatten, setzten wir unseren Weg frisch gestärkt und positiv angetan fort.

Ein Torbogen mit der Aufschrift San Telmo Mercado zeigte uns, dass wir an unserem Zwischenziel angekommen waren. Der Zugang führte in eine alte Markthalle mit reich verzierten Trägerwerk aus Eisen und einer zentralen Kuppel aus Glas, durch die das Licht auf eine bunte Welt aus Obst- und Gemüseständen, Metzgereien und Antiquitätenläden schien.










Liebhaber alter Schallplatten kamen in den verschiedenen Läden ebenso auf ihre Kosten wie Sammler, deren Herz beim Anblick alter Zeitschriften oder gar Blechspielzeug höher schlägt.






Noch fasziniert von dem Ambiente dieses Ortes trafen wir am Ausgang in einer umgebauten Garage auf unser erstes Asado, welches einen extrem verlockenden Grillgeruch verströmte. Die Preise (das $ Zeichen steht hier für Pesos) wirkten ebenso verlockend wie der Duft. Da wir jedoch später noch essen gehen wollten, zwang ich mich, meinen carnivoren Trieben nicht nachzugeben.




Um die Richtung zurück zum Hotel einzuschlagen, nahmen wir die Defensa-Straße in der wir an einigen Stellen wieder auf die interessante Street Art trafen, mit der sich Künstler an Hauswänden verewigt haben.






An einer Kreuzung wartete das Mädchen Malfalda, eine berühmte argentinische Comicfigur, mit ihren Freunden auf einer Bank darauf, nicht nur Kinderherzen höher schlagen zu lassen. Diese Bank bildet den Anfang der „Paseo de la Historieta“, einer Ansammlung von argentinischen Comicfiguren, die über verschiedene Straßen verteilt sind. Einige weitere sollten wir an einem anderen Tage noch sehen.




Von der Basilika de San Franciso blicken ein kniender Christopher Columbus, Giotto und Dante Alighieri auf die älteste Apotheke der Stadt. Ein Blick in die noch heute geöffnete „Farmacia de la Estrella“ aus dem Jahre 1885 ist wie ein Blick in die Vergangenheit. Die Einrichtung aus dunklem Walnussholz und die zeitgenössische Decken- und Wandgemälde der Apotheke sind heute noch originalgetreu erhalten.








Die unweit entfernte Plaza de Mayo (Platz der Mairevolution) bildet das Herz der Stadt. Der Platz war Gründungskern der Stadt Buenos Aires und ist nach dem Befreiungsmonat Mai benannt, in dem Argentinien im Jahre 1810 seine Unabhängigkeit von Spanien erlangte.




Der Platz wurde weltweit durch die Madres de Plaza de Mayo (Mütter des Platzes der Mairevolution) bekannt, die während der Militärdiktatur (1976-1982) schweigend um den Platz liefen, um gegen das Verschwinden ihrer Söhne und Töchter zu protestieren. Da sie um den Platz herum liefen, konnte es nicht als verbotene Versammlung, und da sie schwiegen, nicht als Protest gewertet werden.

Während dieser dunklen Phase der Geschichte Argentiniens verschwanden etwa 30.000 Menschen spurlos. Erst später wurde aufgeklärt, dass sie unter Regie der Diktatur gefoltert und ermordet wurden.

Um den Platz herum sind einige wichtige Gebäude verteilt. Der Regierungssitz „Casa Rosada“, die Nationalbank, der historische Sitz des ehemaligen Vizekönigs und die Kathedrale der Stadt.

Selbstverständlich darf auch hier ein Denkmal an die Gefallenen des Malvinas-Krieges nicht fehlen.




Die Kathedrale „Catedral Metropolitana“ ist nicht nur letzte Ruhestätte des General Jose de San Martin, sondern auch ehemaliger Arbeitsplatz des heutigen Papstes, der hier seinen Sitz als Erzbischof hatte.






General Jose de San Martin, ein ehemals spanischer Offizier, setzte sich stark für das Unabhängigkeitsstreben der spanischen Kolonien in Südamerika ein. An der Spitze einer aufgestellten Armee besiegte er die Spanier in verschiedenen Ländern des Kontinents und gilt auch in Argentinien daher als „Landesvater“. Er verstarb 1850 in Nordfrankreich. Seine sterblichen Überreste wurden 1880 nach Buenos Aires gebracht und in einem Mausoleum in der Kathedrale beigesetzt.




Um einen Block versetzt trifft man wieder auf die Calle Forida. Dieses Mal auf das südliche Ende. Kaum betritt man die Fußgängerzone, dringt das uns mittlerweile bekannte „Cambio, Cambio, Cambio“ wieder an die Ohren. Besonders aus Zeitungskiosken und Blumenständen in der Mitte der Straße hallten uns die Rufe entgegen. Wir fragten uns, ob dort überhaupt Blumen und Zeitungen verkauft wurden.






Anfangs etwas misstrauisch entschlossen wir uns dazu, nun auch etwas Geld zu wechseln und sprachen einen „Zeitungshändler“ an. Inmitten der Massen an Fußgängern kam uns das Unterfangen sicherer und wenig abenteuerlich vor. Der Händler bat uns ein paar Minuten zu warten. Als ein Kunde vor uns das Innere des kleinen Kiosks verließ, forderte er mich auf einzutreten. Zu unserer Verwunderung unter den Augen zweier Polizisten, die nur ein paar Meter entfernt an einer Wand lehnten.

Der nicht einmal einen Meter breite Innenraum des Kiosks glich einem Bankschalter. Viele kleine Fächer waren gefüllt mit verschiedenen Euro- und Dollarscheinen. Auf einem Taschenrechner deutete mir der Händler die Summe in Pesos, die ich für meine Dollar bekommen sollte und bot mir an, mich unter einer UV-Lampe von der Echtheit der Scheine zu überzeugen, die er mir vorzählte. Für einen eigentlich illegalen Währungsumtausch ging das Ganze sehr offiziell, seriös und problemlos von statten.

Die Galeria Pacifico, eine Shopping Mall, bildete die Ecke zur Straße, in der sich auch unser Hotel befand.




Die Mall war auf der Basis mehrer historischer Gebäude erbaut und von einer gewölbten Glasdecke überspannt. Die Decke eines zentralen Gewölbes ist mit kunstvollen Fresken verziert. Somit kann man die Mall getrost als Einkaufstempel bezeichnen.






Für die heute gelaufenen 8 Kilometer wollten wir uns an diesem Abend noch mit einem schönen Stück argentinischen Rindfleischs belohnen. Im Hotel empfahl man uns das nur ein paar Minuten Fußweg entfernte Steakhaus „La Chacra“. Wir nahmen den Rat an, genossen bei rustikalem Ambiente das erste ordentliche Stück Rindfleisch auf dem südamerikanischen Kontinent und freuten uns über diesen gelungenen Einstieg unserer Reise.









Kreuzfahrt Tag 1 – Buenos Aires




Erwartungsfreudig und unternehmungslustig erwachten wir am nächsten Morgen. Große Taten können aber nicht mit leerem Magen vollbracht werden, daher stärkten wir uns erst einmal erneut am leckeren Frühstücksbuffet im Hotel. Um nicht unter Zeitdruck zu geraten, checkten wir bereits aus und parkten unsere Koffer an der Rezeption.

Bei unserem Streifzug durch San Telmo am Vortag hatten wir den Plaza Dorrego links liegen gelassen. Der Platz bildet das kulturelle Herz San Telmos und wir hatten gehört, dass dieses Herz an Sonntagen besonders kräftig schlagen soll. An diesen Tagen belebt die Feria de San Telmo, eine Art Floh- und Antiquitätenmarkt, den Platz. Wir waren positiv überrascht, dass dieser Straßenmarkt bereits begann, als wir an der Plaza de Mayo in die Defensa-Straße abbogen, sich also über Kilometer hinzog.






Bunte Stände mit allerlei Lederwaren, Schmuck und Kleidung lockten nicht nur ausländische Besucher an, sondern waren auch für einheimische „Portenos“ ein willkommener Anlass für einen Sonntagsbummel.

Besonders stark vertreten waren Tische, die mit Mate-Trinkbechern in allen Formen und Farben und den dazu gehörigen Trinkröhrchen aus Metall, genannt Bombilla, gefüllt waren.






Der Bummel durch die Straße war ein Genuss. Die Händler scherzten untereinander und warben um ihre Kunden, Touristen unterhielten sich in verschiedensten Sprachen über die vor ihnen ausgebreiteten Waren und jeder Blick nach rechts und links gewährte weitere Eindrücke und ermöglichte ein Eintauchen in dieses allsonntaglich stattfindende Spektakel. Wir fühlten uns einfach angekommen in dieser interessanten und abwechslungsreichen Welt.








Der Markt entlang der Straße führte uns direkt zum Plaza Dorrego, wo uns an einer besonders belebten Ecke die Klänge südamerikanischer Musik empfingen. Ein Gitarrenduo spielte live und Tangotänzer versuchten ihre Fähigkeiten an willige Touristen zu vermitteln.







Wir hatten Glück und ergatterten einen gerade frei werdenden Tisch direkt vor dem Cafe Dorrego. Bei Kaffee und Cappuccino sahen wir dem bunten Treiben zu und saugten die Stimmung in uns auf. Wir lieben diese Momente. Auf Reisen in einer fremden Stadt an einem Platz inne halten und bei einem kühlen Drink oder heißen Kaffee einfach nur den Augenblick genießen und dabei die vielen Eindrücke aufnehmen. Es sind diese schönen Augenblicke, an die wir uns noch lange erinnern.




Die Gitarrenspieler untermalten unsere Freude über einen so schönen Morgen mit angenehmer Musik und lieferten einen Soundtrack zu den Geschehnissen auf dem Platz. Als sie anfingen das Concierto de Aranjuez zu spielen, bekam ich Gänsehaut. Es war einfach perfekt! Was für ein Moment, was für eine Erinnerung!

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Birgit hatte schon eine Weile das Treiben an einem kleinen Schmuckstand direkt vor unserem Tisch beobachtet. Die Verkäuferin war sehr sympathisch und der angebotene Schmuck hübsch, landestypisch und nicht überteuert. Birgit erstand dort noch einen Ring als Andenken. Sie trägt diesen Ring auch heute noch sehr gerne und jeder Blick auf diesen Ring ist für Sie und uns Erinnerung an diese Momente auf dem Plaza Dorrego.

Auf dem Rückweg beobachtete ich noch ein paar Stände, die mich persönlich weitaus mehr interessierten. Dort Gekauftes würde ich sicher auch heute noch als Andenken tragen - jedoch eher auf den Hüften. Von daher hielt ich mich zurück…




Auf unserem Rückweg verdunkelte sich der Himmel. Ein leichter Sommerregen entwickelte sich schnell zu einem heftigen Regenguss begleitet vom tiefen Grollen eines Gewitters. Wir winkten daher ein vorbeifahrendes Taxi heran und ließen uns zurück ans Hotel fahren. Aufgrund einer Rede der Staatspräsidentin waren viele Straßen gesperrt und selbst unser Taxifahrer fluchte über die weiträumigen Sperrungen und Umleitungen. Er war sehr freundlich und entschuldigte sich dafür, dass er nun gezwungen war, einen großen Umweg zu nehmen. Am Hotel angekommen boten wir ihm an ein paar Minuten zu warten und uns dann, nachdem wir unser Gepäck abgeholt hatten, an den Hafen zu fahren. Froh über eine direkte Anschlussfahrt willigte er ein, wartete auf uns und fuhr uns dann an den Kreuzfahrthafen.

Das Einchecken dort verlief schnell und reibungslos. Nach wenigen Minuten betraten wir die Celebrity Infinity, die für die nächsten 14 Tage unser schwimmendes zu Hause sein sollte.

Obwohl weniger modern gestaltet als die Solstice-Klasse, fühlten wir uns auch auf diesem Schiff wieder auf Anhieb wohl. Das freundlich gereichte Glas Sekt zur Begrüßung, das nette „Welcome back“ der Mitarbeiter und der amüsante Smalltalk mit dem Kellner an einem Tisch im Eingangsbereich, bei dem wir unser Soda- und Weinpaket buchen konnten, all dies trug dazu bei, dass wir uns direkt herzlich willkommen fühlten.

Nach einem kurzen Mittagssnack im Ocean View Cafe, wo uns nicht der ansonsten am Einchecktag gewohnte Trubel empfing, durften wir auch schon auf unsere Kabine. Da mich auf der Constellation der große Überhang über dem Balkon der Aqua Class-Kabinen mittschiffs gestört hatte, hatten wir hier eine Kabine hinten auf Deck 11 gebucht. Diese Kabinen wurden nachträglich im Heckbereich auf das Schiff aufgesetzt. Das hatte den Vorteil, dass unser Balkon nach oben komplett offen und unsere Kabine dadurch immer von Tageslicht durchflutet war.






Unsere Koffer kamen auch bald. Unser netter Stateroom-Attendant nutzte die Möglichkeit des Kofferablieferns gleich dazu, sich vorzustellen. Er und sein Assistent hielten unsere Kabine die ganze Reise über tadellos in Schuss und es war immer nett, sich mit ihnen auf dem Flur zu unterhalten. Wenn einer der beiden uns aus einem Fahrstuhl oder die Treppen hinauf kommen sah, eilte er gleich zu unserer Kabine und öffnete für uns mit einem authentischen Lächeln die Tür.

Von unserem Balkon aus konnten wir an diesem Abend den Sonnenuntergang genießen, der sich in den Glasfassaden des Bankenviertels widerspiegelte.




Wir hatten uns bereits den ganzen Nachmittag auf das Abendessen im Blu gefreut. Wie auch auf dem Rest des Schiffes wurden wir hier sehr herzlich empfangen und von aufrichtig freundlichen Kellnern bedient. Das Essen war hervorragend und in dem gemütlich beleuchteten Restaurant ohne jegliche Hektik oder große Lautstärke ein Genuss. Wir wussten sogleich wieder warum wir süchtig nach der Aqua-Class und dem Blu waren.

Der kurze Absacker, den wir nach dem Abendessen zu uns nahmen, war auch genau das: kurz – es dauerte nicht lange und wir genossen den ersten Schlaf in unserem gemütlichen Bett.



Kreuzfahrt Tag 2 – Buenos Aires



Frühstück im Ocean View Cafe auf dem Außendeck – wie haben wir das vermisst. Die lang gezogene Anordnung des Buffets auf der Millenium-Klasse bedeutet etwas längere Laufwege, aber auch mehr Ruhe in den Sitzbereichen. Dies war uns bereits auf der Constellation aufgefallen. Die Auswahl war gewohnt groß und schmackhaft. Die Station für frische Eggs Benedict sollte mich wieder sehen… leider viel zu oft.

Nach dem Frühstück hatten wir uns beim Guest Relations Desk mit vier Mitreisenden verabredet, mit denen wir uns in Cruise Critic zusammengetan hatten. Gemeinsam hatten wir einen privaten Führer für eine Walking Tour gebucht. Wir fanden uns schnell, gingen gemeinsam von Bord und suchten am Cruise Terminal unseren Fahrer Chris. Kurz nach der vereinbarten Uhrzeit traf auch er ein und wir gingen an seinen Wagen. Bereits auf der Fahrt in die Stadt konnte Chris, der vor vielen Jahren aus England ausgewandert war, uns interessante Dinge über Buenos Aires erzählen.

Der Treffpunkt mit unserem Guide Oliver, einem Amerikaner, der ebenfalls schon 16 Jahre in Buenos Aires lebt und somit schon zu den Portenos zählt, lag in San Telmo. Dort sahen wir die Plaza Dorrego in einem anderen Licht.






Der Platz war, im Gegensatz zum Vortag, leer und schien sich vom Trubel des Marktes zu erholen, Luft zu holen für die nächsten Händler, Touristen, Musiker und Tangotänzer. In seiner Ruhe und Leere hatte er jedoch nichts von seiner Schönheit eingebüßt.

Oliver, unser Guide, stand mit uns in der Mitte des Platzes und erzählte uns Geschichten der Stadt und stellte uns ihre verschiedenen Gesichter auf unheimlich interessante Art vor. Seine Gestik und Mimik sagte unmissverständlich: „Ich bin ein Porteno und ich liebe diese Stadt“.




Auch er führte uns in die Markthalle, die wir an unserem Ankunftstag schon besucht hatten. Wieder bot sich uns das bunte Bild der Waren, die wie auf gemalt unter dem Licht der Glaskuppel lagen und auf Ihre Käufer warteten. Um diese frühe Zeit an einem Montagmorgen waren auch kaum Touristen in der Markthalle. Sie zeigte sich uns daher, wie die Plaza Dorrego, heute von einer ursprünglicheren, aber nicht weniger attraktiven Seite.








Auf unserem weiteren Weg kamen wir an einigen weiteren Street-Art Objekten vorüber, zu denen Oliver uns interessante Erklärungen lieferte.






