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THEMA: Reisebericht Celebrity Silhouette - Östliches Mittelmeer mit Jerusalem 04.10.2014

Reisebericht Celebrity Silhouette - Östliches Mittelmeer mit Jerusalem 04.10.2014 18 Dez 2014 12:58 #41026

Hallo liebe Kreuzfahrtfreunde!

Es hat eine ganze Weile gedauert. Aber hier ist nun (endlich) der Bericht über unsere tolle Kreuzfahrt im Oktober.




Reisebericht – Celebrity Silhouette – Östliches Mittelmeer


Weihnachten 2013 hatten wir uns an Bord der Celebrity Constellation diese schöne Reise herausgesucht und gebucht. Die interessante Stadt Jerusalem im Rahmen einer Kreuzfahrt zu sehen und dabei auch noch die Solstice-Klasse kennen zu lernen, war einfach zu verlockend. Die netten Vorteile der Onboard-Buchung, wie inkludierte Getränkepakete, bezahlte Trinkgelder sowie ein stattliches OBC für die Aqua-Class in Höhe von 350 $, versüßten diese Entscheidung noch dazu.

Unsere große Vorfreude sollte jedoch über weite Strecken etwas getrübt werden. Die Kriegzustände im Gaza-Streifen betrachteten wir dabei weitaus sorgenvoller, als zuletzt den Streik der Lufthansa. Eigentlich hatten wir Jerusalem schon abgeschrieben und mit einer anderen Route gerechnet. Doch das Glück war uns hold. Der Raketenbeschuss und die Bombardements hörten auf und der Tag unserer Reise war streikfrei. Somit konnten wir am 03. Oktober in Frankfurt den Flieger nach Rom mit dem guten Gefühl besteigen, dass uns unsere „Holy Land Cruise“ auch tatsächlich ins heilige Land führen sollte.

Gegen 17.30 Uhr landeten wir pünktlich in Rom-Fiumicino. Wenig später konnten wir unser Gepäck am Band abholen. Da es für die günstigeren Shuttle-Busse zu spät war und wir keine Lust darauf hatten, zur Hauptzeit der Pendler erst den Zug nach Rom und von dort nach Civitavecchia zu nehmen, hatten wir uns für 120 Euro einen Transfer mit Bobslimos.com gebucht. Am Ausgang hielten wir daher Ausschau nach einem Schild mit unserem Namen und wurden auch schnell fündig. Wenig später, nach ein paar Schritten ins Parkhaus, saßen wir in einem geräumigen S-Klasse Mercedes und rollten in der Abendsonne in Richtung Civitavecchia. Nett - ein schöner Anfang eines schönen Urlaubs.

In Civitavecchia hatten wir für die eine Nacht das Hotel de „La Ville“ gebucht. Es liegt an der Strandpromenade in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs und direkt nebenan befindet sich eine Hertz-Mietwagenstation. Das Hotel bietet also eine gute Location für unterschiedlichste Möglichkeiten der Anreise.




Das Zimmer war geräumig und sauber und ließ für diese eine Übernachtung nichts zu wünschen übrig.



Wir machten uns nach unserer Ankunft kurz frisch und liefen dann ein wenig an der Promenade entlang, um uns ein nettes Restaurant zu suchen. Pizza und Pasta lockten uns erfolgreich an, und wir kehrten in ein Restaurant direkt an der Promenade ein, das uns bereits an der Rezeption des Hotels empfohlen wurde. Es war noch warm genug, um draußen Platz zu nehmen.

Am Nebentisch saß ein amerikanisches Ehepaar, welches wir wohl etwas verwirrten. Birgit bestellte ihr Essen auf italienisch, ich redete mit dem Ober englisch und untereinander sprachen wir deutsch. Es dauerte nicht lange, bis uns das Ehepaar ansprach und sich erkundigte, woher wir kamen. Während ein paar kurzer Sätze waren sie dann aufgrund Birgits britischen Akzents und meines unverkennbaren Südstaateneinschlags noch verwirrter und es ergab sich ein richtig nettes Gespräch. Das Paar war ebenfalls gerade eingeflogen und hatte eigentlich vor, früh ins Bett zu gehen. Schnell stellte sich heraus, dass die Beiden ebenfalls auf eine Kreuzfahrt gehen würden, er seine Rente als Fotograf aufbessert und dabei primär Hunde auf Tiershows ablichtet. Wir fanden auf Anhieb so viel unterhaltsamen Gesprächsstoff, dass ihr Vorhaben früh ins Bett zu gehen schnell vergessen war. Irgendwann gegen 23 Uhr, als schon alle anderen Tische abgeräumt waren, gingen auch wir und wünschten uns gegenseitig eine schöne Reise. So soll ein Urlaub beginnen – mit einem richtig schönen Abend bei kurzweiliger Unterhaltung.
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Reisebericht Celebrity Silhouette - Östliches Mittelmeer mit Jerusalem 04.10.2014 18 Dez 2014 13:04 #41027

Tag 1 – Einschiffung in Civitavecchia

Ich war wie immer recht früh wach. Ein Blick aus dem Fenster unseres Zimmers zeigte mir nicht nur einen schönen Sonnenaufgang sondern bot mir auch eine Aussicht auf die im Hafen liegenden Kreuzfahrtschiffe. Ich glaube Ihr alle hier kennt das Gefühl, wenn man nach langer Zeit der Vorfreude den ersten Blick auf das Objekt der Begierde erhaschen kann: „Juhu, es ist soweit!“




Lang hielt es mich nicht mehr im Zimmer. Ich duschte, ließ Birgit noch etwas schlafen und sich in Ruhe fertig machen und nutzte die Zeit, ein wenig in Richtung Hafen durch das erwachende Civitavecchia zu schlendern.






In Höhe der alten Zitadelle hatte ich einen freien Blick auf die schönen Schiffe im Hafen. Neben unserer Silhouette lagen noch die Sea Dream II, die Oceania Marina, die Celebrity Equinox und die Azamara Journey an den Piers.






So langsam zog mich der Frühstückshunger wieder zurück in Richtung Hotel.






Der Frühstücksraum im Hotel war gemütlich und die Auswahl des Frühstücks ausreichend. Unsere Ansprüche waren sowieso nicht besonders hoch, denn verwöhnt werden sollten wir ja noch ausreichend in den nächsten 14 Tagen…




Da es nach dem Frühstück immer noch etwas früh war, liefen wir ein paar Schritte durch den Ort, den wir von vorherigen Kreuzfahrten schon gut kannten. Gegen 11 Uhr hielt mich aber nichts mehr zurück. Aufgrund der geringen Entfernung zum Hafen liefen wir mit unseren Koffern los und erreichten in wenigen Minuten den Eingang für Fußgänger an der alten Zitadelle.




Ein wenig unschlüssig, wo wir den genau hin mussten, liefen wir in die Richtung des Haltepunktes für Shuttle-Busse. Wir waren noch nicht weit gelaufen, als ein Bus neben uns an der Straße anhielt. Die Tür öffnete sich und der Fahrer fragte, ob wir zur Silhouette wollten. Perfekt, das war ja einfach…

Der Bus brachte uns an die Halle des Check-ins, wo wir unsere Koffer abgaben. Ich wollte genau wissen wie lange wir brauchen würden, um auf´s Schiff zu kommen. Daher sah ich auf die Uhr und merkte mir die Zeit. Wir füllten schnell die medizinische Erklärung aus, wurden in die Reihe für Aqua-Class-Gäste geleitet, machten den Check-in, reservierten danach am Ausgang der Halle noch einen Tisch im Tuscan Grille-Restaurant für unseren Hochzeitstag und waren keine fünfzehn (!) Minuten später auf dem Schiff, wo wir mit einem Glas Sekt begrüßt wurden. Das war neuer Rekord!




Zunächst setzten wir uns noch ein wenig auf das Sonnendeck und schauten auf den Pool hinab.






Dann trieb uns die Neugier und wir gingen ein paar Stufen hinauf zum Lawn Club, einer echten Rasenfläche auf dem oberen Deck. Hier befinden sich u.a. „The Alcoves“, die man mieten kann.




Daneben befinden sich hier noch ein paar lustige Gartenstühle für besonders kleine Gäste.






Das an die Rasenfläche grenzende Restaurant „Lawn Club Grill“ ist nur auf der Silhouette und der Reflection zu finden. In diesem Specialty-Restaurant kann man in Open-Air-Atmosphäre gegen einen Aufpreis ($45) dinieren. Dabei kann man auswählen, ob man sich (mit Unterstützung eines Kochs) selbst feinstes Fleisch und Seafood grillt, oder sich doch lieber zurücklehnt und den Experten das Brutzeln überlässt.








Um uns einmal den Persian Garden, also den Wellness-Bereich anzusehen, liefen wir nach vorne durch den überdachten Solarium-Pool, der uns mit seinen Wasserspielen und modernen Kunstwerken gut gefiel.




Auch hier befinden sich gemütliche Möbel, die zum Relaxen einladen.



Der Persian Garden liegt vor dem Fitness-Center und ist für Aqua-Class-Gäste im Preis enthalten. Darin befinden sich einige beheizte Liegen sowie Aroma- und Dampfbäder.
Dieser Bereich ist hier weitaus attraktiver gestaltet als auf der Millennium-Klasse, wo er fensterlos ist.




Nachdem wir uns das angrenzende Fitness-Center angesehen hatten, waren wir auch ohne großes Training schon wieder hungrig und gingen zum Ocean View, dem Buffet-Restaurant.
Besser als auf der Millennium-Klasse gefiel mir hier die herkömmliche Anordnung der Stationen als Inseln.




Ebenso wie auf der Millennium-Klasse und auch der Radiance-Klasse von RCCL gefiel uns die Möglichkeit, am Heck draußen zu sitzen. Diese Möglichkeit nahmen wir nicht nur heute, sondern auch auf der ganzen Reise gerne wahr.

Das Essen schmeckte uns auf Anhieb gut. Richtig exzellent fand ich einige Gerichte aus der immer vorhandenen Thai- und Indien-Ecke. Ich esse dieses Essen sehr gerne und hier war es besonders lecker – Hut ab.

Musikalisch untermalt wurde unser Mittagessen von einem Alleinunterhalter namens Preston Edmonds. Er spielte und sang bekannte Lieder von Simon & Garfunkel, John Denver und anderen eingängigen Interpreten. Irgendwie fiel bei uns beiden dabei der Stress der letzten Monate ab, vielleicht waren es auch die schönen Lieder und die Stimmung, plötzlich saßen wir beide mit Tränen in den Augen da und freuten uns über unser Glück, wieder einmal eine schöne Reise beginnen zu können.



Während des Essens wurden wir von einem Ober angesprochen, ob wir ein Specialty-Restaurant buchen wollten. Und zwar mit 50% Nachlass und somit „two for one“. Tag egal, freie Auswahl des Restaurants und der Zeit.
Dank unserer Onboard-Buchung hatten ja viel OBC und ich noch dazu Lust darauf, den Lawn Club Grill auszuprobieren. Da die Temperaturen angenehm waren, buchten wir es für den gleichen Abend für 45 $ für uns beide.

Bald kam die Durchsage, dass die Kabinen nun alle bereit waren. Unsere Kabine 1529 (Kat. A2) lag vorne auf der Backbordseite. Wir hatten bei der Buchung dankend das kostenlose Upgrade für Captains-Club-Mitglieder auf eine A1-Kabine abgelehnt, denn diese liegen mittschiffs unter dem Überhang des Solarium- und Pooldecks. Dieser Überhang gefiel mir auf der Constellation gar nicht.



Die Kabine war ruhig und sehr gut zum vorderen Fahrstuhl und Treppenhaus gelegen. Somit mussten wir auf der Reise nach einem Sauna- oder Gym-Besuch nie verschwitzt weite Entfernungen zurücklegen.

In der Kabine erwartete uns die Flasche Begrüßungssekt, die wir jedoch erst einmal unangetastet stehen ließen. Vor mir als Antialkoholiker war sie sowieso sicher und Birgit konnte durch unser Getränkepaket noch soviel Sekt trinken, wie sie wollte.
Wir stellten die Flasche daher einfach einmal in den Kühlschrank… „für schlechte Zeiten“.




Neben dem Zugang zum Persian Garden und zum Restaurant BLU unterscheiden sich die Aqua-Class-Kabinen von anderen Kabinen noch durch Kleinigkeiten wie die täglichen kalten Tees, die täglichen hors d'oeuvres und Wasserflaschen auf dem Zimmer sowie ein Duschpaneel mit Massagefunktion und eine offenbar besonders große Auswahl an Tuben und Fläschchen im Bad.



Die Kabine gefiel uns sehr gut. Lediglich die Schrankaufteilung war etwas ungeschickt. Im Schrank selbst fehlten Ablageflächen und die Schränke über dem Bett sind nicht sehr tief. Aber das war sicher ein zu verschmerzendes Manko.

Ich wollte direkt mit der Kamera los und noch mehr von diesem schönen Schiff erkunden, daher ging ich sofort auf weitere Entdeckungstour. Zunächst lief ich am Treppenhaus mittschiffs die Decks abwärts, wodurch ich an die Library kam, die ich sehr gemütlich fand.






Als nächstes entdeckte ich den „Hideaway“-Bereich und empfand ihn unheimlich originell und einladend gestaltet. In der Tat wird er seinem Namen gerecht und bietet viele Möglichkeiten, sich mit einem Buch zu verstecken.






Vor dem Hideaway schwebt über dem Atrium der Baum, für den die Solstice-Klasse ja bereits bekannt ist.



Ja, er ist echt… und ja, es ist ein Ficus! Dieser heimtückischste und launischste aller Wohnzimmerbesetzer, der einem zu Hause jeden schrägen Blick übel nimmt und bei jedem durch den vorbeilaufenden Hund verursachten Wind gleich die Blätter von sich schmeißt, dem es mal zu hell und mal zu dunkel, mal zu warm und mal zu kalt ist… der wächst hier so einfach über mehrere Stockwerke hoch. Unglaubliche Frechheit!

Entgeistert setzte ich meinen Weg fort bis zum Fuße des Atriums, an dem sich eine schön gestaltete Treppe zum Deck darüber schlängelt.




Dann musste ich erst einmal einen Boxenstopp einlegen. Normalerweise ist es nicht mein Ding, Toiletten zu fotografieren, aber auch diese waren hier so stylisch gestaltet, dass ich nicht anders konnte.




Natürlich wollte ich mir auch den Speisesaal ansehen, der mir schon auf Bildern so gut gefallen hatte.



Auch in natura fand ich ihn klasse. Elegant und luxuriös gestaltet, ohne verstaubt und altbacken zu wirken… für mich ein klarer Click auf den „Like-Button“.

Spätestens jetzt war mir klar, dass mich dieses Schiff erobert hatte. Wo auch immer ich hinsah, sprach es mich an und gefiel mir gut.
Ich mag Schiffe und fand bisher alle gesehenen schön, dieses jedoch berührte mich richtig. Überall wollte ich fotografieren und die Eindrücke festhalten… keine Angst, ich werde Euch die Fülle der Bilder ersparen – zumindest an dieser Stelle. Ich habe so viele Bilder des Schiffs gemacht, dass ich sie in einem eigenen Thema einstellen werde, um diesen Bericht nicht mit Schiffsbildern zu überlasten... Um ein paar weitere Bilder kommt Ihr jedoch nicht herum, denn mein Rundgang war noch nicht zu Ende. Ich wollte mir auch noch das BLU-Restaurant ansehen, das uns schon auf der Constellation so gut gefallen hatte und eigentlicher Grund war, wieder Aqua-Class zu buchen.

Durch die Ensemble-Lounge kommt man zu dem Bereich in dem die Eingänge zum BLU, Tuscan Grille und Qsine liegen. In der Halle davor befindet sich das folgende Kunstwerk, auf das man aus dem Durchgang direkt zuläuft. Durch die Spiegelung verändert es sich augenscheinlich beim Vorübergehen. Es war eines der vielen Stücke, die mir auf dem Schiff sehr gut gefielen.




