Frisch von der Reise zurück möchte ich hier einen kleinen Einblick vom Schiff und von der Route geben, die Ich mit meinen Kindern letzte Woche erlebt haben.
Samstag, 16.10.2011 Venedig
Unsere Anreise zu unserer langersehnten Kreuzfahrt erfolgte bereits einen Tag vor Ablegen des Schiffes.
Von Berlin aus ging es mit dem Flieger nach Venedig.
Nach einem ruhigen Flug war die Landung in Venedig schon ein Erlebnis. Bei klarer Sicht konnten wir die Stadt Venedig schon aus der Luft bewundern und der Begriff – Lagunenstadt – erhielt plötzlich eine Bedeutung.
Auch der Ticketschalter für die Wasserbusse war schnell gefunden und ein Ticket für alle schnell gelöst. Der erste Blick auf die Preisanzeige lies mich sprachlos werden! Venedig nimmt es wirklich von allen, besonders von den Touristen!
Da wir aber auf Lido unsere Unterkunft für die Nacht hatten, mussten wir diesen Weg „gehen“.
Untergebracht hatte ich uns in einer B&B-Pension. Der Preis war für Venedig unschlagbar! Wir hatten ein sauberes Bett, eine Dusche und ein Frühstück. Sicher, die Ausstattung der Zimmer erinnerte an das Venedig des 19. Jahrhunderts und eine Renovierung gab es seit dem nicht. Was soll’s! Die Vermieterin machte mit ihrer Freundlichkeit so einiges wieder gut.
Das Erlebnis Wasserbus muss man in Venedig einfach haben! Ganz geheuer waren mir die kleinen Bootchen nicht, als wir einstiegen. Der Wellengang lies nichts Schlimmes vermuten, trotzdem schaukelte es furchtbar!
Es ist schon toll, wenn plötzlich alle Wege nur noch über das Wasser führen!
Die Altstadt war mit Touristen überlaufen und das Mitte Oktober!
Trotz allem finde ich Venedig traumhaft! Sie hat Flair, auch wenn der Ein oder Andere an dem Zustand der Gebäude herumnölt! Als halbwegs gebildeter Mensch weiß man um die Probleme, die diese Stadt hat.
Abends kehrten wir auf die Insel Lido zurück und wir waren froh, nicht in der Altstadt untergekommen zu sein! Die kleine Stadt muss zu viele Menschen fassen!
Den größten Schrecken meines Lebens traf mich, als wir aus dem Wasserboot stiegen.
Die Ausfahrt der Kreuzfahrtschiffe beobachteten wir schon die ganze Zeit!
Plötzlich tauchte Costa auf. Ein großes schönes Schiff! Den Namen konnte ich schlecht lesen, sah aber, dass es dreisilbig war, am Ende ein „a“ und zwischendrin auch „o“.
Sofort arbeitete es in meinem Kopf! Es wird doch wohl nicht die „Favolosa“ sein und ich habe mich im Abfahrtstag geirrt!? Mein Herz rutschte in die Hose!!!
Erst nach ca. fünf Minuten konnte ich den Namen gut erkennen „Costa Viktoria“.
Den ganzen Abend saß mir dieser Schrecken in den Gliedern!
Sonntag, 16.10.2011 Venedig
Die Nacht war recht kurz, da ich irgendwie nicht schlafen konnte, stand ich um sechs Uhr auf und ging an das andere Ende der Insel, um auf das Meer zu sehen. Die Sonne ging gerade auf und das Farbspiel lies keine Wünsche übrig.
Am Horizont konnte ich die vielen Kreuzfahrtschiffe sehen, die Kurs auf die Lagune nahmen.
Mit der Kamera bewaffnet, trat ich den Rückzug an und erwartete die Schiffe in der Lagune. Insgesamt acht lagen am Ende im Hafen.
Nach einem ordentlichen Frühstück, hieß es Koffer zusammenpacken und zum Kreuzfahrthafen. Natürlich mit einem Wassertaxi!
Gefunden war die Einschiffung für das Costa-Schiff schnell.
