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THEMA: Reisebericht: Costa Victoria Asien 01.05.-18.05.2012

Reisebericht: Costa Victoria Asien 01.05.-18.05.2012 28 Mai 2012 20:01 #30472

Reisebericht Costa Victoria 01.05.-18.05.2012 von Singapur nach Shanghai

Anreise: am 28.04. Ging es mit Emirates per Nachtflug von Hamburg nach Dubai. Dort kamen wir schon um 06:30 Uhr früh morgens am 29.04. an, so dass es natürlich noch nicht möglich war im Hotel einzuchecken. Wir ließen das Gepäck dort und frühstückten im Hotel. Dann die Abenteuertaxifahrt zur Mall mit dem Hard ROCK Cafe. Die Taxifahrer rasen wie die Irren und suchen jede Lücke. Ich kam mir vor wie in einem Kinofilm mit Verfolgungsjagd. Die Mall öffnete leider erst um 10:00 Uhr es war aber schon um 08:00 Uhr brütend heiß. Meine Sonnenbrille war auch nicht groß genug, so dass ich ständig blinzeln musste. Nach dem obligatorischen T-Shirtkauf und Shopping ging es dann weiter zu einer angeblichen “Promenade”. Diese war jedoch enttäuschend, weil nicht direkt am Strand. Da wir müde waren ging es dann zum Hotel zurück. Ich hatte mir die Entfernungen in Dubai etwas kürzer vorgestellt, wenn man von einer “Attraktion” zur nächsten möchte, dann kann das schon mal eine halbstündige Taxifahrt werden.
Am 30.04. Ging es dann früh morgens wieder mit Emirates weiter nach Singapur. Hier kamen wir erst um 20:30 Uhr an. Der Taxifahrer kannte unser Hotel nicht und da der Voucher keine Anschrift aufwies (dies hatte ich bemerkt und mir extra die Hotelanschrift aus dem Internet herausgesucht, jedoch leider diese Voucherkopie zu Hause gelassen) musste dieser mit der Zentrale telefonieren. Das Hotel Berjaya liegt zwar schön in einer Seitenstrasse in Chinatown. Die Zimmer waren jedoch sehr hellhörig und das Frühstück eine Katastrophe. Außer trockenes Brot das man toasten konnte kein weiteres zur Auswahl. Käse und Wurst Mangelware. Aber heute geht’s ja aufs Schiff mit Aussicht auf besseres Essen. Da wir eine Gruppenreise gebucht hatten, lernten wir auf der Stadtrundfahrt am Morgen schon die ersten Mitreisenden kennen. Die Stadtrundfahrt führte uns bei strahlendem Sonnenschein in den schönen botanischen Orchideenpark, wo sich Prominente einen Orchideennamen kaufen können, was natürlich auch unsere Bundeskanzlerin getan hat. Weiter bekamen wir Chinatown, das indische Viertel und das Wahrzeichen Singapurs einen wasserspeienden Drachen mit Blick auf die neue “Marina Bay Sands” zu sehen; Ein Hotel- Einkaufs-Spielcasinokomplex mit 3 Hochhäusern auf denen eine Schiffskonstruktion thront.