Das BLU-Restaurant war größer als auf der Constellation, aber natürlich in gleichem Stil gestaltet. Abends wirken die Wandverkleidungen im Schein der bunten Leuchter noch schöner als am Tage, wo sie sich auch schon gut sehen lassen können.




Bevor ich zurück in die Kabine ging, lief ich noch durch die größere der beiden Ladenzeilen.




Der Deckteil darüber mit der Molekular-Bar und der kleineren Ladenzeile mit Designer-, Uhren, und Parfumläden ist Galerieartig angeordnet und lässt die untere Ladenzeile dadurch mehrstöckig und großzügig erscheinen. Geschickt gemacht...

Einen kurzen Halt legte ich noch oben in der großen Sky-Lounge ein. Auch hier fand ich das Design umwerfend. Der Eingangsbereich hat ein wenig Wohnzimmercharakter und öffnet sich erst dann in die große Lounge mit einladenden Ecken, Sesseln und Liegen. Zu dem Zeitpunkt war alles in das durch die großen Panoramascheiben einfallende weiche Licht der Abendsonne gehüllt.




Ich ging zurück und war richtig seelig. Meine ersten Worte zu Birgit in der Kabine waren: „Was ein schöööönes Schiff !!!!“

Als ich ihr so von den ganzen tollen Dingen erzählte, klopfte es an der Tür und Jose, unser Stateroom-Attendant, stellte sich vor. Gleich hier muss ich sagen, dass er und sein Helfer einen spitzenmäßigen Job erledigten. Manchmal kam es uns vor, als ob sie uns abpassten. Wenn wir morgens oder nachmittags nur kurz weg waren, kamen wir immer in eine gemachte Kabine zurück. Selbst wenn das Bad schon gemacht war und wir nach dem Frühstück nur noch einmal die Zähne putzten, gingen die beiden nach uns noch einmal durch das Bad – unglaublich. Obwohl wir den Service bei Royal und Celebrity bisher schon immer als gut erlebt hatten, toppten die Beiden es noch.

Im RollCall auf Cruise Critic hatten wir ein Sail-Away-Treffen in der Sunset Bar vereinbart. Das Ablegen erlebten wir daher, nach dem obligatorischen Muster Drill, mit einem Cocktail in Gesellschaft von einigen netten Kanadiern und einem extrem stereotypen Paar aus Texas. Ihre Ansichten von Europa, dessen Städte und Länder sie aber selbst immer durcheinander warfen, waren ebenso irrwitzig wie ihre Klage darüber, dass nun schon der eigene Präsident ein Muslim sei. Die Kanadier und wir beließen es bei einem alles sagenden Blick und nahmen es einfach amüsiert hin.

Von der Terasse der Sunset-Bar aus konnten wir noch der Marina winken, die erst im Hafenbecken drehte und dann auch ihre Tour begann. Bon Voyage, Marina…




Auf das CC Meet & Mingle-Treffen ein paar Tage später verzichteten wir übrigens, da es zu einer für uns ungeschickten Uhrzeit am Vormittag angesetzt war. Laut den Kanadiern, die wir ab und an in einer Bar trafen, hatten wir jedoch nichts verpasst.

Als wir zurück auf die Kabine gingen brachte Jose auch unsere Koffer, die wir noch vor dem Abendessen auspackten. Dann war es Zeit, den Lawn Club Grill auszuprobieren. Ich war schon richtig gespannt.



Kurios im Lawn Club Grill ist, dass man als Vorspeise „Flatbread“ bekommt – ein etwas vornehmerer Name für Pizza. Kurios auch deshalb, weil schon diese Vorspeisen-Pizza die Größe eines Wagenrades hatte. Zubereitet wurde sie frisch an einer Theke in der Mitte, so dass man zuschauen konnte. Die Köchin wirbelte den Teig gekonnt durch die Luft… das machte sie nicht zum ersten Mal.



Als Hauptgericht kann man zwischen verschiedenen Sorten Filets und Steaks, Spießen, Fisch und Seafood auswählen. Man kann es entweder am Grill selbst zubereiten oder, wie ich, einfach faul sein und sich bedienen lassen. Ich hatte ein Filet Mignon, welches toll mariniert war und durch das das Messer richtig hindurchglitt – lecker! Birgit hatte einen Spieß, der ihr ebenso sehr gut schmeckte. Nach den nicht kleinen Portionen wurden wir gefragt, ob wir noch etwas weiteres wollten. Mea Culpa, es war einfach zu gut… Birgit probierte auch das Filet und ich stellte nochmal sicher, dass das erste Filet nicht nur ein Zufallstreffer war. Danach musste natürlich noch ein leckeres Dessert sein – endlich mal wieder ein New York Cheesecake.

Nach diesem üppigen Mahl gingen, bzw. rollten wir noch bei milden Temperaturen über das Deck und schnappten ein wenig nach Luft. Dabei nahmen wir uns fest vor, am nächsten Morgen gleich morgens ins Fitness-Center zu gehen…




Tag 2 – Messina

Als ich morgens aufwachte und aus dem Fenster schaute, dachte ich: „Oh Mann, das musst du fotografieren!“. Wir fuhren gerade an dem Vulkan Stromboli vorbei, der spektakulär vor der aufgehenden Sonne stand.




Nach unserer morgendlichen Fitness-Routine und einem guten Frühstück erlebten wir die Einfahrt in den Hafen von Messina in der Kabine. Die Madonna della Lettera begrüßte uns dabei, ähnlich wie bei unserem letzten Besuch in Messina, wieder unter bedecktem Himmel.




Wir wollten, wie beim letzten Mal, das schöne Taormina besuchen. Da an einem Sonntag kein Mietwagen zu bekommen war, hatten wir der Einfachheit halber den Transfer nach Taormina über Celebrity gebucht. Wir mussten deshalb die übliche Prozedur des Einfindens und Wartens im Theater über uns ergehen lassen. OK, es war eine Ausnahme, aber irgendwie waren wir froh, sonst unsere Ausflüge unabhängig gebucht zu haben.

Der Transfer nach Taormina verlief angenehm mit einigen Erklärungen zu Land und Leuten. In Taormina angekommen verabschiedeten wir uns und stiefelten auf eigene Faust los.

Folgt man der Hauptstraße auf die man durch das Stadttor kommt, gelangt man bald an den Duomo, den wir hübsch, mit weißen Rosen geschmückt vorfanden.










Nach einem Besuch des Inneren folgten wir der Straße weiter, die durch teilweise antike Fassaden und kleine idyllische Seitenarme besticht.








Man gelangt dann, etwa in der Mitte des Ortes, an die Piazza de 9 Aprile, an dem sich Cafes und die Kirche San Giuseppe sowie die alte Kirche San Agostino (heute Bibliothek) befinden.



Vom Platz aus hat man einen schönen Blick auf die Bucht. Wir konnten von hier auch schon auf unser späteres Ziel, das Hotel Metropole, blicken. Der Ätna im Hintergrund verhüllte sich heute in Wolken.






Auch San Giuseppe wollten wir uns von innen ansehen und fanden auch hier den Altar mit frischen Blumen geschmückt vor.








Danach setzten wir unseren Weg entlang des Corso Umberto fort. Folgt man diesem bis fast zum Ende und biegt rechts ab, gelangt man auch an das griechische Theater, welches diesmal aber nicht auf unserem Plan stand. Wir wollten stattdessen die „Giardini della Villa Comunale“, einen Stadtpark, besuchen, der ein Stück den Berg hinunter liegt. Auf dem Weg dorthin erfreuten wir uns an den kleinen schönen Dingen, die an fast allen Häusern zu sehen waren.








Hübsch anzusehen waren auch die vielen kleinen Läden, in denen heimische Liköre und Spezialitäten angeboten wurden.










Der Eintritt in den öffentlichen Garten ist kostenfrei. Neben schönen Blumen und Pflanzen kann man von hier aus auch die tolle Aussicht bewundern.










Auf dem Weg zurück auf die Hauptstraße, fanden wir einige leckere Versuchungen und waren uns darüber einig, dass man die heimische Wirtschaft unterstützen muss.





Den Berg hinauf steigt man über enge Treppengassen, die von kleinen Geschäften und, an breiteren Stellen, von Restaurants gesäumt sind.










Zurück auf der Hauptstraße erreichten wir dann unser eigentliches Ziel. Bei unserem letzten Besuch hatten wir zufällig die Terrasse des Hotel Metropole gefunden und hatten dort eine schöne Zeit genossen, an die wir immer wieder gerne zurück dachten.



Daher wollten wir auch heute den Nachmittag gemütlich mit ein paar Drinks und schöner Aussicht ausklingen lassen und das damalige Erlebnis wiederholen.





Auch die schönste Zeit geht einmal vorbei, daher machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Treffpunkt am Ortseingang.






Kaum war unser Bus in Taormina losgefahren, fing es an, in Strömen zu regnen. Starker Wind und Regen begleiteten uns bis zurück nach Messina. Dort am Hafen angekommen war der Wind so stark, dass alle zurückkehrenden Busse ihre Passagiere nicht aussteigen lassen durften. Wir mussten eine ganze Weile im Bus warten bis dann die Passagiere in 10er-Gruppen wieder an Bord gelassen wurden. So wurde verhindert, dass sich auf der Gangway Schlangen bildeten.

Bei der Rückkehr an Bord lernten wir Doug und Louis kennen. Wir hatten gleich Gesprächsstoff, da die beiden aus Aventura/Miami kommen, was nur einen Steinwurf von Sunny Isles entfernt ist, das für mich wie eine zweite Heimat st.

Unser Abendessen genossen wir im BLU. „Genossen“ ist dabei als Bezeichnung bewusst gewählt, denn sowohl das Ambiente als auch das Essen waren klasse. Danach gingen wir in die Sky Lounge. Die Barkeeper dort waren sehr freundlich und gaben gerne Auskunft darüber, was denn nun im Getränkepaket enthalten ist. Birgit konnte so im Laufe der Abende einige Martiniarten durchprobieren und auch für mich war immer ein alkoholfreier Cocktail vorhanden.

Lange dauerte es jedoch an diesem Abend nicht und wir hörten nach diesem schönen ersten Tag ganz deutlich unser Bett rufen. Und manchen Rufen soll man folgen…


Tag 3 – Seetag

Den Seetag begingen wir relaxed und gemütlich. Frühsport, Frühstück, Persian Garden, Sonnenbaden und Fototour – dieses Schiff bot viele Möglichkeiten und der Tag ging schnell herum.

Am Abend war Formal-Night angesagt. Da wir das Ambiente dieser Abende mögen und genießen, gingen wir heute in den Main Dining Room „Grand Cuvée“. Bereits am Eingang unterhielten wir uns mit einer Familie aus Oklahoma – Vater, Mutter in den Mittsiebzigern, Tochter und deren beste Freundin. Der Zufall wollte es, dass wir auch gemeinsam an einem großen Tisch landeten. Das leckere Essen wurde fast zur Nebensache, so gut und kurzweilig war die Unterhaltung. Vater Ken, ganz älterer Gentlemen, verabschiedete uns mit den Worten: „You two are alright!“. Wir waren ganz gerührt…

Die Sky Lounge sollte auch heute wieder unseren Abschluss bilden. Die nette Bedienung erkannte uns bereits und empfahl einen neuen Martini und Cocktail. Hier fühlten wir uns richtig heimisch.

An dieser Stelle noch eine Anmerkung zu den Getränkepaketen, die wir ja kostenlos dazu bekommen hatten. Das Paket zu haben war Komfort und Luxus. Frischen O-Saft zum Frühstück, einen Laté zwischendurch, abends beim Essen Birgit´s Wein und in der Bar noch Martini und Cocktails. Auch ohne Pakete lassen wir es uns gut gehen. Aber unweigerlich denkt man darüber nach, ob es jetzt noch ein Glas Wein oder eine Virgin Pina Colada sein muss oder nicht. Mit dem Paket war es einfach wurscht… Genuss ohne Nachdenken – das war schon angenehm.

Haben wir den Wert des Paketes konsumiert? Mit Sicherheit nicht! Von daher würde es sich niemals für uns lohnen. Es aber einfach dabei zu haben, war sehr angenehm. Interessant war für uns die Erfahrung, dass das Personal keinerlei Unterschied gemacht hat, ob man ein Paket hat oder nicht. Kaum war ein Glas leer, wurde freundlich nachgefragt, ob es noch etwas sein darf.


Tag 4 – Piräus/Athen

In Piräus empfingen uns angenehme Temperaturen und Sonnenschein. Von Deck aus konnten wir auf das Hafengebäude gucken und rechts neben den Tourbussen schon die HoHo-Busse sehen.




Das Licht der Morgensonne schien stimmungsvoll auf den Lawn Club und den Außenbereich des Ocean View, wo wir auch heute wieder das Frühstück draußen genießen konnten.





Gegen 9.30 Uhr verließen wir das Schiff, um einen der HoHo-Busse zu nehmen.




Am Terminal gab es blaue, gelbe und rote Busse, die auch vom Preis her leicht unterschiedlich waren. Ich hatte mir im Vorfeld zu Hause die Touren der roten Busse angesehen, deren erste Route an die Akropolis führt und die von dort aus eine weitere Route durch die Stadt anbieten. Der Preis lag bei etwa 20 Euro p. P. Unser Plan war, erst mit dem Bus zur Akropolis zu fahren, uns diese anzusehen und dann die Stadtroute zu machen.

Zunächst führte die Tour am Yachthafen von Piräus vorbei.




Auf dem Weg wurde über die Kopfhörer einiges über die geschichtliche Entwicklung und Bedeutung von Piräus und Athen sowie die modernen Sportstätten berichtet, die wir auf dem Weg passierten.

Nach kurzweiliger Fahrt waren wir an unserem ersten Etappenziel angekommen, das wohl jeder auf Bildern schon einmal gesehen hat – der Akropolis.




Der Begriff Akropolis bedeutet einfach nur Oberstadt oder Hochstadt und ist eigentlich nicht nur spezifisch für Athen. Die Akropolis hier besteht eigentlich aus mehreren Tempeln, von denen der berühmteste wohl das Parthenon ist. Verzeiht mir, wenn ich dennoch weiter den geläufigen Begriff Akropolis verwende. Das Parthenon, sowie auch einige andere Teile des Komplexes, waren eingerüstet und teilweise verhüllt.

Wir kauften am Eingang Tickets und erklommen, gemeinsam mit vielen anderen Touristen, erst einmal die Stufen hinauf zu den Tempeln.




Von hier oben hatten wir auch einen schönen Ausblick auf die Agora und Hephaisteion.




Zunächst erkundeten wir jedoch das Areal hier oben.






Das Erechtheion




Die Karyatiden








Das Parthenon – der Tempel der Stadtgöttin Athene



Es ist wohl das Gebäude, das für viele für den Begriff „Akropolis“ steht.










Von der Akropolis konnten wir schon einen Blick auf den Rest Athens werfen und uns ein Bild davon machen, dass Athen nicht gerade klein ist. Rechts im Bild ist das prominente Gebäude des Parlaments zu erkennen.




Eigentlich wäre im Preis unserer Bus-Tour auch eine Walking-Tour inkludiert gewesen, die wir ursprünglich mitmachen wollten. Irgendwie hatten wir aber nun doch keine Lust, im Pulk herum zu laufen.

An weiteren Säulen und Ruinen vorbei verließen wir deshalb das obere Areal der Akropolis und liefen am Odeon-Theater vorüber hinab in die Stadt.






Auf dem Weg zum Parlamentsgebäude liefen wir am Nationalgarten vorbei und entschlossen uns dazu, ein Stück durch die Parkanlage zu laufen.






Die Ruhe und die Kühle in der Anlage waren richtig wohltuend.






Wir verließen den Park durch einen seitlichen Ausgang und kamen hinter dem Parlament heraus, welches wir umrundeten, um uns am Grabmal des unbekannten Soldaten die berühmte Leibgarde (Evzonen) mit den „Püschelschuhen“ anzusehen.