Leider ging die Einschiffung selbst nicht so zügig. Ganze drei Stunden benötigten wir, um endlich auf dem Schiff anzukommen. Bei 4-5 Mitarbeitern, die alle Papiere kontrollierten, kein Wunder!
Leicht entnervt betraten wir dann das Schiff .Der erste Eindruck! Toll!!!!
Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber mir und meinen Kindern gefällt das Schiff.
Es bietet genügend Spielraum, um sich aus dem Weg zu gehen oder um Kontakte zu knüpfen bzw. sich unterhalten zu lassen.
Nun waren auf dem Schiff überwiegend Italiener und im Vorfeld graute mir ein wenig davor. Nö, nichts! Nette Leute, sicher ein wenig temperamentvoller als wir Deutschen, aber nichts mit lautem Gebrüll.
Wir hatten eine Balkonkabine und eine Innenkabine für die Kinder gebucht.
Der Service war toll! Auch eine sehr gute deutsche Reisebegleitung war an Bord. Ansonsten eben „All in english, please!“
Der Service ist ähnlich wie bei RCCL.
Am spektakulärsten allerdings ist die Ausfahrt!
Ein riesiges Kreuzfahrtschiff wird durch die Lagune manövriert, am Markusplatz vorbei. Das Schiff selbst ist höher als alle Gebäude in der Lagunenstadt und man hat einen wundervollen Ausblick! Die Krönung war, das die Sonne für diesen Tag ihre letzten Strahlen auf uns schickte und alles in einen goldgelben Glanz tauchte.
Nach einem ausgiebigen Schiffsrundgang und einem sehr schönen Abend fielen wir in die Betten.
Montag, 17.10.2011 Bari
Der Vormittag gehörte dem Faulenzen.
Um die Mittagszeit trafen wir in Bari ein.
Groß ist es nicht und angehalten wurde nur, um neue Gäste aus- und wieder einsteigen zu lassen.
Trotz allem machten wir uns auf zum Heiligen Nikolaus.
Die Altstadt ist sehr klein, mit vielen engen Gassen.
Den Weg dorthin fanden wir leicht, da alles was Beine hatte in die Richtung St. Nikolaus strömte.
Auch ist ein Verlaufen fast unmöglich. Man kann sich gut am Hafen orientieren. Nur der Stadtplan von Costa war ein wenig dürftig und diente eigentlich mehr zur Verwirrung.
Den „Rest“ des Tages war wieder relaxen angesagt.
Das Fitness-Studio auf der Costa wurde ausgetestet und scheinbar hatten mit mir noch weitere hundert Personen die gleiche Idee. Für meine Begriffe, hätte es ein wenig größer sein können. Schade fand ich auch, dass man beim Training nicht aus dem Fenster sehen konnte. Diese waren einfach zu tief angesetzt.
Dienstag, 18. Oktober 2011 Katakolon
Pünktlich 8.00 Uhr legte die „Favolosa“ im Hafen von Katakolon an.
Wir hatten uns nach langen Diskussionen entschieden nicht nach Olympia zu fahren. Sicherlich ist dieser Ausflug ein Muss für alle, die antike Geschichte einmal sehen wollen. Wir entschieden uns in der kleinen Hafenstadt die Beine zu vertreten.
Wir gingen frühstückten als alle 57 Busse (!) zu den Ausflügen abgefahren waren und es war sehr entspannend!
Dafür unternahmen wir eine Kutschtour um die Stadt. Für meine perdebegeisterten Kinder genau das Richtige!
Zeit zum Bummeln durch das Dörfchen hatten wir genug und ich fand die Entscheidung genau richtig für uns.
Schön für mich war die Fauna zu bewundern, die wir zu Hause nur im Blumenkasten halten können (Zitrusgewächse, Eukalyptus usw.).
Nachmittags war Faulenzen angesagt. Auf einem Schiff, was langsam über das Wasser gleitet, lässt es sich wunderbar schlafen, entspannt lesen oder einfach nichts tun.