Einschiffung 01.05.2012: Die katastrophale Einschiffung sollte erst um 15:00 Uhr beginnen, leider waren wir schon um 13:30 Uhr vor Ort und mussten daher lange warten. Doch dann begann das “Costachaos”. Alle Reisenden, die kein Doppelvisum für China hatten, wurden von Costa dazu gezwungen ein Dokument zu unterschreiben, mit dem die Reisenden zustimmen bereits in Hong Kong von Bord zu gehen und Costa von allen Ansprüchen frei zu stellen, andernfalls würde man nicht an Bord gelassen. Dieses Schreiben war geradezu eine “Art Erpressung”, deshalb wurden auch so manche Reisende die mächtig Aufruhr machten, weil sie das Dokument eben nicht unterschreiben wollten, in separate Räume mit “Begleitschutz” verwiesen! Unser Gruppenreiseleiter hatte eine Bestätigung von Costa vorliegen, dass nur ein “Einfachvisum” für China erforderlich ist. Deshalb hat er einen Widerspruch formuliert und diesen auf das Dokument gesetzt. Dieses veränderte Dokument haben wir dann unterschrieben und durften an Bord. Wir fanden auf unserer Kabine aber lediglich die Zimmerschlüssel und keine Bordkarten! Diese mussten wir uns an einer langen Schlange von der Rezeption abholen. Andere hatten nicht so viel “Glück”, denn deren Bordkarten waren weder an der Rezeption noch auf der Kabine, da die Borkarten angeblich gerade verteilt würden. Hinzu kam, dass die Bordkarte meiner Mutter falsch war, da sie eine normale und keine Clubbordkarte erhalten hatte. Die neue Karte konnte erst am nächsten Tag nach voriger Rücksprache am Costaclubschalter an der Rezeption abgeholt werden. Nun mag man sagen, ist doch nicht so schlimm, wenn die Karte später kommt, nur bekommt man ohne Bordkarte leider nichts zu trinken an Bord und kann auch nicht von Bord gehen.

Die Stationen:

Singapur 01.05-02.05.:
Die Stadtrundfahrt (die von Costa angebotene Stadtrundfahrt dürfte vergleichbar sein) ist empfehlenswert, denn die “Hopp on Hopp Off Busse” sind in Singapur sehr teuer. Hier empfiehlt es sich eher die MRT (UBAHN) oder Taxis zu nehmen. Die Anlegestellle war direkt an einem Einkaufszentrum neben dem sich die Mittelstation der Seilbahn nach “Sentosa” (einer Vergnügungsinsel) befindet. Aufgrund der wechselhaften Wetterlage am 02.05. (häufige kleine Schauer) bin ich mit der Seilbahn nach Sentosa gefahren. (Achtung: an der Mittelstation unbedingt darauf hinweisen, nur Sentosa und zurück, denn sonst bekommt man eine teurere Karte, mit der man auch auf den Berg am anderen Ende fahren kann, was aber nicht sein muss, denn so spektakulär ist der Ausblick nicht!). Auf dieser Insel befinden sich diverse Attraktionen wie in einem Freizeitpark u.a. auch ein “Universal Studio Park”. Alle Attraktionen müssen jedoch separat bezahlt werden, es sei denn man kauft eine “Universalkarte” für 84 Singapurdollar. Ich war in einem 4D Kino, hatte mir aber leider den Piratenfilm ausgesucht (hier wackelte der Sitz und man bekam Wind und Wasser ins Gesicht) bei dem Westernfilm hätte man vermutlich so eine Art Fahrt durch eine Erzmine erlebt. Dann holte ich mir das obligatorische Hard Rock T-Shirt aus dem Hard Rock Hotel und fuhr mit der Seilbahn zurück zum Schiff. Somit habe ich es leider verpasst auf diese “Schiffskonstruktion” beim Marina Bay Sands zu fahren (kostet auch Eintritt) und war auch nicht im legendären Raffles Hotel um einen Singapur Sling zu trinken.

Laem Chabang (Bangkok) 04.05.-05.05.:
Dieser Hafen ist ein Container Hafen und liegt 1,5h Fahrt entfernt von Bangkok. Wer noch nicht in Bangkok war, der sollte einen Ausflug buchen, da aufgrund der langen Fahrzeit eine eigenständige Fahrt mit dem Taxi nicht empfehlenswert ist. Da ich Bangkok schon kenne, sind wir mit dem Taxi nach Pattaya gefahren. Die einfache Fahrt kostet 30 Dollar und dauert eine knappe halbe Stunden. Pattaya war allerdings enttäuschend. Der Strand ist vielleicht 50m breit und Liegeschirm an Liegeschirm und das Wasser ist schmutzig. Pattaya erinnert mich hier an Cala Millor auf Mallorca.
Am 05.05. Wollte ich den Ausflug Atthanya, die alte Hauptstadt buchen, leider gab es den nur in englisch, deshalb buchte ich das Nong Nuch Village. Dies ist nicht etwa ein thailändisches Dorf sondern ein Privatgelände auf dem sich Grünparks befinden und die Besucher eine traditionelle Folkloreshow und eine Elefantenshow zu sehen bekommen. Das ist alles was dieser Ausflug zu bieten hat! Ich kann den Ausflug nur für Familien empfehlen, da die Elefantenshow (sie malen, spielen Fußball, Basketball etc.) für Kinder sicher ein Erlebnis ist.
Achtung WC in Asien: Toilettenpapier ist in Asien nicht unbedingt üblich! Oftmals gibt es keins oder nur welches aus Automaten wofür man einheimische Münzen benötigt! Die Asiaten benutzen einen Wasserstrahl (ähnlich einem Duschschlauch) zum Säubern. Also immer für Toilettengänge Papiertaschentücher dabei haben.