Die Wachen wechseln im Zeitlupentempo alle paar Minuten die Position. In ihren Wollsocken und Filzkappen waren sie bei den Temperaturen wirklich nicht zu beneiden.






Von weitem hörbar rückte die Wachablösung an, die die armen Kerle ab- und erlöste.






Wir setzten unseren Weg in die Stadt fort über den Platz vor dem Parlament.






Durch die Einkaufsstraße liefen wir in Richtung Altstadt.








Bald erreichten wir Monastiraki, ein „Flohmarktviertel“ in der Altstadt Athens. Hier befindet sich die Tsisdarakis Moschee und die Ruinen der Hadrians Bibliothek.








Auf dem Platz wurden lecker aussehendes Obst und Früchte verkauft.






Wir gingen seitlich in eine Flohmarktgasse mit allerlei kuriosen Geschäften. Lederwaren, Armeeklamotten, Schallplatten – alles Mögliche wurde hier angeboten.








Am Ende der Gasse kamen wir am Areal der Agora heraus und erfreuten uns am imposanten Anblick der Akropolis.












Durch das Gelände liefen wir wieder den Berg hinauf zum Parkplatz unterhalb der Akropolis, wo auch der HoHo-Bus hielt. Davor war noch ein großer Felsen, von dem aus man eine schöne Aussicht auf die Akropolis, die Agora und die Stadt hatte.










Nun war es auch schon wieder Zeit, den Bus zurück nach Piräus zu nehmen. Das Timing war perfekt. Auf der Fahrt zum Schiff verdunkelte sich der Himmel und kaum waren wir wieder an Bord, fing es an, in Strömen zu regnen. Wir setzten uns noch ein wenig in das Cafe al Bacio und tranken einen Igloo – eine Art geeisten Kaffee mit weißer Schokolade. Vor dem Cafe spielte ein Gitarrenduo angenehme Musik.




Der Besuch Athens hat uns beiden gut gefallen. Im Nachhinein gesehen war es jedoch überflüssig den HoHo-Bus genommen zu haben. Wir haben ihn letztendlich nur zur Fahrt nach und von Athen genutzt und Athen selbst zu Fuß erkundet. Andere Gäste haben entweder den Zug in die Stadt, oder den ebenfalls am Terminal abfahrenden Express-Bus genommen, der nur ein paar Euro gekostet hat.

Unser Abendessen nahmen wir wieder im BLU zu uns. Wir mussten jedoch das erste und einzige Mal auf der Reise ein paar Minuten auf einen freien Tisch warten. Das machte jedoch nichts. Wir setzten uns solange einfach in die Ensemble Lounge und tranken noch etwas.






Das Essen im BLU war wiederum sehr gut. Die Speisen werden bei ruhigem und gemütlichem Ambiente attraktiv präsentiert und, ihr könnt mir glauben, sie sehen nicht nur gut aus… hier einige Beispiele:






Das BLU ist für uns der eigentliche Grund, die Aqua-Class zu buchen. Alle anderen Annehmlichkeiten sind zwar nettes Beiwerk, das BLU ist für uns jedoch eine richtige Bereicherung der Kreuzfahrt. Das Essen im Dining Room war ohne Zweifel gut und das Restaurant sehr attraktiv, das BLU ist jedoch ruhiger und bietet eine intimere Atmosphäre.

Anschließend, wie sollte es auch anders sein, begaben wir uns wieder in die Sky-Lounge, die wir mittlerweile lieb gewonnen hatten. Gegen später spielte hier oft eine Gruppe, die zwar wirklich gut war, uns als Abschluss des Tages aber etwas zu laut. Somit gingen wir meist nach einem Drink bevor es hier losging und lauschten an unserer Matratze.








Tag 5 – Kusadasi

Selbstverständlich wäre die klassische Unternehmung hier der Besuch von Ephesus gewesen. Ich war schon vor einigen Jahren dort und überließ es Birgit, ob wir auch an diesem Tage alte Steine ansehen oder uns einfach einmal durch den Ort treiben lassen wollten. Letzteres war dann das, wofür wir uns entschieden hatten.

Morgens früh, ich würde eher sagen mitten in der Nacht, wurde ich dadurch geweckt, dass sich Passagiere der Silhouette und der Equinox lautstark über die Balkone hinweg begrüßten als diese neben uns an der Pier anlegte. Nun gut, wir sind ja alle vielleicht ein bisschen Bluna…



Wir hatten alle Zeit der Welt und konnten noch schlummern, bis es tatsächlich morgen war und wir durch Tageslicht geweckt wurden.




Natürlich dufte kein Tag ohne ein gutes Frühstück beginnen, welches wir dank der angenehmen Temperaturen wieder auf der Heckterrasse genossen. Wir verquasselten uns hier noch mit Debby und Bob, einem Paar aus California, mit dem wir schon vorher das eine oder andere Wort gewechselt hatten und die uns zu sich an den Tisch gebeten hatten. Überhaupt war diese Kreuzfahrt schon jetzt durch unheimlich nette Unterhaltungen und Bekanntschaften geprägt, auf die ich später noch näher eingehen werde.

Dann gingen auch wir von Bord und warfen uns in das Getümmel. Das ist natürlich etwas übertrieben. Zwar merkt man deutlich, dass die Stadt vom Tourismus lebt und die Gassen waren gut gefüllt von kaufwütigen Passagieren, jedoch haben wir das in der Karibik schon weitaus schlimmer erlebt.

Das Hafenterminal besteht aus vielen Duty Free-Shops und einigen Cafés. Von hier aus stach als erstes die Taubeninsel heraus. Auf dieser Insel wurde zu Zeiten des Osmanischen Reiches eine Festung erbaut, um den Hafen von Kusadasi zu schützen, der den Hafen von Ephesus in seiner Bedeutung ablöste, als dieser immer mehr versandete.



Ich musste mal wieder mit Kopfschütteln beobachten, wie sich viele wie Verrückte in die Läden ziehen ließen und schon zu früher Stunde mit Tüten voll bepackt waren. OK, wir sind vielleicht verwöhnt, weil wir die Originalware in Florida zu ähnlich niedrigen Preisen kaufen können, aber viele Dinge waren, für unseren Geschmack, auch einfach nur hässlich…

Ich beschränkte mich auf das Bewundern und Fotografieren von kleinen Gassen und Aufgängen und betrachtete den Rest mit amüsiertem Interesse.










Neben den vielen Geschäften warben auch viele Restaurants und Cafés um die Gunst der Gäste. Viele jedoch sehr touristisch – Irish Breakfast, Schnitzel, Fish & Chips.




Wir fanden an einer Ecke eine Teebar, an der ausschließlich Einheimische auf niedrigen Hockern saßen, parlierten und Tee tranken.
Dort ließen wir uns ebenfalls nieder und ich empfahl Birgit, einen Apfel-Tee zu probieren.







Wir mussten lachen als ein sehr nettes britisches Ehepaar aus Essex, mit dem wir ab und an beim Frühstück zusammen gesessen waren, an uns vorüber lief – mit ca. 10 Tüten in den Händen. „Oh hello, shopping here is magnificent, isn´t it?“ Ähm, ja klar…

Auf einer Mauer neben der Teebar trafen wir auf eine weitere kleine Einheimische, die wir am liebsten in die Tasche gesteckt hätten.






Nach unserer Pause liefen wir zurück zur Strandpromenade.




Auffällig waren viele (wohlgenährte und gepflegte) freilaufende Hunde. Dieser hier musste aber einen Roller bewachen.



Von hier aus durften auch einige Bilder von unserem schönen Schiff nicht fehlen.






Recht prominent und auch hübsch erhebt sich das Friedensdenkmal auf einer Pier in den Himmel. Die ausgestreckte Hand mit den Vögeln machte sich gut vor dem blauen Himmel.






Mittlerweile knallte die Sonne richtig herunter und wir machten uns an der Promenade entlang auf den Weg zurück zum Schiff.




Es ist fast selbstverständlich, dass man auch hier ein Atatürk-Denkmal findet.




Zurück am Hafenterminal gingen wir erst einmal zurück auf´s Schiff. Birgit wollte sich gemütlich in die Sonne legen und ich holte mein Ipad, um damit noch einmal zurück zu einem der vielen Cafés zu gehen, die allesamt mit Free WiFi warben. Bei den bunten Fischerbooten setzte ich mich mit Blick auf die Taubeninsel hin, trank einen Eiskaffee und schaute mal, was im Forum so los ist.






Nach einer Weile war das Internet aber irgendwie ziemlich überlastet. Die Idee hatte nämlich nicht nur ich. Jeder Klick dauerte eine Ewigkeit… egal, es war sowieso Zeit.

Das Ablegen erlebten wir auf unserem Balkon. Es war ein großes Spektakel, als die Silhouette nach einem kleinen „Hornbattle“ (ich bekomme dabei immer Gänsehaut) losfuhr und sich Gäste der Silhouette und der Equinox voneinander verabschiedeten: „Bye, see you in Mykonos“, „Hey, drop that bathrope!“ Das Ganze hatte etwas Lustiges und gleichzeitig Rührendes, was man wohl nur als Kreuzfahrer nachempfinden kann.






Captain Anastasios Lekkas und sein Brückenteam stachen mit uns wieder in See, vorüber an der Taubeninsel fuhren wir im Licht der untergehenden Sonne wieder hinaus auf das Meer und freuten uns über einen wiederum schönen, relaxten Tag.






Captain Lekkas bestach übrigens im Gegensatz zu Captain Tassos auf der Constellation nicht durch ständige Präsenz und jugendliche Lockerheit sondern wirkte eher ruhig und gesetzt. Er war jedoch immer mal zu sehen und machte auch allabendlich seine Runde durch das BLU, wo er wohl selbst gerne aß, und begrüßte die Gäste mit einem freundlichen Lächeln und Zunicken. Da ich selbst nicht so sehr viel Wert auf den Kapitäns-Hype lege und mir die Kapitäne eher wegen dem ganzen Stalking fast leid tun, war das für mich völlig in Ordnung.


Tag 6 – Mykonos

In Mykonos erwartete uns zu früher Morgenstunde raue See uns stürmisches Wetter. Als wir den Vorhang der Kabine öffneten, sah ich gerade eine kleine Barkasse, die sich durch die Wellen zur gerade ankommenden Silver Cloud von Silversea Cruises durchkämpfte.




Angesichts des stark schwankenden Bootes war ich etwas pessimistisch, ob wir bei diesen Bedingungen wirklich Tendern würden. Nun ja, wir gingen erst einmal wieder eine Runde ins Gym, frühstückten gemütlich und hofften auf das Beste. Tatsächlich beruhigte sich das Wetter etwas und es kam auch keine Absage über die Lautsprecher.



An der Pier von Mykonos lag die Equinox, von der wir uns gestern in Kusadasi verabschiedet hatten. Die Silver Cloud lag, wie wir, auf Reede.






Wir hatten hier keinen Ausflug gebucht oder ein besonderes Ziel im Sinn. Dank Haralds Portinfo und auch einer Walking-Tour-Karte von einem amerikanischen Kreuzfahrtbegeisterten wussten wir, dass auf Mykonos alles zu Fuß einfach zu erreichen ist, und daher ein expliziter Ausflug nicht wirklich nötig.

Als Tenderboote wurden nicht die Boote des Schiffs eingesetzt, sondern etwas größere Barkassen, die stabiler im Wasser lagen. Trotzdem schaukelten die Boote nicht schlecht. Bei einem riss sich sogar die Leine los und unseres musste zweimal Anlauf nehmen, um an der Plattform anzulegen.

Dennoch war es nicht so dramatisch, wie es manche der Gäste im Boot darstellten, die schon fast um Leib und Leben fürchteten. Ich sagte scherzhaft zu Birgit: „Kreuzfahrer… alles Weicheier!“

Sobald das Boot in den alten Hafen einfuhr und durch die Kaimauer geschützt war, beruhigte es sich deutlich und man konnte problemlos aussteigen.




Gemäß der Ansage auf den Karten hielten wir uns erst einmal rechts. Durch ein paar verwinkelte Gassen kommt man schnell an die Panagia-Paraportiani Kirche, die neben den 5 Windmühlen wohl das begehrteste Fotomotiv der Insel sein dürfte.










Von hier aus machten wir uns dann auf den Weg zu den Windmühlen. Der Weg dorthin führt erst einmal durch eine Postkartenidylle aus engen weißen Gassen, in denen selbst die Wege weiß gestrichen waren.










Bald erreicht man dann wieder das Ufer, von dem aus die 5 Windmühlen schon sichtbar sind.




An einer kleinen Bar, die sich an den engen Gehweg am Ufer schmiegte, trafen wir auch auf Petros, den Pelikan.








Auch im Kontrast zum blauen Wasser machten die weiß gestrichenen Gebäude mit ihren blauen und roten Anbauten eine gute Figur.










Von der Anhöhe der Windmühlen aus waren auch die Schiffe gut zu sehen.



Von den Windmühlen selbst, den Kato Mili, sind noch fünf der ehemals zehn Mühlen gut erhalten und beliebtes Ziel der Touristen.








Nach der Umrundung und ausgiebigen Ablichtung der Mühlen setzten wir unsere Schlendertour fort.








Entschuldigt die vielen Bilder, aber die Häuschen gaben an jeder Ecke Anlass, auf den Auslöser zu drücken. Die weißen Fassaden und hell- oder dunkelblauen Anbauten wirkten Bilder auf Postkarten und selbst das Schulhaus war stilgerecht gestaltet.










Durch das Labyrinth der Gassen wandelnd hatte ich gar keinen Anspruch mehr daran, genau zu wissen, wo wir gerade waren. Man könnte sich schon verlaufen. Aufgrund der überschaubaren Größe war es jedoch eigentlich egal, wo man letztendlich wieder heraus kam.










Zwischen den Häuschen und Läden war auch einige Kunstgalerien mit interessanten Stücken zu finden.






Interessant war es auch zu sehen, dass hinter den ganzen touristischen Fassaden in den kleinen engen Gassen auch tatsächlich Menschen wohnten.






So mancher „Bewohner“ schaute dabei etwas argwöhnisch auf die vielen Fremden herab.




Ich bin großer Fan von Bougainvillea-Pflanzen, die sich hier vor den weißen Hintergründen natürlich besonders schön abzeichneten.






Je näher man dem Hafenbereich kommt, desto mehr Restaurants mischen sich unter die Läden und Boutiquen. Aus einigen duftete es schon recht verlockend.




Irgendwann spuckte das Labyrinth auch uns wieder an der Hafenbucht aus.






Neben der Anlegestelle der Tenderboote befand sich eine kleine hübsche Kirche.






Wir beschlossen vor dem Antreten der Rückfahrt, noch einmal entlang der Hafenpromenade zu laufen, was mir natürlich noch mehr Gelegenheit bot, Bilder zu schießen.






An einer kleinen Bar entlang einer Treppe tranken wir noch etwas, unterhielten uns ein wenig mit einigen Briten von der Equinox und nutzten das Free Wifi.




Dann war es Zeit, Mykonos Lebewohl zu sagen und ein Tenderboot zurück zur schönen Silhouette zu nehmen.

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Reisebericht Celebrity Silhouette - Östliches Mittelmeer mit Jerusalem 04.10.2014 18 Dez 2014 13:14 #41028

Es war zu uns einer Gewohnheit geworden, nachmittags noch einen Drink auf der Terrasse der Sunset-Bar zu genießen. Sicherlich auch etwas, das unserem Getränkepaket zuzuschreiben war.
Hier konnten wir auch noch einen letzten Blick zurück werden.




Der Wind hatte wieder ganz gehörig aufgefrischt und peitsche Gischtwolken über die Wellen. Wir verzogen uns daher auch relativ schnell nach innen, gingen nochmal ins Gym und in die Sauna und ließen diesen schönen Tag geistig Revue passieren.



Tag 7 – Rhodos

Den Bericht über diesen Tag möchte ich so beginnen, wie wir ihn auch begonnen haben – mit einigen Impressionen aus dem Ocean View Café. Dort hat uns das Frühstück, wie an allen anderen Tagen, sehr gut geschmeckt und die Auswahl war nicht zu bemängeln – ganz im Gegenteil.