Die Objekte unterschieden sich sehr in Form und Farbe, in künstlerischem Aufwand und auch besonders in ihren versteckten Zeichen und Bedeutungen, die wir auf Anhieb so gar nicht wahrnahmen, die uns Oliver jedoch erklärte. Kaum erkennbare Zeichen oder bestimmte Farbkombinationen wurden von den Künstlern ebenso geschickt zur Zweideutigkeit benutzt, wie fast unsichtbare Highlights in einzelnen Buchstaben. Die Bezüge waren hierbei vielfältig – Parallelen zu politischen Hintergründen waren ebenso vertreten wie Anspielungen auf Fußballvereine.

Oliver zeigte uns auch ein Grafiti, das künstlerisch nicht besonders anspruchsvoll war, dessen sinnhaft übersetzte Aussage uns jedoch sehr gut gefiel. Sie traf nicht nur auf viele Situationen im Leben zu, sondern auch gerade auf Kreuzfahrten.



„Was ich biete ist ein Lächeln. Alles was ich mir erhoffe, ist ein Lächeln zurück“


An einer Straßenecke machte uns Oliver auf einige bunt angestrichene Bars und Restaurants aufmerksam, deren Tische sich im Schatten einiger Bäume versteckten und dadurch sehr einladend wirkten. Dies waren Ende des 19. Jahrhunderts die Bordelle der Stadt. Im Land des Tangos war jedoch selbst das älteste Gewerbe der Welt irgendwie verknüpft mit dieser Musik und dem leidenschaftlichen Tanz. Laut Tangoexperten waren es diese Orte, an denen die Männer aus Buenos Aires´ Mittelschicht einen Geschmack für den Tango entwickelt haben. Die damalige Knappheit an Frauen hatte zur Folge, dass die Prostitution boomte. Die Damen des Gewerbes konnten den Ansturm der Freier, die in Scharen ungeduldig vor den Häusern warteten, kaum bewältigen. Damit die Wartenden es sich nicht doch noch anders überlegten, engagierten die Hausdamen Tangomusiker, um sie zu unterhalten. Die Tangohistoriker berichten, dass die Männer die Wartezeit damit verbrachten, den Tanz zu üben – auch indem sie miteinander tanzten. Sie wollten damit jedoch nicht etwa den käuflichen Damen imponieren, sondern ihre Chancen bei den Frauen der Stadt steigern.





Gegenüber begrüßten uns auch die Comic-Freunde des kleinen Mädchens Malfalda, die wir schon zuvor auf ihrer Bank sitzend getroffen hatten. Auf Häuserwänden gemalt und als Statuen in den Straßen verteilt, bilden die bunten Figuren die „Paseo de la Historieta“ Comic-Tour – ein Tribut an die Comiczeichner Argentiniens und ihre im Lande sehr beliebten Charaktere.










Begleitet von den lustigen Figuren erreichten wir den Stadtteil Monserrat und das Convento de Santo Domingo, Schauplatz einiger kriegerischen Auseinandersetzungen mit den königlich britischen Soldaten während des Unabhängigkeitskrieges, aus denen die Argentinier siegreich hervorgegangen waren. Laut unserem Guide Oliver baden sie sich auch heute noch ein wenig im Ruhm dieser Siege.

Ein Mausoleum im Konvent ist die letzte Ruhestätte des General Belgrano, Kämpfer im Unabhängigkeitskrieg und Schöpfer der damaligen Flagge der Unabhängigkeitsbewegung, die heute die argentinische Landesflagge bildet.




Nach General Belgrano, der einst so siegreich gegen die Briten war, war auch ein Kreuzer der argentinischen Marine benannt, der ironischer Weise während des Falkland-, Entschuldigung… Malvinas-Konfliktes von der britischen Marine versenkt wurde. Mit über 300 Toten stellte dieser Verlust einen großen Teil der Kriegsopfer auf der argentinischen Seite dar.

Auch mit Oliver kamen wir erneut an der Kirche San Francisco vorüber und besuchten die gegenüberliegende historische Farmacia, die wir dieses Mal auch von Innen bewundern konnten.






Mit viel ansteckendem Enthusiasmus und Leidenschaft in jedem Wort erklärte uns unser Guide an der Plaza de Mayo die teils traurige Geschichte des Platzes, die Entwicklung der Casa Rosada und die Hintergründe zum Cabildo, dem historischen Sitz des ehemaligen Vizekönigs.








Selbstverständlich durfte auch auf dieser Tour die Catedral Metropolitana nicht fehlen, in der uns Oliver noch einiges zu den religiösen Hintergründen Argentiniens und dem im Mausoleum beigesetzten General San Martin vermittelte.








Das historische Cafe Tortoni, dessen Hallen schon so viel Geschichte miterlebt haben, war Ort für unsere wohl verdiente Mittagspause. Nicht erst hier zeigte sich, dass es sich bei unserer Truppe um eine harmonische und lustige Runde handelte.








Madelin und Bill kamen aus Florida – wir konnten daher einige Geschichten austauschen – und Mary und Bob aus Cleveland, Ohio. Auch im weiteren Verlauf unserer Reise sollten wir immer wieder einmal Zeit miteinander verbringen.

Nach unserer Pause nahmen wir die U-Bahn bis zur Plaza San Martin wo Oliver uns noch einige Erklärungen zu den wunderschönen historischen Gebäuden um den Platz herum gab, die wir an unserem Ankunftstag schon bewundert hatten.






Die letzte Laufetappe unserer Walking-Tour führte uns über die noble Avenida Alvear an verschiedenen Botschaften in schönen alten Gebäuden vorbei in den Stadtteil Recoleta.

Recoleta ist eines der elegantesten und teuersten Wohn- und Geschäftsviertel von Buenos Aires. Die bekannteste Sehenswürdigkeit hier ist jedoch der Friedhof. Er ist Ruhestätte für viele bekannte und einflussreiche Persönlichkeiten aus der Geschichte der Stadt und des Landes. Politiker, Generäle, Verleger, Industrielle und Mitglieder reicher Familien… an ihnen ziehen die Scharen der Besucher tagtäglich vorüber - letztendlich wohl alle, um ein bestimmtes Grab zu besuchen. Wisst Ihr schon welches?

Auf einem Platz vor dem Friedhof staunten wir erst einmal über „La Gomero“, einen Gummibaum. Mit einem Durchmesser von fast 50 Metern dominiert er über den Platz und spendet Schatten und Zuflucht auf Bänken um seinen mächtigen Hauptstamm herum.




Um mit seinen weit verzweigen Ästen ein Dach über dem Platz zu bilden wurden diese mittels Trägern in der Luft gehalten. Z.T. übernahmen diese Arbeit auch schöne Kunstwerke.




Durch das Haupttor des Friedhofs betraten wir das Reich der Toten und somit ein Labyrinth aus Mausoleen unterschiedlichster Architektur. Alle hatten jedoch eines gemeinsam: sie sollten lange vom irdischen Reichtum und Ruhm der Verstorbenen und ihrer Familien künden.








Auch hier war unser Guide in seinem Element. Unterhaltsam und engagiert zeigte er uns bestimmte Gräber und wusste zu jedem eine wahre Geschichte oder eine schaurige Legende zu berichten.




Farblich heraus sticht das in grünem Marmor gehaltene Mausoleum des Almiante Guillermo Brown, dem Vater der argentinischen Marine. Der grüne Marmor soll dabei an seine irischen Wurzeln erinnern.




Als besonders kunstvoll empfand ich das Grab des Jose Clemente Paz, dem Gründer der Zeitung „La Prensa“, der einst am weitesten verbreiteten Zeitung. Das Gründungsgebäude war einer der schönen Bauten um die Plaza San Martin herum.




Rufina Cambaceres war ein junges Mädchen, das 1902 zur aristokratischen High Society von Buenos Aires gehörte. Als sie sich fertig machte um mit ihrer Mutter ein Theaterstück anzusehen, brach sie zusammen und wurde von herbeigeeilten Ärzten für Tot erklärt. Alleine für die Gründe ihres Zusammenbruchs gibt es allerlei Geschichten wie z. B. dass sie erfahren hätte, ihr Freund würde sie mit seiner eigenen Mutter betrügen.

Wie es bei reichen Familien üblich war, wurde Rufina schnell in einer kunstvoll gestalteten Gruft beigesetzt. Einige Tage später fand der Friedhofswärter den Deckel des Grabes beschädigt und verschoben vor. Da man einen Diebstahl befürchtete, wurde das Grab geöffnet und fand etwas noch schrecklicheres vor. Die tote Rufina mit zerschundenen Händen. Irrtümlich von den Ärzten für Tot erklärt, war sie im Sarg erwacht.




Die Grabstätte von Liliana Crociati de Szaszak ist durch eine große Bronzestatue zu erkennen. Die Junge Frau ist ums Leben gekommen, als 1970 ihr Hotel in Innsbruck von einer Lawine getroffen wurde. Als Ihr Hund Sabu später auch verstarb, wurde der Statue ein Hundeabbild hinzugefügt. Die Tatsache, dass der Leichnam ihres mit ihr verstorbenen Mannes nie gefunden wurde, ist natürlich ebenfalls Anlass für verschwörerische Theorien.




Last but not least besuchten wir zum Abschluss das Grab, welches wohl Anlaufpunkt für jeden Besucher des Friedhofs sein dürfte. Ihr habt es sicher schon erraten.



Eva „Evita“ Peron ist hier, nachdem ihr Leichnam lange Zeit von politischen Gegnern in Italien versteckt gehalten wurde, in der Gruft der Familie Duarte beigesetzt.






Mit dem Abschied von der wahrscheinlich weltweit bekanntesten Persönlichkeit Argentiniens endete auch unsere Walking-Tour durch Buenos Aires. Unser fabelhafter Guide Oliver übergab uns wieder an Chris, der vor dem Friedhof schon auf uns wartete, um uns ans Schiff zu fahren.

Dieser Tag war, wie der gesamte Aufenthalt in Buenos Aires, sehr gelungen. Es war auch schön, dass wir die Stadt erst vorher selbst erkundet und erste Eindrücke schon verdaut hatten. So konnten wir heute die vielen, unheimlich gut herübergebrachten Erklärungen unseres Guides Oliver in Ruhe aufnehmen.

Der Abschied von Buenos Aires beim Auslaufen geschah mit einem sehr zufriedenen Gefühl. Buenos Aires hatte uns schon mal sehr gut gefallen. Nach dem Motto: „auf zu neuen Ufern“ waren wir gespannt auf die weiteren Ziele.
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Reisebericht Celebrity Infinity - Südamerika - März 2015 27 Mai 2015 13:06 #42462

Kreuzfahrt Tag 3 – Montevideo, Uruguay







„Ich sehe einen Berg!“ Dies (Monte vido eu!) soll der portugiesische Entdecker Magellan gerufen haben, als er bei seiner Erforschung des Rio de la Plata im Jahre 1520 einen Berg, mit 132 m Höhe wohl eher einen Hügel, sah. An diesem Ausruf erinnernd soll die später an dieser Stelle gegründete Stadt dann Montevideo benannt worden sein.

Von den vielen Geschichten über die Namensfindung von Montevideo wird diese Version heutzutage als die wahrscheinlichste angesehen. Bewiesen ist aber nur, dass am Fuße des Hügels 1724 von den Spaniern ein Militärstützpunkt errichtet wurde, der zur Verteidigung der Bucht dienen sollte. Dieser Stützpunkt hat sich zur heutigen Stadt Montevideo entwickelt, in der etwa 1,4 Mio. der insgesamt ca. 3,3 Mio. Einwohner Uruguays leben.

Der Ausblick vom Außendeck des Ocean View Cafe auf einen Schiffsfriedhof vor dem Hafen Montevideos machte erst einmal keinen einladenden Eindruck. An die Vergänglichkeit von Schiffen wollten wir an Bord unserer schönen Celebrity Infinity erst einmal nicht denken. Vom Genuss eines ordentlichen Frühstücks hielt uns das jedoch nicht ab. Besonders an der Theke im Heckbereich, wo u. a. frisch schmackhafte Eggs Benedict zubereitet wurden, wurde ich viel zu gut und freundlich bedient und sozusagen zum Stammkunden erzogen.






Wir hatten keinerlei Zeitdruck. Ich hatte herausgefunden, dass wochentags um 11 Uhr eine Free Walking Tour am Plaza Independencia startet. Die Tour an sich ist kostenlos, um Tips für die Guides, meist Studenten die sich damit ein Zubrot verdienen, wird jedoch gebeten. Walking-Touren sind generell etwas für uns… aber das habt ihr sicher schon aus unseren Berichten entnommen.

Am Platz vor der Pier stießen wir auf einige herausgeputzte Relikte der Seefahrt. Erst der ausgestellte Entfernungsmesser der „Graf Spee“ rief mir ins Gedächtnis, dass das berühmte Panzerschiff 1939 vor dem Hafen Montevideos von der Besatzung selbst versenkt wurde.






Unser Fußweg zum Platz der Unabhängigkeit führte uns durch ein gerade erwachendes Montevideo. Gemüsehändler stellten ihre Waren vor die Geschäfte, Modeläden öffneten und die Besitzer nutzten die Ruhe vor dem Sturm zu einem Plausch mit dem Nachbarn.








Der Platz der Unabhängigkeit war durch die Straßen der Altstadt hindurch einfach und schnell zu erreichen. In der Mitte des großen Platzes reitet ein stolzer General Artigas auf seinem prächtigen Ross auf dem Dach seines Mausoleums. Artigas, der 1811 siegreich gegen das Vizekönigreich gekämpft hatte, gilt als Landesvater Uruguays und wird als Nationalheld vereehrt.




Eingerahmt wird der Platz von einigen Gebäuden unterschiedlichster Architektur und Attraktivität. Neben dem relativ modernen Bau des Sitz des Präsidenten und einem Verwaltungsgebäude, dessen Glasfassade mit unzähligen Klimaaggregaten verschandelt ist, befindet sich auf der Westseite des Platzes ein stehen gelassenes Tor der einstigen Stadtmauer. Die Stadtmauer selbst wurde abgerissen als Montevideo weit über seine ursprünglichen Grenzen hinauswuchs.

Auf der Ostseite des Platzes ragt der imposante Palacio Salvo in die Höhe. Das Art Deko-Gebäude war zwischen seiner Einweihung 1928 und dem Jahr 1935 das höchste Gebäude Südamerikas. Der Architekt hatte es dem ebenfalls von ihm stammenden Palacio Barolo in Buenos Aires nachempfunden. Dieser war jedoch kleiner, was den Bewohnern der Stadt, die sich traditionell in Konkurrenz zu Buenos Aires sah, eine gewisse Genugtuung gab.

Heute ist der Palacio Salvo das Wahrzeichen der Stadt und Erinnerung an eine Zeit, in der das wohlhabende Uruguay sich anschickte, als die Schweiz Südamerikas zu gelten.




Vor dem Mausoleum Artigas entdeckten wir schnell einige junge Damen mit roten T-Shirts auf denen das Logo der Free-Walking-Tour zu sehen war. Die Damen teilten gerade die Interessenten in eine englische und eine spanische Tour auf, als wir zu unserer positiven Überraschung sahen, dass auch Mary und Bob, mit denen wir bereits in Buenos Aires on Tour waren, kamen, um ebenfalls an der Tour teilzunehmen.

Unsere Führerin stellte sich uns mit jugendlichem Scharm und Humor als Maria vor und erklärte uns sogleich die ersten Fakten zu Uruguay, Montevideo und einige Hintergründe zu den Gebäuden um den Platz herum.




Durch das alte Stadttor verließen wir den Platz und betraten mit der Calle Sarandi die Fußgängerzone der Stadt. Maria machte uns auf Montevideos Variante des „Walk of Fame“ aufmerksam. In den Boden eingelassen befanden sich schwarze Granitplatten mit einer lachenden Sonne und den Namen einiger Berühmtheiten.






Auffällig war, dass überall in den Straßen der Stadt zwischen den einfarbigen Bodenplatten kleine bunte Fliesen aus Keramikbruchstücken zu sehen waren. Laut Maria soll ein Unbekannter nachts defekte Bodenplatten gegen die kleinen bunten Kunstwerke austauschen. Man wüsste nicht wer es ist, würde ihn aber gewähren lassen… ob diese Geschichte wohl so stimmte? Egal, es sah zumindest hübsch aus und gehört mittlerweile zum Stadtbild Montevideos.






Maria deutete auf ein schönes historisches Art-Nouveau-Gebäude, das Edificio Pablo Ferrando, welches 1917 als Sitz einer Optikfirma erbaut wurde. In dem immer noch prächtigen Gebäude aus Glas und Metall befindet heute die Buchhandlung „Mas puro verso“ (Mehr reine Poesie). Unsere Führerin erwähnte auch, dass es im ersten Stock auch ein schönes Cafe gäbe, welches bei jungen Leuten sehr beliebt sei.




Gut gelaunt und sehr sympathisch führte uns Maria durch die Straßen zum Teatro Solis. Das erwürdige Theater wurde 1856 eröffnet und war das erste große Theater Südamerikas. Auch heute strahlt das aufwendig renovierte Kulturdenkmal noch den Glanz der damaligen Tage aus.