Abends gab es den Kapitänsempfang und anschließend den Gala-Abend. Das Menü war Spitzenklasse. Geschmacklich einfach unschlagbar, aber alles sehr übersichtliche Portionen!
Mittwoch, 19.10.2011 Izmir
Die Einfahrt in den Hafen war begleitet von einem wunderschönen Sonnenaufgang!
Es war ein wenig diesig und kühl.
Auch in diesem Hafen wollten wir auf eigene Faust Land und Leute kennen lernen.
Wir nahmen uns ein „Taksi“ und fuhren bis zu der Ausgrabungsstätte Agora. Von dort ging es zu Fuß durch den Bazar.
Kulturschock pur! Viele freilaufende Hunde und Katzen. Alle sehr friedlich, aber nicht unbedingt gesund. Es fehlten eigentlich nur noch die Ratten und Mäuse…
An jeder Ecke wurde man in den verschiedensten Sprachen angesprochen und eigentlich hatten wir nur noch einen Wunsch. Raus aus der Ecke und dem Bazar.
Wir erreichten ohne Zwischenfälle den Hafen und gönnten uns dann noch eine kleine Rundfahrt mit 2 Pferden.
Die Tiere sind ja zu bewundern! Alles im Trab mit einer Ausdauer. Klasse!
14.30 Uhr legte das Schiff ab.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich Izmir noch einmal besuche. Dann aber unbedingt nach Ephesos.
Abends Durchfahrt durch die Dardanellen:
Von vielen bewundert und mit Spannung erwartet. Wir hatten das Pech im Dunkeln die Passage zu queren. Außer einem großen Turm von weitem, der angestrahlt wurde, konnten wir leider nicht viel erkennen.
Donnerstag, 20.10.2011 Istanbul
Schon die Einfahrt in den Hafen von Istanbul war nicht viel weniger spektakulär, als die von Venedig.
An der Hagia Sophia vorbei, die wunderschön beleuchtet war, konnte man kurz vor Sonnenaufgang den Muezzin rufen hören.
Die Sonne ging auf, der Tag fing an und wir legten im Hafen von Istanbul an.
8.30 Uhr ging unsere geführte Tour los.
Der Bus fuhr uns zuerst zum Ägyptischen Basar (Gewürzbasar). Dort hatten wir die Möglichkeit uns umzusehen und einzukaufen. Der Duft, die Farben waren einfach eine Pracht!
Und so wechselten einige Gewürze ihren Besitzer. Natürlich auch solche tollen Dinge, wie türkischen Honig und andere Leckereien.
Weiter ging es in die Blaue Mosche. Himmel und Menschen standen vor dem Eingang und alle wollten hinein. Für mich war es der erste Besuch in einer Mosche. Somit betrat ich Neuland. Ein wenig enttäuscht war ich von dieser Mosche. Ich hätte sie mir ein wenig prunkvoller vorgestellt. Aber nach zeitlichen Vorstellung in Istanbul gehört diese Mosche mit ihren „nur“ 400 Jahren zu den jungen Gebäuden der Stadt.
Als nächstes stand der Besuch einer Teppich-Manufaktur auf dem Programm. Als Pflicht eingebaut, war es eine sehr lehrreiche und kurzweilige Angelegenheit. Wir bekamen erklärt, wie man Teppiche knüpft. Was eine Seidenraupe mit dem Teppich zu tun hat usw.
Anschließend ging es zum Mittagessen.
In einem tollen Restaurant gab es ein Mehrgängemenü türkischer Art! Einfach köstlich!
Den „Rest“ des Tages war für uns nun der Große Basar reserviert.
Hier wurde gehandelt, dass sich die Balken bogen.
Die Reiseführerin hatte uns im Vorfeld einige Tipps gegeben und diese beherzigten wir. Am Anfang war es ein wenig ungewohnt. Mit shopping , wie wir es von zu Hause kannten, hatte das nicht mehr viel zu tun.
Freitag, 21. Oktober 2011 Seetag
Heute war erst einmal ausschlafen.