Brotsorten, süße Stückchen und sehr leckere Vollkorn-Muffins (Feelgood-Muffins) bildeten die Grundlage








Und auch darüber hinaus blieben keine Wünsche übrig…






Plätze waren sowohl innen als auch, wie von uns bevorzugt, außen immer zu finden.






Und wenn einen dabei, wie auch an diesem Tage, die Sonne so schön begrüßt, was will man mehr?




An diesem schönen Tag stattete nicht nur die Silhouette Rhodos einen Besuch ab. Auch die Mein Schiff 2 lag hier – allerdings auf Reede.




Auch Rhodos wollten wir wieder zu Fuß erkunden. Dazu hatte ich mir aus dem Internet eine sehr hilfreiche Karte ausgedruckt. Die darauf beschriebene Tour sollte uns an alle interessanten Ecken führen.




Bereits von Deck aus hatten wir einen schönen Blick auf die Stadt.




Ebenso konnten wir von hier aus den Mandraki Harbour sehen, der nicht nur Ausgangspunkt unserer Tour war, sondern auch der Standort des legendären Koloss von Rhodos gewesen sein soll.




Am Kreuzfahrthafen stießen wir zuerst auf diese hübsche Skulptur.




Die Bollwerke der Stadtmauer und die weiteren Mauern erinnerten mich ein wenig an Malta.






Direkt am Hafen der Fischerboote stießen wir auf dieses zum Verkaufsstand umgebaute, alte Fischerboot. Die bunten Farben der angebotenen Schwämme, Muscheln und sonstigen Kuriositäten waren schön anzusehen.
















Hier noch einige Bilder für Freunde der Mein Schiff 2, die ich auf dem Weg zum Mandraki-Harbour schießen konnte.






Selbstverständlich gab es auch weiter Motive ohne ein (großes) Schiff im Hintergrund.






Der Mandraki-Harbour war der antike Militärhafen von Rhodos. Wo einst der Koloss von Rhodos gestanden haben soll, stehen heute die Statuen eines Rehs und eines Hirsches.




Bewohnt werden die Mauern am Wasser u. a. von kleinen Kerlen wie diesem




In der Nähe des Hafens befindet sich der New Market mit einigen Geschäften und Restaurants.






Unserer Route folgend betraten wir das Innere der Stadtmauern durch das Eleftherias-Tor.






Nicht weit hinter dem Tor befindet sich die städtische Kunstgalerie.






Unweit dahinter biegt man rechts ab in die Street of the Knights, die Ritterstraße. Diese Straße war die Hauptstraße zum Palast der Großmeister der Ordensritter und ist links und rechts gesäumt von den ehemaligen Herbergen der verschiedenen Landmannschaften.

Noch heute verkünden verzierte Fassaden von der ehemaligen Bedeutung der Gebäude.


















Mir gefielen diese alten Gebäude sehr gut, und ich konnte mich gar nicht daran satt sehen.








Am Ende der Straße kömmt man durch einen Torbogen, durch den man rechts zum Palast der Großmeister gelangt.












Im Anschluss gelangt man auf eine Straße mit vielen Restaurants (Orfeu-Straße), die einen am Glockenturm vorbei führt. Diesen kann man gegen Gebühr begehen und eine Bar besuchen. Im Eintrittspreis ist ein Getränk enthalten. Wir besuchten jedoch eines der Restaurants an der Straße, um uns zu erfrischen.








Folgt man der Straße weiter, kommt man an der Suleiman Moschee und der Türkischen Bibliothek vorbei.






Die engen Gassen und die bunten Geschäfte, wenn auch teils sehr touristisch, gefielen uns gut und hatten ein ganz eigenes Flair.












Die Route der Walking-Tour führte uns durch ein kleines Tor aus der Stadtmauer heraus.




Sie führt dann ein Stück außen entlang der Stadtmauer, wo auch ein paar schöne Objekte und Motive zu finden waren.






Durch ein weiteres Tor (Gate of St. John) gelangt man wiederum in das Innere der ummauerten Altstadt. Sehr interessant ist der Weg zurück hinein, der über verschiedene Brücken, durch mehrere Tore und Mauern führt. Dabei werden einem die Ausmaße dieser Wehranlagen erst so richtig bewusst.












Dieser Straße (Pythargora) folgend gelangt man erst einmal in einen ganz anderen Teil der Altstadt. Zwar sind die Gassen genauso eng und verwinkelt, wie auf den vorher gezeigten Bildern, aber weit weniger touristisch. Hier zeigte sich uns ein ganz anderes Gesicht, hier standen einige Türen zur Straße offen und man blickte direkt auf das Bett eines einfachen Schlafzimmers oder in eine Küche, in der gerade eine Frau am Herd stand und kochte.








Selbstverständlich führte jedoch auch diese Straße letztendlich wieder zum touristischen Teil der Altstadt und an den Hippokratesplatz.










Hier fanden nicht nur die Menschen eine Abkühlung in den unzähligen Restaurants um den Platz herum, sondern auch die Vögel erfrischten sich am Brunnen in der Mitte des Platzes.




Wir folgten dem Beispiel und gönnten uns auf einer Terrasse im oberen Stockwerk einen gegrillten Schafskäse und etwas Gyros sowie einen Ausblick auf das Treiben auf dem Platz, bevor wir unseren Weg fortsetzten.

Auf der einen Seite des Platzes führt das Marine Gate wieder zum Hafen.




Wir folgten jedoch der Straße auf der anderen Seite des Platzes entlang vieler weiterer Geschäfte in weiteren interessanten alten Gebäuden.






So gelangten wir auch an den Seepferdchenbrunnen am Platz der Jüdischen Märtyrer, der an einen weniger schönen Teil der Geschichte erinnert. Hier wurden zur Zeit der deutschen Besatzung die Juden von der Wehrmacht zur Deportation zusammengetrieben.






Am Ende dieser Straße verließen wir die Altstadt durch das Milon Tor, durch das man schon das blaue Meer sehen konnte.




Dort erwartete uns die schöne Celebrity Silhouette.



Angenehm bei Celebrity finden wir immer den Empfang zurück am Schiff. Freundliche Geister lächeln einem entgegen und bieten feuchte Handtücher, Wasser und Fruit Punch an.

Wir verfielen auch hier wieder in unsere lieb gewonnene Routine und besuchten die Sunset Bar für kühle Drinks und einen gebührenden Abschied von dieser schönen Stadt.








Für uns war dieser Tag nicht nur wegen des erlebnisreichen Besuchs von Rhodos etwas Besonderes. Es war auch unser Hochzeitstag. Am 10.10. vor ein paar Jahren gaben wir uns bei herrlichstem Wetter im Central Park das Jawort.

Ich liebe meine Frau, und ich bin gerne mit ihr zusammen. Ich möchte aber besonders ein Kompliment, welches ich ihr und damit quasi uns gerne mache, hier wiederholen - weil es einfach hierher passt: Wir reisen sooo gut zusammen! Unsere Urlaubsauswahl, unsere Urlaubsinteressen und unser Urlaubsmiteinander sind so harmonisch, dass es viel zur Freude bei einer Reise beiträgt. Wir erleben einfach gemeinsam und das ist toll und nicht selbstverständlich! (Danke, meine Süße!)

Bereits am Einschiffungstag hatten wir für den 10.10. einen Tisch im Tuscan Grille reserviert, da uns das Restaurant noch von der Constellation in guter Erinnerung war. Ein wenig bereuten wir jedoch, dass wir die Reservierung so früh getätigt hatten. Denn wie bereits erwähnt, wurden die Specialty-Restaurants an Bord nun ständig mit 50 % Nachlass beworben. Aber egal, wir wollten das Essen einfach nur genießen und taten dies auch. Essen und Service waren wiederum hervorragend. Nachdem wir durch leckere Vorspeisen, Steaks und himmlische Desserts schon fast platzten, kam die Bedienung noch mit einer Überraschung für unseren Hochzeitstag an den Tisch. Sehr lieb!




Als wir die Rechnung bekamen, bedankte sich die sehr freundliche Restaurantleiterin bei uns, fragte nochmals ob alles in Ordnung war und wies uns darauf hin, dass sie uns 30% von der Rechnung abgezogen hat - unaufgefordert und ohne eine Bitte unsererseits! Das freute uns sehr. Einfach wegen der netten Geste. Es war die Krönung eines tollen Tages…



Tag 8 – Seetag

Es war ideal, dass wir vor dem Highlight der Reise noch einen Tag Zeit zur Erholung hatten. Mit dem Wetter hatten wir auch an diesem Seetag Glück, so dass wir unser Frühstück auch dieses Mal wieder gemütlich auf der Heckterrasse in der Sonne genießen konnten. Eigentlich wollten wir auch einmal ins BLU zum Frühstück, das dort auch hervorragend ist. Die frische Meeresluft, die Sonne und der Ausblick hielten uns jedoch auch heute wieder davon ab.

Hier ein kurzer Rundgang um das leckere Buffet:

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Beim Frühstück fassten wir die letzten paar Tage griechische Inseln etwas zusammen. Meine Frau meinte, sie könnte sich auch noch eine Kreuzfahrt dorthin vorstellen… böööööse Falle. Mein Entdeckerdrang war geweckt. Ich hatte eine Mission. Das kombiniert mit einem Seetag und ich war in meinem Element!

Bevor ich jedoch mit Hilfe der Homepage von Celebrity, die ebenso wie die RCCL-Seite auf dem Schiff auch ohne Gebühr über WLAN einzusehen ist, Reisemöglichkeiten heraussuchte, stand noch die Gesichtskontrolle der israelischen Behörde an. Wir hatten schon am Vorabend einen Zettel bekommen auf dem die Uhrzeit stand, zu der wir vorstellig werden sollten.

Wir reihten uns in die Schlange ein, und als nach einer Weile auch Doug und Louis (das Paar aus Aventura/Miami welches wir nach Taormina kennen gelernt hatten) kam, sagten wir, dass wir schon auf sie gewartet hätten, so dass sie sich direkt zu uns stellen konnten… die Wartezeit wurde also wieder mit nettem Plaudern gefüllt. Irgendwann kamen wir dann an den ersten Tisch, konnten unsere Reisepässe in Empfang nehmen, und mussten dann zu einem Beamten bzw. einer Beamtin. Ein kurzes Hallo und ein, zwei Fragen… Stempel auf die Einreisekarte (nicht in den Pass) und wir konnten gehen. Auf besonderen Wunsch bekam man den Stempel auch in den Pass. Wenn man jedoch viel reist und nur einen Pass besitzt, sollte man das nicht machen. Die Liste von Ländern die einen israelischen Stempel im Pass als Einreiseverbot ansehen ist nicht kurz.

Unser Plaudern mit Doug und Louis war so nett, dass wir es in einer Sitzgruppe bei der Martini-Bar fortsetzten und die Zeit bis zum Mittag verquasselten. Dann ging Birgit in die Sonne und ich stattete dem Buffet gemeinsam mit den beiden noch einen Besuch ab. Die Gerichte in der Thai- und Asiaabteilung waren wieder seeehr lecker.

In der Ruhe des „Hideaway“ stöberte ich ein wenig in den Reisen ins östliche Mittelmeer/Griechische Inseln mit der Solstice-Klasse und schrieb mir drei in Frage kommende Reisen in eine Tabelle auf ein Blatt zum Vergleich der Ziele, Termine und Preise.

Dabei konnte ich einen guten Latte Macchiato aus einem Selbstbedienungsautomaten genießen, der in diesem schönen Bereich steht.










Den Rest des Tages herumzubekommen war ebenfalls nicht schwer. Gym, Sauna, Apple-Vortrag, Essen… es war sicher nicht langweilig. Als wir abends nach einem Besuch in der Sky Lounge ins Bett gingen, taten wir dies in freudiger Erwartung des morgigen Tages, der für uns das Highlight der Reise darstellte.
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Reisebericht Celebrity Silhouette - Östliches Mittelmeer mit Jerusalem 04.10.2014 18 Dez 2014 13:16 #41029

Tag 9 – Ashdod (Jerusalem)

Nun waren sie also gekommen. Die Tage auf die wir uns so gefreut hatten und um die wir, aufgrund der Unruhen, so gebangt hatten. DER eigentliche Grund, diese Reise auszuwählen… nun ging es los: zwei Tage Jerusalem.

Ausflüge wurden im Vorfeld massenhaft angeboten. Jerusalem, Tel Aviv, Bethlehem, Totes Meer, alle möglichen Pilgerstätten – teilweise sogar alles an einem Tag. Das wollten wir uns nicht antun. Wir hatten das Ziel, Jerusalem zu sehen und zu erleben und, wenn es passt, noch ans Tote Meer sowie die Festung Masada zu fahren. Deshalb hatten wir in Ashdod einen Mietwagen gebucht und in Jerusalem ein Hotel direkt an der Altstadtmauer, wo wir auch über Nacht bleiben wollten.

Da das Schiff bis am nächsten Tag um 22.00 Uhr in Ashdod war und danach das nur 2 Stunden entfernte Haifa anfuhr, war das Ganze weitgehend risikolos.

So ganz reibungslos sollte es jedoch nicht beginnen… Am Ausgang des Schiffes stauten sich die Menschen an. Das Zentrum, die Gänge und Treppen dorthin, einfach alles drumherum war gefüllt von Menschen. Da man durch die Engstelle zwischen den Fahrstühlen geleitet wurde, hatte das Ganze etwas von einem Viehtrieb.




Die Meisten nahmen es mit Humor. Einige Amerikaner (tatsächlich Texaner) imitierten das Muhen von Rindern und sorgten für Gelächter. Tatsächlich wurde das Ganze erst lästig, nachdem mehr als eine Stunde verging. Über die Lautsprecher kamen mehrfach entschuldigende Worte. Offenbar hatten sich die israelischen Behörden dazu entschlossen, das Schiff einem „Full Screening“ zu unterziehen. Damit nicht genug. Als die Freigabe endlich erteilt wurde, musste JEDER Gast beim Ausgang noch seine Gegenstände durchleuchten lassen und den Scanner durchlaufen. Das war aber immer noch nicht genug. Am Ausgang wurde noch einmal vor und nach der Gangway jeder Pass kontrolliert und die Hälfte aller Gäste mussten an Tischen ihre Taschen öffnen. 4000 Menschen wollten von Bord, Gruppen wurden durch unterschiedlichen Screenings getrennt und mussten, endlich einmal freigelassen, ihre Angehörigen auf der Pier zwischen Menschen und zig Bussen wieder suchen.

Auch wir mussten uns erst wieder finden, denn Birgit musste ihre Tasche nochmal vorzeigen und ich wurde vehement daran gehindert mit ihr zu gehen. Es war einfach nur chaotisch.

Mir taten die Schiffsmitarbeiter und Celebrity richtig leid. Sie versuchten ihr Bestes, unterstützten wo sie konnten, wurden von Gästen, die Angst um ihre Touren hatten, und von israelischen Grenzern angeraunzt und konnten echt nichts dafür.

Irgendwann gelang es auch uns, gemeinsam zu einem Taxistand zu gehen und ein Taxi zu nehmen.
Die Adresse von Albar-Car (Thrifty/Dollar), einem der größten Vermieter in Israel, stand auf meinem Voucher. Dorthin ließen wir uns fahren. Der freundliche Fahrer bot uns noch an, bis nach Jerusalem zu fahren und dort mit uns eine private Tour durch Jerusalem zu machen – für ca. 230 $. Kein schlechter Preis im Vergleich zu den angebotenen Gruppentouren. Aber wir hatten ja andere Pläne. Er war uns nicht böse und wir plauderten über die Lage in Israel und wie die Menschen hier mit der Lage umgehen. Erstaunlich, welche Gleichgültigkeit man gegenüber Kriegszuständen erreichen kann. Für uns in unseren behüteten Verhältnissen unvorstellbar.