Ho-Chi-Minh-Stadt (ehemals Saigon) 07.05.:
Auch diese Anlegestelle befindet sich in einem Containerhafen 1,5h vom Stadtzentrum entfernt. Costa bietet kostenpflichtige Shuttlebusse an. Ich habe den Costaausflug zu den Cu Chi Tunnelsystem gebucht. Die Fahrt dort hin dauert 2,5 Stunden! Aber dieses Tunnelsystem ist für alle Vietnamkrieginteressierten sehenswert. Man bekommt die Fallen, die Tunnel, die Räumlichkeiten anschaulich erklärt. Man kann eine kurze Strecke durch das System gehen bzw. kriechen, denn die Tunnel sind nur 90cm hoch, ich habe den Tunnel daher nicht durchkrochen. Anschließend gibt es noch eine “Ministadtrundfahrt”. Die Fahrt durch Saigon ist ein Erlebnis aufgrund der Hunderttausenden Mopedfahrer, die kreuz und quer fahren. Da ich vorne im Bus saß, hatte ich ständig das Gefühl ein Moped angefahren zu haben. Hupe und Bremse sind daher auch die wichtigsten Elemente für den Fahrer. Zurück auf dem Schiff erfuhren wir dann, dass wir wegen Hochwassers nicht wie geplant den Hafen verlassen dürfen. Wir hatten somit einen unplanmäßigen Aufenthalt über Nacht. Nun bot Costa einen kostenlosen Shuttle an, der fuhr aber nur stündlich.

Da Nang 09.05.:
Aufgrund der verzögerten Abfahrt konnte der von mir gebuchte Ausflug “Kaiserstadt Hue” nicht durchgeführt werden. Unser Reiseleiter hatte daher als Ersatz den Ausflug nach Hoi An organisiert. Vorbei am langen Strand von Da Nang, der am Spätnachmittag von Vietnamesen nur so wimmelt, ging es nach Hoi An. Dieses kleine Städtchen hat eine sehenswerte geschützte Altstadt. Ich empfehle allerdings hier die Taxifahrt, da das erheblich günstiger wird als die Ausflugsbuchung. Der Ausflug beinhaltet dann noch eine Bootsfahrt.

Halongbucht 10.05.-11.05.:
Bereits die Einfahrt in die Bucht ist beeindrucken, also nicht verpassen! Hier wird getendert. Die Boote vom Hafen fahren allerdings im Schneckentempo. Der Hafen hat außer diversen Touristenständen nichts zu bieten. Auch hier ist das Meer eher dreckig und lädt nicht zum Baden ein. Die Fahrt in der Halongbucht mit dem Boot kann auch vor Ort wesentlich günstiger gebucht werden, denn der Ausflug “Bootsfahrt durch die Halong Bucht” gestaltet sich folgendermaßen: Einstieg in den Bus, 2km Fahrt, Ausstieg, Antritt Bootsfahrt, danach wieder 2km Busfahrt, Ausflugende! Ich würde vielleicht schon von Deutschland aus eine “Dschunkenfahrt mit Übernachtung buchen”.