Den Seetag haben wir alle zur Erholung genutzt.
Ich selbst habe mich für die Sauna entschieden und dort relaxt.
Der Spa-Bereich ist sehr gelungen. In mehreren Saunen hat man die Möglichkeit zu entspannen, ein großer Wirlpool steht zur Verfügung und ein ausreichend großer Bereich zum Relaxen. Ebenso ein Teehäuschen, wo man sich Tee selbst zubereiten kann.
Im Großen und Ganzen eine tolle Sache. Leider mit zusätzlichen Kosten verbunden. Dafür aber mit begrenzter Personenzahl.
Abends gab es die Abschiedsgala.
Wieder, wie bereits erlebt, ein Mehrgängemenü. Die Portionen sehr lecker und sehr übersichtlich.
Die Krönung war der Nachtisch, der, wie erwartet, mit einem kleinen Feuerwerk von den Kellnern präsentiert wurde.
Für meine Kinder, die Süßes über alles lieben, wirklich der krönende Abschluss!
Samstag, 22.10.2011 Dubrovnik
Nach einem entspannenden Vormittag gingen wir zur Mittagszeit im Hafen vor Anker.
Man hatte uns schon im Vorfeld informiert, dass wir in diesem Hafen mit Tenderbooten übergesetzt werden. Der Hafen könnte einem Reiseprospekt entsprungen sein und die See sah ruhig aus…
Wer auf eigene Faust Dubrovnik erkunden wollte , musste sich in einen der Bars einfinden und wurde von dort zu den Booten gebeten.
Wir warteten 10 Minuten, eine halbe Stunde, eine dreiviertel Stunde… Endlich informierte man uns, dass aufgrund der Wellen nicht so schnell, wie gewünscht, die Tenderboote übersetzen könne. Na ja!
Nach einer geschlagenen Stunde war es endlich soweit.
Das Boot schaukelte wirklich so, dass ein einsteigen nur schwer möglich war. Uns verging das Lachen sehr schnell! Zum Glück waren es zum Hafen nur wenige Minuten.
Dort wurden wir mit einer wunderschönen Altstadt belohnt.
Bei strahlendem Sonnenschein haben wir die Stadtmauer und die schöne Altstadt zu Fuß erkundet und die schaukelnde Überfahrt nicht bereut.
Sonntag, 23. Oktober 2011 Venedig
Pünktlich ab 8.30 Uhr fuhren wir in den Hafen von Venedig ein.
Ein letztes Mal konnten wir die schöne Aussicht genießen. Vorbei am St.-Markus-Platz durch die engen Wasserwege in den Hafen.
Zur Kreuzfahrt mit Costa meine ganz persönliche Meinung:
Es ist ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Freundlichkeit des Personals ließ fast keine Wünsche offen. Man ist bemüht den deutschen Gast zu verstehen. Alle Ansagen werden in der deutschen Sprache getätigt und es gibt zwei Hostessen, die sich um die Deutschen kümmern.
Auch viele vom Personal können die Sprache. Also keine Verständigungsprobleme.
Die Verpflegung war von der Qualität super!
Ich persönlich hätte mir ein Buffettrestaurant am Abend gewünscht, was mehr als Pizza und Salat bietet.
Der Zimmerservice perfekt! Auch Mahlzeiten auf dem Zimmer waren mit einer Gebühr von 2,00 € zu haben.
Was mir fehlte wäre beim Ein- und Ausschiffen , sowie bei den Ausflügen eine bessere Organisation. Da lässt sich noch einiges optimieren.
Einen Wermutstropfen hatten wir: Auf unserem Flur waren viele Italiener und Japaner. Die Italiener feiern scheinbar gern sehr lange. Im Gegensatz dazu sind die Japaner sehr früh und lautstark auf den Beinen. Von langem, ungestörtem Schlaf war also keine Rede.
Da wir viel auf See waren, ließen sich die anstrengenden Nächte ausgleichen.
Die Route ist wunderbar! Für mich waren besonders die Häfen Venedig, Istanbul und Dubrovnik sehr schön.