Vorüber am anglikanischen Kirchengebäude Templo Ingles führte unser Spaziergang zum Cabo del Sur, den Überresten eines Festungsbaus direkt an der Uferpromenade. Maria nutzte den Ort, um uns ein wenig über Land und Leute zu erzählen. Selbstverständlich durften dabei einige Erläuterungen zum Mate-Konsum der Bewohner Uruguays nicht fehlen. Der Mate-Tee ist für manche täglicher Begleiter. Wir konnten das schon in den Straßen beobachten.

Das idealer Weise aus einem Kürbis geschnitzte Trinkgefäß mit dem Bombilla-Röhren ständig in der Hand und die Thermoskanne zum Aufgießen 24 Stunden am Tag unter dem Arm geklemmt – so karikierte Maria den typischen Uruguayaner. Sie scherzte, es sei medizinisch nachgewiesen, dass ein richtiger Uruguayaner deshalb einen zusätzlichen Muskel im Oberarm hätte. Zudem gäbe es, ähnlich wie bei Rauchern, zwei Arten von Matetrinkern. Die einen, die immer Mate und Thermoskanne dabei hätten und die anderen, die immer von ihnen schnorren würden. Selbstkritisch zählte sie sich zu der zweiten Sorte.

Nächste Station unseres Rundgangs war die Plaza Constitucion, von den Einwohnern auch Plaza Matriz genannt, die das Zentrum des historischen Montevideo bildet. Die offizielle Namensgebung beruht auf dem Schwur auf die erste Verfassung Uruguays, der hier 1830 geleistet wurde.

In der Mitte des Platzes plätscherte ein Brunnen aus weißem Marmor vor sich hin und auf den Kieswegen der Parkanlage wurde ein Kunsthandwerksmarkt abgehalten.




Maria gab uns hier eine halbe Stunde Freizeit, die wir zu einem besuch der an dem Platz gelegenen Kathedrale nutzten. Der monumentale Bau von 1790 gehört zu den ältesten Kirchen Südamerikas und hat unter kirchlichen Würdenträgern viele Anhänger gefunden. Von einer Mission im Jahre 1825, der auch der spätere Papst Pius IX angehörte, wurde sie als schönste Kirche Südamerikas bezeichnet. Pius IX erklärte die Kirche später zur Basilika und schließlich zur Kathedrale.






Mir persönlich hat ein Seitenaltar mit einem Glaskunstwerk besonders gut gefallen. Das nüchterne, offenbar moderne Bild aus geschliffenem Glas fügte sich harmonisch in den prachtvoll mit Gold verzierten alten Altar ein. Beides bildete, trotz unterschiedlicher Stile, eine gelungene Einheit.






In einer kleinen seitlichen Taufkapelle befindet sich ein marmornes Taufbecken aus dem Jahre 1753. In diesem Taufbecken hatte bereits der spätere Nationalheld Artigas seine christlichen Weihen empfangen.




Nachdem wir Maria am Brunnen vor der Kathedrale wieder getroffen hatten, ging es weiter zur Plaza Zabala. Der Platz ist nach dem Gründer der Stadt Bruno Mauricio de Zabala benannt, der ebenfalls hoch zu Ross auf einem Denkmal über seine Stadt blickt. An seinem Denkmal erklärte uns Maria unterhaltsam die verschiedenen Versionen der Geschichte wie Montevideo einst zu seinem Namen kam.






Weiter durch einige Seitenstraßen an der Nationalbank Uruguays vorbei ging es zur Endstation unserer Tour – dem Mercado del Puerto. Die Markthalle mit ihrer eisernen Trägerstruktur war einst in Liverpool in Auftrag gegeben und gebaut worden, um dann lange Zeit als Handelsplatz zu dienen. Im Hintergrund der Halle und den touristischen Ständen vor ihren Eingängen erhob sich das mächtige Hauptzollgebäude wie ein Bollwerk aus Beton.



Nach einem Gruppenfoto für die Facebook-Seite der Walking-Tours verabschiedeten wir uns von Maria und dankten ihr mit einem großzügigen Tip. Sie hatte ihren Job großartig und mit viel herzlichem Enthusiasmus gemacht und uns in kurzer Zeit viel von der Stadt näher gebracht.




Der Hafenmarkt, in dem früher auch Obst und Gemüse gehandelt wurde, ist heute kulinarisches Herz Montevideos – und die Hölle eines jeden Vegetariers. Im Inneren der schönen Halle befinden sich unzählige Grill- und Steakrestaurants.




Die beste Werbung für ein Steakhaus ist der Grill. Daher waren alle gut sichtbar zu den Gängen hin ausgerichtet. Unmengen von Steaks, Würstchen und südamerikanischen Grillspezialitäten brutzelten vor sich hin und verbreiteten einen für mich unwiderstehlichen Geruch. Der Anblick auf den Grillrosten war für jeden Fleischliebhaber schöner als jedes noch so kunstvolle Gemälde.






Ich brauchte nicht viel Fantasie, um mir vorzustellen, wie diese Köstlichkeiten mit den auf den Tischen stehenden Saucen schmecken würden.




Mary und Bob, die mit in die Halle gekommen waren, und uns war eines schnell klar: wir konnten und wollten Montevideo nicht verlassen, ohne hier gegessen zu haben. In einem der vielen Restaurants fanden wir einen gemütlichen Tisch und die Damen orderten gleich eine Flasche Medio y Medio, der uns zuvor von Maria als lokale Spezialität empfohlen wurde.






Das Essen war hervorragend und erstaunlich günstig. Vor allem wird es aber einer dieser Momente sein, an die wir uns noch lange erinnern werden.

Nach dem Essen wollten wir noch ein wenig durch die Fußgängerzone bummeln, wurden jedoch dann von einem sich rasch verdunkelnden Himmel und einigen Regentropfen überrascht. Wir erinnerten uns an das Cafe im Buchladen, von dem Maria uns erzählt hatte. Glücklicherweise hatten wir das schützende Gebäude erreicht, bevor sich der Regen zu einem starken Gewitter entwickelte. Als wir es betraten, hielten wir erst einmal ehrfürchtig inne.

Die gesammelten Werke der Literaten aller Herren Länder und das historische Ambiente des alten Gebäudes schufen ein einladendes und einzigartiges Ambiente.






Am oberen Ende der großen Treppe fanden wir hinter weiteren Bücherregalen das von Maria beschriebene Cafe und machten es uns auf einem Ledersofa bei leckerem Cafe Latte und Free Wifi gemütlich. Den Rest des verbleibenden Nachmittags genossen wir musikalisch untermalt von Beethovens Violinkonzert und blickten durch die großen Scheiben auf das verregnete Montevideo.






Leider tat uns der Regen nicht den Gefallen, bis zu unserer Rückkehr zum Schiff aufzuhören. Begleitet von dicken Tropfen kam uns der Weg viel weiter vor als am Morgen. Als wir die Infinity erreichten, waren wir völlig durchnässt und das Wasser tropfte aus unseren Haaren und unserer Kleidung. Wir freuten uns daher, nicht nur an Bord ins Trockene zu kommen, sondern auch über die nette Geste von Celebrity, jeden Passagier noch vor der Security mit Handtüchern zu empfangen.




Der heftige Regenguss des Nachmittags trübte nicht unsere Erfahrung und Empfindung über Montevideo. Ganz im Gegenteil. Beim Abendessen im Blu unterhielten wir uns noch mit unserer unheimlich netten Barkellnerin Jenny über den wunderschönen Aufenthalt bei passender Musik im Cafe „Mas puro Verso“, den wir wohl ohne den Regen so nicht erlebt hätten. Nomen est Omen – für uns war es pure Poesie.



Kreuzfahrt Tag 4 – Punta Del Este, Uruguay





Der Badeort Punta del Este empfing uns bei bedecktem Himmel aber spiegelglatter See, was das in diesem Hafen notwendige Tendern sehr erleichterte. Für diesen Tag hatten wir keinen festen Plan und dadurch wiederum keine Eile am Morgen. Entgegen der Passagiere, die am Land wohl feste Ausflüge gebucht hatten, waren wir nicht in der Verlegenheit, unbedingt ein frühes Tenderboot zu erwischen und damit unausweichlich mit dem ersten Schwung in der Schlange zu stehen – auch wenn diese offenbar nicht dramatisch lang waren.

Übrigens ist es so, dass Celebrity bei den Tenderhäfen Rangfolgen verteilt. Zuerst dürfen die Passagiere der Celebrity-Ausflüge tendern. Dann sind die Passagiere mit Priority-Tickets an der Reihe, die am Vortag an Gäste ab Elite-Status aufwärts verteilt werden. Danach wird per Durchsage das Tendern für alle Gäste freigegeben, was an diesem Morgen relativ früh geschah.




Uns interessierte das an unserem Frühstückstisch nur zweitrangig und wir genossen unser Frühstück und den Blick aufs Meer wieder ungestört und in aller Ruhe. Positiv in Erinnerung geblieben ist mir, dass mich das Personal des Bereichs für frisch zubereitete Eier bereits nach so kurzer Zeit erkannte. „Good morning Sir! Two Eggs Benedict and three sausages as always?“ wurde ich von der netten Dame hinter der Theke mit einem freundlichen Lächeln gefragt, als ich noch in der kurzen Schlange stand. Was sollte ich da sagen? „You are an angel!“.

Dies sind die Augenblicke, die mir immer wieder innere Freude bereiten. Momente, in denen ich größte Hochachtung vor der Leistung der Leute und das tiefe Gefühl habe: hier bin ich richtig! – aber auch Momente, die mir die einfache Weisheit des Graffitis in Buenos Aires wieder vor Augen führen: „Was ich biete ist ein Lächeln, alles was ich mir erhoffe, ist ein Lächeln zurück“

Im Bereich vor dem Einstieg zum Tenderboot, das wir ohne jegliche Wartezeit besteigen konnten, trafen wir auf Jenny, unsere Barkellnerin aus dem Blu, die dort Wasserflaschen verkaufte. Auch sie erkannte uns sofort, sprach uns sogar mit Namen an und wünschte uns einen schönen Tag.


Auf dem Tender betrachteten wir den bedeckten Himmel und bezweifelten das Versprechen unseres Kapitäns, dass es noch ein sonniger Tag werden sollte, welches er bei seiner Morgendurchsage gemacht hatte.




In dem kleinen Fischerhafen lagen die bunten Boote der Fischer an den Stegen, nachdem sie offenbar schon von ihrer nächtlichen oder frühmorgendlichen Arbeit zurückgekehrt waren und boten das typisch idyllische Bild, das wohl so gar nicht der eigentlich harten Arbeit dieser Männer entspricht. An einem Tisch hinter den Anlegern wurden gerade die Reste des Fangs zerlegt und filetiert.






Die Hoffnung auf die Abfälle dieser Arbeit, oder vielleicht sogar ein paar schmackhaftere Stücke, lockte einige Bewohner des Hafens an, die ganz Nah am Rande der Pier auf ihre Chance warteten.








Die Fänge, die nicht als Futter für die Seelöwen gedacht waren, sondern eher auf den Tellern in den lokalen Fischrestaurants und in einheimischen Kochtöpfen landen sollten, wurden an einer Reihe von Ständen direkt am Hafen angeboten. Für Liebhaber von Fisch und Meeresfrüchten wohl ein schöner Anblick, aber mir persönlich reicht schon der Geruch – ein gutes Steak ist mir lieber.






Von unserem Tenderboot aus hatten wir schon ein großes Ausflugsboot gesehen, welches auf einer über den Bug gespannten Plane Ausfahrten zur „Isla de Lobos“ anbot. Über die Kolonie von Seehunden und Seelöwen hatte ich schon gelesen und es interessierte uns, mehr von den Meeressäugern zu sehen. Wir erkundigten uns daher beim freundlichen Kapitän des Boots nach Preis (60 USD) und Abfahrtzeit und entschlossen uns, zwei Tickets für die Fahrt mit dem komfortablen und geräumigen Schiffchen zu buchen.






Wir hatten noch etwas Zeit bis zur Abfahrt, die wir damit verbrachten, ein wenig an der Uferpromenade entlang zu schlendern. Ins Auge fielen dabei die vielen modernen hohen Wohngebäude entlang der Straße und viele, viele Plakate mit Werbung für Bauvorhaben und Luxusappartements. Ich fühlte mich an ein Sunny Isles erinnert, wo die Entwicklung zum heutigen Millionärsviertel aus Beton und Glas auch so angefangen hat, sogar die Namen auf den Plakaten, Trumpp, Dezer etc. waren die gleichen.

Wir richteten unseren Blick eher auf die Segelboote und die dahinter liegende Infinity.




Als unser Ausflugsboot in See stach, machten wir es uns in Loungemöbeln auf dem Oberdeck gemütlich. Obwohl das Schiff nicht klein war und es sich um einen Trimaran handelte,, der gut im Wasser lag, schaukelte es gewaltig in der unruhiger gewordenen See. Aufstehen oder über das Deck gehen ohne sich festzuhalten war unmöglich. Da wir direkt hinter der Brücke saßen, kam der Kapitän mehrfach zu uns, entschuldigte sich und fragte nach, ob alles in Ordnung wäre. Wir versicherten ihm, dass wir kein Problem mit Seegang hätten und sagten, dass wir ja schließlich auf einem Boot wären. Er war froh darüber und erzählte uns, dass sie gerade mit vielen schlechten Bewertungen auf Tripadvisor von Leuten zu kämpfen hätten, die einfach nur Seekrank geworden sind. Wir schüttelten ungläubig den Kopf und sagten: „It´s a boat!!!“

Die ca. 45 Minuten Fahrt zur Isla de Lobos verbrachten wir mit einer interessanten Unterhaltung mit einer Dame, die ursprünglich aus Uruguay stammte, aber schon seit vielen Jahren in Schweden lebt. Sie hat in Punta del Este noch ein Haus, nach dem sie außerhalb der Saison schaute. Sie schilderte uns, dass sie es während der Saison hier nicht mehr aushalten würde, da sich die Touristen in den Straßen gegenseitig auf die Füße treten würden. Auch sie berichtete fast wehmütig über die Entwicklung von Punta Del Este in eine Wüste aus Luxushochhäusern, deren Appartements von wohlhabenden Argentiniern und Brasilianern aufgekauft würden.

Langsam kamen wir der Insel näher.




Die Isla de Lobos ist ein Naturschutzgebiet und darf nicht betreten werden. Auf der Insel befinden sich nur eine Forschungsstation und der höchste Leuchtturm Südamerikas, der mit 59 m Höhe der drittgrößte Leuchtturm der Welt ist. Die bis zu 250.000 hier lebenden Seehunde und Seelöwen bilden eine der weltweit größten Kolonien dieser Tiere. Ihr Rufen war schon von weitem zu hören und auch der Geruch folgte nicht viel später. Dennoch war es faszinierend, die Tiere zu beobachten.








Soweit das Auge reichte, waren die Felsen und Klippen der Insel von den teilweise riesigen Tieren bedeckt, die ihre massigen Körper zu unserem Erstaunen sogar bis auf den oberen Rand der hohen Steilküste geschleppt hatten. Vor den an Land ruhenden oder streitenden Tieren schwammen einige Exemplare geschickt und spielerisch durch die Wellen.








Ca. eine halbe Stunde kreuzten wir vor der Insel und beobachteten das Spektakel. Das Fotografieren war dabei gar nicht so einfach. Das Boot hob und senkte sich mit jeder Welle und was den Seelöwen so spielerisch gelang, nämlich dabei die Balance zu halten, fiel uns gar nicht so leicht. Kurz bevor wir den Kurs zurück nach Punta del Este einschlugen, geschah, was uns der Kapitän der Infinity prophezeit hatte – der Himmel klarte auf.








Im Licht der nun strahlenden Sonne konnten wir von See aus sehen, wie verbaut die Küste von Punta del Este bereits war. Es war nicht unattraktiv und hatte, speziell um den Leuchtturm auf einer Landzunge herum noch ursprüngliche Züge, ich konnte mir aber vorstellen, dass Punta del Este in einigen Jahren nicht mehr das Gesicht haben wird, was es heute noch hatte. Unsere Mitfahrerin bestätigte dies und fügte hinzu, dass es schon nicht mehr das Gesicht einer Stadt sei, die sie noch kannte.








Die Fischerboote im Hafen wirkten bei diesem Licht noch einladender und bunter als am Morgen. Was sich nicht verändert hatte war der bettelnde Blick der Seelöwen, die zwischen ihnen herum schwammen.












Als ich die hungrigen Tiere fotografierte, kam einer der Fischer mit einer Plastikbox auf uns zu und reichte uns darin einige Fischabfälle, die wir den bettelnden Tieren geben sollten. Wie auf Kommando kamen diese sogleich noch näher heran.






Am Morgen hatten wir beim Aussteigen aus dem Tenderboot eine kleine Landkarte des Ortes bekommen, auf der eine Walking-Tour eingezeichnet war. Einige Sehenswürdigkeiten von Punta del Este, besonders die Skulptur der aus dem Sand ragenden Hand, wollten wir noch besichtigen, daher starteten wir die eingezeichnete Tour in umgekehrter Richtung.