Als wir die Adresse erreichten bezahlten wir und gingen zu einem Gebäude, dass auch so aussah wie die Adresse, die ich mir vorher in Street View angesehen hatte. Ein ziemlich heruntergekommenes Ladengebäude in einem sehr orthodoxen Viertel.



Leider fanden wir in den Gängen nur einen kleinen fensterlosen Lebensmittelladen und geschlossene, leere Räume. Wir fragten einige Passanten, die jedoch weder englisch konnten, noch den in westlichen Buchstaben geschriebenen Voucher mit dem Firmennamen lesen konnten.

Nach einer Weile kam ein Jugendlicher und machte einen auf cool und halbstark. Zu unserem Erstaunen zückte er jedoch sein Handy, rief bei der Mietwagenfirma an und erklärte, dass diese vor Kurzem in die Hauptniederlassung in der Stadtmitte gezogen sei. Dann rief er uns noch ein Taxi und sagte Tschüß. Wir lachten innerlich, denn er wollte sich wohl nicht als freundlich outen.

Mit dem Taxi fuhren wir zur Hauptniederlassung. Ein riesiges Gelände mit unzähligen Autos, wehenden Flaggen und einem großen Gebäude - und dachten, nun geht es endlich los…
Pustekuchen. Bitte entschuldigt meine folgende ausführliche Schilderung. Das Erlebte hätte jedoch auch Drehbuch eines Slapstick-Films sein können.

Wir gingen in das Gebäude, in dem an mehreren Tischen bereits Kunden von Mitarbeitern bedient wurden. Daher warteten wir auf einem Ledersofa am Rande. Die Kunden schauten immer wieder auf die Bildschirme der Mitarbeiter, es wurde gesprochen und palavert (hebräisch) und ich hörte ab und an etwas von Millionen Schekel. Irgendwann kam mir der Gedanke, dass die hier Autos verkaufen.

Ich schaute mich in den Seitengängen etwas um und fand ein Büro mit einer großen Theke. Hinter der Theke saßen drei junge hübsche Mädels. Eine telefonierte offensichtlich privat, denn es war ein pinkfarbenes Iphone, die andere schaute sich ihre gestylten und dekorierten Nägel an und die Dritte tippte SMS. Der vierte Platz war leer. Ich trat ein und fragte, ob hier die Autovermietung war. Sichtlich verärgert darüber, dass ich sie in ihren wichtigen Handlungen unterbrach schauten sie mich an und eine deutete auf den vierten, leeren Platz neben ihr. Dann wurde ihr klar, dass dort wohl niemand war und sie sich darum kümmern musste. Widerwillig nahm sie daher meinen Voucher und fing an ihn zu studieren. Ich nahm schon einmal meinen Pass, meine Kreditkarte und meinen Führerschein heraus und legte alles mitten auf die Theke.

Irgendwann fragte sie nach meinem Pass. Ich deutete auf die Theke. Sie nahm den Pass in die eine Hand und nahm mit der anderen Hand die „Landing Card“ heraus. Dann blätterte sie im Pass herum und raunzt „I need your Landing Card!“. Ich deute auf ihre linke Hand und denke mir „wie wär´s mit der“. Brummeln von ihr. Irgendwann kommt sie an mein indisches Visum im Pass. Wieder grantig: „You are from India?!“ Nein, das ist ein deutscher Pass mit einem indischen Visum. „I need Drivers License“ war ihr nächster Wunsch. Ich deute auf die Theke. Sie studiert die Führerscheinkarte mit leerem Blick. Ich könnte schwören, Zahnräder rasseln gehört und Rauchwolken über ihrem hübschen Kopf gesehen zu haben. Hilflos stört sie daraufhin die andere Grazie beim Telefonieren und auch die Dritte schaut von ihren Nägeln auf. Die drei Damen diskutieren über die Führerscheinkarte, die sie drehen und wenden und völlig ratlos sind. Irgendwann ein Schrei in den Gang: „Haim…. Haaaaaiiiimmmm“. Haim, ein junger Mann, kommt herein. Nach ein paar säuselnden Worten und Augenklimpern erklärt Haim den Mädels den Führerschein. Haim verlässt den Raum und das süße Lächeln verschwindet schlagartig von den Gesichtern der Damen, die wieder zu einer Medusa werden.

„Do you have telephone in Israel?“. “Ja, meine Handy-Nummer” ich deute auf mein Handy.
„This is in Israel?“ Ja, gute Frau, es sei denn, wir sind hier nicht in Israel, denke ich mir und bleibe weiter freundlich. Nun will sie, dass ich meine Nummer auf einen Zettel schreibe. OK, ich schreibe +49 173 … und reiche ihr den Zettel. Empört zeigt sie den Zettel der anderen und fragt, was bitte +49 sein soll. „This is not phone number in Israel!“ Nein, es ist aber meine Telefonnummer und ich bin nun mal in Israel… Nun will sie, dass ich sie anrufe. Da ich die Nummer nicht kenne reiche ich ihr das Telefon und sie wählt. Die drei Damen schauen gebannt auf das Display ihres nun klingelnden Telefons und sind völlig erstaunt, dass darauf +49 173 … erscheint. Fassungslos vergleichen sie den Zettel mit der Nummer und beschließen dann, im Rechner einfach nur 0000000 einzugeben…

Nun werden wir richtig produktiv und füllen einen Mietvertrag aus. Sie will mir irgendetwas in Englisch erklären, merkt aber, dass ihr die Vokabeln fehlen. Daher hört sie mitten drin auf… auch gut. Ich frage sie, bis wann sie morgen geöffnet haben und sie erwidert: „6 o´clock“. OK, ich deute auf den Voucher und darauf, dass dort 17.30 Uhr steht. „No, no, 6 o´clock“. Schön, wir haben also 30 Minuten mehr Zeit.

Vor der Tür erwartet uns ein blauer Mazda 3 und eine der drei Starlets markiert die Schäden auf einem Übergabeprotokoll. Als sie fertig ist, sieht das Teil aus wie Malen nach Zahlen, denn der Wagen hat quasi überall Schrammen und Dellen. Egal, ich fahre in die Altstadt Jerusalems, da kommt mir das gerade Recht.

Endlich saßen wir also im Auto. Ich installierte mein Iphone, auf das ich mir vorher für 20 Euro eine Navi-App von Israel geladen hatte. Da wir hier nun ja an einer anderen Location waren, wollte ich fpür den Rückweg noch die Adresse der Station als Favorit eingeben. Nur leider kannte das Navi die Straße nicht. OK, ich wählte daher den Menupunkt „Aktuellen Standort als Favorit speichern“ und dann ging es endlich los.

Über die Autobahn und durch einige Staus erreichten wir ca. 1 ¾ Stunde später Jerusalem. Die Navi-App nervte gewaltig, denn immer wenn ein wichtiger Wegpunkt kam, stürzte sie ab. Bis man sie neu gestartet und wieder eingestellt hatte, war der Wegpunkt natürlich vorbei. Egal, Jerusalem haben wir gefunden. In der Stadt wurde uns langsam klar was es bedeutete, dass wir zur Zeit des Sukkot-Festes hier waren. Alle Straßen waren dicht. Zwei Abzweigungen vor unserem Hotel war die große Hauptstraße auch noch gesperrt und die Polizei leitete den Verkehr um. Da unsere Navi-App keine Alternativroute zuließ und immer wieder auf die gesperrte Straße wollte – oder einfach ständig abstürzte, war sie völlig nutzlos. Irgendwann fuhr ich nur noch nach Himmelsrichtung und Gefühl durch Schleichwege und enge Gassen und wir trafen auf die Stadtmauer. Von hier aus wusste ich, wie man zum Hotel kommt. An einem Kreisverkehr vor dem Herodestor rechts und man kommt direkt an das „Holy Land Hotel Jerusalem“.






Mittlerweile war es schon nach 13.00 Uhr. Wir stellten unser Auto in den Hof des Hotels und fragten drinnen, ob wir unser Gepäck abgeben konnten bis wir später eincheckten. Die Dame bat uns fünf Minuten zu warten und dann gab sie uns schon Schlüssel zu einem Zimmer, das gerade gereinigt war. Prima, so konnten wir unsere Sachen abstellen, einmal die Toilette besuchen und beruhigt loslaufen.

Vom Balkon aus erwartete uns dieser Blick auf die Stadtmauer, den Tempelberg und die goldene Kuppel des Felsendoms:



Klasse, genial! Die Location war unschlagbar.
Schon etwas ungeduldig gingen wir jetzt endlich über zu unserer Entdeckertour in die Altstadt. Das Herodestor, welches direkt in das muslimische Viertel führt, war nicht einmal zwei Minuten entfernt.






Ich lade Euch nun ein, mit uns durch dieses Tor zu gehen und in eine Altstadt einzutreten, die wie eine andere Welt wirkte und hoffe, dass ich es auch nur ansatzweise herüberbringen kann. Die engen Gassen und Mauern, welche Zeugen jahrtausendlanger Auseinandersetzungen und unterschiedlichster Epochen verschiedener Herrscher waren, sie erzählten Geschichten… und wir hörten gerne zu!

Jerusalems Altstadt ist heute in noch 4 bestehende Viertel eingeteilt. Das muslimische, das jüdische, das armenische und das christliche Viertel. Darüber thront der Tempelberg auf dem der Felsendom mit seiner weithin sichtbaren goldenen Kuppel und die Al-Aqsa-Moschee stehen. Es gibt keine Grenzen, aber wenn man um eine Ecke in ein anderes Viertel kommt, verändert sich alles schlagartig. Sprache, Menschen, Kleidung, Eindrücke, Gebäude – alles ist anders. Es ist eine total faszinierende Erfahrung.

Die allgegenwärtige Präsenz der schwer bewaffneten Polizei in Kampfanzügen an fast jeder Ecke zeugte jedoch davon, dass die Ruhe trügerisch ist.

Durch das Herodestor betraten wir das muslimische Viertel. Diese Aufnahmen könnten auch aus einem arabischen Land stammen. Und tatsächlich war alles arabisch. Die Geschäfte, die Sprache und auch die Kleidung der meisten Männer und Frauen.










Wir folgten den Gassen ein wenig bergab und kamen bald auf die Via Dolorosa – dem Kreuzweg.



Die Via Dolorosa soll den Leidensweg Jesu beschreiben, also seinen letzten Gang von der Verurteilung und Geißelung bis zu seiner Kreuzigung. Die Stationen seines Leidens sind an Gebäuden gekennzeichnet und manche auch auf Tafeln beschrieben. Ich hatte mir vorher eine kostenlose App heruntergeladen, die eine Audiotour entlang der Wegpunkte bot.

Vorweg muss ich sagen, dass ich selbst nicht gläubig bin und vor langer Zeit aus der Kirche ausgetreten. Meine Erklärungen zu den Punkten beruhen daher nicht auf Überzeugung, sondern auf dem, was dazu überliefert wird. Gläubig oder nicht, ich verfolgte die Stationen mit Interesse und Faszination.

Die ersten Leidensstationen waren die Verurteilung und die Geißelung. Sie sollen in der Festung Antonia stattgefunden haben, die an der Stelle gestanden haben soll, an der nun die Kirchen der Verurteilung und der Geißelung stehen.

Man gelangt durch ein kleines Tor an der Via Dolorosa in den Hof dieser Stätten.








Die nächste Station ist der Ecce-Homo-Bogen ("Ecce homo" = „Sehet, der Mensch"). An dieser Stelle soll Pilatus den gefolterten Jesus dem Volk präsentiert haben.

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Ein Stück weiter auf der Via Dolorosa kommt man an Station III. An dieser Stelle soll Jesus unter dem Kreuz zusammengebrochen sein. Hier steht eine kleine Kapelle, die davon kündet. Die Kapelle geht fast nahtlos in die vierte Station über, wo Jesus auf Maria getroffen sein soll und wo eine weitere Kirche steht.









Die Krypta ist durch ein byzantinisches Bodenmosaik aus dem 4.-6. Jahrhundert geschmückt. Die Fußabdrücke im Boden sollen von Maria stammen.




Weiter der Via Dolorosa folgend kommt man bald an die Station 5. Hier soll Jesus erneut zusammengebrochen sein, so dass das Kreuz von Simon übernommen werden musste, der am Wegesrand stand.



Ein Stein in der Mauer soll eine Stelle markieren, an der sich Jesus abgestützt haben soll. Über Jahrhunderte weg berühren Pilger die Stelle und höhlen sie dadurch immer weiter aus.



Die Via Dolorosa selbst biegt hier in einen arabischen Souk ab.



Wir folgten ihr nicht, sondern gingen die Straße weiter geradeaus in Richtung Klagemauer.





Seitlich befinden sich einige Markthallen und weitere Souks.







Durch einen Tunnel und eine Sicherheitsschleuse mit Röntgengeräten gelangt man direkt auf den Western Wall Plaza – den Platz der Klagemauer – und somit in das jüdische Viertel.





An dieser Pilgerstätte der Juden war aufgrund des Sukkot-Festes (Laubhüttenfest) besonders viel los und sehr viele Juden im Festtagsgewand.





Besonders auffällig waren die chassidischen Juden mit ihrem großen Pelzhut, dem Schtreimel.







Die Klagemauer, ein großes jüdisches Heiligtum, stellt die Westwand des Tempelberges dar, auf dem der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee stehen, die wiederum große Bedeutung im Islam haben.
Rechts ist die Mughrabi-Brücke sichtbar, die den einzigen Zugang für Nicht-Muslime zum Tempelberg darstellt. Bis 2004 stand hier eine Erdrampe, die bei einem Erdbeben zerstört wurde. Die Brücke sollte als Provisorium dienen. Um einen neuen, endgültigen Ersatz zu bauen, wurden 2007 die Reste des Erdwalls abgetragen und archeologische Untersuchungen durchgeführt. Das Vorgehen Israels wurde stark kritisiert und arabische Staaten drohten mit Krieg, da man u.a. unterstellte, Israel wolle mit den Arbeiten die Moschee zum Einsturz bringen. Die Unesco wurde eingeschaltet um den Status Quo zu erhalten. Seitdem gab es immer wieder Streitigkeiten um die Brücke und den Tempelberg und der Frieden ist eine zerbrechliche Angelegenheit.



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Wir stiegen einigen Stufen hinauf weiter in das jüdische Viertel und stärkten uns an einem kleinen Imbissstand.




Zufällig trafen wir hier auf Bob und Debby vom Schiff, die sich einen Führer genommen haben, der sie durch Jerusalem führte.<br><br>Ein großer Platz um die Hurva-Synagoge, der Hurva-Square, bildet neben dem Platz um die Klagemauer ein weiteres Zentrum des jüdischen Viertels. Aufgrund der Festlichkeiten war selbstverständlich auch hier sehr viel los.








An der Grenze zum armenischen Viertel trifft man auf das Cardo. Hierbei handelt es sich um einen teilweise freigelegten Bereich einer Hauptstraße aus der römisch-byzantinischen Zeit.




Wir folgten den engen Gassen und Sträßchen durch das armenische Viertel.






An der Stadtmauer entlang des armenischen Viertels trifft man auf die Davidszitadelle.








Ein Turm der Zitadelle grenzt an das berühmte Jaffa-Tor, das die Grenze zwischen dem armenischen und christlichen Viertel beschreibt.




An der Stadtmauer außerhalb des Jaffatores befindet sich dieses Denkmal, das Richard Löwenherz und Saladin, der 1187 Jerusalem von den Kreuzfahrern eroberte, darstellt.






Der Durchgang des Tores beschreibt einen 90°-Winkel, der Angreifer den Weg in das Innere der Stadt erschweren sollte. Heute fanden wir hier keine Angreifer, sondern einen harfespielenden Engel.




Durch das christliche Viertel hindurch machten wir uns auf den Weg zur Grabeskirche.




Auch hier wurde deutlich, wie fließend der Übergang zwischen den Vierteln ist. Der Weg zur christlichen Grabeskirche führt wieder durch arabische Souks.




Einen Durchgang weiter und man steht vor der Grabeskirche.




