Hallo zusammen!
Schande über mich, dass ich so lange für meinen Reisebericht gebraucht habe. Aber hier ist er nun - und gleich eine Warnung, er ist nix für Kurzgeschichtenliebhaber
1. Teil
Sonntag, 20.März 2011, Anreise
Heute geht es endlich los. Lange haben wir, das sind Elisabeth und Poldi, Silvia und Erwin sowie Raimund und meine Wenigkeit, auf diese Reise gewartet und jetzt ist sie auch schon da. Unser Flug, zu unserem Leidwesen mit Zwischenlandung in Madrid (wir hatten keine Wahl), geht erst um 12 Uhr 25, also haben wir am Morgen keinen Stress. Gemütlich fahren wir um 9 Uhr 15 von zu Hause weg und sind auch schon um 10 Uhr am Flughafen Wien-Schwechat. Leider können wir unser Gepäck noch nicht loswerden, der Iberia-Schalter öffnet erst um 10 Uhr 25. Wir wollten eigentlich noch auf einen Kaffee gehen, aber so lange möchten meine Eltern, die uns netterweise zum Flughafen gebracht haben, dann doch nicht warten und fahren zurück nach Hause. Endlich tut sich was am Schalter und da kommt auch schon der Rest unserer Truppe. Da wir am Vortag schon unsere Bordkarten ausgedruckt haben, müssen wir nur noch das Gepäck einchecken. Auch unser Handgepäck bekommt ein Band. Neu für uns ist, dass man erst in den nur für Fluggäste zugänglichen Teil kommt, wenn man den Strichcode des Tickets einliest. Erst dann öffnet sich die Eingangskontrolle. Wobei dies für Poldi und Elisabeth ein wenig schwer war, da sie die falschen Tickets in Händen hielten und sich deshalb die Sperre weigerte, sie hineinzulassen. Schließlich hat es doch geklappt und wir bummeln noch ein wenig durch die diversen Geschäfte. Da noch Zeit ist, gönnen wir uns noch eine kleine Stärkung. Heute müssen wir nicht mit dem Bus zum Flugzeug fahren, wir können über das Gate C31 direkt einsteigen. Pünktlich beginnt das Boarding, trotzdem fliegen mit gut 20 Minuten Verspätung ab. Der Flug ist relativ ruhig, von ein paar Schlaglöchern abgesehen. Schön sieht man die Schipisten auf dem Semmering, überhaupt ist der Flug über die schneebedeckten Alpen sehr schön.

Bald schon sind wir über dem Meer und anschließend über dem spanischen Festland. Eigentlich haben wir damit gerechnet im Flugzeug etwas zum Essen und Trinken zu bekommen. Ja, gab es auch, aber nur gegen Bezahlung. Aus Protest haben wir darauf verzichtet. Der Preis für die Getränke wäre zwar angemessen gewesen, der Preis für ein gefülltes Weckerl ist mit 6-8 Euro auf jeden Fall überteuert. Nach zwei Ehrenrunden landen wir ziemlich pünktlich in Madrid. Das Gate für unseren Anschlussflug ist nur wenige Meter entfernt, also haben wir Zeit um uns ein bisschen zu stärken. Wir krachen gleich beim Mäci hinein, da kann man nicht viel falsch machen und es geht schnell. Der Flughafen hat uns überrascht, sauber, modern und übersichtlich – was will man mehr. Schon müssen wir uns für den Abflug bereit machen. Mit etwas Verspätung heben wir ab und nach einem ruhigen Flug landen wir gegen 18 Uhr 40 auf Gran Canaria. Nach nicht einmal einer Viertelstunde ist unser Gepäck schon da, auch der Bus wartet schon vor dem Ausgang. Der Busfahrer ist flott unterwegs und schon nach etwa 20 Minuten können wir die Mein Schiff 1 sehen. Begrüßt werden die Gäste gleich mal mit einer Erfrischung, dann geht es in die Abfertigungshalle. Der Check-In dauert höchstens 10 Minuten. Wir werden fotografiert und auch die Kreditkartenregistrierung wird sofort erledigt. Unsere Kabinen sind schon fertig, wir sind angenehm von der Größe und Freundlichkeit der Ausstattung überrascht. Kein Vergleich zur Costa Victoria, da merkt man halt schon den Altersunterschied.