Sanya 12.05.:
Da es hier außer Badestränden und chinesischen Parks nicht viel zu sehen gibt und es wegen dieser Insel bei der Einschiffung so viel Probleme gegeben hat, von wegen Visum erforderlich, was es dann letzten Endes doch nicht war, sind wir an Bord geblieben.

Hongkong 13.05.-14.05.:
Dieser Hafen (Ocean Terminal) liegt mitten in der Stadt mit Blick auf die Skyline, direkt daneben ein Fähranleger nach Macao (den ich aufgrund des Ausgangs in ein Rieseneinkaufszentrum aber nicht gefunden habe) und die Star Ferry, mit der man von KOW Loon nach Hong Kong Island sehr günstig für nur 8,60HK$ übersetzen kann, eine Taxifahrt kostet knapp 80HK$. Achtung Taxifahrt: Sowohl in HK als auch in Shanghai sollte man dem Taxifahrer den Bestimmungsort in chinesischen Schriftzeichen zeigen können, denn diese sprechen meist nur chinesisch und somit auch kein englisch!
Aber es gibt auch noch einen 2. Hafen, der weniger zentral gelegen ist, in diesem liegen in der Regel die Celebrityschiffe. Ich bin mit dem Taxi zur Peak Tram gefahren. Diese Standseilbahn fährt zum “Peak” von dem man eine hervorragende Aussicht auf die Skyline von Hong Kong besitzt. Hier befindet sich auch ein Hard Rock Cafe Shop, wo ich das obligatorische Shirt gekauft habe. Zurück bin ich mit dem Bus gefahren, dieser fährt zum Star Ferry Terminal von dort habe ich dann mit der Star Ferry wieder nach KOW LOON übergesetzt. Achtung Bezahlung: Die Bezahlung der Peak Tram sowie in diversen Cafes, Imbissen ist nur in bar in Hongkong Dollar möglich!!! Es werden keine Kreditkarten akzeptiert! Eventuell ist noch eine Bezahlung mit der einheimischen OctopusCard möglich. Diese Guthabenkarte kann auch zur Bezahlung der öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden. Man erhält sie an den MRT Stationen.
Am Abend war ich dann abenteuerlustig in einem chinesischem Restaurant essen. Es war Muttertag und viele Familien waren anwesend. Ich habe vermeintlich Bekanntes gegessen, als Vorspeise BBQ-Schweinefleisch und als Hauptgang Schweinefleisch süß sauer. Reis muss extra bestellt werden, wie auch schon in Thailand. Was ich dann bekam, war aber keinesfalls mit dem Essen in einem Chinarestaurant in Deutschland zu vergleichen. Es war gewöhnungsbedürftig. Außerdem stöberte ich durch Elektroläden, um festzustellen, dass Laptops in HK genauso viel kosten wie bei uns, also nix mit Schnäppchen! Am 14.05. Hatten wir einen Ausflug “Rundfahrt Hong Kong Island” mit unserer Reisegruppe. Wir fuhren zum Peak und zum Stanley Market. Dieser ist der bekannteste Touristenmarkt. Ich kann aber auch für HK nur empfehlen alles auf eigene Faust mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu machen, denn so bekommt man mehr zu sehen und vor allem das was man wirklich möchte. Auch zum Stanley Market fährt ein Bus. Die bekannten schmalen Trams fahren nur auf Hong Kong Island.