Die Grabeskirche zählt zu den größten Heiligtümern der christlichen Kirche, verdeutlicht aber gleichzeitig das Dilemma der mangelnden Einigkeit innerhalb des christlichen Glaubens. Die Kirche ist in der Hand sechs christlicher Konfessionen. Die Hauptverwaltung der Kirche unterliegt der Griechisch-Orthodoxen, der Römisch-Katholischen (vertreten durch den Franziskaner-Orden) und der Armenisch-Apostolische Kirche. Im 19. Jahrhundert kamen die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien, die Kopten und die Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche hinzu. Jede Gruppe hat bestimmte Aufgaben und nur gewisse Bereiche in der Grabeskirche zugewiesen bekommen. Die Zeiten der Messen, Prozessionen und Gebete sind genau eingeteilt. Es kam immer wieder zu Streitigkeiten der Gruppen, bis hin zu Handgreiflichkeiten unter den Mönchen. Ganz im Gegensatz zur Botschaft des Friedens und der Einigkeit ist das Miteinander von Konkurrenzdenken geprägt.

Wegen der anhaltenden und ständigen Streitigkeiten wird der Schlüssel der Kirche seit Jahrhunderten von einer muslimischen Familie bewahrt, die die Kirche täglich auf- und zuschließt.

Nach dem Sechstagekrieg 1967, nach dem die Altstadt Jerusalems unter israelische Verwaltung fiel, behielt Israel diese Aufteilung, auch Status Quo genannt, bei. Niemand will daran rütteln, was selbst dringend notwendige Baumaßnahmen an einsturzgefährdeten Gebäudeteilen verhindert. Niemand fühlt sich zuständig. Kuriosestes Beispiel dafür ist eine Leiter, die im 19. Jahrhundert von den Mönchen benutzt wurde, um in das abgeschlossene Gebäude zu gelangen. Seitdem ist sie überflüssig, nur traut sich niemand sie zu entfernen, um den Status Quo nicht zu gefährden.

Die Leiter steht daher seit Jahrzehnten unter einem Fenster über dem Haupteingang.



So wie sich der Eintritt in die Altstadt durch das Herodestor wie ein Eintritt in eine andere Welt angefühlt hatte, so fühlte es sich beim Betreten der Grabeskirche an. Die Kirche ähnelt im Inneren keiner Kirche die ich je gesehen habe bzw. hat keinen für mich erkennbaren Aufbau einer normalen Kirche. Vielmehr sind es viele ineinander verschachtelte Gewölbe und Gänge, sowie verschiedene Ebenen. Die Kirche soll über den Hügel Golgota erbaut worden sein. Die verschiedenen heiligen Stätten des Hügels liegen daher auf den unterschiedlichen Ebenen innerhalb der Kirche.

Am Eingang rechts kommt man über eine enge Treppe auf den Kalvarienberg, dem Ort der Kreuzigung. Hier steht ein römisch-katholischer Altar an der Stelle, an der Jesus an das Kreuz genagelt worden sein soll.





Direkt daneben ist an der Stelle der Kreuzigung der griechisch-orthodoxe Kreuzigungsaltar errichtet.
Die Abbildungen Jesu sind hier nur zweidimensional, da Skulpturen in der orthodoxen Kirche nicht üblich sind.



Diese Stellen zählen übrigens als weitere Stationen des Kreuzweges.

Überall aus der Kirche hallten Gesänge und Gebete in unterschiedlichen Sprachen und erzeugten dadurch eine mystische Stimmung.



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Unter dem Kreuzigungsaltar befindet sich ein Fels mit einem Spalt in dem das Kreuz gestanden haben soll. Viele Pilger kriechen unter den Altar, um diesen Stein zu berühren.









In Höhe des Haupteingangs befindet sich der „Salbungsstein“. Auf diesem Stein soll Jesus, nachdem er vom Kreuz abgenommen wurde, gesalbt und in Tücher gehüllt worden sein. Davon kündet auch ein prächtiges Mosaik an der Wand hinter dem Stein.






Der Gang führt unter die große Kuppel der Kirche, die das Heilige Grab überspannt. Das Grab ist von einer 300 Jahre alten Struktur aus Holz und Stein überbaut (Ädikula). Der Überlieferung nach soll sich hier die Höhle befunden haben, in der Jesus beigesetzt wurde.







Als wir in der Rotunde umherliefen, feierten die Franziskaner-Mönche eine Messe. Die Klänge der Orgel hallten durch die Gewölbe und füllten die Kirche mit ihren Tönen.

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Die sakrale Stimmung in der Kirche und die durchdringenden Klänge gingen mir richtig unter die Haut und berührten mich zutiefst. Wie eingangs einmal erwähnt, bin ich nicht gläubig. Und dennoch konnte ich mich dem Bann dieses geschichtsträchtigen Ortes nicht entziehen. Man kann darüber geteilter Meinung sein, ob die Geschichte sich tatsächlich zugetragen hat oder nicht, und ob die hier verehrten Orte tatsächlich die richtigen Orte waren. Für einen großen Teil der Weltbevölkerung besteht daran jedoch kaum ein Zweifel. An einem Ort zu stehen, der elementar für eine Bewegung ist, die seit über 2000 Jahren maßgeblich die Geschicke der gesamten Menschheit beeinflusst, rief auch in mir viel Ehrfurcht hervor und ich empfand es als sehr bewegend.

Nach dem Gebet der Mönche vor dem Grab wurde die Messe in der nebenan gelegenen Kapelle der Maria Magdalena fortgesetzt.






Das Grab selbst kann man ebenfalls besuchen. In Gruppen zu je drei Leuten darf man in die „Kapelle des Engels“ in der Ädikula eintreten in der man wiederum durch eine niedrige Öffnung in die eigentliche Grabkammer gelangt. Nach ein paar Sekunden Andacht klopft ein Priester leise gegen den Stein und man muss die Kammer wieder verlassen.



Wir haben die Grabkammer ebenfalls besichtigt. Eine Dame, die sie mit uns betrat, sackte im Inneren der Kammer weinend auf der Platte zusammen, die das Grab deckelt.

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Als wir wieder herauskamen, wurde der Bereich vor der Kammer wieder geräumt, da nun die armenischen Mönche mit ihrer Prozession an der Reihe waren.



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Der mittlere Bereich der Kirche wird als Katholikon bezeichnet. Ein Licht im Boden soll den Nabel der Welt signalisieren. Der Bereich war leider nicht zugänglich.




Wir verließen die Rotunde durch einen seitlichen Gewölbegang, der an drei kleineren Kapellen vorüber führt.




Kapelle der Gewandteilung (Griechisch-Orthodox)




Kapelle des hl. Longinus (Armenisch). Longinus war ein römischer Centurion, der der Kreuzigung beiwohnte und später zum Christen wurde.




Von diesem Gang gehen 29 Stufen hinunter in die St. Helena-Kapelle. An den Wänden rechts und links der Treppe sieht man eingeritzte Kreuze, die von Pilgern aus dem Mittelalter stammen.






Neben dem Schrein steigt man über eine weitere Treppe hinab an den tiefsten Punkt der Grabeskirche, der Kreuzauffindungskapelle.




Ursprünglich spielte die Grabeskirche in meinen Erwartungen zu Jerusalem keine große Rolle, nun verließen wir diesen geschichtsträchtigen Ort jedoch tief beeindruckt und bewegt und stellten fest, dass es mittlerweile dunkel geworden war.




Unweit der Grabeskirche kommt man am Eingang zum Muristan Market (Suq Aftimos) vorüber, der sich gegenüber der Erlöserkirche befindet.






Die Gassen, die am Tage von Touristen gefüllt waren, waren nun wie leergefegt und in gespenstisches Licht getaucht.




Lediglich an der Klagemauer wurde weiterhin das Laubhüttenfest gefeiert. Nun war der Platz aber fast ausschließlich von gläubigen Juden bevölkert. Die Horden von Touristen hatten die Stadt mittlerweile schon verlassen.





Auf dem Platz feierten die Juden in ihren Festtagsgewändern fröhlich und ausgelassen. Es wurde gesungen und getanzt. Wir fühlten uns privilegiert, dies so erleben zu dürfen, denn es war ein weiteres Gesicht Jerusalems, das wir zu sehen bekamen.











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Wir rissen uns los und liefen wieder durch die Gassen des muslimischen Viertels, um die Altstadt durch das Herodestor wieder zu verlassen.
Es kam uns vor, als ob es sich um ganz andere Straßen handelte.





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Auf der Via Dolorosa beschlossen wir, in einem Restaurant an der Straße noch etwas zu essen.





Dann merkten wir aber auch langsam, dass der Tag lang und erlebnisreich war und setzten unseren Weg durch die leeren Gassen fort zum Hotel.








Der Blick von unserem Hotelzimmer war auch jetzt bei Dunkelheit sehr schön.



Jedoch lockte uns dieser Anblick bald ins Reich der Träume



Spätestens nach diesem ersten Tag in Jerusalem wussten wir, dass unsere Entscheidung zu dieser Reise goldrichtig war. Die Eindrücke des Erlebten werden uns sicherlich noch sehr lange in Erinnerung bleiben.
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Reisebericht Celebrity Silhouette - Östliches Mittelmeer mit Jerusalem 04.10.2014 18 Dez 2014 13:17 #41030

Tag 10 – Jerusalem / Totes Meer / Masada

Am nächsten Morgen erwartete uns ein schöner Sonnenaufgang über der Altstadt von Jerusalem, der die Kuppel des Felsendoms leuchten ließ.






Noch am Abend zuvor hatten wir beschlossen früh aufzubrechen, um den Tempelberg zu besuchen, den man als Nicht-Muslim nur vormittags betreten darf. Nach einem kurzen Frühstück machten wir uns daher wieder auf den Weg in und durch die Altstadt zum Platz der Klagemauer. Von dort aus kommt man über die Mughrabi-Brücke auf die Anhöhe.

So früh am Morgen waren nur sehr wenige Touristen in den Straßen unterwegs. Nur einige Einheimische und vor allem Kinder auf dem Weg zur Schule begegneten uns und gaben uns einen wiederum anderen Eindruck von der Stadt.




Etwas irritiert waren wir von lauten Böllerschüssen, die durch die Gassen hallten. Wir nahmen jedoch an, dass sie etwas mit dem Sukkot-Fest zu tun hätten. Die bereits wieder postierten Polizeikräfte wirkten zwar weniger gelassen als am Vortag, aber auch nicht unbedingt beunruhigt.




Sie waren teilweise die einzigen Menschen, die uns auf der gestern noch so übervollen Via Dolorosa auf ihrem Weg zum jeweiligen Posten entgegen kamen.




Durch die Sicherheitsschleuse gelangten wir wieder an die Klagemauer, auf deren Vorplatz auch jetzt schon wieder sehr viele Juden anzutreffen waren, die das Laubhüttenfest begingen. Heute sehr viele mit weißen Tüchern und Umhängen. Die um den Platz aufgestellten Buden, sollen anlässlich des Festes an die provisorischen Behausungen beim Auszug aus Ägypten (Laubhütten) erinnern.






Bevor wir über die Holzbrücke auf den Tempelberg gelangen konnten, mussten wir dort noch einmal durch eine Kontrolle, in der wiederum Taschen und Kameras durchleuchtet wurden.

Oben auf dem Tempelberg angelangt wurden wir von Ordnern angehalten, nicht zu nahe an die Al-Aqsa-Moschee heranzugehen, die von Polizei in voller Montur umringt war.




Ständig waren nun Böller zu hören und Rauch an der Moschee zu sehen. Wir konnten uns keinen rechten Reim darauf machen. Die Polizei war jedoch größtenteils ziemlich relaxed und einige Polizisten frühstückten auf den Mauern um die Moschee herum.




Daher gingen wir einfach an der Moschee vorbei zum Felsendom und waren auch nicht weiter beunruhigt.



Auf dem Plateau des Doms angelangt, bot sich uns ein atemberaubender Blick auf das mit blauem Mosaik verzierte Bauwerk und seine in der Morgensonne glänzende Kuppel.






Der Felsendom ist der älteste Sakralbau und eines der Hauptheiligtümer des Islams. Von dem Felsen in der Mitte des Gebäudes soll Mohammet seine Himmelfahrt begonnen haben.

Laut jüdischem Glauben soll auf diesem Felsen die Welt gegründet worden sein. Hier soll Abraham seinen Sohn Isaak opfern haben wollen und in einem vor Jahrhunderten zerstörten Tempel an dieser Stelle soll die Bundeslade aufbewahrt worden sein.

Beide Religionen erheben daher Begehrlichkeiten nach diesem Ort, der in Folge dessen ständiger Anlass für Streitigkeiten ist.

Wir waren unabhängig davon von dem Areal sehr beeindruckt.

Die Ebene auf dem der Dom steht, kann von 8 Seiten über Treppen erstiegen werden. Jede Treppe läuft auf eine arkadenähnliche Säulenreihe zu.






Diese Säulen werden Al-Mawazin genannt. Das bedeutet die „Waagschalen“. Sie symbolisieren den Glauben, dass am Tage der Auferstehung alle Dinge und Taten der Menschen in eine Waagschale gelegt und mit der Gerechtigkeit Gottes abgewogen werden.

Neben dem Felsendom steht der kleine Kettendom. Hier sollen früher Urteile gefällt worden sein, indem an der Decke aufgehängte Ketten erreicht werden mussten. Es hieß, nur rechtschaffende Menschen könnten die Ketten berühren.






Schön war auch der Blick auf den Ölberg.






Von einer Parkanlage, die das Areal begrenzt, kann man das zugemauerte und verschlossene Goldene Tor sehen. Es ist das einzige Stadttor, das direkt an den Tempelberg führt. Es heißt, wenn Jesus wirklich gelebt hat, muss er die Stadt durch dieses Tor betreten haben.



Wir gingen zurück auf das Plateau und konnten von dem Anblick des Felsendomes im herrlichen Licht der Morgensonne nicht genug bekommen.










Hier ein Blick auf einen der Zugänge zum Tempelberg, die nur von Muslimen genutzt werden dürfen.
Kann man sich hier nicht als Moslem ausweisen, wird man offenbar nach Zitaten aus dem Koran befragt.




Von der Al-Aqsa-Moschee her drangen immer wieder laute Böllerschüsse und aus der Moschee laute „Allahu Akbar“-Rufe.




Wir waren weiter Neugierig, worum es sich hier eigentlich handelte und umrundeten weiter den Dom.






Später fand ich über das Internet heraus, was eigentlich los gewesen war. Radikale palestinensische Jugendliche hatten am Morgen selbstgebaute Sprengkörper und kleine Brandsätze vom Tempelberg aus auf die an der Klagemauer betenden Juden geworfen. Die Polizei hatte sie zurückgedrängt woraufhin sie sich in der Moschee verbarrikadiert hatten. Die Polizei hat daraufhin die Moschee abgeriegelt und umstellt und einfach gewartet, bis den Störenfrieden die Puste ausging.

Wir waren froh, den Tempelberg an diesem Morgen besucht zu haben. Die Eindrücke vom Dom und die Ausblicke von der Anhöhe waren beeindruckend und rundeten unseren Jerusalembesuch ab.

Da wir noch an das Tote Meer fahren wollten, traten wir den Rückweg zum Hotel an. Unterwegs probierten wir einen frisch gepressten Granatapfelsaft.






Wir nahmen eine anderen Weg als sonst in Richtung Damaskus-Tor. Immer noch war das Treiben auf und an der Straße vom allgemeinen Leben der Einheimischen und er Händler geprägt. Touristen kamen erst langsam nach und nach in die Altstadt.










Die Backwaren dieses Händlers, teilweise gefüllt mit Schafskäse, Oliven und Peperoni, sahen sehr lecker aus. Ich konnte nicht widerstehen und kann nur bestätigen, dass sie nicht nur so aussahen…







Kurz darauf waren wir am Damaskus-Tor angelangt, durch das wir die Altstadt verließen.