Wir sind jetzt mal sehr hungrig und durstig, also ab ins Anckelsmann. Dort ist es ziemlich voll, heute bekommen wir nur einen Platz wenn wir uns aufteilen. Auch egal, Hauptsache Fütterung, wir sind ziemlich ausgehungert.

Vor dem Ablegen gibt es am Pooldeck eine Begrüßung für die neuen Passagiere und im Anschluss eine ABBA-Show. Die Stimmung ist beschwingt, die Luft angenehm lau und dann geht es endlich los. Es erklingt die Mein Schiff Hymne Ocean of Love und wir verlassen langsam den Hafen.

Nachdem wir den ersten Cocktail gekostet haben, gehen wir dann aber bald in die Kabine. Die Koffer sind auch schon auf der Kabine und warten aufs auspacken. Dann ruft aber das Bett. Morgen können wir ausschlafen, wir haben einen Seetag.
21. März 2011, Seetag
Gut ausgeschlafen gehen Silvia, Erwin, Raimund und ich ins Atlantik frühstücken. Elisabeth und Poldi sind im Anckelsmann gelandet. Wie könnte ein Urlaub schöner beginnen als mit einem gepflegten Lachsfrühstück mit Sekt. Daran könnte man sich gewöhnen.


Um 10 Uhr 15 ist die Seenotrettungsübung. Unsere Musterstation D befindet sich im Surf und Turf, wo jeder beim Eingang seine Bordkarte zeigen muss und auf einer Liste abgehakt wird. Die Schwimmwesten müssen wir nicht mitnehmen, zum Glück, denn bei den vielen Leuten ist es schweineheiß im Restaurant. Silvia fühlt sich gar nicht wohl, oder hat sie gar zu viel Sekt erwischt?? Der Umgang mit der Schwimmweste wird von Crewmitgliedern vorgeführt, danach werden wir zu den Rettungsbooten geführt, welche für die Musterstation D vorgesehen sind. Raimund und ich gehen dann in die TUI-Bar, um uns mit einigen Mitgliedern aus einem TUI-Forum zu treffen. Die waren bisher fast nur AIDA Fahrer, haben sich aber eher positiv geäußert. Bis auf ein junges Pärchen, das bereits eine Woche auf der Mein Schiff hinter sich hatte, wo besonders er sich ziemlich über das soooo schlechte Essen beschwert hat. Und überhaupt ist ja AIDA viel besser und, und … Naja, man kann es halt nicht jedem Recht machen. Wir werden uns lieber unser eigenes Urteil bilden. Schließlich verabschieden wir uns und suchen unsere Freunde. Die haben auf dem Pooldeck Liegen für alle ergattern können. Das Wetter ist superschön und warm, also nichts wie ab in den Whirlpool. Der Pool selbst ist zwar ein wenig frisch, aber man kann recht gut schwimmen.

Da der Grill Cliff 24 nicht weit ist, versorgen wir uns mit Panini, Currywurst und natürlich Bier, Wasser und Cocktails. Das Relaxen tut uns so richtig gut, endlich mal kein Stress und keine Verpflichtungen. Am Nachmittag sehen wir zu, wie aus einem Eisblock in kürzester Zeit eine Skulptur entsteht. Einfach toll, bei mir würden nur Eiswürfel daraus werden.