Shanghai 16.-18.05.:
Eigentlich hätten wir hier mitten in der Stadt in der Nähe des sogenannten “Bunds” (eine Flaniermeile) anlegen sollen. Shanghai hat aber ein nagelneues Terminal gebaut. Natürlich in einem Hafen fernab der City. Hier dauert die Fahrt in die City ca. 45 Minuten. Da wir nun fernab der City lagen bekamen wir auf unserem Gruppenausflug Stadtrundfahrt nur den großen alten chinesischen Yu Garten zu sehen. Nach unserer Intervention haben wir zumindest noch kurz am Bund Zeit gehabt, um dann zu der Nanjing Road der Einkaufsstrasse Shanghais zu fahren. Hier hatten wir stolze 30 Minuten Zeit! Danach begann der 2. Gruppenausflug Shanghai bei Nacht. Dieser beinhaltete lediglich die Auffahrt auf ein Hochhaus für einen Blick auf Shanghai bei Nacht sowie einen Stop in French Quarter, hier befinden sich mehrere Restaurants u.a. ein Paulaner. Shanghai wirkt wenig kommunistisch bzw. chinesisch, denn in der Stadt liegt ein Designerladen neben dem Nächsten und es gibt diverse Restaurants aus aller Herren Länder. Trotzdem gefiel uns Shanghai besser als z.B. Singapur. Am 17.05. hatten wir den Gruppenausflug Suzhou gebucht. Absolut nicht zu empfehlen! Es gab wieder nur 2 Gärten zu sehen, die sich nicht wesentlich vom Yu Garden unterschieden! Also auch hier wieder meine Empfehlung mit dem Taxi in die Stadt und dann z.B. Hop on Hop Off Bus, denn diese sind hier noch verhältnismäßig günstig im Vergleich zu Singapur. Noch eine Anmerkung zu den Ausflugsbussen: Diese hatten diverse kaputte Sitze und ratterten in den unteren Gängen. Sehr sicher fühlte man sich in diesen Bussen nicht, dnen ich bezweifle, dass diese in Deutschland durch den TÜV kommen würden. Wer also “Komfortbusse” erwartet, der sollte von Ausflugsbuchungen Abstand nehmen

Ausschiffung/Rückflug:
Auch diese verlief wieder chaotisch. Wir erhielten die falsche Kofferfarbe, denn wir schifften bereits um 3 Uhr früh am 18.05. aus und hätten rot bekommen müssen. Wir erhielten aber weiss! Um nun sicher gehen zu können, unsere Koffer auch im Terminal zu erhalten (weiss schiffte erst um 08:30 Uhr aus) wollte ich also die roten von der Rezeption. Da, wie fast immer kein deutscher Service an der Rezeption vorhanden war, erklärte ich also in englisch. Nach 10 Minuten Rücksprache mit ihren Kollegen sagte mir die Dame dann, ich sollte unsere Koffer doch selbst von Bord mit nehmen. Das war mir jetzt recht, weil ich auf Nummer sicher gehen wollte. Älteren Reisenden würde ich das aber nicht zumuten wollen. Näheres zum Costaservice weiter unten. Unser Transferbus war aber leicht überbucht. Wie schon in Singapur mussten diverse Koffer im Busgang untergebracht werden, weil im Kofferraum kein Platz mehr war, das ist aber nicht Costa anzulasten sondern unserer Gruppenreiseleitung. Wir waren aber noch rechtzeitig für unseren Emirates Flieger nach Dubai am Flughafen. Wer allerdings noch was frühstücken wollte (es war ja erst 6:00 Uhr) der sollte dies tun bevor er den Zoll passiert, denn im Abflugbereich hatte so früh am Morgen kaum ein Geschäft oder Restaurant geöffnet. Wir waren pünktlich in Dubai und unser Flieger zurück nach Hamburg war auch pünktlich. Die Emirates Flieger haben in der Economy Class trotz identischen Fliegertyps einen unterschiedlichen Sitzabstand. Wir hatten den 3. Platz zwischen uns nicht belegt, was uns zu mehr Platz verholfen hat. Mit Glück bekommt man einen Flieger mit mehr Abstand, der für einen 1,83m großen Menschen noch erträglich ist. Leider ist uns der Zug nach Hannover vor der Nase weg gefahren, so dass wir 1 Stunde warten mussten. Um 22:55 Uhr kamen wir dann nach über 24h auf den Beinen endlich am Hauptbahnhof Hannover an.