Am Hotel bestiegen wir wieder unseren Mietwagen und machten uns auf den Weg in Richtung Totes Meer. Bedingt durch den Verkehr und unserer immer noch ständig abstürzenden Navi-App verfuhren wir uns erst ein wenig, erreichten jedoch dann über die Autobahn nach ca. 1 Stunde das Tote Meer. Mit seiner Lage 420 m unter dem Meeresspiegel ist das Tote Meer der am tiefsten gelegene See der Welt.

Dort befindet sich u.a. das Biankini-Resort, eine Ferienanlage mit Pool, Restaurants, Zugang zum Meer und Umkleidemöglichkeiten.

Der Pool war uns erst einmal egal. Uns interessierte primär ein Bad im Toten Meer.








Bevor wir jedoch in das extrem salzhaltige Wasser gingen, schmierten wir uns noch mit dem Matsch des Ufers ein und ließen ihn auf der Haut trocknen.




Dann überzeugten wir uns davon, dass man in diesem Wasser wirklich nicht untergeht.




Wie andere trieben wir ein wenig auf dem Wasser herum. Sich gerade im Wasser aufzurichten fiel wirklich schwer, denn der ungeheure Auftrieb ließ uns wie ein Korken auf dem Wasser schwimmen.




Hier verbrachten wir etwa eine Stunde. Danach machten wir uns entlang der Küstenstraße auf in Richtung Süden, um zur Festung Masada zu gelangen.




Die Festung ist von der Küstenstraße auf einem 400 m hohen Tafelberg schon zu erkennen. Wir fuhren in eine Tiefgarage unter dem Besucherzentrum und betraten den unteren Bereich, der neben einem Restaurant und Geschäften auch ein Museum mit Artefakten beherbergt.




Auf die Festung selbst gelangt man entweder über einen Wanderpfad oder mit einer Seilbahn. Angesichts unseres Zeitplans kauften wir uns Tickets für die Seilbahn. Ansonsten wären wir selbstverständlich hochgelaufen – hüstel.




Bevor man die Seilbahn betritt, wird man durch einen kleinen Kinosaal geleitet, in dem man einen kurzen Film mit den Hintergründen der Festung präsentiert bekommt.

Die Festung gehört zu den Unesco Weltkulturerben. Sie wurde ca. 30 vor Christus von Herodes erbaut und erlangte etwa 73 nach Christus Berühmtheit als letzte Bastion jüdischer Rebellen gegen die Römer. Aufgrund ihrer Lage auf dem Plateau galt sie als uneinnehmbar. In mehreren Monaten Belagerung bauten die Römer jedoch auf einem erhöhten Areal eine Rampe, über die Belagerungsmaschinen und Rammböcke an die Festung gebracht wurden. Die Rebellen auf dem Berg wollten sich jedoch nicht in die Gefangenschaft ergeben. Es wurden Krieger ausgewählt, die erst die anderen Männer, Frauen und Kinder töteten und dann sich selbst. Nachdem die Römer die Mauern durchbrochen hatten, fanden sie über 900 Tote in der Festung. Seitdem gilt die Festung als Symbol jüdischer Freiheit.

Bereits bei der Fahrt auf den Berg war der Ausblick beeindruckend.






Von hier oben war auch der Wanderpfad gut zu sehen, der sich den Berg hinaufschlängelt.




Ein Model der Festung verdeutlicht, wie die Festung und der in den Berghang gebaute Nordpalast ausgesehen hat.




Von den einst prächtigen Bauten sind heute natürlich nur noch Ruinen übrig, anhand derer man sich die Dimensionen jedoch gut vorstellen kann.












Auch Badehäuser und Thermen durften hier oben nicht fehlen. Kleine Modelle und Zeichnungen verdeutlichen dem Besucher, wie die noch sichtbaren Überreste einmal ausgesehen haben.








Vom Plateau der Festung aus, sind auch die Umrisse der Lager der römischen Belagerer deutlich zu sehen.




Über einen schmalen steilen Treppenpfad entlang des Hangs des Tafelberges gelangt man zu den Überresten des Nordpalastes.








Wir erkundeten noch ein wenig das Plateau und liefen zur anderen Seite der Festung, um die Belagerungsrampe zu sehen.





Auch nach fast 2000 Jahren ist die Rampe noch gut zu erkennen.






Nun war es auch für uns Zeit, den Rückweg nach Ashdod anzutreten. Wir mussten ja um 18.00 Uhr unseren Wagen abgeben. Laut google sollte die Fahrt ca. 2 Stunden dauern und ich wollte es nicht zu knapp werden lassen.

Die Fahrt zurück aus der Tiefebene der judäischen Wüste war sehr kurvenreich und größtenteils einspurig. Vor uns fahrende Lastwagen konnten wir kaum überholen – zumindest nicht mit unserem Mietwagen, der ziemlich schwach auf der Brust war. Zurück auf flachem Land, war die Strecke mit unserer A8 zu vergleichen. Eine Baustelle folgte der anderen und der Verkehr war teilweise ziemlich dicht. So schwand langsam auch mein zeitlicher Puffer. Als näher an Ashdod abzusehen war, dass die Zeit doch knapp würde, beschlossen wir am Ziel keine Tankstelle mehr zu suchen, sondern den Wagen halbleer zurück zu geben. Als Zielpunkt hatte ich in der Navi-App den am Tag zuvor als Favorit gespeicherten Parkplatz der Mietwagenstation gewählt.

Die Kilometer in der Anzeige zählten Rückwärts, eine Ankunftszeit wurde leider nicht angezeigt. Als wir um ca. 17.35 Uhr nur noch einen Kilometer auf der Navi-Anzeige hatten, waren wir beruhigt… und plötzlich standen wir vor der Ausfahrt des Hafens. Aus irgendeinem Grunde hatte die App den Punkt des Anschaltens als Ort gespeichert und nicht die Mietwagenstation. Problem war aber, dass die Straße im Navi ja nicht auffindbar war. Da wir auch mit dem Taxi erst an den ursprünglichen und danach erst an den jetzigen Ort der Mietwagenstation gefahren waren, hatte ich nicht einmal ein Gefühl für die richtige Richtung. Ich konnte mich nur noch daran erinnern, dass der coole Jugendliche von gestern etwas von Stadtmitte gesagt hatte. Ich für also Richtung Stadt. Mittlerweile war es 17.45 Uhr. Ich wollte ein Taxi finden, um es vor uns herfahren zu lassen – nur wenn man eines sucht, ist keines zu finden. Irgendwann sah ich am Straßenrand ein Taxi und einen Fahrer, der gerade mit einem Kaffeebecher in seinen Wagen steigen wollte. Wir baten ihn, vor uns her zur Mietwagenstation zu fahren. Er meinte daraufhin sehr freundlich: „Oh no, very close, only two minutes. I explain the way...” Wir baten ihn dennoch, vor uns herzufahren. Er bestand jedoch erneut darauf, dass es so nah wäre, dass er uns den Weg einfach erklären könne – die Uhr tickte weiter.

Es bestand natürlich immer noch unser Plan B: eine Nacht hier übernachten und am Tag darauf nach Haifa fahren. Wegen ein paar Minuten Verspätung jedoch eine Übernachtung zahlen und auf unser eigenes Bett auf dem Schiff verzichten zu müssen, hätte uns echt gestunken. Wir fuhren in die erklärte Richtung und die Uhr zeigte 18.00 Uhr. Dann sahen wir die Flaggen der Autovermietung. Um 18.02 Uhr rollten wir auf den Hof. Gerade als zwei der Mädels von gestern das Gebäude verließen. Ich hielt an und bat darum, unseren Wagen zurückgeben zu dürfen. Die eine Schnepfe sagte: „No, you are too late… come tomorrow!“ Die andere junge Dame schaute sogar verständnisvoll, sagte etwas zu der ersten und wurde genauso angepampt wie wir.

Ich sagte, dass es nur zwei Minuten seien und wir unser Schiff erreichen müssten. Sie erwiderte daraufhin, dass sie schon seit 17.30 Uhr geschlossen hätten. Wie bitte ?!?! Gestern sagte sie mir noch 18.00Uhr… OK, bloß nicht aufregen! Ich bot an, auch einen Aufpreis zu zahlen. Das regte sie noch mehr auf und die beiden Mädels bekamen sich fast untereinander in die Wolle. Das wiederum bekam ein junger Mann mit, der wohl die Autos checkte.

Er legte sich ein wenig mit der jungen Zicke an und fragte mich, wie wir denn zahlen wollten. Ich erklärte, dass schon alles bezahlt wäre, woraufhin er offensichtlich noch weniger Verständnis für ihre Verhaltensweise hatte. Er setze sich daher durch und nahm unseren Wagen in Empfang. Er fragte sogar, ob wir noch ein Getränk oder einen Kaffee haben wollten und bestellte uns ein Taxi. Für seine Freundlichkeit wollte ich ihm meinen letzten Scheckelschein geben. Diesen lehnte er jedoch mehrfach vehement ab und sagte, dass das Verhalten der Mädels einfach nicht nett gewesen sei und entschuldigte sich sogar noch für sie. Birgit war fast zu tränen gerührt.

Ein Taxi brachte uns zum Hafeneingang und ein Shuttlebus von dort zum Schiff. Die letzte Aufregung hätten wir uns vielleicht gerne erspart, aber abgesehen davon war unser Trip nach Jerusalem und Masada gigantisch. Wir saßen nach einem wiederum guten Abendessen oben in der Sky Lounge und schwärmten noch von dem Erlebten – allerdings nicht sehr lange, dann setzte doch die Müdigkeit ein.
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Reisebericht Celebrity Silhouette - Östliches Mittelmeer mit Jerusalem 04.10.2014 18 Dez 2014 13:18 #41031

Tag 11 – Haifa

Wir hatten absichtlich für diesen Tag kein ausschweifendes Programm geplant. Angebote wie Galiläa, Nazareth und andere Glaubensstätten zu besuchen gab es viele. Wir waren uns jedoch schon vorher darüber bewusst, dass der Ausflug nach Jerusalem und Co. für uns das Highlight sein sollte und wir dieses Erlebnis auch nicht mit weiterem Stress verwässern wollten. Von daher hatten wir überhaupt keine Eile, an diesem Morgen von Bord zu kommen. Haifa selbst lockt mit den hängenden Gärten der Bahai, auch Schrein des Bab genannt. Diese Gärten prägen auch das Stadtbild Haifas.




Die Terrassen der hängenden Gärten sind von Weitem sichtbar. Sie waren auch unser Ziel an diesem Tage. Vom Hafen aus liefen wir zu Fuß zu der großen Promenade am Fuße der Gärten. Das Gebiet um die Straße herum wird auch als German Colony bezeichnet. Diese Kolonie wurde 1868 von deutschen Templern gegründet. Heute sind noch einige Steinhäuser erhalten, wenn auch in mehr oder weniger gepflegtem zustand.




Die Häuser sind u.a. an ihren deutschen Inschriften und frommen Botschaften zu erkennen.




An der Promenade schnappten wir uns einen Linienbus, der auf den Berg Karmel fuhr, wo der Eingang zu den Bahai-Gärten liegt.




Von hier oben hatte man einen schönen Ausblick auf die Bucht von Haifa und damit auch auf unser Schiff im Hafen.



Auch hier waren die schönen Bougainvillea-Pflanzen allgegenwärtig, die ich so gerne mag.






Ebenso konnten wir einen ersten Ausblick auf die 18 Terrassen der Gärten und den Schrein des Bab genießen.




Der „Bab“ war wichtigster Wegbegleiter und Unterstützer des Gründers der Bahai-Religion, die weltweit etwa 5-8 Millionen Anhänger hat. Die Bahai-Religion lehrt einen einen Monotheismus, in dessen Mittelpunkt der Glaube an einen Gott sowie die mystische Einheit der Religionen und der Glaube an die Einheit und Gleichheit der Menschheit steht.

Am Eingang des Gartens werden kostenlose Führungen angeboten, die wir gerne annahmen. Wir mussten lediglich ein paar Minuten im Eingangsbereich warten.

Bereits hier konnten wir die schönen unterschiedlichen Pflanzen in ihren prächtigen Farben bewundern.












Im Schlepptau einer Führerin liefen wir die Stufen der schön angelegten Terrassen hinunter. An einigen Stellen machten wir halt, um den Erklärungen der Dame zu lauschen, die von der Religion, dem Leben der Gründer und der Gärten berichtete.












Neben dem Schrein befinden sich in den Gärten auch das internationale Archiv der Bahai-Gemeinde sowie das Lehrzentrum der Bahai, weswegen die Gärten auch das Weltzentrum der Bahai genannt werden.






Der Schrein mit der goldenen Kuppel bildet jedoch den Hauptteil der Anlage. Hier ruhen die Überreste des „Bab“.








Nach dem Besuch des Gartens liefen wir wieder zu der Hauptstraße und folgten dieser durch die German Colony zurück.






Neben den alten Häusern der Templer befinden sich hier auch einige Restaurants, die nicht nur mit gutem Essen, sondern auch mit Free-WiFi lockten.






In einem davon ließen wir uns zu einem Mittagessen verführen und brachten uns dabei im Internet auf den neuesten Stand.




Wir gingen noch in ein kleines Shopping-Center. Sogar eine Außenstelle von Sawgrass gab es hier …




Dann gingen wir zurück auf´s Schiff und genossen einen entspannten Frühabend und Sonnenuntergang bei einem Cocktail in der Sunset Bar, bevor die Silhouette wieder in See stach.






Der spätere Abend hielt noch ein kleines Schmankerl für uns bereit. Wir hatten im Rahmen der ständigen 50%-Angebote einen Tisch im Qsine reserviert, nachdem wir viele positive Berichte darüber gehört hatten und waren gespannt, was uns dort erwartete.




Im Qsine fängt es schon bei der Menuauswahl ungewöhnlich an. Jeder bekommt ein Ipad und kann Gerichte darauf sozusagen „liken“. Die Gerichte sind immer so gestaltet, dass man sie teilen kann. Mit Hilfe der Bedienung werden dann aus den individuell ausgewählten Gerichten einige ausgewählt und los geht´s. Die Speisen werden dabei extravagant serviert und präsentiert. Frühlingsrollen (Spring Rolls) werden dabei z.B. in Metallfedern steckend gebracht. Ein Tribut an ein Wortspiel, denn Spring heißt nicht nur Frühling, sondern auch Feder.

Das Gericht Taj Mahal ist eine Sammlung aus indischen Spezialitäten, der Chinese besteht aus kleinen Schälchen chinesischer Speisen usw.

Danach waren wir Pappsatt, wurden jedoch noch mit leckeren Desserts gefoltert.






Im Zentrum wurde an diesem Abend ein spaßiger Tanz-Wettbewerb aufgeführt. In Anlehnung an die Fernsehsendungen wurden einige Gäste mit Mietgliedern der Besatzung gepaart und mussten verschiedene Tänze aufführen. Wir haben Tränen gelacht. Gewinner waren die Schiffsärztin und ein südamerikanischer Gast. Obwohl wir auf solche Spielchen normalerweise nicht so scharf sind, war es in diesem Fall sehr gut gemacht.




Im Anschluss daran tranken wir noch etwas an der Martini Bar, da wir dort noch eine unserer Bordbekanntschaften getroffen hatten.




Die superflinken Barkeeper an dieser Bar waren exemplarisch für den Service an Bord der Silhouette. Birgit bestellte, im Rahmen unseres Getränkepaketes, einen Martini. Der Barkeeper mixte das Getränk und ließ den ganzen Shaker mit einem freundlichen Augenzwinkern bei Birgit stehen – daraus kamen dann insgesamt drei Martinis. Es wurde nicht gegeizt!

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Reisebericht Celebrity Silhouette - Östliches Mittelmeer mit Jerusalem 04.10.2014 18 Dez 2014 13:18 #41032

Tag 12 – Seetag

Nach den ereignisreichen Tagen in Israel waren die Seetage richtig angenehm. Sie waren auf dem Schiff auch einfach zu füllen.