Zunächst führte uns die Route daher erneut an der Strandpromenade entlang, wo wir bald auf einen hölzernen Gazebo trafen, der auch auf der Route verzeichnet war.




Nicht weit dahinter beginnt einer der öffentlichen Strände von Punta del Este an dem wir ein Stück entfernt die neu erbaute „Muelle La Pastora“ sehen konnten. Die Pier wurde speziell aufgrund der vielen Kreuzfahrtpassagiere als Alternative zu dem kleinen Fischerhafen errichtet. Heute tenderte die mit der Infinity auf Rede liegende MSC Sinfonia mit ihren Booten dorthin.






An dieser Stelle bogen wir von der Strandpromenade ab und spazierten an einer großen Marmorskulptur vorbei, die anlässlich des 100jährigen Bestehens von Punta del Este errichtet wurde. Auf diesem Wege gelangten wir schnell an die auf der anderen Seite des Ortes liegende Playa Brava. Hier ragte im Sonnenlicht die vielleicht berühmteste Sehenswürdigkeit von Punta del Este aus dem Sand.




Die Skulptur „La Mano de Punta del Este“ (Die Hand) wurde 1982 von einem chilenischen Künstler anlässlich eines Kunstmeetings geschaffen. Im Volksmund auch „Los Dedos“ (Die Finger) genannt, ist sie wohl das beliebteste Foto- und Postkartenobjekt Punta del Estes.






So bedeckt es am Morgen auch war, so gnadenlos brannte nun die Sonne vom Himmel. Der Route auf dem Plan folgend liefen wir, froh um jeden Schatten den wir unter den Arkaden einiger Geschäfte bekommen konnten, entlang der Hauptgeschäftsstraße Avenida Gorleo.




Besonders mir setzte die Sonne langsam richtig zu. Am bedeckten Morgen hatte ich es nach einem Blick vom Balkon nicht so ganz genau genommen mit dem Eincremen. Nun merkte ich förmlich, dass das bisschen Sonnenschutz, welches meine Haut überhaupt an diesem Tag von mir spendiert bekommen hatte, schon längst verdampft war. Bei einem kurzen Halt in einem klimatisierten McDonalds, in dem wir ein kühles Shake tranken und das Wifi nutzten, bat ich Birgit daher darum, dass wir den Rückweg antreten sollten.

Der Weg zum Hafen war zum Glück nicht mehr sehr weit. Dort angekommen fanden wir immer noch den größten der Seelöwen vor, der sich bereitwillig als Fotomodell für die zum Tender zurückkehrenden Touristen zur Verfügung stellte.






Die Wellen sorgten auf dem Rückweg für eine turbulente Fahrt. Wenn der Tender vorne in die Wellen eintauchte, spritzten die Wellen laut klatschend über das gesamte Boot. Einige Gäste jauchzten dabei, andere fanden es wohl gar nicht lustig und wurden immer ruhiger – und bleicher im Gesicht. Hinter uns unterhielten sich zwei Damen darüber, wie gefährlich das nun sei und sie sich richtige Sorgen machten. Das war natürlich völlig übertrieben.

In der Kabine angekommen sah ich, dass ich alles andere als bleich im Gesicht und allen anderen, der Sonne ausgesetzten Stellen war. Ich sah aus wie einer von denen, über die ich mich normal amüsiere. Falls ihr nun an einen Hummer denkt… vergesst es. Denkt an einen knallroten Leuchtturm!

Etwas verspätet stachen wir wieder in See. Der Kapitän erklärte uns später, dass er aufgrund des stärker gewordenen Windes das Schiff wenden musste, um die Tenderboote auf der windabgewandten Seite aufnehmen zu können.

Während des Dinners im Blu sorgte meine leuchtende Gesichtsfarbe für mehr als nur den einen oder anderen Scherz. Ich konnte jedoch darüber ebenfalls lachen – war ich doch selber schuld. Mein natürlich etwas gekränkter Stolz wurde jedoch mit einem wiederum hervorragenden Abendessen besänftigt. Zum Hauptgang hatte ich ein einfach nur göttlich schmeckendes Weißweinrisotto getoppt mit zwei butterzarten Filet Mignons – bei dem Gedanken daran läuft mir noch heute das Wasser im Munde zusammen.




Im Theater trat heute ein Pianist auf, der laut Ankündigung bereits in vielen großen Häusern gespielt hatte. Wir schauten kurz in die Show hinein, die wirklich gut war. Die Hände des Künstlers Garin Bader flogen nur so über die Tasten. Ob die schwersten Stücke von Chopin oder weniger klassische Stücke zur allgemeinen Unterhaltung, er spielte sie ohne Noten und mühelos mit fühlbarer Hingabe und Leidenschaft.

Leider peinigte mich mein Sonnenbrand dann doch etwas, so dass wir beschlossen ins Bett zu gehen. Eine ganze Tube der Feuchtigkeits-Lotion musste jedoch vor dem Schlafengehen noch dran glauben…



Kreuzfahrt Tag 5 – Seetag





Wir waren ganz froh um diesen ersten Seetag. Die Buenos Aires, Montevideo, Punta del Este… es waren alles schöne Destinationen und Erlebnisse, aber ein Tag Ruhe tat uns richtig gut. Das Wetter war gut, so dass wir wiederum ein ausgiebiges Frühstück auf dem offenen Heck des Ocean View genießen konnten. Wir kamen schnell mit Tischnachbarn ins Gespräch – ja, meine immer noch sehr rote Farbe war Anlass – und so plätscherte die Zeit dahin.

Viele nutzen das schöne Wetter, um es sich an Deck gemütlich zu machen. Plätze standen reichlich zur Verfügung. Wir verbrachten die Zeit mit Fitness-Center, Lesen, einem kleinen Mittags-Snack und Nichtstun.



Im Rahmen der Celebrity Life Activities waren während dieser Reise auch zwei Lektoren/Gastsprecher an Bord. Mehr durch Zufall stolperten wir im Theater in einen Vortrag über Meerestiere von Milos Radakovich, der eher der wissenschaftliche Sprecher war, hinein. Es war klasse! Milos hatte eine unheimlich unterhaltsame Art, in seinem Vortrag wissenschaftliche Fakten, interessante Informationen und humorvolles Entertainment zu kombinieren und begeisterte so sein zahlreiches Publikum. Wir suchten uns gleich einen Platz und blieben für den Rest der Show.

Der Abend des ersten Seetags war auch die erste von drei Formal Nights. Wir hatten aufgrund der Onboard-Buchung dieser Reise wieder ein schönes OBC bekommen, welches wir u. a. in einen Besuch in einem Specialty Restaurant an diesem Abend investierten. Das „SS United States“ erschien uns für diesen Abend passend, denn das Ambiente war wie gemacht für die schicke Kleidung einer Formal Night.






Das Essen konnte man nur als exquisit bezeichnen. Warmes Ziegenkäse Soufflé, Birne mit Roquefort im Blätterteig, Entenbrust, Lobster, Grand Marnier Soufflé – alles war erstklassige Gourmetküche. Der Service war extrem freundlich und vornehm und damit passend Rahmen des Abends - wirklich hervorragend. Der Maitre d´ kam wie üblich an den Tisch und da wir beiden den gleichen Vornamen hatten, ergab sich noch eine nette längere Unterhaltung.




Nach dem Essen gingen wir noch in unsere lieb gewonnene Constellation Lounge auf einen Drink und ließen beim stimmungsvollen Licht der untergehenden Sonne den Abend Revue passieren.








Beiden hat uns das Dinner gut gefallen und das Essen mehr als nur geschmeckt. Mit ca. 100 USD Aufpreis war es jedoch nicht gerade günstig. Beide empfanden wir zwar, dass der Preis für die Speisen und den tollen Service im Vergleich zu einem Äquivalent an Land gerechtfertigt war, beide hatten wir jedoch auch noch einen anderen Gedanken. Da wir jeden Abend bereits von der erstklassigen Küche und dem hervorragenden Service im Blu verwöhnt waren, war der Abend im SS United States nun nicht so sehr viel besser. Das relativierte für uns den Preis wieder in eine andere Richtung und wir befanden, dass Gäste des MDR sicher einen größeren Sprung nach oben empfinden würden, als Gäste des Blu. Diesen Gedanken empfanden wir beide nicht als Kritik an dem hervorragenden Restaurant, sondern als Kompliment und Wertschätzung gegenüber des Blu.



Kreuzfahrt Tag 6 – Puerto Madryn, Argentinien




Heute war einer der Tage dieser Kreuzfahrt, auf die wir uns besonders gefreut hatten. Bei unseren Recherchen zur Reise waren wir über Lobolarson.com gestolpert, einer Tauchschule, die auch Schnorcheln mit Seelöwen anbietet. Die Berichte im Internet und die Videos dazu waren toll. Die an einer bestimmten Stelle lebenden Seelöwen haben quasi keine Scheu und schienen auf den Videos fast glücklich über die Möglichkeit, spielerisch und elegant um ihre Besucher herum durchs Wasser zu gleiten und diese zum Mitmachen aufzufordern. Das wollten wir auch erleben!
Und auch Mary und Bob, mit denen wir schon in Buenos Aires und Montevideo unterwegs waren, hatten sich nach einem vorherigen Austausch per E-Mail angemeldet.

Der vorherige Schriftverkehr mit Lobolarsen war sehr informativ und freundlich. Fragen wurden hilfreich und nett beantwortet und auch die Information, wie und wann wir zu der Tauchschule kommen sollten war problemlos. Vom Schiff aus nahmen wir frühstmöglich einen bereit stehenden Shuttlebus, der uns in das Zentrum der kleinen Stadt Puerto Madryn fuhr und liefen ein Stück der Straße entlang, die uns direkt zur Tauschschule brachte. Nur leider war niemand da…
Überrascht warteten wir ein paar Minuten vergeblich und liefen dann zu einer auf einem Plan an der Tür eingezeichneten zweiten Location, die nur um ein paar Ecken herum direkt am Strand lag. Dort war auch niemand zu finden. Wir fragten jemanden von einem Surfboardverleih, der uns sagte, dass die Leute vor 3 Minuten zu dem anderen Büro gegangen waren – wir waren wohl aneinander vorbei gelaufen. Also wieder zurück…

Am Büro trafen wir tatsächlich auf eine Dame, die gerade ein paar jungen Leuten, die wohl gerade von den Seelöwen zurück kamen, aus den Taucheranzügen half und uns ein wenig erstaunt ansah. „Sie hatten gebucht, nicht wahr?“ Ähhh, ja hatten wir ?! Sie bat uns, ein wenig zu warten. Als die anderen fertig waren, fragte sie uns, ob wir denn nicht die E-Mail bekommen hätten. Mangels Internet auf See hatten wir sie natürlich nicht bekommen. Freundlich erklärte uns die junge Dame, dass sich das Verhalten der Seelöwen in letzter Zeit etwas verändert hätte und sie nur noch bei hohem Wasserstand die Interaktion suchten. Man hätte uns daher eine E-Mail geschrieben, um uns mitzuteilen, dass wir bereits um 6.30 Uhr kommen sollten, um die Flut noch zu erwischen. Das wäre uns ja gar nicht möglich gewesen, da wir erst um 8 Uhr angelegt hatten.

Die Enttäuschung wuchs, und in manchem von uns auch der Zorn. Die junge Dame rief den Kapitän des Bootes an, der wohl gerade herausgefahren war und er bestätigte ihr, dass der Wasserstand so niedrig sei, dass es das Unterfangen sinnlos machen würde. Beide boten sie an, dass sie uns zwar herausfahren könnten – sagten aber dazu, dass wir nicht das versprochene und erwartete Erlebnis haben würden. Birgit war aus Enttäuschung den Tränen nahe, Mary ziemlich sauer und ich ein wenig von beidem. Bob hingegen schien erleichtert, sich nicht nass machen zu müssen.

Der Ausflug wäre mit 200 $ pro Person nicht günstig gewesen. Nach der ersten Enttäuschung fand ich es daher anständig, dass die Leute nicht einfach unser Geld eingesteckt, sondern uns vorher ehrlich über die Situation aufgeklärt haben. Schweren Herzens entschlossen wir uns, nicht zu fahren und fragten nach Alternativmöglichkeiten. Die Dame vermittelte uns einen Tourveranstalter im Ort, der Ausflüge auf die Valdes Halbinsel, zum Pinguinreservat Punta Tombo und weiteren Zielen veranstalten würde.

Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Mietwagenbüro vorbei und besprachen, ob wir nicht einfach ein Auto mieten sollten. Der genannte Preis von etwa 140 Dollar für den Wagen war zwar höchstwahrscheinlich zu hoch, mit 35 $ pro Person aber immer noch günstiger als angebotene Touren und kam nicht ansatzweise an den ursprünglich eingeplanten Betrag heran.

Das Problem war nicht, dass ich keinen Führerschein dabei hatte – das hat man nicht so eng gesehen – aber dass wir die Kreditkarte an Bord gelassen hatten. Der Vermieter stellte uns einen Fahrer zur Verfügung, der uns ans Schiff und wieder zurück fuhr, so dass wir Kreditkarte, Kamera usw. holen konnten. Unterwegs fragten wir den Fahrer, wie weit es nach Punta Tombo, dem Pinguinreservat sei. Wenn wir schon nicht mit Seelöwen schwimmen konnten, dann wollten wir zumindest zwischen Pinguinen laufen. Die Angaben zu Entfernung und Fahrzeit waren sehr ungenau, so zwischen ein und zwei Stunden. Eine Stunde wäre OK, das hätte noch im Rahmen unserer zeitlichen Möglichkeiten gelegen. Zwei Stunden wären schon grenzwertig gewesen und hätten uns auf dem Rückweg sicher Schweißperlen auf die Stirn gebracht. Zurück in der Mietwagenstation machte der Vermieter wieder eine ganz andere Angabe und Mary, die an einer Touristen Information direkt vor der Tür fragte, bekam auch eine andere, wenig erbauende Information. Ich bot an, dass wir uns auf den Weg nach Punta Tombo machen könnten und unterwegs an Entfernungsangaben sehen und entscheiden könnten, was wir machen.

Gesagt getan… nur das war gar nicht so einfach. Die einzigen Fernstraßen, die auf der uns gegebenen, sehr groben Karte aufgezeichnet waren – nämlich die 1 und die 3 – waren nicht ausgeschildert. Da die Aktion ungeplant war, hatten wir auch kein anderes Kartenmaterial dabei. Bob betätigte sich auf dem Beifahrersitz als Navigator und los ging das Abenteuer. Natürlich mehr nach Intuition und grobem Gefühl für Richtung als mit viel Ortskenntnis. Schon in der Stadt waren die Straßen „seltsam“… von einer gut geteerten Straße bogen wir auf Sandpisten ab, um hinter der nächsten Ecke auf Kies weiter zu fahren und dann plötzlich wieder auf etwas zu landen, was man mit viel gutem Willen als Straße bezeichnen konnte. Es war fast spaßig. Nach einer Weile trafen wir auf die Route Nr. 3, laut Plan einer der Straßen, die nach Punta Tombo führten. Kurz hinter der Ortsgrenze endete der Teerbelag der Straße und die Route wurde zu einer Schotterpiste. Waldwege bei uns wären in einem besseren Zustand! Obwohl es nicht mein Auto war, schmerzte mich jedes Schlagloch nicht nur im Rücken, sondern auch in der Seele. Wenn uns ein Fahrzeug entgegen kam, waren wir aufgrund der nachfolgenden Staubwolke erst einmal blind. 50 km/h waren auf dieser Straße machbar, 60 km/h waren schon fast verwegen und als ich draufgängerisch die Tachonadel einmal auf 70 km/h brachte, fielen nicht nur uns fast die Ohren weg, sondern gefühlt auch alle Anbauten des kleinen Wagens. Das hatte so keinen Sinn! Selbst die geringste alle Angaben zur Strecke nach Punta Tombo erschien so nicht machbar in der zur Verfügung stehenden Zeit.

Ich stoppte und wir hielten kurz Kriegsrat. Wir einigten uns darauf, dass wir alternativ nach Punta Loma fuhren, wo man von einer Klippe aus die Seelöwen betrachten konnte, mit denen wir eigentlich hätten schnorcheln wollen. Die Entfernung zu dem Aussichtspunkt war auf der Karte überschaubar und da die Straße dorthin unverfehlbar an der Küste entlang ging, auch unproblematisch. Die Fahrt war zwar aufgrund des Straßenzustands nicht weniger abenteuerlich, mit ca. 30 Minuten und ohne Zeitdruck im Nacken entlang der Küste aber ein Abenteuer, das uns auch Spaß bereitete.

Am Eingang von Punta Tombo bezahlten wir ein paar Pesos Eintritt und stellten unser treues und geplagtes Gefährt auf einem Parkplatz ab.




Von einem Aussichtspunkt über einer Klippe konnten wir auf die faule Bande von Seelöwen herunterschauen, die in der Sonne Siesta hielten. Von großen Männchen, die über das Rudel wachten, bis hin zu putzigen kleinen Jungen war alles vertreten.