Schiff und Costaservice:
Das Schiff gehört mit seinen 16 Jahren eigentlich erst zu den “Mittelalten” Schiffen. Es ist jedoch stark renovierungsbedürftig. Die Fensterscheiben in den Restaurants rosten munter vor sich hin genauso wie die Armaturen im Bad der Kabine. Es gab kein Shampoo im Bad, lediglich den Spender für Duschseife. Die Kabine hat einen zu kleinen Schrank, da kaum Platz für lange Hängegarderobe zur Verfügung steht, denn in der einen Hälfte steht noch ein Unterschrank. Der kleine Safe ist völlig unmöglich im unteren Bereich angebracht, so dass man sich jedes Mal bücken muss und im Safe kaum was erkennen kann. Die Möbel in den Bars und Restaurants sind fast alle abgewetzt und zum Teil kaputt. Die Türen sind noch mit der Lochkarte zu öffnen, die Fernseher Röhrenfernseher ohne interaktives Fernsehen (also keine Kontoeinsicht und keine Ausflugsbuchung vom TV). In den Fahrstühlen keine Ansage der Decknummer. Das Hauptrestaurant hinten (Sinfonia) ist nicht zu empfehlen. Hier kommen die typischen Maschinengeräusche und Rumpler und Wackler zur Geltung, wenn das Schiff bestimmte Manöver ausführt. Außerdem ist es hier insbesondere in den vorderen Seitenbereichen sehr laut durch Geräusche aus der Küche. Ich empfehle daher das Hauptrestaurant Fantasia im vorderen Bereich. Das Casino ist nicht besonders freundlich eingerichtet und die Spielautomatenauswahl ist spärlich. Das Theater ist ein Standardtheater. Im oberen Bereich ist es durch die Klimaanlage jedoch viel zu kalt. Die Vorstellungen waren jedoch qualitativ besser als auf den letzten Costareisen. Wir hatten einen guten Zauberer, Michael Jackson Imitator sowie chinesische Akrobaten und natürlich die traditionelle Crewshow. Das Buffetrestaurant ist viel zu klein. Die Victoria hat die Besonderheit, dass um das Restaurant der “Joggingparcurs” läuft, dies nimmt Platz für Tische weg.
Die Deutschen waren mit über 650 die stärkste Nation an Bord. Der deutschsprachige Service war jedoch so gut wie nicht vorhanden. Viele Gäste kamen zu unserem Gruppenreiseleiter. An der Rezeption gab es zwar Servicekräfte mit “deutschem Fähnchen”, jedoch verstanden haben sie die Anliegen der Gäste so gut wie nie. Ohne Englischkenntnisse war es also schwer weiter zu kommen, ohne die Hilfe der deutschsprachigen Hostess. Im TV gab es nur Euronews auf deutsch und einen Film pro Tag, de sich nach 10 Tagen wiederholte. Am positivsten sticht da noch die Küchenführung hervor. Unser Kabinenstewart war nicht der Schnellste. Wir hatten die 1. Essenssitzung. Es kam schon mal vor, dass um 22 Uhr das Bett noch nicht gemacht war. Auch waren am 1. Tag unsere Betten um 21:30 Uhr noch immer nicht getrennt, obwohl ich das bereits um 16 Uhr angemeldet hatte. Strandhandtücher hatten wir auch nicht auf der Kabine, diese mussten wir erst anfordern. Das Tagesprogramm für den nächsten Tag kam teilweise auch erst gegen 22:00 Uhr. Die Bars waren häufig geschlossen. Die sogenannte Eisbar (mit schönen Eisbecherbildern an der Wand) sollte 4-5 Stunden am Tag geöffnet haben, hatte aber immer zu. Die Servicekräfte haben sich ohne deutliche Handzeichen oder “Schmiertrinkgeld” nie freiwillig zu Einem begeben. Auch der Hauptkellner im Restaurant war wenig kontaktfreudig. Das Selbstbedienungsrestaurant hatte während der Kreuzfahrt abends an maximal 5 Tagen geöffnet. Man war also gezwungen in die Hauptrestaurants zu gehen oder aber in die Pizzeria, wo es von 18-20 Uhr nur Pizza Margherita in Selbstbedienung gab. Erst ab 21 Uhr gab es täglich wechselnde Pizza in Bedienung, die sehr gut schmeckte. Die Frühstücksauswahl war wie gewohnt spärlich mit jedem Tag der gleichen Wurst und dem gleichen Käse sowie zu harten noch nicht reifen Obst (Ananas war Mangelware an Bord). Besser als auf unseren letzten Kreuzfahrten war das Abendessen im Hauptrestaurant. Am letzten Abend der Kreuzfahrt hatten wir jedoch nicht unseren gewohnten Tisch. Gerade am letzten Abend ist das besonders ärgerlich, da man sich doch noch einmal mit seinen Tischnachbarn unterhalten und von seinen Tischkellnern verabschieden möchte. Wir haben es aber geschafft einen gemeinsamen Tisch in der Nähe unseres alten Tisches zu erhalten. Das Essen im Zuzahlrestaurant war auch sehr gut. Hier der Hinweis für die Pearlmitglieder: Auch hier gab es reichlich Trouble. Alle Paare bei denen beide mindestens Pearlmitglied sind hatten ja auch 2 Einladungen und wollten demnach auch 2 mal dort kostenlos essen. Beim 2. Mal wurde es uns dann aber verwehrt, mit dem Hinweis dies gelte pro Kabine nur einmal. Offensichtlich gab es aber an unserem 2. Tag dort oben zu viel Trouble, so dass wir es auch beim 2. Mal kostenlos genießen durften. Gegen Ende der Kreuzfahrt waren plötzlich diverse Alkoholika ausverkauft. Die Regenüberwürfe bekamen wir letztes Jahr als Ausflugsteilnehmer noch gestellt, jetzt kosten diese 7,50€! Die Animation fand quasi nur in italienisch und spanisch/portugiesisch statt, da die Animateure alle aus Brasilien oder Italien kamen. Zu guter Letzt grassierte auf dem Schiff eine fürchterliche Erkältung, vermutlich über die Klimaanlage verbreitet. Wesentlich mehr als die Hälfte der Passagiere war davon betroffen. Wir nannten es in unseren Ausflugsbussen den "Costahusten". Bei mir kam der endgültige Durchbruch mit Fieber etc. 2 Tage nachdem ich wieder zuhause war.