Beim Guest-Service-Desk lagen aktuelle Kopien von Zeitungen in verschiedenen Sprachen aus. Die Bibliothek bot viel Lektüre und auch Orte für ein ruhiges Spielchen waren vorhanden.







Am Pool sorgte das Poolvolleyball-Match der Offiziere gegen das Hotelpersonal für gute Unterhaltung.



Ich beschloss dem Buffet am Mittag einen Besuch abzustatten, während Birgit die Sonne an Deck genoss. Beim Essen traf ich Debby und Bob, ein Ehepaar aus Kalifornien mit dem wir uns schon einige Male nett unterhalten hatten. Die Beiden und ich saßen bis weit in den Nachmittag auf der Terrasse des Ocean View und quasselten über Gott und die Welt und die unheimlich interessante Lebensgeschichte von Bob. So ging dieser Seetag schnell vorüber.

Am Abend machten wir noch Nägel mit Köpfen und gaben dem Ergebnis meiner Mission „Reisesuche“ den letzten Schliff. Nachdem wir bereits in den ersten Tagen im Future-Cruise-Office eine Kreuzfahrt mit der Anthem otS für 2016 gebucht hatten, buchten wir heute noch eine Kreuzfahrt für August 2015. Aufgrund unserer Begeisterung über die Solstice-Klasse und der schönen Erfahrungen auf den griechischen Inseln, buchten wir eine Cruise mit der Reflection mit schönen Zielen wie z.B. Santorin und einem Übernachtaufenthalt in Istanbul. Die netten Goodies wie Getränkepakete, bezahlte Trinkgelder sowie ein sattes Bordgutachten ließen erst gar kein schlechtes Gewissen aufkommen.



Tag 13 – Seetag

Auch diesen Seetag verbrachten wir relaxed. Frühsport, Frühstück, Wellness und Relaxen… so eine Kreuzfahrt ist richtig anstrengend. Daher musste ich mich beim Mittagsbuffet stärken. Das war heute ein ganz Besonderes. Neben mediterranen Spezialitäten wie Gyros, Humus und gefüllten Weinblättern waren heute noch mehr verlockende Desserts am Buffet zu finden und als Sahnehäubchen noch ein Schokobrunnen.









Über den Tag hinweg unterhielten wir uns mit einigen anderen Gästen, die gebuchte Touren nach Jerusalem unternommen hatten. Durch die verspätete Abfahrt am Schiff, die Staus und die Kombination mit anderen Besichtigungspunkten hatten sie in Jerusalem selbst z. T. nur 2 Stunden Zeit, in der sie durch die Stadt gehetzt wurden. Erzählungen, aufgrund derer wir unseren Ausflug, trotz des Mietwagenstress, nochmals richtig zu schätzen lernten.

Abends trafen wir durch Zufall wieder einmal die Familie aus Oklahoma und setzten uns ein wenig zusammen in die Martini Bar. Sie hatten für später einen Tisch im Tuscan Grille reserviert. Ken, der Vater, sagte aus Spaß: „Wir könnten Euch doch mit reinschmuggeln.“ Wir nahmen den Ball auf und sagten, dass wir gerne mitkommen würden, wenn es für sie OK wäre – wir hatten ja noch OBC übrig. Es war schön zu sehen, dass sie sich darüber richtig freuten und dann quasi darauf bestanden. Ich erzähle Euch davon, weil das dann Folgende wieder ein Beispiel für den guten Service an Bord war.

Bei der Restaurantleiterin erweiterten wir den Tisch von 4 auf 6 Personen. Dabei sagte ich spaßig zu ihr, dass ein Tisch für 6 heute doch sicher im Angebot wäre. Sie lachte nett zurück und erwiderte: „Es ist zwar ein Seetag, aber wir können da sicher was machen…“. Von der Rechnung nach dem leckeren Essen wurden dann wieder 30% abgezogen. Uns freut an solchen Dingen weniger das gesparte Geld, sondern einfach der unkompliziert nette Service. Daher kann ich immer wieder deutlich sagen, dass wir bisher allzeit guten und großzügigen Service von RCCL und Celebrity erfahren haben. Von daher bleiben wir gerne und aus Überzeugung treu.
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Reisebericht Celebrity Silhouette - Östliches Mittelmeer mit Jerusalem 04.10.2014 18 Dez 2014 13:19 #41033

Tag 14 - Neapel






Neapel begrüßte uns wie eine alte Bekannte. Der Anblick war uns durch einige Aufenthalte schon vertraut. Zuletzt waren wir im Mai mit meinen Schwiegereltern auf der Liberty otS hier. Daher war es lustig, die Liberty neben uns im Hafen liegen zu sehen. Wir mussten daraufhin selbstverständlich von der Terrasse aus meine Schwiegereltern anrufen und davon erzählen. Es war und ist schön, dass wir uns gemeinsam über die Erinnerungen an die damalige Reise erfreuen können.




Wir hatten nicht groß etwas geplant und wollten es eigentlich ruhig angehen lassen. Daher ließen wir uns mit dem Frühstück Zeit. Wir waren jedoch erstaunt, dass auch lange nach dem Anlegen keine Leute zu sehen waren, die das Schiff verließen und auch die Tourbusse alle noch auf der Pier standen.

Irgendwann kam eine Durchsage, dass die italienischen Behörden, also der europäische Zoll, das Schiff noch nicht freigegeben hätte, weil wir aus Israel kamen. Diese Durchsagen wiederholten sich noch 1,5 Stunden. Dann kam endlich die Freigabe. Die Zwischenzeit hatten wir auf dem Balkon verbracht und uns überlegt, dass wir vielleicht doch entlang der Küste nach Sorrent fahren könnten. Wir sagten noch, „Mensch, das wollten Bob und Debby doch auch machen…“. Mit Hilfe eines Tagespakets Internet von Vodafone, welches ich für ein paar Euro per SMS buchte, suchte ich die Möglichkeiten heraus, nach Sorrent zu kommen. Wir entschlossen zu Bahnhof zu gehen und mit dem Zug dorthin zu fahren.

Als wir das Hafengebäude verließen, wurden wir wie üblich von den dort wartenden Taxifahrern belagert, die Fahrten nach Pompeji, Herculaneum usw. anboten. Im Gewusel sah ich zufällig Bob, der gerade mit einem Fahrer feilschte. Wir tauschten ein paar Worte aus und beschlossen, uns zu viert ein Taxi mit einem Fahrer zu teilen, der uns eine Tour nach Sorrent, Positano und Amalfi für 200 Euro anbot. Der Preis war OK und wir freuten uns, den Tag gemeinsam verbringen zu können.

Erst einmal fuhren wir um den Golf von Neapel herum und konnten von einem Parkplatz aus den Blick von der anderen Seite auf das ferne Neapel genießen.




Das unter den Wolken ist der Vesuv…




… und das war unsere lustige Truppe:




Ich sagte irgendwo vorher im Bericht schon, dass Bob ein interessanter Mensch war. Bob (Dr. der Psychiatrie) arbeitet in Kalifornien in einer Anstalt für offenen Vollzug (eine Work-Ranch) mit kriminellen Jugendlichen. Nebenbei ist er begeisterter Musiker und hat auch auf dem Schiff ein wenig mit der Band gespielt. Für die beiden war es der erste Urlaub seit 8 Jahren, da er seine freie Zeit ansonsten z. B. in Nepal und Kambodscha verbringt, wo er für Hilfsprojekte einspringt und auch dortige Helfer psychologisch betreut. Und ganz am Rande erwähnt, war er noch eine richtig coole Socke und die beiden supernett.

Er und wir hatten schon an dem Aussichtspunkt viel Spaß mit einem Verkäufer, der Limoncello und andere lokale Spezialitäten verkaufte.




Von einigen Ausbuchtungen der kurvigen Küstenstraße aus hatte man schon einen tollen Ausblick auf die Steilküste von Sorrento.






Wir fuhren jedoch erst einmal zum malerischen Ort Positano, der sich an einen steilen Hang schmiegt.




Der Fahrer parkte den Wagen und wir vereinbarten ein Zeit, an der wir uns wieder treffen würden. Dann gingen durch die schmalen Sträßchen hinab zum Meer.






Auch hier waren die Straßen gesäumt von vielen kleinen Geschäften die allerhand touristischen Kitsch verkauften, der jedoch in den Schaufenstern und Auslagen ein schönes buntes Bild bot.








Fast am Meer angelangt trafen wir auf eine Kirche, in der gerade ein asiatisches Paar vom Schiff ganz alleine heiratete.






Wir setzten den Weg fort und liefen auch die letzten Meter zum Meer hinunter an verschiedenen Geschäften vorüber.






Am Strand angekommen bot sich uns endlich der schöne Blick auf die bunten Häuser am Steilhang, den man von Postkarten und Broschüren kennt. Auch wenn er sich heute mit ein paar dunklen Wolken darüber präsentierte, fanden wir ihn sehr schön.








Nach ein paar Minuten erklommen wir wieder den Berg über einen anderen, nicht weniger hübschen Weg und liefen zurück zum Taxi.






Hier gab es auch Mittel für Kopfschmerzen zu kaufen ;-)








Unser Fahrer wunderte sich, dass wir pünktlich zurück waren und schob das erst einmal auf uns Deutsche. Dann ging die Fahrt weiter, bzw. ein Stück zurück nach Sorrento.




Im Ort angekommen wollten wir erst einmal ein wenig zu Mittag essen. Dazu wollte uns der Fahrer an einem Kreisverkehr bei einem Restaurant rauslassen, dass sehr touristisch aussah.

Bob fragte daraufhin, ob er nicht ein schönes Fischlokal kennen würde. Der Fahrer sagte es gäbe ein kleines Restaurant etwas außerhalb, wo er mit seiner Familie auch hingeht – das klang gut! Perfeto, andiamo…

Das Restaurant war in einer kleinen Bucht an einem Fischerhafen gelegen und befand sich auf einem Holzsteg über dem Wasser.




Ich glaube angesichts der nächsten Fotos muss ich gar nicht betonen, dass wir es hier toll fanden. Vielleicht jedoch hinzufügen, dass das Essen ebenso gut war wie der Ausblick.










Bei Pasta und Vino Rosso saßen wir hier lange, unterhielten uns und hatten einfach nur Spaß und eine gute Zeit. Beim Rückweg verzichteten wir daher auf einen weiteren Halt in Sorrento und fuhren direkt zurück nach Neapel. Der Fahrer wusste, wie er uns und besonders Bob einen gefallen tun konnte und spielte Songs von Sinatra und Dean Martin wie z.B. „That´s Amore“. Uns war es nicht zu peinlich, allesamt laut mitzusingen.

So verging die Rückfahrt schnell und ebenso spaßig wie der Tag bisher. Am Hafen angekommen fragten wir Debby und Bob noch, ob wir ihnen die Galeria Umberto, den Palazzo Reale sowie die Piazza del Plebiscito zeigen sollten, was sie gerne annahmen.

Daher liefen wir noch am Castel Nuovo vorüber dorthin.








Dann war auch dieser schöne Tag fast vorüber. Aber nur fast… Wir erinnerten uns daran, dass wir die Flasche Sekt noch im Kühlschrank hatten, die man mit der Aqua-Class-Kabine bekommt. Debby und Bob hatten keine Getränkepakete. Daher boten wir an, die Flasche mit ihnen als Abschluss in der Sunset-Bar zu trinken. Dort bekamen wir Gläser und einen Kühler und stießen auf den gelungenen Tag an und damit gleichzeitig auf eine mehr als gelungene Kreuzfahrt.

Zum Abendessen hatten wir uns mit Doug und Louis im BLU verabredet. Auch hier hatten wir viel Spaß und einen schönen Abend, den wir leider zum Kofferpacken irgendwann beenden mussten. Nicht jedoch, ohne uns an Weihnachten zum Essen in einem kubanischen Restaurant in Miami zu verabreden und dazu noch eine Einladung zu den beiden nach Hause zu bekommen, wo Doug für uns vier kochen möchte.

Vor dem Kofferpacken hielten wir noch an der Kasse des Casinos und hoben 75$ ab. Das war von unserem OBC noch übrig. Anstatt es verfallen zu lassen, nutzten wir das Geld noch als Trinkgelder für unseren tollen Kabinenservice und als Taschengeld für unsere nächste Kreuzfahrt.

Das Kofferpacken viel uns schwer. Es bedeutete einfach das Ende der Kreuzfahrt. Ich denke gerade Euch muss ich nicht erklären, was wir dabei empfanden. Insbesondere, weil diese Kreuzfahrt für uns sehr abwechslungs- und erlebnisreich war und wir uns auf diesem Schiff besonders wohl fühlten.
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Reisebericht Celebrity Silhouette - Östliches Mittelmeer mit Jerusalem 04.10.2014 18 Dez 2014 13:22 #41034

Tag 15 – Civitavecchia / Abreise

Diesen Tag möchte ich nur mit ein paar Fotos der mit uns im Hafen liegenden Schiffe bebildern. Auch für die Gäste dieser Schiffe gingen Kreuzfahrten zu Ende. Wir konnten ihnen nur wünschen, dass sie ebenso schön waren, wie unsere.









Das Ausschiffen verlief schnell und völlig reibungslos – ich kann nicht sagen schmerzlos, denn wir wollten am liebsten noch bleiben.

Den Transfer zum Flughafen hatten wir über www.civitatours.com gebucht, die neben einfachen Transfers zum Flughafen (20 €) und Rom auch geführte Touren anbieten. Die Website ist nicht besonders gelungen, dafür ist der Service sehr gut. Wir durften uns bereits im Mai bei unserer Rom-Tour davon überzeugen und wurden auch heute mit dem Flughafen-Transfer nicht enttäuscht.

Unser Flieger brachte uns gut nach Frankfurt, wo uns nicht nur Deutschland, sondern auch bald der Alltag wieder zurück erwartete…


Fazit der Reise:

Dies war wieder eine Reise, bei der es mir schwer fällt zu dem ganzen Geschriebenen noch etwas hinzuzufügen. Die Ziele fanden wir sehr schön bis umwerfend. Das Schiff hat uns extrem gut gefallen und der Service war über jede Kritik erhaben - mit der Beste, den wir je erlebt hatten. Celebrity immer wieder gerne!

Hervorheben möchte ich nur noch einen Punkt, der diese Reise mit zu einem tollen unvergesslichem Erlebnis gemacht hat. Wir haben unheimlich nette Menschen kennen gelernt und tolle Zeit miteinander verbracht. Ob die Familie aus Oklahoma, Debby und Bob oder Doug und Luis, und auch einige weitere britische Bekanntschaften, die ich gar nicht weiter erwähnt habe… mit allen hatten wir viel Spaß und schöne Stunden. Sie werden diesen Bericht vielleicht nie lesen, aber dennoch möchten wir uns bei ihnen nochmals bedanken!

Enden möchte ich mit einem ebenso lustigen wie weisen Spruch, den Nelda, die Mutter der Familie aus Oklahoma uns beim Essen erzählt hat.

Nelda sagte, diese Reise und unsere tolle Zeit wären „Rocking-Chair-Material“, also Schaukelstuhl-Material, und erklärte

„Wenn wir einmal älter sind und nicht mehr können, werden wir im Schaukelstuhl sitzen und uns an diese wunderschönen Dinge erinnern können.“

Mit diesem Satz sagte sie alles und viel besser, als ich es je tun könnte!
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Reisebericht Celebrity Silhouette - Östliches Mittelmeer mit Jerusalem 04.10.2014 18 Dez 2014 16:54 #41035

:crying: :cry: :girlcry: :cry: Sie ist einfach überwältigend, die Silhouette, nicht wahr. Danke für die super schönen Fotos, Oli. großes Kino. Und nun stell dir vor, wir haben ja unsere erste KF ever auf diesem Traumschiff erlebt. Ist es da ein Wunder, dass wir nichts anderes mehr machen möchten? Bis zur nächsten Kreuzfahrt müssen wir erst wieder ein bisschen sparen. Aber dann wird es wieder die Silhouette. :yiepiehh:

vG, Happy
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