Neben den Seelöwen waren auch unterschiedliche Vogelarten zu sehen, die unweit des Aussichtspunktes auf den Klippen saßen oder im Wasser badeten. So wie die Vögel schauten, konnte man sich fragen, wer da wen beobachtete.






Vom Parkplatz weg führte noch ein Pfad durch die trockene Landschaft, den wir zum anderen Ende der kleinen Bucht nahmen. Ich fand das Farbenspiel der sehr dürren Sträucher vor dem Blau des Wassers sehr reizvoll. Und auch einige Pflanzen, die der Trockenheit strotzten, boten hübsche Fotomotive.












Am Ende des Pfades befand sich ein weiterer, kleinerer Aussichtspunkt von dem aus man auf einen anderen Abschnitt des Steinstrandes schauen konnte, hinter dem eine Aushöhlung in den Klippen lag. Hier hatte es sich eine andere Gruppe Seelöwen, teils in der Sonne und teils im Schatten gemütlich gemacht.






Auf dem Rückweg nach Puerto Madryn hielten wir noch an einer Stelle an, an der man hinunter an den Strand gehen konnte. Diese Stelle hatte auch der Fahrer eines Wagens mit Pferdeanhänger genutzt, um den Tieren und sich eine Mittagspause zu gönnen.






Zurück am Orteingang von Puerto Madry kamen wir an einigen Strandrestaurants vorbei und beschlossen, dort ebenfalls eine Mittagspause einzulegen. Wir wurden in dem Restaurant nett empfangen und sehr freundlich bedient. Das Essen war gut und günstig, das Restaurant bot Wifi (Lobolarsen hatte übrigens wirklich eine Mail geschickt) und wir waren augenscheinlich die einzigen Touristen. Hier gefiel es uns so gut, dass wir bei Essen, Getränken und leckeren Desserts den ganzen Nachmittag auf der Terrasse und den Liegestühlen davor verbrachten. Somit wurde aus einem Tag, der mit etwas Enttäuschung und Unwegsamkeiten begonnen hatte noch ein richtig erlebnisreicher und gemütlicher Tag.








Nach der Rückgabe des Mietwagens bummelten wir in Puerto Madryn noch eine Runde um den Block, fanden den Ort selbst aber nicht besonders reizvoll und nahmen deshalb bald den Shuttlebus zurück zu unserem Schiff. An der Ocean View Bar auf dem offenen Heck der Infinity nahmen wir noch einen Drink zu uns und verabschiedeten uns bei bereits tiefstehender Sonne von Puerto Madryn.






Kreuzfahrt Tag 7 – Seetag




Das Frühstück an diesem Morgen nahmen wir zur Abwechslung einmal im Blu zu uns. Der gute Service, den wir von abends kannten, ist hier auch beim Frühstück schon zu spüren. Frisch gepresste Säfte, Fruchtsmoothies, am Tisch zubereites Müsli – man kann dem guten Willen der Kellner quasi gar nicht entkommen. Selbstverständlich sind wir auch dankbar genießende Opfer…






Bereits um 9.00 Uhr gab es wieder einen Vortrag von Milos, den wir nicht verpassen wollten. Vielen anderen ging es ebenso und das Theater war daher sehr gut besucht. Mich freute das für Milos, der seinen Vortrag wiederum sehr unterhaltsam und mit viel Leidenschaft präsentierte.




Nach dem Vortrag von Milos konnten wir das erste Mal den anderen Gastsprecher MickeyLive erleben. Mickey hielt die Vorträge über die Route und Ziele auf der Reise, sowie über Fotografie und andere Themen wie Social Networks usw. ab. Wir hatten von anderen Passagieren schon gehört, dass MickeyLive eine große Fangemeinde hatte und hoch gelobt wurde. Heute ging es um digitale Fotografie, ein Thema das mich natürlich interessierte. Auch Mickey verstand es, das Publikum in seinen Bann zu ziehen und die Informationen und Ratschläge waren hoch interessant, hilfreich und sehr unterhaltsam präsentiert. Mickey war mit seiner Frau Jelena bereits die ganze Saison an Bord und hatte daher viele, viele interessante Tipps weiter zu geben.

Mickey rief auch eine Snapshot Ralley ins Leben, bei der Passagiere zu bestimmten Stichworten (Tierleben, Schiffsleben etc.) jeweils pro Hafen zwei Bilder einreichen konnten, von denen am Ende der Reise einige ausgewählte Fotos bei einer Veranstaltung präsentiert würden. Viele Gäste wurden von Mickey zum Mitmachen animiert, die Zahl der Teilnehmer war wirklich sehr groß.



Nach den Vorträgen besuchten wir in der Rendez-Vous Lounge eine Vorstellung des Future Cruise Sales Teams zu Europareisen und ließen uns inspirieren. So sehr, dass wir einige Tage später wieder zuschlugen und dafür das All Inclusive-Paket + OBC bekamen.

Danach fand eine Galleytour statt, zu der wir eine Einladung bekommen hatten. Ich fand es sehr interessant, mir einmal den Schaffensbereich der ganzen Köche anzusehen und nahm daran teil. Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wo durch viele fleißige Hände unzählige Speisen vorbereitet und kreiert, das ganze Geschirr gewaschen und die Vorräte verarbeitet werden. Die ganze Maschinerie, die unbemerkt von uns Passagieren hinter den Kulissen abläuft.










Nach der Küchenführung ging ich ins Theater. Dort gab Garin Bader, der Pianist, ein offenbar ursprünglich nicht geplantes klassisches Konzert. Wir hören gerne klassische Musik und ich freute mich daher über die Darbietung. Garin Bader entführte sein Publikum auf eine Reise durch die Welt Chopins und erzählte vorher zu den einzelnen Stücken ein paar Hintergründe. Man konnte die Augen schließen, sich einfach nur auf die Klänge konzentrieren und hatte wirklich die Bilder vor Augen, die Garin vorher erläutert hatte. Es war fantastisch, Hut ab!

Mit all diesen Aktivitäten ging auch dieser Seetag sehr schnell herum und es war Zeit, die ganzen leckeren Speisen auch zu genießen, die in der Küche vorbereitet wurden. Während draußen die Sonne mit dem Horizont verschmolz, erfreuten wir uns im Blu an einem wiederum hervorragenden Abendessen.






Die Entenbrust in Pecannussmantel war ein Gedicht und Birgits Lachsfilet stand ihr offenbar in nichts nach.





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Reisebericht Celebrity Infinity - Südamerika - März 2015 27 Mai 2015 13:07 #42463

Kreuzfahrt Tag 8 - Kap Horn, Chile - „Der große Tag“





Auf gewisse Weise hatte dieser Tag etwas von Weihnachten oder Silvester. Auch an diesen Tagen ist der Tagesverlauf eigentlich ganz normal und doch steht alles im Zeichen einer gewissen Spannung und Erwartung. Alles läuft irgendwie auf das eine, große Ereignis hinaus. In unserem Falle war dies heute die Umrundung von Kap Horn, die für uns einen weiteren Meilenstein in unserer Kreuzfahrtkarriere darstellte.

Der Tag begann, wie so viele andere Kreuzfahrttage, mit einem schönen Frühstück auf dem Außendeck. Danach folgte ein Vortrag von Milos über Meeressäugetiere, bevor MickeyLive Wissenswertes über Kap Horn, unsere Route und den Beagle Channel präsentierte.






Kap Horn selbst ist eine Landspitze der Insel Hornos und wird, ohne Berücksichtigung einiger weiter südlich gelegener Diego-Ramirez-Inseln, als der südlichste Punkt Südamerikas bezeichnet. Der Name stammt von der niederländischen Stadt Hoorn, von der aus einst eine Expedition gestartet war, die 1616 das Kap zum ersten Mal beschrieb und nach der auch eines der Schiffe der Expedition benannt war.

Die Umrundung von Kap Horn gehörte danach zu einer der gefürchtetsten Schiffspassagen der Welt. Schwierige, schnell wechselnde Wetter- und Strömungsverhältnisse sollen schätzungsweise 800 Schiffen und mehr als 10.000 Seeleuten zum Verhängnis geworden sein. Charles Darwin schrieb über Kap Horn: "Ein Anblick dieser Küste recht aus, einen Landmann eine Woche über Schiffswracks, Elend und Tod träumen zu lassen."

Die Infinity sollte gegen 16.00 Uhr den südlichsten Punkt der Insel erreichen, Hornos umrunden und dann ab etwa 17.00 Uhr vor dem Leuchtturm und dem Kap Horn-Denkmal eine Stunde verweilen. Auf dem Weg dorthin war längsseits die raue Landschaft Feuerlands zu erkennen. Im stürmischen Wind wurden wir von Albatrossen begleitet, die scheinbar mühelos der Kraft der Natur trotzten und majestätisch durch die Luft glitten. Mal hoch über dem Schiff, mal wenige Zentimeter über den Wellenkämmen segelten sie mit nur wenigen Flügelschlägen gegen den Wind und boten eine beeindruckende Show.











Eine halbe Stunde vor Erreichen des Kaps, startete MickeyLive eine Art Countdown - es hatte in der Tat etwas von Silvester.






Auch wir bekamen zu spüren, wie schnell sich das Wetter hier verändern konnte. Innerhalb kurzer Zeit wurde der Wind noch stärker und die See unruhiger. Ich fand das gut, denn ich hatte Birgit schon den ganzen Tag über gesagt, dass es fast langweilig wäre, Kap Horn bei schönem Wetter und glatter See zu umrunden. So ein wenig Eindruck des gefürchteten Wetters wollte ich doch erleben. Nun spritzte von den Schaumkronen der Wellen die Gischt bis zu uns auf den Balkon und draußen war es aufgrund des starken Windes nicht möglich, die Kamera ruhig zu halten.

Birgit hatte die Flasche Sekt auf Eis gelegt, die wir noch seit unserer Ankunft auf dem Zimmer hatten. Nun wurde es Zeit, sie zu öffnen und den Moment feierlich zu begehen. Begleitet von MickeyLive´s Erklärungen, die wir auf Kanal 16 im TV mithören konnten, umrundeten wir Kap Horn.









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Mir gingen dabei viele Gedanken durch den Kopf und ich empfand die Umrundung ein wenig bewegend. Die karge Felswand vor uns im Sturm war durchaus imposant und durch den Vorhang aus Regen und aufgepeitschter Gischt auch irgendwie stimmungsvoll. Das waren jedoch nicht die Gründe dafür, dass ich diesen Schlüsselmoment als bewegend empfand. Für mich sind es Erlebnisse wie diese, die mir vor Augen führen wie gut es uns geht und wie viel Glück wir haben, solche Dinge erleben zu dürfen. An viele tolle Orte sind wir mit schönen Schiffen schon gereist. Alaska und Norwegen im hohen Norden, nun Kap Horn weit unten im Süden, dazwischen durften wir viele faszinierende andere Ziele wie Jerusalem, die griechischen Inseln usw.besuchen. Dabei haben wir viele interessante und wertvolle Menschen kennen gelernt sowie unauslöschliche Erinnerungen und viel neues Wissen mitgenommen. Für mich bedeutet das Glück – Glück und Grund zur Dankbarkeit!

Während ich diesen Gedanken so nachhing und auf die See und das Kap schaute, traute ich vor den sog. Cathedral Rocks meinen Augen nicht. Ein kleines Segelboot umrundete das Kap in umgekehrter Richtung. Unser großes Schiff schaukelte nicht wenig und auf dem Balkon konnte man aufgrund des starken Windes kaum stehen – wie musste es sich erst auf diesem kleinen Boot anfühlen?






Einmal um die Südspitze von Hornos herum wurde die See wieder ruhiger und das Wetter besserte sich etwas. Wir konnten nun ansatzweise nachvollziehen, was MickeyLive bei seinem Vortrag erwähnt hatte: "An Kap Horn kann man an einem einzigen Tag alle vier Jahreszeiten erleben." Als wir die Insel komplett umrundet hatten, hielten wir vor dem Leuchtturm, und unser Captain drehte das Schiff langsam um 360° auf der Stelle, damit jeder an Bord die Marinestation und das nahe daneben stehende Denkmal betrachten konnte.








Die Station der chilenischen Marine wird traditionell von einem Offizier mit seiner Familie für jeweils 3 Monate bemannt. Neben der Basis befindet sich das stählerne Denkmal für die am Kap gestorbenen Seemänner. Ein Spalt zwischen den beiden Hälften des Denkmals stellt die Silhouette eines Albatros dar, wobei der Albatros für die Seelen der verstorbenen Seeleute stehen soll. Eine Hälfte wurde 2014 durch einen Sturm abgerissen und wartet noch darauf, wieder repariert zu werden.





Ich bin der Albatros, der am Ende der Welt auf dich wartet.

Ich bin die vergessene Seele der toten Seeleute,
die zum Kap Hoorn segelten, von allen Meeren der Erde.

Aber sie sind nicht gestorben im Toben der Wellen,
denn jetzt fliegen sie auf meinen Schwingen für alle Zeit in die Ewigkeit,
wo am tiefsten Abgrund der antarktische Sturm heult.
I am the albatross that waits for you at the end of the world...

I am the forgotten soul of the sailors lost that crossed Cape Horn from all the seas of the world.

But die they did not in the fierce waves,
for today towards eternity in my wings they soar in the last crevice of the Antarctic winds


Sara Vial, Dezember 1992Sara Vial, Dezember 1992
Dieses Gedicht von der chilenischen Dichterin Sara Vial ist zu Ehren der Seefahrer auf einer Tafel beim Denkmal eingraviert.
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Reisebericht Celebrity Infinity - Südamerika - März 2015 27 Mai 2015 13:22 #42464

Kreuzfahrt Tag 9 – Ushuaia, Argentinien – Das Ende der Welt





„Das Ende der Welt“ - so wird Ushuaia ebenfalls genannt. Unser erster Eindruck am Morgen von der südlichsten Stadt der Welt, die im herrlichen Licht des Sonnenaufgangs am Beagle Channel vor den Ausläufern der Anden vor uns lag, war eindeutig: Das Ende der Welt ist wunderschön!



Die ersten Segelboote fuhren hinaus in den Sonnenaufgang, dessen frühe Strahlen die Landschaft und das Meer in ein zauberhaft warmes Licht hüllten. Im Hintergrund waren schneebedeckte Berge zu sehen, und die Farben der „Tierra del Fuego“ leuchteten vor uns – es war beeindruckend.








Ich hatte für diesen Tag einen Wagen für 4 Personen mit Fahrer gebucht. Über CruiseCritic hatten wir uns mit einem Paar aus den USA zusammengeschlossen, mit dem wir uns den Wagen teilten. Der Fahrer (Juan) wartete wie vereinbart mit einem Namenschild am Hafen, begrüßte uns sehr freundlich und führte uns, an einem obligatorischen Fotostopp vorbei, zum nahe gelegenen Parkplatz. Direkt am Hafenausgang befanden sich übrigens auch einige Hütten von Tourunternehmen, bei denen man die unterschiedlichsten Ausfüge buchen konnte.






Juan fuhr uns als erstes auf die Kuppe eines am Stadtrand gelegenen Hügels. Von hier aus hatten wir einen schönen Blick auf Ushuaia und die im Hafen liegende Infinity. Die Andenausläufer im Rücken Ushuaias und die Berge der chilenischen Inseln auf der anderen Seite des Beagle Channels waren ein spektakulärer Anblick und atemberaubender Einstieg in unsere Tour.








Nach einigen kurzen Erklärungen zum Ort ging die Fahrt durch eine schöne Landschaft weiter zum Nationalpark „Tierra del Fuego“, wo Juan das Eintrittsgeld für uns bezahlte. Erster Stopp im Park war die Bahia Ensenada, eine idyllische Bucht am Beagle Channel mit der davor liegenden Isla Redonda. Der Beagle Channel stellt hier auch die Grenze zwischen Argentinien und Chile dar. Die teilweise noch mit Schnee bedeckten Berge auf der anderen Seite gehören zu chilenischem Territorium.








Eine Berühmtheit in dieser Bucht ist das „Postamt am Ende der Welt“, eine kleine Hütte auf einem hölzernen Steg, der in den Beagle Channel ragt. Das kleine Postamt war auch Anlaufpunkt vieler anderer Passagiere, die in größeren Gruppen mit Bussen ankamen und sich einen Stempel vom Ende der Welt abholen wollten. Bereits jetzt waren wir um unser kleines individuelles Gefährt und Juan, unseren Fahrer, froh, der uns so viel Zeit gab wie wir wollten.






Weiter ging die Fahrt vorüber an kleinen Moorgebieten, Bachläufen und schöner unberührter Landschaft durch Feuerland und den Nationalpark. Kurz nach der Bucht kam ein kleiner Fuchs zwar vorsichtig, aber doch mit erstaunlich wenig Scheu, fast bis an unseren Wagen heran und ließ sich bereitwillig fotografieren.