Fazit:
Wir haben schöne Orte gesehen, waren von dem Einen oder Anderen jedoch etwas enttäuscht. Auch für Asien gilt, lieber alles auf eigen Faust machen und bis auf sonst unerreichbare Ziele keine Landausflüge buchen. Costa hat sich mit seinem unterirdischen Service und seinem “Erpresserdokument” jedoch endgültig von unseren Auswahlreedereien ausgeschlossen.
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Aw: Reisebericht: Costa Victoria Asien 01.05.-18.05.2012 29 Mai 2012 11:14 #30477

Hi garak,

da scheint ja keine große Freude aufgekommen zu sein. :(

Schade, eine soo wunderschöne Route, und doch soviel Unerfreuliches....und dann noch die ewig dauernde An- und Abreise :fliegen:

da kommt man ja müde wieder nach Hause. :shock:

Trotz allem ist dein Reisebericht absolut interessant, es fehlen nur ein paar :coolpics:

Liebe Grüße, Ulrike
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Aw: Reisebericht: Costa Victoria Asien 01.05.-18.05.2012 29 Mai 2012 16:40 #30481

Schade, dass hier wieder soviel schief gelaufen ist. Du hast den Schlussstrich eh schon selbst gezogen...

Ich bin froh über die Tipps zu Asien, da sich für uns in einem halben Jahr neue Horizonte mit Asien eröffnen. Langsam kann ich mir schon ein Bild machen. Danke!

Ich pflichte Ulrike bei - du könntest vielleicht noch ein paar Bilder ergänzen :cheer:
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Aw: Reisebericht: Costa Victoria Asien 01.05.-18.05.2012 30 Mai 2012 18:08 #30497

:danke: für den informativen Reisebericht :applaus: . Es zeigt einen aber auch das eine Kreuzfahrt in Asien mit der Reederei steht und fällt. Das ist nicht der erste negative Bericht über Costa in Zusammenhang mit Asien :hm: .
VLG
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