Wir beschließen, heute Abend das Atlantik zu probieren, also machen wir uns ein bisschen feiner. Bademantel ist dort nicht gefragt. Wir ergattern einen runden 6er Tisch mit Aussicht auf die Backbordseite und nach hinten. Auch unsere Kellnerin Katrin ist sehr nett, das wird wohl unser Stammtisch werden. Die Zeit zwischen den einzelnen Gängen ist reichlich bemessen, aber uns hetzt ja nichts. Heute gibt es im Theater die Show „Mit Volldampf voraus - Willkommen“, die wir uns ansehen möchten. Es gibt nur eine Vorstellung, also sehen wir zu, dass wir noch gute Plätze bekommen. Leider gibt es kein Barservice, man muss sich die Cocktails von irgendeiner Bar selbst organisieren. Die Bar direkt beim Theater ist immer geschlossen, warum auch immer. Auch ist es angebracht, zeitig zu kommen, denn sonst kann man sich einen Sitzplatz aufzeichnen.Zuerst begrüßt Kapitän Remko Fehr die Passagiere mit einer launigen Ansprache und stellt auch mal gleich einige Crewmitglieder vor.

Die Show ist schwungvoll, die Tänzer und Sänger gefallen uns gut. Nach der Show gehen wir aber bald in die Kabine, denn morgen müssen wir früher raus. Agadir selbst hat uns nicht gereizt, also haben wird den Halbtagesausflug nach Taroudant mit der Sous-Ebene gebucht. Und der beginnt schon um 8 Uhr 15. Der Treffpunkt und die Uhrzeit stehen auf dem Ausflugsticket und nicht im Bordprogramm.
22. März 2011, Agadir
Pünktlich legen wir in Agadir an. Das Wetter ist vielversprechend, tagsüber haben wir herrliche 30°. Endlich Wärme nach einem langen und kalten Winter zu Hause.
Nach dem Frühstück im Atlantik, gehen wir zum Treffpunkt im Casino. Wir müssen auch nicht lange warten und werden zum Bus geleitet. Dort übernimmt ein einheimischer Reiseleiter unsere Gruppe. Zügig fahren wir stadtauswärts. Agadir macht einen überraschend gepflegten Eindruck, kein Vergleich zu Ägypten.
Schon bald kommt der obligatorische Fotostopp, um die Ziegen auf den Arganbäumen zu fotografieren. Natürlich halten die Ziegenhirten die Hand auf, sie haben wohl nur für uns die Ziegen auf die Bäume getrieben.
Weiter geht die Fahrt durch die grüne und fruchtbare Sous-Ebene. Hier stehen viele Arganbäume und es ist auch jede Menge Getreide angebaut. Aber mit einem Mähdrescher ist hier nicht viel zu machen. Die Felder sind untersetzt mit Bäumen und Steinen, da geht nur Handarbeit bei der Ernte.
Linker Hand kommt der Hohe Atlas immer näher und wir sehen schneebedeckte Berge. Die Bewohner der vereinzelten Dörfer leben hauptsächlich von der Landwirtschaft. Manche Häuser sind schön, andere weniger, die Gegensätze zwischen arm und reich sind deutlich zu erkennen. Heute sind wir wieder froh, in Österreich leben zu dürfen. Nach etwa 90 Minuten Fahrzeit kommt Taroudant in Sicht.
Die Stadtmauern sind wirklich beeindruckend. Unser Führer macht mit uns eine kleine Runde durch die Stadt, natürlich durch den Souk und zu einem Arganölladen. Hier bekommen wir Informationen wie vielfältig dieses Öl verwendet werden kann. Sowohl zum Kochen, als auch als Medizin und für die Kosmetik.
Weiter geht es zum nächsten Basar und zu einer Moschee, die wir natürlich nur von außen besichtigen können. Der Trubel auf den Straßen ist unglaublich. Fußgänger, Radfahrer, Mopedfahrer, Eselswagen und PKW sind in den ziemlich schmalen Gassen unterwegs.
Schließlich kommen wir zurück zum Bus und fahren weiter zu einer Plantage, auf der Bananen, Palmen, Tomaten und Orangen, aber auch Pferde und Vieh gezüchtet werden.
Nach einem interessanten Rundgang gelangen wir zum Haupthaus, in dem wir eine marokkanische Griessuppe, Fladenbrote, eine Omeletteart und dazu Olivenöl, Honig und eine Mandel-Nougat-Creme zum Tunken bekommen. Als Getränke gibt es Minztee und frisch gepressten Orangensaft. Dann treibt uns aber unser Reiseleiter an, damit wir wieder pünktlich am Schiff sind. Wir hatten zwar einen kleinen Imbiss bekommen, aber etwas vom Anckelsmann geht immer. Auch hätte uns noch ein Spaziergang am Strand von Agadir gereizt, doch der letzte Shuttlebus (übrigens kostenlos) geht schon um 18 Uhr zurück zum Schiff. Und der Fußmarsch zurück zum Schiff durch den Industriehafen erscheint uns nicht sehr reizvoll.