Unser nächster Halt war bei einem Tourist Information Center am Rio Lapataia. Neben einem Restaurant befand sich darin auch eine Ausstellung mit Modellen und Bildmaterial, die auf interessante Weise Informationen über das Leben und die Geschichte der Ureinwohner, der Yamana-Indianer, vermittelte.






Nach der Überquerung des Rio Lapataia über eine mit Holzbalken belegte Brücke folgten kurze Stopps am Lago Roca und an einigen anderen Stellen, an denen wir Juan baten kurz anzuhalten, wenn wir Fotos machen wollten.








Unser freundlicher Fahrer fuhr uns an einen kleinen Parkplatz, an dem ein Wanderpfad zur Laguna Negra begann. Er bat uns, uns soviel Zeit zu nehmen wie wir wollten und die Natur zu genießen.

Der Pfad führte uns durch eine verwunschen wirkende Waldlandschaft, auf deren Bäumen sich Moose und andere interessante Gewächse fanden, die ich z. T. noch nie vorher gesehen hatte.










Die Laguna Negra erreichten wir nach etwa 10 Minuten gemütlichen Fußmarsch. Auch an diesem kleinen See gefielen uns die unberührte, unter Naturschutz stehende Landschaft und vor allem die Ruhe sehr gut. Außer uns war niemand sonst hier und es war auch niemand weit und breit zu sehen. Die weite Landschaft des Moorgebietes um den See herum kam uns daher vor, wie unser eigenes kleines Stück Feuerland. Die Farben der Landschaft erinnerten Birgit und mich dabei etwas an den Denali Nationalpark in Alaska.






Über den gleichen Weg liefen wir zurück zum Auto, wo Juan geduldig auf uns wartete. Gemeinsam fuhren wir ein kurzes Stück zu einem weiteren Parkplatz und Juan erklärte uns, dass uns ein dort beginnender Naturpfad direkt an die Bahia Lapataia führen würde. Dort würde er auf uns warten.

Wir folgten dem Pfad entlang gleichermaßen interessanter Flora und gelangten nach kurzer Zeit an eine hölzerne Plattform am Berghang, von der aus wir einen schönen Blick über den in der Bucht mündenden Rio Lapataia hatten.
Die Bucht bildet hier den Übergang des Flusses in den Beagle Chanel.








Der Pfad verlief weiter den Berg hinunter zu einer Stelle, an der auch das Ende der im über 3000 km entfernten Buenos Aires beginnenden Ruta Nacional 3 ausgeschildert war. Für uns war es interessant durch eine Aufschrift auf einem Schild vor Augen geführt zu bekommen, dass wir hier fast 18.000 km von Alaska weg waren, wo wir vor nicht ganz zwei Jahren ähnliche Landschaften betrachtet hatten.






Vom Parkplatz aus führten Holzstege über die sumpfige, dicht bewachsene Erde. Trockenen Fußes konnten wir so die Gezeitenflächen direkt am Wasser, die Büsche und satten Gräser davor und kleine Bachläufe, die sich ihren Weg in die Bucht gebahnt hatten, überqueren und betrachten.








Zum Abschluss brachte uns Juan zum Rio Pipo. Die Straße dorthin verlief ein kurzes Stück parallel zu den Schienen des „End of the World Train“, der sich auf einer Schmalspur vom einige Kilometer westlich von Ushuaia gelegenen „Bahnhof am Ende der Welt“ bis in den Nationalpark schlängelt. Als Ushuaia noch eine Strafkolonie war, wurde die Bahn zum Transport der Sträflinge in die Wälder und zum Abtransport von Holz genutzt. Die heute noch 7 km lange Strecke ist von der ursprünglich 25 km umfassenden Verbindung übrig geblieben. Eine Fahrt mit dem Zug wird auch als Bestandteil vieler Ausflüge angeboten.




Beim Rio Pipo bot uns Juan noch an, eine weitere Wanderung zu einem Wasserfall zu unternehmen, worauf wir jedoch verzichteten. Wir beschränkten uns darauf, ein paar Fotos zu machen und, genau wie ein paar freilaufende Pferde eines nahe gelegenen Gestüts, die schöne Landschaft zu genießen.








Der kurze Aufenthalt hier bildete den Abschluss unserer schönen Tour und Juan fuhr uns zurück in die Stadt. Wir baten ihn, uns einfach an der Hauptstraße in Ushuaia aussteigen zu lassen und dankten ihm für seine hervorragende Arbeit. Extrem freundlich, ohne jeglichen Zeitdruck und mit aufrichtigem Engagement hatte er uns am Ende der Welt ein Stück Patagonien gezeigt.




Wir hatten noch ein wenig Zeit und konnten daher noch durch die Straße bummeln. Jenny, unsere Barkellnerin aus dem Blu, hatte uns hier das Restaurant „Tante Sara“ empfohlen, welches gerne von der Crew genutzt wird – u. a. wegen schnellem WiFi. Wir trafen auch bald auf das Restaurant und freuten uns, darin auch Jenny und einige ihrer Kollegen anzutreffen. Jenny war an Bord eine der vielen guten Seelen. Daher fragten wir sie, ob wir ihr etwas ausgeben dürften. In Anspielung auf mein allabendliches Getränk, welches sie mir im Blu schon immer unaufgefordert brachte, antwortete sie keck „Diet Coke!“ Leider hatte die Truppe schon bezahlt und musste aufbrechen, so dass daraus nichts wurde.

Birgit und ich bestellten eine Kleinigkeit, nutzten das Wifi um ein paar Nachrichten vom Ende der Welt zu senden und machten uns dann ebenfalls auf zum Hafen, wo uns die Infinity erwartete.






Mit dem Auslaufen aus Ushuaia war es mit den Attraktionen dieses Tages noch nicht vorbei. Zunächst fuhren wir an einigen kleinen Inseln im Beagle Channel vorüber, die tagsüber von Ausflugsbooten angefahren wurden. Einige waren von Seelöwen, andere von schwarz/weißen Felsenkormoranen besiedelt, die aus der Ferne aussahen wie Pinguine.






Am späteren Abend erreichten wir im Beagle Channel die sogenannte „Glacier Alley“. Kurz hintereinander liegen hier mehrere Gletscher unterschiedlicher Art, die entweder bis ins Wasser ragten und oder als Überhänge weit über dem Kanal aufhörten. Benannt sind sie nach europäischen Ländern. Auch hier bekamen wir während der Durchfahrt über Kanal 16 des Fernsehens Erklärungen und Hintergründe von MickeyLive geliefert. Die Übersetzungen in Deutsch, Englisch und Französisch folgten von der „Internationalen Botschafterin“ Manuela.

Von unserem Balkon auf der Steuerbordseite konnten wir die an uns vorbeiziehenden Naturwunder gemütlich betrachten. Je nachdem, in welchem Winkel wir zu den Gletschern standen, änderten die blauen Facetten der Eismassen ihre Farbe und Intensität. Es war beeindruckend…


Hollandia Gletscher



Das Expeditionsschiff „Stella Australis“ vor dem Italia Gletscher



Italia Gletscher



Francia Gletscher



Alemania Gletscher





Romanche Gletscher mit seinem Wasserfall

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Gekrönt wurde der ereignisreiche Tag durch seinen Abschluss. Nach der Vorbeifahrt an den beeindruckenden Gletschern gönnte uns Mutter Natur ein weiteres, imposantes Schauspiel. So schön der Sonnenaufgang des Tages gewesen war, so unvergesslich war auch der Sonnenuntergang. Es schien, als ob der Himmel über den Bergmassiven, die den Beagle Channel einrahmten, brannte. Die dichten Wolken über den schneebedeckten Bergen waren durch goldenes Licht hinterleuchtet. Ein Anblick, der musikalisch wohl am besten mit Wagners Walkürenritt zu vertonen gewesen wäre.






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Kreuzfahrt Tag 10 – Punta Arenas





Auch auf den heutigen Tag freuten wir uns besonders. Wir hatten einen Ausflug nach Magdalena Island gebucht, um eine der größten Pinguinkolonien zu besuchen– unser Tag zur intensiven Beobachtung der kleinen Frackträger. Trotz des hohen Preises hatten wir diese Tour über Celebrity gebucht, da zur Insel eine längere Bootsfahrt notwendig ist und da wir bereits gehört hatten, dass die Wetterverhältnisse beim Tenderhafen Punta Arenas recht wechselhaft sein können.

Beim Frühstück wurden wir zunächst mit einem weiteren Kunstwerk der Natur begrüßt.





Der Himmel war zwar größtenteils blau, aber es war schon jetzt so windig, dass wir nicht draußen frühstücken konnten. Während wir uns im Innenbreich des Ocean Views für den Tag stärkten, kam eine Durchsage unseres Kapitäns, der uns mitteilte, dass wir bei Windstärken um 40 Knoten in Punta Arenas nicht tendern könnten. Dennoch würden wir Punta Arenas erst einmal anlaufen und, obwohl die Vorhersagen nicht positiv waren, erst einmal eine Stunde abwarten, wie sich die Situation entwickeln würde.

Vor Punta Arenas drehte der Kapitän das Schiff in den Wind und wir warteten…



Das Wetter an sich war schön, es war jedoch nach wie vor sehr stürmisch. Um ein Foto zu machen, ging ich auf das obere Deck und war dort der ganzen Kraft der Natur ausgesetzt. Ich bin weder klein noch schmächtig – aber ich hatte Probleme, mich auf den Beinen zu halten und gegen den Wind anzulaufen. Spätestens jetzt verstand ich, dass Tendern am heutigen Tage eher eine utopische Vorstellung war.

Selbst auf dem abgeschotteten Pooldeck heulte der Wind und die Scheiben und Fenster an den Seiten vibrierten durch die vorbeiströmende Luft. Man achte bei dem folgenden Video besonders auf den Sound:

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Kurz darauf kam auch die Durchsage, dass der Hafen von Punta Arenas von den Behörden komplett gesperrt wurde und unser Tag hier, und damit leider auch unser Date mit den Pinguinen, ausfallen würde. Es war zwar traurig, aber angesichts der Windverhältnisse völlig verständlich.

Beeindruckend war die interne Maschinerie, die unbemerkt von den Gästen auf dem Schiff anlief. Das eigentlich auf einen Landtag eingestellte Tagesprogramm wurde komplett auf einen Seetag umgemünzt. Shows und Events wurden organisiert, Bands an die unterschiedlichen Orte verteilt usw. Auf die Kabinen wurde ein Anschreiben unseres Kapitäns Nikolaos Frantzis verteilt, in dem er die Situation noch einmal darlegte und er und die Crew sich für die Entwicklung entschuldigten. Auf der Rückseite des Schreibens war ein komplett neues Tagesprogramm zu finden. Vor der schnellen und reibungslosen Organisation konnte man nur seinen Hut ziehen.

Kapitän Nikolaos hatte in diesem Schreiben auch ein Trostpflaster als Überraschung für uns… darüber jedoch später mehr.

Wie viele andere nutzte ich die Zeit, um es mir in der Constellation Lounge gemütlich zu machen. Tagsüber wurde dieser Bereich gerne und von vielen Passagieren genutzt. Von den gemütlichen Sitzmöbeln aus hatte man durch die großen Glasflächen immer einen schönen Blick nach draußen und fand sich dadurch irgendwie mit dem Meer verbunden. Zudem traf man hier immer mal Bekannte, mit denen man sich über den Tag und die Reise austauschen konnte, und dabei wurde man freundlich mit Drinks versorgt. Ich importierte und sortierte hier oft meine Fotos und Birgit las in ihren Büchern.

Nach den Informationen per Lautsprecher wurden die Anker gelichtet. Als die Infinity sich auf den neuen Kurs drehte und damit ihre ganze Länge dem Wind als Angriffsfläche bot, kam sie eine ganze Weile in eine ziemliche Schräglage. Wenn man in der Lounge stand, musste man sich richtig festhalten, bzw. bergauf klettern, um zu einem Stuhl zu gelangen. Aus den Lagerräumen hörte man es klirren und scheppern, dabei ging wohl einiges zu Bruch.


Man achte auf den geraden Horizont auf diesem Bild. So verharrte das Schiff einige Minuten.


Während einer späteren Veranstaltung wurde unser Kapitän auf diese Schräglage angesprochen und musste kopfschüttelnd schmunzeln. Er erklärte, dass man den Wind ja den ganzen Morgen beobachtet hatte und dabei dauerhaft 40 Knoten mit Böen bis 60 Knoten gemessen habe. Vor dem Abdrehen wurden entsprechend dieser Messungen Berechnungen angestellt und unter Berücksichtigung von Reserven Ballast umgepumpt. Dann fügte er hinzu, dass er und die Brückencrew in diesem Moment etwas völlig ungewöhnliches erlebt hätten. Im Augenblick des Abdrehens kletterte die Windgeschwindigkeit auf 60-80 Knoten, Werte, die den ganzen Morgen nicht erreicht wurden. Kaptain Frantzis ergänzte, dass das für das Schiff zwar keine Gefahr dargestellt habe – aber zugegeben ungemütlich war.

Um 13.15 Uhr fand nun im Theater ein Vortrag von MickeyLive statt, bei dem u. a. unser vorher genanntes „Trostpflaster“ erklärt wurde. Unterstützung fand Mickey dabei von einem der beiden chilenischen Lotsen, die dauerhaft an Bord waren. Der Lotse war sehr sympathisch und erklärte viel über die schwierigen Gewässer der chilenischen Fjorde und seine Tätigkeit. Dann drückten er und Mickey ihre Hochachtung gegenüber unseres Kapitäns Nikolaos Frantzis aus, der sich nach der Absage von Punta Arenas gleich mit beiden zusammengesetzt hätte, um nach einer attraktiven Alternative für die Passagiere zu suchen. Mickey betonte, dass Kapitän Frantzis sehr bedacht darauf wäre, den Gästen Neues und Außergewöhnliches zu bieten. Wir hätten somit richtig Glück, denn nach Konsultation der Lotsen hätte Kapitän Frantzis beschlossen, den ursprünglichen Kurs weit zu verlassen und mit uns an den Amalia / Skua Gletscher im Bernardo O`Higgins Nationalpark zu fahren. Mickey und der Lotse zeigen sich darüber aufrichtig begeistert, da dieser Gletscher ansonsten nur von kleinen Expeditionsschiffen angefahren würde. Augenzwinkernd fügte Mickey, der bereits die gesamte Saison auf dem Schiff war, hinzu, dass dies auch für ihn etwas Besonderes sei und er es Punta Arenas deutlich vorziehen würde.




Am Nachmittag ging ich wieder in die Lounge und unterhielt mich dort ein wenig mit Jelena, der Frau von MickeyLive. die ihren Mann bei seiner Tätigkeit an Bord unterstützt. Das Gespräch war sehr interessant. Jelena, die vorher selbst bei Reedereien (z.B. Carnival) als Crewausbilderin gearbeitet hatte, konnte mir einige Backgroundinfos geben. Z. B. bestätige auch sie mir, dass die Trinkgelder, zumindest bei RCCL, X und auch Carnival, voll und ohne Abzüge an die Crew gehen. Über dieses Thema kamen wir auf die aktuelle Reise, die von sehr vielen Elite und Elite Plus-Mitgliedern als Back2Back oder sogar B2B2B gefahren wurde. Sie erzählte mir, dass diese Reisen bei der Crew gar nicht beliebt wären und erklärte mir auch den Grund, der bei mir fast die Zornesröte ins Gesicht trieb. Viele der B2B-Reisenden, und dabei viele der Top Level-Mitglieder, die sich in der Regel sehr viel auf ihren Status und ihr Geld einbilden, streichen bei der zweiten und auch dritten Tour die Trinkgelder – mit der haarsträubenden Begründung, sie hätten sie schon einmal bezahlt… als ob sie danach aussteigen und keinen Service mehr genießen würden. Ich hatte dafür keinerlei Verständnis und auch Jelena und Mickey, der sich mittlerweile dazu gesellt hatte, empfanden es äußerst schade und unfair der Crew gegenüber.

Wir wechselten das Thema und kamen über Reisen nach Alaska und über Social Media sowie Digital Story Telling (wobei ich erwähnte, dass ich gerne Reiseberichte schreibe) auf die Snapshot Rallye zu sprechen. Mickey sprach mich darauf an, dass er von mir noch kein Foto bekommen hätte. Ich sagte ihm, dass ich ihm nicht auch noch Bilder des Postamtes oder eines Seelöwen geben wollte, zeigte ihm aber das Bild des Fuchses, das ja wirklich eine Zufallsaufnahme war. Er forderte mich daraufhin auf, ihm doch mehr Bilder zu geben und ich gab ihm bzw. Jelena im Laufe der nächsten Tage einige Fotos, die ich als ungewöhnlich empfand und deshalb davon ausging, dass es Bilder waren, die er nicht bereits in vielfacher Form (und wahrscheinlich besser) schon hatte.

So ging der Tag recht schnell herum. Sicher waren wir ein wenig enttäuscht, neben dem Schnorcheln mit Seelöwen nun auch den Besuch bei den Pinguinen nicht erlebt zu haben, nahmen es aber gelassen.

Am Abend bekamen wir bei den Bordshops dann doch noch einige Pinguine zu sehen, wenn auch in einer etwas ungewöhnlichen Form und Farbe…





Kreuzfahrt Tag 11 – Amalia/Skua Gletscher





Birgit drehte sich im Bett noch einmal ungläubig um als ich um 6 Uhr aufstand, um zum „Sunrise Club“ zu gehen, den MickeyLive kurzfristig ins Leben gerufen hatte. In der Constellation Lounge trafen sich ein paar ganz verrückte Frühaufsteher, um die Einfahrt in den Fjord des Gletschers beim Sonnenaufgang zu erleben. Auch dabei ergaben sich interessante Unterhaltungen und Gespräche über alles Mögliche, während sich draußen die Steilhänge von Esperanza Island und Hanover Island anfangs nur als schwarze Schatten an Steuerbord und Backbord abzeichneten und später die Gebirge und Schluchten des Bernardo O´Higgins National Park in der Morgendämmerung sichtbar wurden.






Später weckte ich Birgit und wir zelebrierten erst einmal wie üblich gemütlich unser Frühstück im Ocean View Cafe.




Um ca. 9 Uhr erreichten wir den Gletscher. Durch Wolkenlücken schienen Sonnenstrahlen auf die Oberfläche des Gletschers und zeichneten sich wie Finger ab, die wirkten, als ob sie die im Licht funkelnden Eismassen ertasten wollten.








Der vor uns in der Bucht liegende Amalia-, auch Skua-Gletscher genannte Gletscher entspringt dem Südpatagonischen Eisfeld und erreicht eine Länge von 21 km, bevor er hier als Gezeitengletscher im Wasser mündet. Auch er erleidet leider das gleiche Schicksal wie seine Artgenossen und nimmt mit steigender Geschwindigkeit ständig ab. Alleine zwischen 1945 und 1986 wurde ein Rückgang des Gletschers von 7 km verzeichnet. MickeyLive wies bei seinen Erklärungen auch darauf hin und fügte folgerichtig hinzu, dass wir das Glück hätten, diesen Gletscher überhaupt noch zu sehen.

Nicht nur deshalb genossen wir den Anblick des Eisriesen vor uns, der mit jedem sich ändernden Einfall des Sonnenlichtes ein anderes Bild bot. Die strahlend weißen, schneebedeckten Berggipfel und die facettierte, blau leuchtende, schroffe Eiskante bildeten dabei wunderschöne Kontraste.






Noch intensiver als wir konnten das die Passagiere des Expeditionsschiffs Skorpios III genießen, die mit einem Zodiac an Land gebracht wurden und am Fuße des Gletschers als verschwindend kleine Punkte zu erkennen waren. Mit der Skorpios III werden Dreitagesfahrten ab Pueto Natales angeboten.




Wie vor dem Leuchtturm am Kap Horn drehte unser Kapitän das Schiff hier langsam um 360° auf der Stelle, so dass jeder an Bord einen guten Blick auf den Gletscher bekommen konnte. Dann setzten wir die Fahrt fort in Richtung Puerto Montt und auf die ursprüngliche Route.



Die rote Linie zeigt hier den ursprünglich geplanten Kurs, die magentafarbene und gelbe Linie den tatsächlich gefahrene Strecke. Die Brückencrew hat hier wirklich viel getan, um uns Passagiere für den ausgefallenen Tag in Punta Arenas zu entschädigen. Wieder einmal: Hut ab!

Am frühen Abend fand in der Constellation Lounge der Empfang für die Top-Tier-Mitglieder des Captain-Clubs statt. Für gewöhnlich besuchen wir den Empfang nicht mehr. Wir waren jedoch mit Passagieren verabredet, mit denen zusammen wir für Puerto Montt eine Tour gebucht hatten. Die Anzahl von Mitgliedern der höheren Level war so groß, dass der Empfang in zwei Etappen durchgeführt werden musste.



An den Panoramascheiben sahen wir die schöne Landschaft der Magellanstraße und der chilenischen Fjorde an uns vorüberziehen. Dieser Teil erinnerte uns sehr stark an unsere Reise durch die Fjorde Norwegens. Sattgrün bewachsene Felsen mit kleinen Bächen, die teilweise als Wasserfälle ins Meer flossen – diese Landschaft hat uns schon im hohen Norden sehr gut gefallen.






Zum Essen im Blu hatten wir uns mit einem sehr liebenswürdigen Paar aus Kanada verabredet, mit dem wir schon vorher häufiger zusammen gesessen und gegessen hatten. Wir hatten immer sehr viel Spaß miteinander und mehr als nur einmal Tränen in den Augen vor Lachen.

Auch am heutigen Abend war das Essen wieder hervorragend. Alle vier waren wir erneut vom grandiosen Service unseres Kellners Agus begeistert, der mit gewitztem Scharm unsere Speisen empfahl und servierte.








Gemeinsam mit unseren beiden Tischgenossen hatten wir ein paar Tage zuvor zur Abwechslung das Hauptrestaurant besucht. Auch dort war der Service und das Essen gut, wirkte aber deutlich gehetzter und war vor allem viel lauter als im Blu, wo nie Hektik aufkam und die Geräuschkulisse immer in einem erträglichen Rahmen war.

Die Geräuschkulisse sollte sich an dem Abend noch stark ändern. In der Constellation Lounge stand „Dancing with the Officers“ auf dem Programm. Der Tanzwettbewerb führte durch viel Einsatz und Witz zu grölendem Publikum und lautem Lachen. Besonders unser jungen Staff-Captain Mathew legte sich mit vollem Körpereinsatz ins Zeug. Er sah danach aus wie geduscht.







Kreuzfahrt Tag 12 – Chilenische Fjorde





Leider war das Wetter an diesem Tage regnerisch und trüb, so dass wir in manchen Abschnitten der Fjorde durch den dichten Vorhang aus Regen nicht einmal mehr die Wände des Kanals ausmachen konnten – mit anderen Worten: ein perfekter Tag um sich einfach treiben zu lassen. Fitness, Sauna, Apple-Kurs, in der Lounge gemütlich Bilder sortieren… und natürlich das Schiff ablichten.

Die Infinity wirkt, ähnlich wie die Constellation, nicht ganz so modern wie die Solstice-Klasse. Durch verschiedene „Solsticizing“-Maßnahmen wurde jedoch eine für uns sehr gelungene Mischung aus Gemütlichkeit mit modernem Touch erreicht. Wie auf der Solstice-Klasse auch, findet man überall ein ruhiges Plätzchen und auch an Seetagen wirkte die Infinity nie überfüllt. Das ist für uns ein wichtiger Punkt. Kurzum - wir fühlten uns hier an Bord sehr wohl.

In manchen Berichten auf CC wurde erwähnt, dass man dem Schiff das Alter anmerken würde. Das können wir in keiner Weise bestätigen. Aber genug der Worte - bildet Euch selbst ein Urteil anhand der Schiffsbilder…




Cellar Masters Bar



Durchgang zum Bistro on Five mit gemütlichen Sitzmöbeln



Bistro on Five Crepe Restaurant





Centrum mit beleuchteter Treppe



Kunst im Bereich des Centrum



Ausflugs-Desk



Rendezvous Lounge





SS United States Specialty Restaurant





Gelateria / Cafe al Bacio





Emporium Shops



Future Cruise Sales Office – auch Suchtberatungsstelle genannt



Celebrety Innovations (Apple Store)



Fitness Center



Spa Bereich



Constellation Lounge



Main Dining Room





Blu Restaurant


Im Ocean View Cafe wurde am späten Nachmittag immer Sushi angeboten, welches von einem Koch hinter der Theke frisch zubereitet wurde.


Mittlerweile hatte auch das Wetter wieder aufgeklart, so dass wir von unserem Balkon aus doch noch ein wenig von den chilenischen Fjorden zu Gesicht bekamen.





Kreuzfahrt Tag 13 – Puerto Montt





Am frühen Morgen hing ein Dunstschleier über Puerto Montt und in der Luft hing ein Geruch, der uns an die Winterzeit zu Hause erinnerte, wenn in der Nachbarschaft Holz verfeuert wird. Später wurde uns erklärt, dass dies von den verheerenden Wald- und Landschaftsbränden kam, von denen wir an Bord vorher natürlich nichts mitbekommen hatten.



Wir trafen uns in der Rendezvous-Lounge mit unserer Gruppe, mit der gemeinsam wir eine Tour mit einem Kleinbus gebucht hatten und gingen dann zusammen zum Tenderboot. Als wir mit dem Tender an der Anlegestelle ankamen und einen Blick zurückwarfen, ging hinter der Infinity gerade die Sonne hinter den Wolken auf – ein toller Anblick.




Am Hafenausgang wurden wir bereits von unserem Tourunternehmer begrüßt, bestiegen gleich einen bequemen Mercedes Kleinbus und los ging die Fahrt…

Zunächst fuhren wir an den Lago Llanquihue in den Ort Puerto Varas. Irgendwie wirkte der Ort auf uns surreal – alles schien vertraut. Von südamerikanischer Fremde keine Spur. Die Häuser hatten Schindelwände und die Gebäude am See hätten ebenso an einem Kurort am Bodensee oder in Bayern stehen können. Das Erbe der deutschen Siedler, die um 1850 in diese Gegend kamen, um sie zu erschließen, war allgegenwärtig.






Wir hatten hier ein wenig Zeit, durch den gerade erwachenden Ort zu schlendern. Das Gefühl der Vertrautheit wuchs hier eher noch. Über den Geschäften hingen Namen wie Elektro-Horn, im Schaufenster eines Immobilienbüros prangte prominent der Name Engels & Völkers und mitten im Ort trafen wir auf den „Deutschen Verein“. Wir kamen uns vor, wie zurück nach Hause versetzt.






Zumindest die Gemüsehändler, die gerade ihre Stände an der Straße eröffneten, vermittelten uns wieder ein wenig südamerikanisches Empfinden. Offenbar erwachten auch gerade alle vierbeinigen Bewohner des Ortes und gaben sich ein Stelldichein.








Der nächste Halt führte uns zu einer Lama Farm am See, von der aus man einen schönen Blick auf den Vulkan hätte haben sollen. Obwohl die Farm selbst bereits in der Sonne lag, versteckte sich der Vulkan aber noch unter einer Wolkendecke.






Unter den wachsamen Augen ihres Aufsehers schauten uns die Wolltiere skeptisch an. Als ob sie fragen würden: „Was wollt Ihr denn hier?“









Der weitere Verlauf unserer Tour führte uns in den Perez Rosales-Nationalpark. Auf dem Weg bekamen wir dann doch noch einen ersten schöneren Ausblick auf den Vulkan Mount Osorno.




Eines der wichtigsten touristischen Ziele des Parks sind die Wasserfälle und Stromschnellen des Rio Petrohue, der sich hier seinen Weg durch das Lavagestein bahnt. Von einem Infocenter aus erreicht man die Wasserfälle über Spazierwege und Brücken.

Hier verweilten wir ein wenig und genossen den Anblick des Vulkans und des tosenden Wassers. Die Luft war feucht durch den vom Wasser aufsteigenden Sprühnebel aber frisch und rein.










Auf den Besuch im Park folgte ein Mittagessen in einem chilenischen Restaurant. Wir durften zwischen Rind und Lachs auswählen. In den chilenischen Fjorden hatten wir am Vortag bereits einige Lachsfarmen gesehen. Unser Guide erklärte uns beim Essen dazu, dass die Lachszucht ein wichtiger Teil der chilenischen Industrie ist.




Gut gesättigt setzten wir die Reise fort nach Frutillar. Unterwegs hatten wir nicht nur einen schönen Blick auf den nach unserer Rückkehr ausgebrochenen Vulkan Calbuco, sondern auch auf eine Landschaft, die uns wiederum stark an unsere Heimat im Nordschwarzwald erinnerte. Spätestens die am Wegesrand stehenden Schilder für den Verein „Zur Wassermühle“ setzten dem die Krone auf. Unsere amerikanischen Mitfahrer fanden das alles natürlich sehr urig.






Auch in Frutillar, wo wir wiederum ein wenig um das am See liegende Festspielhaus herumlaufen konnten, kamen wir uns erneut vor wie an einem Kurort an einem deutschen See. Auf den hölzernen Werbetafeln der Cafes waren Namen zu lesen wie „Hotel am See“ und darunter stand „lecker Kuchen“. Unsere Mitreisenden waren begeistert und konnten unsere ungläubigen Blicke gar nicht nachvollziehen. Es ist auch nicht so, dass es uns nicht gefallen hätte – aber es war eben wie zu Hause.










Als ich vor dem Platz am Festspielhaus einmal auf meinem Handy nach Wifi schaute, musste ich laut lachen. Als Birgit fragte warum, zeigte ich ihr nur das Display. Achtet auf das untere Netz…




Zu guter letzt hielten wir noch in Puerto Montt über der Stadt an einem Aussichtspunkt. Und auch dieser war auf Deutsch beschriftet. Nun ja, zumindest bot er, was das Schild versprach…








Nachdem uns der Fahrer am Hafen abgesetzt hatte, gingen wir noch ein paar Schritte entlang der Hafenpromenade, um ein schönes Bild von der Infinity zu machen. Danach folgten wir einem Schild, welches den Weg zu einem Straßenmarkt wies. Von Kleidung aus Lamawolle bis hin zu Lederwaren warteten hier allerlei Waren auf kaufwillige Touristen.






Wir fuhren mit einem der letzten Tender zurück zum Schiff und erfreuten uns von unserem Balkon aus noch ein wenig an dem Blick auf die große Statue zweier Liebender an der Hafenpromenade und auf die schneebedeckten Vulkane.






Nach dem Abendessen gingen wir noch einmal über das Deck und unterhielten uns über den Aufenthalt in Puerto Montt. Es war ein schöner Tag, aber es war nicht wie an den anderen Tagen, wo alles neu und exotisch auf uns wirkte. Die Gegend um Puerto Montt hinterließ bei uns eine seltsame Erinnerung. Wir waren am anderen Ende der Welt und alles sah aus wie zu Hause.







Kreuzfahrt Tag 14 – Seetag






Am letzten Tag der Reise konnten wir noch einmal in Ruhe im freien frühstücken. Es war zwar kühl, aber sehr sonnig. Mit der entsprechenden Kleidung ließen wir uns daher noch ein letztes Mal die Meeresbriese um die Nase wehen und genossen den Blick auf die Heckwelle. Ein Anblick, der wohl jedem passionierten Kreuzfahrer das Herz höher schlagen lässt.






Danach fand im Theater die Präsentations- und Fragestunde mit unseren Kapitän statt. Captain Nikolaos war anzumerken, dass er die vorgefertigten Folien zu Schiffsführung und Navigation eher pflichtbewusst vortrug als mit viel Enthusiasmus. Wenn er jedoch zwischendurch vom Pult wegging und dabei seine Lesebrille von der Nase zog, kam ein ganz anderer Kapitän zum Vorschein. Frei und leidenschaftlich erzählte er über die Seefahrt, über Dinge und auch Missgeschicke die ihm in seiner Karriere widerfahren waren und über diese Reise. Dieser Captain Nikolaos Frantzis begeisterte sein Publikum mit seiner sympathischen und ungezwungenen Art.




Auf die Vorstellung unseres Captains folgte der Schlussvortrag von MickeLive, der zunächst noch einmal unseren Staff Captain Mathew auf die Bühne holte. Die meisten im Saal kannten ihn noch von Dancing with the Officers, wo er sein Repertoire an Headbanging, Irish Dance und Tango zum besten gegeben hatte, bis er aussah wie kielgeholt. Auch er war einfach ein sympathischer Kerl, der auch bei der Crew sehr beliebt war, wie wir von unseren Kellnern im Blu erfahren hatten. Mathew wurde hier verabschiedet, da er in Valparaiso von Bord gehen sollte, um seinen Urlaub anzutreten.




Nun war es an der Zeit, dass Mickey die 70 schönsten bei der SnapShot Rallye gesammelten Fotos vorstellte. Nach Hafen sortiert wurden tolle Aufnahmen von Landschaften, Schiffen und Tierleben auf die große Leinwand projiziert. Einige Bilder brachten die Leute zum Lachen, andere wurden vom gut gefüllten Theater nur mit „Ahhhh“ und „Ohhh“ kommentiert. Aufgrund der festgehaltenen Momente durchlebten wir noch einmal die ganze schöne Reise.

Ich staunte nicht schlecht als Mickey bei einem meiner Bilder anhielt und in den Saal fragte: „Oliver, bist Du hier?“. Als ich meinen Arm hob, forderte mich auf, auf die Bühne zu kommen und drückte mir ein Mikro in die Hand. Dann erklärte er, dass ich einige Bilder eingereicht hätte, die auch für ihn etwas Besonderes seien, da sie gut als Beispiele für seine Fototipps gelten könnten und präsentierte alle meine eingereichten Bilder. Er erzählte dem Publikum, dass wir uns oft unterhalten hatten und er weiß, dass ich das mache, was er in seinen Vorträgen gerne erklärte: Digital Story Telling, also Reiseberichte schreiben. Sein Aufruf war immer „Share your story!“.