Nach dem Abendessen bleiben wir in der Überschaubar hängen, wo noch nicht viel los ist. Wahrscheinlich sind viele im Theater, auf welches wir heute verzichtet haben (Lachen mit Loriot). Wir genießen den warmen Abend und warten dort auf das Ablegen um 21 Uhr. Langsam verschwindet das Lichtermeer von Agadir am Horizont und wir nehmen Abschied von Marokko.
23. März 2011, Seetag
Heute ist mal wieder ein Entspannungstag, der mit einem Kaviarfrühstück beginnt.

Auch Sekt gibt es wieder, wie jeden Tag zum Frühstück. Das Wetter ist heute zu windig und zu frisch, um an Deck zu liegen, also suchen wir uns einen netten Platz mit Aussicht, um ein wenig Karten zu spielen. Den finden wir in der TUI-Bar, wo wir es uns gemütlich machen.


Um 10 Uhr gehen wir Damen zur Ausflugspräsentation über La Gomera, um uns vielleicht noch den einen oder anderen Tipp zu holen. Nach den wunderschönen Bildern freuen wir uns noch mehr auf diese Insel. Bis zum Mittagessen wird noch weiter Karten gespielt, dann verlagern wir unsere Hinterteile ins Anckelsmann. Schließlich haben wir schon einen anstrengenden Vormittag hinter uns. Silvia, Erwin und ich testen nach dem Mittagessen den SPA-Bereich. Die Sauna ist auch nicht allzu voll und wir genießen den Blick aufs Meer. Dann inspizieren wir auch die anderen Bereiche, die einen sehr schönen Eindruck machen. Wir testen auch noch die Nebelzone, die wir als sehr angenehm empfinden. Am späteren Nachmittag wird es wieder wärmer, also suche ich mir an Deck ein Plätzchen, wo ich endlich anfangen kann, mein Tagebuch zu schreiben. Auch schadet es nicht, wenn ich schon mal die ersten Fotos auf's Netbook übertrage. Nach einer Weile gesellen sich auch die Anderen dazu und mit Karten spielen, plauschen und Kaffee trinken (hab ich auch Mehlspeis essen erwähnt?) vergeht die Zeit viel zu schnell. Schon wird es Zeit für das Abendessen, auch was sind so Seetage doch anstrengend. Heute Abend machen wir ein Damen- und ein Herrenprogramm. Wir Damen gehen ins Theater, heute Abend ist die Musical Gala – „Der ewige Kreis“ dran. Die Herren gehen heute ins Maxim – äh Casino. Raimund hat nämlich bei einer Spielvorstellung von Black Jack Blut geleckt und möchte an einem Turnier teilnehmen. Erwin und Poldi spielen die Glücksengerl und machen sich gut darin, denn Raimund schafft es auf den zweiten Platz und darf, da er unter den besten Sieben ist, am Schlussturnier am Freitag teilnehmen. Vorausgesetzt, dass ihn niemand verdrängt - man wird sehen. Nach einem gemeinsamen Absacker gehen wir aber schlafen, damit wir für Teneriffa fit sind.

Fortsetzung folgt ...