So begann ein Frage- und Antwortaustausch auf der Bühne, während dem ich nicht nur meine Forentätigkeit vorstellen konnte, sondern mir im vollen Theater auch ein wenig die Knie weich wurden. Ich habe kein Problem damit, vor Menschen zu sprechen, das muss ich auch beruflich tun, aber diese Situation traf mich völlig unvorbereitet. Birgit und unsere kanadischen Freunde meinten nachher aber zum Glück, dass man es mir nicht angemerkt hätte. Ich sagte später zu Mickey und Jelena, dass er mich zumindest hätte vorwarnen können – worauf er nur mit einem frechen Grinsen und Augenzwinkern antwortete.

Den Nachmittag verbrachten wir mit lieb gewonnenen Menschen auf dem offenen Heck. Eine Flasche Sekt stand noch im Kühlschrank und war das adäquate Getränk für den Moment. Wie eingangs schon erwähnt, war es auch die nette und lustige Zeit mit diesen Menschen und natürlich auch diese Menschen selbst, die auch diese Reise wieder zu etwas ganz Besonderem gemacht haben.





Es war schön, als letzten Tag noch einmal einen Seetag zu haben. So konnten wir uns in Ruhe von der schönen Infinity, von Mitreisenden und natürlich auch von einigen Mitgliedern der Crew verabschieden. Ganz besonders möchte ich hier unsere Kellnerin Jenny nennen, die uns nicht nur abends im Blu mit Getränken versorgt hatte, sondern auch tagsüber unermüdlich im Cafe al Bacio oder auch an Getränkeverkäufen anzutreffen war und unseren Kellner Agus. Beide traf man immer mit einem strahlenden Lächeln an, immer sehr freundlich und herzlich. Überhaupt war es wieder die Crew, die der schönen Erfahrung auf der Infinity ein Sahnehäubchen aufgesetzt hatte und uns einfach das Gefühl gegeben hatte, hier zu Hause und willkommen zu sein.

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Reisebericht Celebrity Infinity - Südamerika - März 2015 27 Mai 2015 13:23 #42465

Kreuzfahrt Tag 15 – Valparaiso


Die aufgehende Sonne schien an diesem Morgen von einem wolkenlosen Himmel herab auf Valparaiso. Die bunten Häuser an den Hügeln der Altstadt leuchteten im warmen Licht wie ein Meer aus Farbtupfen. Der Anblick entsprach zum ersten Mal auf dieser Reise einem Bild, wie wir es uns vorher von Südamerika gemacht hatten.

Auch hier hing der Geruch von verbranntem Holz in der Luft und auch hier erfuhren wir später, dass man seit Tagen gegen schwere Busch- und Waldbrände kämpft, die kurz vor den Randgebieten der Stadt wüteten. Für uns war es Zeit von Bord zu gehen und uns von unserem Schiff zu trennen. Die Infinity war uns die letzten zwei Wochen ein schönes Heim gewesen und wir würden jederzeit gerne wieder mit ihr Reisen. Am Ausgang hörten wir ein letztes Mal das vertraute „Bing“ als die Karte abgescannt wurde, bevor wir durch die rasch verlaufenden Einreisekontrollen gingen. Unsere Koffer waren ebenfalls schnell gefunden, so dass wir vor unserem Transfer noch ein wenig Zeit hatten, die wir durch die kostengünstige Nutzung eines schnellen WiFis im Terminalbereich verbrachten.

Zur vereinbarten Zeit trafen wir uns am Ausgang mit ein paar anderen Passagieren, mit denen gemeinsam wir über CruiseCritic einen Tour-Transfer nach Santiago de Chile gebucht hatten. Unser Guide wartete bereits auf uns, so dass wir schnell gemeinsam einen Kleinbus besteigen konnten, der uns zu unserer Tour durch Valparaiso, Vina del Mar und dem Casablanca Weingebiet abholte.

Zu unseren ersten Halt war es nicht weit. In einem historischen Viertel Valparaisos stiegen wir an der Plaza Sotomayor aus, in deren Fokus ein Marinedenkmal an verstorbene Seesoldaten erinnnert.

Der Platz wird auf der einen Seite vom markanten Gebäude des Marinehauptquartiers begrenzt.






Kurios für uns war die gegenüberliegende Feuerwache. Hinter einem gläsernen Rolltor standen zwei moderne, blitzsaubere Feuerwehrfahrzeuge mit der großen Aufschrift „FEUERWEHR“. Bei nähere Betrachtung konnte man zudem noch folgendes lesen: „Zweite Deutsche Feuerwehrkompagnie Bomba Germania, Stadt Valparaiso. Die Feuerwehr war nach einem Brand 1850 von deutschen Einwanderern gegründet worden und trägt ihren Namen aus Tradition noch heute.






Hinter dem Marinehauptquartier befindet sich der Justizpalast, vor dessen Säulenportal wir kurz anhielten und die Statue von Justitia betrachteten. Diese Darstellung ohne gezücktes Schwert, erhobene Waagschalen und Augenbinde war recht ungewöhnlich.




Unser junger Guide fragte, ob wir uns vorstellen könnten, warum sie wohl so dargestellt wurde. Meine Vermutung war, dass Justitia wohl Beamtin sei und es schon nach 16.00 Uhr wäre. Tatsächlich weiß man es nicht so ganz genau. Eine Erklärung ist jedoch, dass der Künstler, der sie geschaffen hat, vor vielen hundert Jahren ein völlig korruptes Rechtssystem vorgefunden hatte und dies damit anprangern wollte.

Wir betraten durch eine fast nicht erkennbare Nische zwischen zwei Gebäuden die Talstation einer der vielen Standseilbahnen. Der Eintritt war wie eine Zeitmaschine – die Technik der uralten Seilbahnen ist noch originalgetreu und wurde lediglich von Dampfmaschinen auf Elektrizität umgestellt.








Oben angelangt bot sich uns erst einmal ein weiterer schöner Blick auf die bunten Häuser, die farbenprächtig an den Hängen klebten.






Neben dem schönen Blick fanden wir hier auch das alte Gebäude des Palacio Baburizza, in dem heute ein Kunstmuseum untergebracht ist. Der wunderschöne Jugendstil-Palacio wurde 1916 errichtet und hat bisher alle Erdbeben überstanden.






Im angenehm warmen Licht der Morgensonne liefen wir durch ein paar Gassen der Altstadt, die mir sehr gut gefiel. Pastellfarbene Fassaden, interessant bemalte Mauern hinter jeder Ecke, viele kleine Details aber auch Aussichten über das große Ganze ließen mich kaum den Finger vom Auslöser der Kamera wegbewegen.


















Kurz besichtigten wir noch die Iglesia Luterana de La Santa Cruz, die 1865 als Deutsche Evangelische Kirche Zu Valparaíso gegründet wurde. Auch heute noch sind die Inschriften in den Holzbalken in deutscher Schrift.








Über eine weitere kleine Gasse gelangten wir an die Passeo Atkinson, einer kurzen Straße, die terrassenartig am Hang liegt und nicht nur den Bewohnern der pastellfarben gestrichenen Häuser, sondern auch einigen noch nicht ganz aufgewachten Streunern einen tollen Panoramablick bietet.










An der nächsten Ecke sammelte uns unser Bus wieder ein. Ich hätte noch Stunden hier verbringen und durch die Gassen wandern können. Auch aus dem Bus heraus sah ich noch so viele Dinge, die ich liebend gerne fotografiert hätte.

Ein weiterer Grund, einmal die Kreuzfahrt durch den Panamakanal ab Valparaiso zu machen, und ein/zwei Tage vorher hier zu verbringen.

Unsere Fahrt ging jedoch weiter nach Vina del Mar. Die Stadt am Wasser ist beliebter Urlaubsort für viele wohlhabende Chilenen. Aber nicht nur diese tummeln sich während der Saison in den Parkanlagen sowie an den palmengesäumten Promenaden und Sandstränden, sondern auch die Sommerresidenz der chilenischen Präsidenten befindet sich hier.

Wir hielten zunächst an der „Blumenuhr“, dem blühenden Wahrzeichen Vina del Mars am Fuße des „Schlossbergs“ auf dem sich die burgartige Sommerresidenz befindet.










Anschließend folgten wir der Uferstraße entlang der sauberen Promenade, an der sich viele moderne Restaurants und Bars aneinanderreihten. Immer wieder sahen wir schmucke Kadetten der gegenüberliegenden Marineakademie in ihren makellosen Uniformen, die entlang der Promenade schlenderten oder an Bushaltestellen warteten. Ein wenig außerhalb der Stadt wurde die Küste steiler und am Fuße vieler Felsnadeln konnte man Seelöwen und unzählige Pelikane sehen. Wir hielten nicht viel weiter an einem Aussichtspunkt gegenüber einer großen Sanddüne. Auf den lavadurchzogenen Felsen ruhten sich viele Seevögel aus, während unter ihnen unermüdlich die tosenden Wellen an den Gesteinen brandeten.












Auf unserem Rückweg hielten wir kurz am Museum für Archeologie und Geschichte „Museo Fonck“ vor dem sich ein original Moai von den chilenischen Osterinseln befindet. Er ist einer von nur einer Handvoll Originalstatuen, die außerhalb der Osterinseln zu finden sind. Alle anderen sind meist Replikas.






Nach dem kurzen Besuch bei dem Mann mit dem versteinerten Gesicht sollte es weiter gehen zu einem Restaurant, in dem wir eine Mittagspause einlegen sollten. Wir staunten nicht schlecht, als wir vor einem kastellartigen Gebäude hielten und unser netter Guide uns bat auszusteigen. In der Tat hieß das Restaurant auch „Castillo del Mar“




Im einladend gestalteten Innenraum war ein Tisch vor großen Panoramascheiben vornehm für uns eingedeckt. Wir nahmen begeistert Platz und bewunderten den Blick auf die Strandpromenade vor einigen von Pelikanen besiedelten Felsen.










Das Essen war genauso gut, wie der äußere Eindruck. Die Preise waren zwar nicht günstig aber durchaus angemessen. Draußen kreisten immer wieder größere Mengen Pelikane ganz nah vor den Scheiben und boten, trotz ihrer massigen Körper, einen grazilen Anblick.

Nett unterhielten wir uns mit unseren Mitfahrern über diesen schönen Abschluss einer schönen Reise. Es stimmte einfach alles und uns kam der englische Ausspruch in den Sinn: „Saving the best for last“ – Das Beste kommt zum Schluss. Diesen Eindruck machte der Tag bisher auf uns.










Nach dem Essen war es Zeit, Vina del Mar und dem Meer Lebewohl zu sagen. Über eine Autobahn fuhren wir in das Landesinnere. Immer wieder flogen Löschhubschrauber über uns hinweg, die versuchten Busch- und Waldbrände zu löschen.

Nach ca. einer Stunde erreichten wir das Casablanca Valley Weingebiet und verließen die Autobahn. Auf einem Hügel über grünen Weinreben thronte strahlend weiß das moderne Gebäude des Vina Indomita Weinguts.










Im Schatten eines großen weißen Bogenganges nahmen wir vor der ultramodernen Spiegelglasfassade des Gebäudes auf gemütlichen Loungemöbeln Platz. Ein Mitarbeiter des Weinguts erklärte ein wenig zum Weinbau in Chile und brachte verschiedene Weine zur Verkostung, die unsere Gruppe sichtlich genoss.










Leider kam bald ein weiterer englischer Spruch zum Tragen „All good things must come to an end“... Somit ging die Fahrt weiter nach Santiago de Chile, dass wir in ca. 1,5 Stunden erreichten und wo wir auf unsere verschiedenen Hotels verteilt wurden.

Wir hatten für eine Nacht das Marriott Hotel gebucht, in dem wir wiederum ein modernes, geräumiges Zimmer hatten.






Nur ein paar Schritte entfernt befand sich eine große Shoppingmall. Ganz wie uns aus den USA bekannt, waren hier nicht nur alle bekannten Markengeschäfte vorhanden, sondern auch einige Restaurants mit attraktiven Außenplätzen. Die Preise der Geschäfte waren übrigens nahezu identisch zu den Preisen hier in Deutschland.

Zu meiner Freude war hier auch eine Filiale von Tony Roma´s vertreten, wo wir uns auch am letzten Abend noch einmal ein schönes Abendessen mit einem „kleinen“ Dessert gönnten.






Wir saßen hier noch lange auf der Terrasse und ließen die schöne Reise mit dem tollen Abschluss noch einmal an uns vorüberziehen. Wir waren uns einig: es hat alles gepasst!

Celebrity und die Infinity haben uns wieder gut gefallen und das nette Personal vermissten wir bereits jetzt. Die Ziele der Reise waren schön und naturbedingte Unwegsamkeiten haben sich zu anderen, ebenso interessanten Erlebnissen entwickelt. Ohne nach den vielen Schilderungen des Berichtes, die Euch sicher schon einen Eindruck vermittelt haben, ein Fazit ziehen zu wollen, kann ich in einem Satz zusammengefasst sagen: Es war eine runde Sache!

Am nächsten Morgen frühstückten wir im Hotel und ließen uns dann per vorbestelltem Taxi an den etwa 30 Minuten entfernten Flughafen bringen. Zunächst flogen wir von Santiago mit LAN nach Sao Paolo. Beim Landeanflug auf die Stadt wurde uns erst einmal bewusst, was für ein Molloch die Millionenmetropole ist. Minutenlang flogen wir über ein scheinbar endloses Häusermeer, bevor wir auf dem Flughafen landeten.

Ab Sao Paolo ging es weiter mit der Lufthansa nach Frankfurt. Für den Rückflug hatten wir uns für 70,- Euro Plätze mit größerer Beinfreiheit reserviert. Die Lehne und somit die Tasche im Sitz vor mir war so weit entfernt, dass ich den Gurt lösen musste, um sie erreichen zu können. Per Durchsage im Flugzeug wurde auf freie Sitzplätze in der Premium Economy aufmerksam gemacht, die man für fast 400,- Euro bekommen könnte. Der Hinflug in der Premium Eco war zwar nicht schlecht gewesen, aber 400-Euro war es uns gerade im Vergleich zu dem fast noch geräumigeren Sitz, den wir nun hatten, nicht wert.

Unser Flieger in Sao Paolo:




Farewell South America – Es war fantastisch!


PS:
Falls Ihr noch nicht genug von den Bildern habt - zum gesamten Fotoalbum geht es hier:
plus.google.com/u/0/photos/115329951158712806430/albums/6144...
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Reisebericht Celebrity Infinity - Südamerika - März 2015 27 Mai 2015 19:26 #42466

:applaus:

@ Oliver!

Ein sensationeller Reisebericht - mit ebensolchen Fotos!!! :groesste:

Da werden die eigenen Erinnerungen an das wunderbare Schiff und die gleiche Tour (von Valparaiso nach Buenos Aires) im Jahr 2006 sofort wieder lebendig.

Schön zu lesen und zu sehen, dass die INFINITY immer noch in gutem Zustand ist.

Nochmals Gratulation zu diesem wunderschönen Bericht!

Keep on Cruisin

Klaus

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Reisebericht Celebrity Infinity - Südamerika - März 2015 28 Mai 2015 18:24 #42477

Der Reisebericht ist wie immer gigantisch.

Ich finde aber - schon zu gigantisch, in der kürze liegt die Würze.

Gruß Welle
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Reisebericht Celebrity Infinity - Südamerika - März 2015 28 Mai 2015 19:28 #42478

Hi Welle,

wer´s nicht lesen mag, guckt Bilder - ganz einfach! :)

Ich habe an meine Reiseberichte einen eigenen Anspruch. Dem will ich gerecht werden, wenn ich sie schreibe. Ich freue mich, wenn es Lesern gefällt, zwinge aber auch niemanden zum Lesen.

Wenn man anfangen muss, Zweizeiler mit Kauderwelsch als Standard anzusehen, ist das nicht meine Welt. Und ich glaube auch nicht Deine! ;)

Gruß

Oli
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Reisebericht Celebrity Infinity - Südamerika - März 2015 28 Mai 2015 21:23 #42482

:sensation: :applaus: :danke:
für eine unterhaltsame Stunde mit :coolpics:
gruß louisa
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Reisebericht Celebrity Infinity - Südamerika - März 2015 29 Mai 2015 14:46 #42485

Mensch Oliver,

ich wollte dich doch nur ein wenig ärgern, ist mir aber nicht ganz gelungen. :drehen:

Nein… der Reisebericht ist dir wieder absolut super gelungen und ich könnte am liebsten noch mehr über

deine tollen Erlebnisse lesen :reading: - denn du weißt, ich bin ein großer Fan von dir. :yep:

Ich habe mir auch noch die restlichen Fotos auf Google angeschaut -

da kann ich nur sagen nicht nur die Kamera macht’s,

sondern du hast auch ein gutes Gespür für außergewöhnliche Motive. :respekt:

Jedenfalls, alles prima gemacht und ich freue mich schon über den nächsten Reisebericht!
:ship:


Gruß Welle :wink:
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